Ihr Lieben,
danke! Auch dir TobyDdorf.
Habt keine Sorge, alles was hier geschieht ist gut. Es ist zwar traurig, aber den Umständen entsprechend könnte es nicht besser laufen.
Mein Bruder und ich genießen die Zeit zusammen. Ich bin kein Mensch vieler Worte, genau wie er und es ist für uns total ok zusammen zu schweigen.
Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass ich jemanden auf seinem letzten Weg begleite und ich weiß auch gar nicht ob ich dabei sein darf. Ich muss ja wieder nach Hause zurück, arbeiten gehen usw... ich werde aber schauen, dass ich ganz oft und hoffentlich jedes Wochenende herfahren kann.
Mein Gefühl sagt mir, dass es noch nicht so schnell geht.
Ich mache mir bis heute noch Vorwürfe, dass ich meiner Ma nicht alles gesagt habe bevor sie starb. Und wenn ich damals schon gewußt hätte wie man das Sterben erleichtern kann....
Ihr Todeskampf war nicht schön...
ich bin froh, dass mein Bruder so viel Hilfe und Unterstützung bekommt. Und ich bin froh, dass wir zwei ganz offen miteinander umgehen können. Es werden keine Fragen offen bleiben. Wir sind uns sehr nah und haben keine Scham mehr.
Wir entdecken auch immer wieder Gemeinsamkeiten, das ist wunderbar. Wir merken, dass wir doch aus einem Fleisch sind, da wird auch viel geschmunzelt. Es ist nicht nur traurig - nein.
Mein Bruder bekam heute ein Pflegebett. Das steht jetzt im Wohnzimmer. Dort ist es heller und er kann in den Himmel und in die Bäumer schauen.
Und ab heute bekommt er bei Bedarf auch Morphintropfen in ganz niedriger Dosis vorerst, falls die Regelmedikation mit Novalgin nicht mehr ausreichend sein sollte, was die letzten Tage auch so war. Zusätzlich bei Bedarf Tavor.
Donnerstag kommt ein Seelsorger, konfessionslos.
Es ist alles gut. Heute lief keine Träne. Aber wenn sie raus wollen dann dürfen sie es.
Danke euch, dass ich berichten darf und danke euch für euer Dasein, eure Kraft, euer Mitgefühl. Ich spüre das und es hilft uns arg.