Ich rede auch von der Realität, die meßbar ist. Das muß man zur Kenntnis nehmen.
Selbstverständlich kann jeder einen anderen Blick haben ( 6,5 Milliarden Blicke ) - ändert aber nichts daran, daß vieles ( nicht alles ) meßbar ist. Natürlich ist es egal, was der Einzelne wahrzunehmen glaubt - das geht den Tatsachen eh am Allerwertesten vorbei.
Es gibt keine meßbare Realität. Es gibt eine Übereinkunft, verschiedene Meßwerte so oder so zu interpretieren. Aber darauf muss man sich einigen und jeder hat für sich das Recht, sich dieser Einigung zu entziehen. Nicht nur das Recht, ein Forscher hat gar die Pflicht, diese Übereinkunft in Frage zu stellen. Das ist es, was den Menschen vorwärts bringt.
Das zu verstehen ist das, was die Intelligenz des Menschen ausmacht. Wir sind die einzige Spezies, die die Realität verändern kann, weil wir verstehen, dass nichts so ist, wie es uns scheint.
Es gibt ein schönes Gedicht von Hilde Domin: Ich setzte einen Fuß in die Luft und sie trug.
Leider haben manche Menschen nicht den Mut, ihre eingetrampelten Wege des Denkens zu verlassen. Oder vielleicht haben sie auch einfach nicht die Kapazität dazu. Sie bestehen darauf, dass die Wand rot ist und merken gar nicht, wie sie belächelt werden, weil viele längst verstanden haben, dass die Welt ein Würfel ist. Die eine Seite mag ja rot sein, aber es gibt eben auch noch eine grüne, gelbe, blaue, orangene und ultraviolette Seite. Und dann gibt es letztendlich noch das Drumherum. Man kann sich ja auch mal umdrehen.
Es ist völlig egal, wie viele Beweise vorliegen, dass die Welt rot ist. Es ändert nichts daran, dass es Menschen gibt, deren Wahrnehmungskapazitäten darüber hinaus gehen.
Tuesday