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Mein Freund ist ständig betrunken

ja, das verstehe ich. Je länger man in so einer unschönen schädlichen Beziehung bleibt, umso länger schadet man sich und auch dem Partner. Er merkt ja, dass er immer durchkommt, dass er sich betrinken kann, wann er will und Du ihn lässt. Vielleicht würde es ihn aufrütteln, wenn Du gehst oder Schluss machst. Und: es kann ja durchaus sein, dass Ihr wieder zusammenkommen könnt, aber nur, wenn er wirklich trocken ist und was dafür tut.

Manchmal ist man so ineinander verstrickt in einer Beziehung, dass man sich schadet und man den Knoten durchtrennen muss, damit beide wieder Luft haben zum Atmen und um sich weiterzuentwickeln. Sonst stagniert oft alles.
 
Es ist normal, dass Dich das traurig macht und das darfst Du auch sein.
Andererseits vermisse ich ein wenig Wut bei Dir: wie kommt er dazu, zu glauben, dass er sich Dir gegenüber so verhalten dürfte?
Du verdienst Besseres, findest Du nicht?
 
Ich bin mit einem trockenen Alkoholiker zusammen. Hab ihn erst nach dem Trockenwerden kennen gelernt.
Das, was ich von ihm weiß, und das, was ich schon in anderen Zusammenhängen von (trockenen) Alkoholikern gelernt habe:
Sei klar, sei distanziert, bring Dich in Sicherheit, hilf ihm nicht, so weiter zu machen wie bisher.
Erst trocken werden, dann alles andere (also erst raus aus der Sucht, dann aus der Depression, dann aus der Arbeitslosigkeit. Der Alkohol muss immer zuerst weg.)

Ich hab meinen Partner mal gefragt, was ich tun soll, falls er einen Rückfall hat. Und er hat gesagt, dann soll ich mich in Sicherheit bringen (wir wohnen nicht zusammen). Ich weiß, dass es hart sein würde, aber ich weiß sehr sicher, dass ich alles daran setzen würde, es genau so zu machen: ihm sagen "ich bin jetzt weg aus Deinem Leben. Ich komme wieder, wenn Du wieder trocken bist bzw. wenn Du meine Hilfe brauchst um trocken zu werden."

Ich wünsche Dir so sehr, dass Du sehr bald die Vollbremsung hin legen kannst. Es wird für ihn und für Dich besser sein, je klarer und je bälder Du den Schlussstrich ziehst. Er muss sich entscheiden: Du (und noch allerhand andere schöne Dinge im Leben, bzw. überhaupt LEBEN) oder der Alkohol.
Beides kann er nicht haben.

Und es liegt nicht an Dir, wenn er es (jetzt noch?) nicht schafft, sich für Dich und gegen den Alkohol zu entscheiden! Es liegt nicht an Dir. Du bist ein wertvoller Mensch und hast Liebe verdient. Er auch. Du hilfst ihm, wenn Du ihm die Pistole auf die Brust setzt: werde trocken, verfolge das mit oberster - nein, einziger! - Priorität, und dann können wir wieder zusammen sein. Sonst nicht.

Es gibt nicht wenige Leute, die wurden trocken nachdem der/die PartnerIn sich getrennt hat, und sagen darüber, "er/sie hat mir dadurch das Leben gerettet. Sonst hätte ich mich tot gesoffen."

Ich möchte Dir ein Buch empfehlen: "Nüchtern" von Daniel Schreiber.

Und ich wünsche Dir von ganzem Herzen Kraft für das, was jetzt vor Dir liegt. Du bist nicht allein. Du kannst es schaffen. Dein Freund auch. Aber es geht nur ohne die Flasche. Wenn die an Bord bleibt, geht Ihr beide unter.
 
Es ist normal, dass Dich das traurig macht und das darfst Du auch sein.
Andererseits vermisse ich ein wenig Wut bei Dir: wie kommt er dazu, zu glauben, dass er sich Dir gegenüber so verhalten dürfte?
Du verdienst Besseres, findest Du nicht?

Weil ich Angst davor habe unfair zu sein indem ich ihn unter druck setze mit der Jobsuche wegen seiner Psyche.
Leider.

Es ist mitten in der Woche und jeden Tag habe ich Angst dass er wieder trinkt.
 
Ich verstehe, dass Du diese Angst hast.
Es ist schlimm für Dich, ja, aber er muss erkennen und merken, dass Du meinst und tust, was Du sagst, wenn Du sagst "trinkst Du weiter, bin ich weg." Das ist eine Art von Druck ausüben, ja. Aber erstens machst Du das ja nicht, um ihm zu schaden, sondern - letztlich- un ihm zu helfen.
Und zweitens: er soll ja nicht morgen arbeiten, er soll zuallererst mal von der Flasche weg. Für ihn selbst. Denn mit behält er auch keinen Job, selbst wenn er einen finden würde. Und mit behält er auch Dich -hoffentlich- nicht. Hoffentlich, weil Du sonst mit ihm kaputt gehst.
Das von der Flasche weg kann er aber nur schaffen, wenn er das selber will. Das kannst Du nicht für ihn wollen, machen, schaffen.

Es tut mir leid, aber es gibt keine Fee, die den Zauberstab schwingt und alles ist gut. Der Weg weg vom Alkohol ist ein harter Weg. Für den Süchtigen, aber auch für Dich. Lies Dir nochmal den Beitrag von @Leah L. durch. Auch den Tipp mit Al-anon finde ich nicht schlecht.

Wie ist es denn nun gestern ausgegangen, und was hast Du nun vor?
 
Ich melde mich nachher mal ausführlicher zu den einzelnen Fragen.

Ja. Wenn ich merken würde er ist noch depressiv und ist deshalb nicht fähig zu arbeiten habe ich jedes Verständnis. Aber es heißt immer es ginge ihm jetzt gut. Das geht auch gar nicht. Ich muss funktionieren jeden Tag und arbeiten, was auch für mich oft anstrengend ist. Und er sagt immer er geht ja zur Therapie und macht somit was an seinen Depressionen und es ginge ihm ja auch gut jetzt. Aber dann geht er donnerstags saufen wenn ich schlafen muss wegen der Arbeit. Und das sind Punkte wo mein inneres ich ruft - Junge stell die Flasche weg ubd such dir einen job ! Und wenn es erstmal nur 3x die woche wäre.

Die sind gestern doch nicht raus gegangen. Glaubt mir das wird schwierig für ihn das Getrinke unter der Woche zu lassen. Auf Dauer.
 

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