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Mein Freund kann keinen Sex haben

Kompromisse gibt's doch überall im Leben. Der fehlende Sex in der Partnerschaft kann durchaus ein Kompromiss sein, den man akzeptieren kann, wenn man denn dass möchte. Viele Leute wären erst gar nicht in eine Beziehung gekommen, wenn sie ihren potentiellen Beziehungspartner ihre sexuellen Wünsche und Eigenheiten direkt von Anfang an erklärt hätten. Wem aber das Leben innerhalb der Beziehung dennoch wichtig ist, der verschweigt die Dinge und genießt dennoch die Zeit zu zweit und freut sich darüber, das Leben nicht alleine bestreiten zu müssen. Alles eine Frage der Prioritäten und Werte.
Wenn die TE damit nicht klarkommt, tja dann wird es wohl die Trennung werden.
 
Hallöchen,
ich habe mir jetzt mal alle Beiträge durchgelesen. Vielen Dank für die Antworten.

Also er war selbst auch schon in Therapie und wir kennen die Ursache für sein Problem. Er hat durch seine Vergangenheit/Kindheit enorm mit Versagensängsten und Selbsthass zu kämpfen. Und bis heute macht seine Mutter ihn noch runter und gibt ihm das Gefühl, dass er nichts kann, was schon bei mir für einige Wutanfälle gesorgt hat, aber das ist ein anderes interfamiliäres Problem.

Er hat sich während der Therapie mit diesen Dingen beschäftigt und auseinander gesetzt und auch allmählich mehr Selbstbewusstsein entwickelt. Er hat überhaupt erst durch die Beziehung mit mir gelernt, dass er ein wertvoller Mensch ist und ich gebe ihm jeden Rückhalt, den es gibt. Ich versuche ihn auch immer anzuspornen besser zu sein, als seine Traumata. Leider konnte er sich die Therapie irgendwann nicht mehr leisten, da sie privat bezahlt wurde. (Es war wirklich ein sehr guter Therapeut, der sich seiner annahm.) Die Therapeuten, die er von der Krankenkasse bezahlt bekam, waren absolut unter aller Sau und haben nur die Stunden in die Länge gezogen. (Keine Ahnung, ob die dafür extra Geld kriegen oder so...) Richtig helfen wollte ihm keiner.

Zu Beginn unserer Beziehung hatten wir noch sowas-wie-Sex. Es ist schwer zu beschreiben... Er hat einfach halbwegs wie eine Maschine funktioniert, verspürte aber selbst keinen Spaß dabei. Er ist auch erst einmal in unserer ganzen Beziehung in mir gekommen. (Daher sind Kinder auch erstmal ausgeschlossen, auch wenn wir beide welche wollen.) Sonst war halt einfach Abbruch, weil es nicht mehr ging. Er hatte halt immer das Gefühl, dass er Leistung erbringen muss. Doch das konnten wir gemeinsam gut bewältigen.

Was die Kontrolle der Sucht angeht: Da habe ich ihn schon Mal enorm überwacht. Doch wie einige schon schrieben: Ein Süchtiger findet immer einen Weg. Und da dieser dann über Lügen und Taten hinter dem Rücken und Schlüpflöcher gefunden wurde, habe ich die Kontrolle sein lassen. Das war toxischer für unsere Beziehung als die Sucht an sich.
Eine Zeit lang hat er dann weiter an sich gearbeitet, es aber dann auch wieder komplett schleifen lassen.
Ich habe dann auch Mal Schluss gemacht deswegen und da wurde er wieder wach gerüttelt und er hat die Bekämpfung der Sucht wieder aufgenommen. Dann versank er wieder in der Bequemlichkeit.

Das Thema kommt immer mal wieder bei uns hoch, weil es immer wieder Phasen gibt, in denen ich mehr unter der Sexlosigkeit leide.

Und ich habe mich bereits viel mit seinen Fetischen auseinander gesetzt und versucht, mich dem anzupassen. (Da ich auch eine Antwort dies bezüglich hier irgendwo gelesen habe.) Es gab Kostüme, es gab Rollenspiel. Doch das brachte überhaupt Nichts, weil er dann "geflüchtet" ist. Es setzte ihn irgendwie noch mehr unter Druck. Die anderen Dinge, die er sich gerne ansieht, kann ich ihm aber nicht geben. Das kann kein realer Mensch.

Wir gehen sehr offen mit dem um, was wir beim Sex mögen und was nicht. Ich kann das klar kommunizieren und er, soweit das für ihn machbar ist, auch. Zumindest hatten wir vor ein paar Wochen einen kleinen Durchbruch, bei dem er mir zum ersten Mal die tiefen Abgründe dessen mitgeteilt hat, was er sich gerne so ansieht. Es war ihm unangenehm und er hatte Angst, dass ich ihn dafür verurteile und komisch finde, aber für mich ist das okay. Mein Herz hat sich da geöffnet, da ich den Menschen, den ich liebe, so noch besser kennenlernen durfte. Und er hat mich endlich in seine sexuelle Welt geholt. Zumindest für diesen Moment.
Ich habe ihm auch vorgeschlagen, dass wir Sex haben, während wir einen Porno sehen. In der Hoffnung, dass dann irgendeine Verknüpfung geschaffen wird, doch das lehnte er ab. Das möchte er nicht. Mir wäre es, ehrlich gesagt, auch nicht so lieb gewesen.

Sonst kommt es mir eben so vor, dass ich in seiner Sexualität keinen Platz habe. Dass diese NEBEN unserer Beziehung stattfindet. Wie auch einige bereits ähnlich schrieben. Eine Affäre mit Pornos, könnte man so sagen. (Auch wenn ich das allgemein nicht so sehe. Ich bin sehr offen für Pornos und finde es auch gesund, wenn man ab und zu für sich allein masturbiert. Das gehört zu einem gesunden Sexleben dazu. Ich sehe mir auch mal Pornos an.)

Jedenfalls haben wir wieder geredet und ich habe ihm all die Dinge gesagt, die ich auch hier im Thread schrieb. Dass ich mehrmals darüber nachdenke, fremd zu gehen. Dass ich über eine offene Beziehung nachdenke, aber eigentlich doch nur mit IHM Sex haben möchte. Dass ich das nicht für immer so aushalte.

Es fühlt sich für mich wie der letzte Strohhalm an und bisher habe ich das Gefühl, dass er das auch kapiert hat. Ich mache ihm da keinen Druck. Ich kontrolliere ihn nicht.
Ich habe ihm gesagt, dass ich lediglich erwarte, dass er daran arbeitet. Dass er sich Hilfe sucht. Egal wie und wo. Hab ihm solche Foren dafür vorgeschlagen, wo er sich vielleicht sogar mit Gleichgesinnten austauschen kann. Ein neuer Therapie-Versuch, der von der Krankenkasse bezahlt wird.
Ich möchte einfach, dass er etwas tut. Und solange er an dem Problem arbeitet, bin ich auch gern an seiner Seite. Egal wie lange es dauert. Selbst wenn es 15 Jahre sind. Ich liebe ihn über alles. Ich möchte nur nicht zu einer Randfigur in seinem Leben werden, während er sich seinem Selbsthass und seiner Faulheit hingibt.

Und zum Thema blaue Pille: Das sorgt nur dafür, dass er mechanisch funktioniert, bereitet ihm aber auch nicht mehr Spaß. Und es ist gefährlich. Doch ich sehe den Punkt, dass er dann mal ein Erfolgserlebnis haben könnte, ein. Das wäre dann wohl einfach Plan Z.

Vielen Dank für eure vielen Kommentare. Wir werden mal sehen, wie es jetzt erstmal weitergeht.

Fühlt euch alle geherzt. <3
 
Jeder kann auch lernen mit dem Sex mit sich selbst auszukommen und so sein Bedürfnis zu stillen. Wenn man den Partner noch liebt und es rundum ansonsten passt, dann hat das viele Vorteile:
Z.B.:
- Keine Erwartungshaltung dem Anderen Gegenüber
- Man kann's jederzeit tun
- Man kann dabei an seine Fantasien/Fetische denken, die der Partner ohnehin nicht bedienen würde
Selbstbefriedigung statt Sex trotz Beziehung. Seltsamer Gedanke.
 
Alles Gute für euch und schön zu lesen, dass du zu ihm stehst! Allerdings glaube ich nicht, dass ihr so weiter kommt. Es gibt keinen behutsamen Weg aus dieser Sucht. Probleme seiner Kindheit kann er gern in einer Therapie verarbeiten, aber das hat relativ wenig mit euren Liebesleben zu tun.
Fakt ist, er hat eine gesunde Libido, er hat seine Sexualität nur dank Pornos konsequent in die falsche Richtung gelenkt. Das Ganze ist gar nicht so selten und es gibt einen Weg aus der Misere, nur führt der über Handlung, nicht über Gespräche.
Er muss für sich entscheiden, dass es so nicht weiter geht. Ihm muss klar sein, dass er diese Entscheidung für euch beide trifft. Er muss auf die Pornos verzichten. Und das heißt, es wirklich zu tun, nicht darüber reden, nicht in Foren darüber lesen, nicht erklären, wie schwer es ihm fällt, nicht seine Kindheitserinnerungen wälzen. Er muss den unbedingten Willen dazu haben, damit er das tut, was ihn von den Pornos weg bringt. Ob er Joggen geht, ein Instrument lernt oder sein Handy abgibt, ganz egal. Er muss tun, was notwendig ist.
 
Hallo zusammen,
ich komme mit einem Thema zu euch, bei dem ich nicht weiter weiß.
Seit nun mehr über 4 Jahren bin ich (31) mit meinem Freund (31) zusammen. Wir wohnen auch bereits seit 3,5 Jahren zusammen. Von Anfang an hatten wir Probleme mit dem Sex... Er verspürte keine richtige Lust, er wurde zwischendrin immer wieder schlaff, weil in seinem Kopf irgendwas abging,... Wir waren bereits bei Therapeuten. Er hat eben ein geringes Selbstwertgefühl, weil seine toxische Mutter ihm das systematisch ausgetrieben hat.
Er hat sich immer mehr in Pornos geflüchtet und ist da inzwischen beim Boden der Existenz angekommen. Die Themen sind absolut... besonders. Selbstbefriedigung mit übertrieben optischen Reizen ist sein einziger Weg zur Lust.
Ich kann ihm die nicht schenken. Weder oral, noch händisch noch irgendwie mit meinem Körper. Und bisher waren meine Sexpartner immer sehr zufrieden mit mir. Ich hatte so wahnsinnig viel Spaß in meiner Vergangenheit. Es war herrlich. Und seit dieser Beziehung bin ich völlig trocken gelegt. Er ist auch erst einmal in mir gekommen. Da hatten wir wieder 6 Monate lang keinerlei sexuelle Aktivität und er war ziemlich betrunken. War eine einmalige Sache innerhalb unserer ganzen Beziehung. Ansonsten versuchen wir es 1-2 Mal alle 3 Monate, aber er wird zwischendrin immer schlaff. Es geht dann nicht weiter.
Ich biete ihm einfach nicht genug Reiz für sein pornoverseuchtes Gehirn, glaube ich. Er ist so krasse Dinge gewohnt, die ihn in Fahrt bringen, die im realen Leben niemals möglich wären.
Und ich habe bereits versucht mich wenigstens an seine Hentais anzupassen, habe Kostüme angezogen und Ähnliches. Doch auch das fruchtete nicht.
Sobald ich die Initiative ergreifen möchte, flüchtet er. Und wenn er die Initiative ergreift, ergebe ich mich einfach, weil ich Angst habe, dass jede falsche Bewegung ihn wieder verschreckt, wie ein Reh.

Bei der Paartherapie meinten die Therapeuten, dass ich ihn mit meinem Drang nach Sex unter Druck setzen würde... Dabei habe ich diesen Druck mehrmals völlig genommen. Hab ihm gesagt, dass es mir nicht wichtig wäre. Und mir wurde das Gefühl gegeben, dass ich komisch bin, weil ich Sex mit meinem Freund haben möchte.

Ich frage mich immer mehr, wie lange ich das noch aushalte. Unsere Beziehung ist ansonsten sehr schön. Wir haben viel Spaß zusammen. Haben viele gemeinsame Hobbies. Wir kuscheln und haben uns lieb. Wir küssen uns. Knuddeln uns. Albern rum.
Es ist einfach nur der Sex, der fehlt. Und ich denke immer öfter darüber nach, ob wir nicht einfach eine offene Beziehung daraus machen. An ganz schlimmen Tagen, stelle ich mir vor, ihn zu betrügen... Aber das will und kann ich nicht.
Doch Schluss machen möchte ich auch nicht, da der Rest doch passt.
Und ich rede immer offen mit ihm. Sage ihm diese Dinge, wenn es wieder Thema wird. Wir reden darüber. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir dieses Problem haben. Es ist nicht so, dass wir es totschweigen.

Es ist frustrierend. Und es bringt mich zum Verzweifeln. Ich weiß, dass ich diese Beziehung so nicht für den Rest meines Lebens aufrecht erhalten kann. Denn es macht mich Stück für Stück mehr unglücklich. Egal wie sehr ich mich an die guten Dinge klammere. Und ich fühle mich auch schäbig dadurch. Ich wünschte, mir würde Masturbation ausreichen, wie es bei ihm der Fall ist. Er kommt prima damit klar, wenn jeder einfach für sich masturbiert. Und ja, ich habe auch bereits vor ihm masturbiert und er vor mir. Aber das hat auch nichts verändert.
Uff...


Stylst Du Dich für Ihn ?
 
Liebe @Ginkgoblatt !
Ich denke diese "Anleitung" (eine von Vielen)(siehe Link) habt ihr auch schon durch, oder? Link

Dann geb ihn halt schwerrn Herzens beziehungstechnisch auf, wenn er aus deiner Sicht z. B. nächstes Jahr keine weiteren "Fortschritte" beim bekämpfen seiner "Sucht" erzielt oder sich nicht helfen lassen möchte.

Aber kommt dann der nächste Thread mit dem Titel "Ich mußte mich von meinem Freund trennen, weil ich mit dem fehlenden Sex nicht zurechtgekommen bin, aber ich liebe ihn noch so sehr!" ?
Du mußt dir halt dann gut überlegen, ob (falls ihr euch dann noch liebt) du dich dennoch trennen könntest, wie da deine Prioritäten liegen.
 
Beziehungstipps aus der Brigitte? So langsam wird es aber abenteuerlich hier. Meiner Meinung nach müsste man sich den Herrn mal bei Seite nehmen. Sich in den Enttäuschungen seiner Kindheit zu suhlen bringt nichts. Ebenso wenig wie unangenehme Erfahrungen zu Traumata hochzustilisieren. Das führt nämlich nur dazu, dass er eine Ausrede für die eigene Untätigkeit hat.
Der Typ muss mal aufgerüttelt werden.
Vielleicht wäre eine klare Ansage notwendig: "Du ruinierst mit deinen Pornos die Beziehung. Sind dir die Pornos wichtiger als eine echte Frau aus Fleisch und Blut? Wie stellst du dir dein Leben vor? Mit einer Frau, einer Familie, Kindern? Oder mit 50 allein onanierend vor einem Bildschirm?"
Und dann soll er mal klare Antworten geben.
Es handelt sich hier auch nicht um eine Suchterkrankung, sondern um eine simple Gewöhnung. Es muss ihm nur wichtig genug sein, diese Gewohnheit zu ändern. Dafür scheint er aber zu bequem zu sein. Ich garantiere, wenn er mal 6 Wochen auf seine Pornos verzichtet hat, wird er Sex haben können.
 
Beziehungstipps aus der Brigitte? So langsam wird es aber abenteuerlich hier. Meiner Meinung nach müsste man sich den Herrn mal bei Seite nehmen. Sich in den Enttäuschungen seiner Kindheit zu suhlen bringt nichts. Ebenso wenig wie unangenehme Erfahrungen zu Traumata hochzustilisieren. Das führt nämlich nur dazu, dass er eine Ausrede für die eigene Untätigkeit hat.
Der Typ muss mal aufgerüttelt werden.
Vielleicht wäre eine klare Ansage notwendig: "Du ruinierst mit deinen Pornos die Beziehung. Sind dir die Pornos wichtiger als eine echte Frau aus Fleisch und Blut? Wie stellst du dir dein Leben vor? Mit einer Frau, einer Familie, Kindern? Oder mit 50 allein onanierend vor einem Bildschirm?"
Und dann soll er mal klare Antworten geben.
Es handelt sich hier auch nicht um eine Suchterkrankung, sondern um eine simple Gewöhnung. Es muss ihm nur wichtig genug sein, diese Gewohnheit zu ändern. Dafür scheint er aber zu bequem zu sein. Ich garantiere, wenn er mal 6 Wochen auf seine Pornos verzichtet hat, wird er Sex haben können.

Das stimmt sicher, wenn es um die eher üblichen Pornos geht.
Hier geht es aber wahrscheinlich um etwas ganz anderes.
Eine Frau erregt den Mann offenbar nicht.

 

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