Weißt Du, eine Krankheit wie Depression oder (Alkohol-)Sucht kann einem das Leben verdammt schwer machen, weil man immer und immer und immer wieder dagegen angehen muss, wenn man da raus will.
Wenn jemand das wirklich schaffen will, wirklich kämpft und trotzdem nur langsam oder auch mal gar nicht vorwärts kommt, eine Zeitlang, es auch mal einen Rückfall gibt: So ein Mensch verdient -wie immer nur meine Meinung- Unterstützung, Verständnis und Geduld und Hilfe.
Das sehe ich bei Deinem Freund allerdings nicht. Er bemüht sich wohl nicht mal im Ansatz, so wie ich das lese.
Im Gegenteil: er benutzt seine Depression und seine Sucht als Entschuldigung, nichts ändern zu können und zu müssen. Das ist aber keine Entschuldigung, sondern höchstens eine Erklärung, weshalb er macht, was er macht. Bzw. nicht macht.
Und was Du da machst, ist auch nicht wirklich eine Hilfe für ihn. Du machst es ihm schön, Du gehst arbeiten, Du ermöglichst ihm das Leben, das er führt. Warum also sollte er sich ändern? Du bist doch da und machst alles. Und ein schlechtes Gewissen hast Du auch noch. Du bist schon co-abhängig.
Was Du machen kannst: zieh aus. Er darf zu Dir Kontakt haben, aber nicht bei Dir wohnen. Du wirst zu ihm stehen, wenn Du das willst. ABER nicht für ihn zahlen .
Unter einer Bedingung: er fängt an, sich zu ändern. Nimmt seine Depression ernst und geht gegen sie an, und ebenso seine Sucht. Dazu holt er sich professionelle Hilfe.
Denn Du bist seine Partnerin (wenn Du das willst). Aber nicht seine Therapeutin.
Und lass Dich nicht von seinen Worten einlullen. Er muss Taten folgen lassen. Von einfach hat keiner was gesagt.
Ach ja, noch was: geht er vor die Hunde durch seine Sucht, und Du mit ihm, ist auch keinem gedient.
Alles Gute.