Hallo ihr Lieben, ich bin nur kurz hier, möchte euch aber trotzdem ein paar Worte dalassen.
Ja, wie soll ich sagen, es ist ganz anders als sonst.
Mein Bruder liegt eigentlich nur im Bett, alles andere ist zu anstrengend für ihn und mehr möchte er auch nicht.
Abends mag er noch eine Stunde ins Wohnzimmer sitzen, mit Begleitung schafft er es auch dahin, aber nach einer Stunde möchte er wieder ins Bett, er schläft zum Glück auch viel und bekommt mittlerweile auch regelmäßig Schmerzmittel.
Heute war auch der ärztliche Leiter der Palliativmedizin und der Leiter der palliativen Pflege hier zum Gespräch.
Wir saßen dann auch alle bei meinem Bruder. Es geht nun darum wie es weitergeht, auch im Ernstfall. Und es ist gut, dass mein Bruder noch bei klarem Verstand ist und somit für sich selbst entscheiden kann. Wenn das nicht mehr so ist, was unweigerlich auf ihn zukommen wird werden meine Schwägerin und ich entscheiden so wie mein Bruder es wollte.
Mein Bruder möchte nicht mehr ins Krankenhaus, der Notarzt, wenn doch mal einer nötig wäre wird hier ein Schreiben vorfinden, dass er nach der Erstversorgung wieder gehen kann und ihn nicht in die Klinik bringen soll. Somit kann dieser Arzt auch niemals wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden
Und es wird nun alles mögliche gemacht, dass er schmerzfrei/ angstfrei seine letzte Zeit zuhause verbringen kann.
Der Arzt hat uns alles ganz genau erklärt.
Wenn diese Schmerzmittel nicht mehr reichen wird Morphiumn eingesetzt und auch regelmäßig angsthemmende Medikamente.
Und es kommen auch immer wieder Pflegekräfte ins Haus, weil die Versorgung zunehmend schlechter sein wird.
Später werden auch, wenn nötig, ehrenamtliche Helfer/innen kommen, die auch länger hier sein können, wenn meine Schwägerin mal einkaufen müsste...Zeit für sich bräuchte...
Auch wenn er eine Lungenenztündung bekommen sollte, was wohl häufiger vorkommt und mein Bruder ja praktisch keine Immunabwehr mehr hat wird er auch nicht mehr antibiotisch versorgt, was auch sein Wunsch ist.
Mein Bruder wird auf jeden Fall, wenn es soweit ist ruhig und friedlich einschlafen.
Ja, das Gespräch war zuerst sehr heftig und ständig mußte ich mit den Tränen kämpfen, aber es war auch tröstlich, weil alles getan wird, dass mein Bruder nicht leiden muss.
Als alle weg waren weinten wir zusammen und mein Bruder sagte... jetzt gibt es doch keinen Weg mehr zurück. Er hat es bisher immer noch verdrängt, was ich auch total verstehe. Wir haben es alle verdrängt.
Aber sein Körper ist schon so kaputt und geschwächt, seine Leber arbeitet kaum noch, seine Haut ist dadurch schon ganz gelb... usw.
Nein, keine leichte Zeit, aber wir genießen sie trotzdem zusammen.
Es ist wie es ist.
Danke
und ganz liebe Grüße