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Mein Freund verträgt keine Kritik

  • Starter*in Starter*in Katyyy
  • Datum Start Datum Start
K

Katyyy

Gast
Mein Freund und ich sind eigentlich ein sehr glückliches Paar. Aber wenn ich ihn kritisiere, hängt jedes Mal der Haussegen schief. Dabei gibt es wirklich triftige Gründe dafür. Weil er im Gegensatz zu mir nicht arbeiten geht, ist er auch größtenteils für den Haushalt zuständig. Wenn ich Tag für Tag nach Hause komme, das Wohnzimmer die ganze Woche nicht gesaugt wurde, der Boden im Badezimmer total verdreckt ist und die Wäsche die ganze Woche auf der Leine zum Trocknen hängt, obwohl sie im Sommer schon nach einem Tag getrocknet war und ich dann keinen Platz für meine Wäsche habe, dann ist es für mich Grund genug, etwas zu sagen.

Oder?
 
Dein Freund ist eine faule S..... Wenn ihm das nicht passt, das er im Haushalt was machen soll, dann soll er sich seine eigene Wohnung suchen. Den würde ich vor die Tür setzen.

Das ist nicht möglich. Das Haus, in dem wir wohnen, gehört seiner Mutter.
Ich beteilige mich selbstverständlich an den anfallenden Kosten.
Mein Alltag sieht folgendermaßen aus:
- Vollzeitarbeit im Büro (der sehr hektisch und zeitaufwändig ist)
- 450-Euro-Nebenjob
- Fernstudium

Weil ich beruflich so stark eingespannt bin, haben wir ausgemacht, dass er größtenteils für den Haushalt zuständig ist. Wobei wir den Wocheneinkauf immer gemeinsam erledigen und ich samstags manchmal koche.

In den letzten Monaten kam es einige Male vor, dass ich das Wohnzimmer gesaugt und abgestaubt und das Bad geputzt habe, weil er "nicht dazu gekommen" ist.

Mein Freund schläft sehr viel, oft sind es 10-12 Stunden pro Nacht. Und er ist wahnsinnig langsam in vielen Dingen. Z. B. benötigt er für das Schreiben der Einkaufsliste, was für mich eine Sache von 5 Minuten ist, eine ganze Stunde oder noch länger. Dann werde ich jedes Mal schier wahnsinnig.

Warum er nicht arbeitet? Nach dem Abschluss seiner Lehre hat ihn sein Ausbildungsbetrieb nicht übernommen. Er wollte dann in die Industrie wechseln und wurde nirgends eingestellt. Also hat er es jahrelang über irgendwelche Zeitarbeitsfirmen probiert. Er war mehrere Jahre Zeitarbeiter, wurde aber auch auf diesem Weg nirgends fest angestellt. Als sein Vater starb und ihm eine große Summer Geld hinterließ, beschloss er, das Thema Zeitarbeit ad acta zu legen und von seinem Erbe zu leben.

Als wir damals ein Paar wurden, meinte er, dass er eines Tages auf jeden Fall wieder arbeiten wollte. Bis heute hat er keine einzige Bewerbung geschrieben. Im letzten Urlaub habe ich ihm gesagt, dass er zumindest über die Wintermonate Zeitarbeit machen soll und ich mit einem Langzeitarbeitslosen auf die Dauer nicht leben möchte.
 
Ich befürchte, dass du dir ein Ultimatum schenken kannst. Er zeigt deutlich, dass sein Verhalten seine Lebenseinstellung widerspiegelt. Er ist und bleibt unselbständig, wird durch Erbe, Wohnen im elterlichen Bereich, Mutter in der Nähe, immer aufgefangen werden und wird so bleiben. Ich denke nicht, dass er jemals einer festen dauerhaften Tätigkeit nachgehen wird. Warum auch? Er kultiviert und zelebriert seine Langsamkeit und Hilflosigkeit und lebt gut damit.
Hättet ihr ein Kind zusammen, würdest du das im Wesentlichen auch noch zusätzlich erziehen und drum kümmern müssen. Gemeinsam ist nichts möglich.
 
Mein Freund lebt NICHT von meinem Geld. Die Kosten werden bei uns gerecht aufgeteilt. Nur habe ich keine Lust, ihn durchzufüttern, falls sein Erbe eines Tages alle sein sollte. Und deshalb muss er 6-9 Monate pro Jahr Zeitarbeit machen, wenn er weiterhin mit mir zusammen sein will. Eine Festanstellung wird er vermutlich nicht mehr finden, wo er schon fast 6 Jahre nicht mehr richtig gearbeitet hat.
 
Du bist engagiert und zielstrebig, er ist das Gegenteil. Du möchtest weiter kommen, er nicht. Du willst etwas erreichen, er nicht. So viele unterschiedliche Prioritäten hält auf Dauer keine Beziehung aus. Dass Du Deinen Anteil an den Kosten für das Haus bezahlst, ist gut und richtig. Aber damit finanzierst Du SEINE Strategie. Das Geld ist für Dich einfach nur weg. Das sind alles rationale Überlegungen, die ihre Berechtigung haben.

Ihr beide habt völlig unterschiedliche Lebensauffassungen und Du kannst "einen Hund nicht zum Jagen tragen". Nach den wenigen Infos zu urteilen, wird ein Zusammenleben für euch immer ein Kampf bleiben, bei dem Dir irgendwann der Kragen platzt, weil Dein Partner zu viele Deiner Anstrengungen einfach aufbraucht und nicht unterstützt, wie es eigentlich sein sollte. Er ist kein Partner, er ist eine Belastung. Das ist schade.

Welche Gründe gab es, dass Du Dich auf diese "Beziehung" eingelassen hast? Was spricht dafür? Was macht Dich glücklich und warum ist das nicht genug? Verzeih, wenn ich so provokativ frage, aber wie war dieser Beziehungsspruch: "Was man am Anfang aufregend fand, sind nachher nur noch Gründe, um sich aufzuregen". Wenn Du mit seinem Lebensstil keinen Frieden schließen kannst, was werden auf Dauer die Konsequenzen sein? Burnout und Wut im Bauch?
 
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