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Medizinstudium ???

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Gast

Gast
Hey an alle!

Bin gerade in der 11 und mache mir ernsthafte Gedanken über mein studium und meinem Traumberuf.

Bei mir kommt eig. Nicht vieles in frage- bin sehr gut in sprachen, aber wüsste nicht, was das mir bringen sollte. Auf Mathe habe ich null Bock, obwohl ich dort auch meine 11 punkte habe. Das einzge, was mich wirklich interessiert ist Medizin... Es macht mir spass, wenn ich Symptome analysieren und die dann einer Krankheit einordnen kann. Auch das soziale ansehen eines Arztes ist ziemlich verlockend. Mir ist aber auch bewusst, dass ich mit dem Beruf keine dicken schlitten fahren werde...

Jetzt weiß ich nicht genau, ob ich dafür geeignet bin und wollte mal herumfragen, ob jemand Ahnung davon hat oder was man alles für ein Medizinstudium "mitbringen" soll.

Wäre über ein paar antworten erfreut😉
 
Hallo Gast,
eine Freundin von mir ist Medizinerin, daher
ein paar Infos aus zweiter Hand: Du wirst
enorm viel lernen müssen, auch lateinische
Fachwörter; du wirst mit toten Menschen
arbeiten müssen, schon im Studium; du
brauchst Einfühlungsvermögen in Menschen,
die sich in extremen Lebenssituationen oder
selbst kurz vor dem Tod befinden und das
auch wissen - und du musst dich davon
wieder lösen können, wenn es dir zu nahe
geht ohne dich gleich für immer auf Ab-
stand zu den Patienten zu begeben; du wirst
dich mit langen Arbeitszeiten abfinden müs-
sen, mit viel Verwaltungskram und Formula-
ren, wirst ständig unter Stress stehen, dich
weiterbilden zu sollen, wirst regelmäßig von
Pharmavertretern besucht und gedrängt,
deren Produkte zu verwenden, auch wenn
es nicht die besten auf dem Markt sind und
nicht zuletzt bist du ein Spielball der Politik
und der Krankenkassen, die dir von heute
auf morgen deine Honorare nach Belieben
erhöhen oder (meistens) kürzen können.
Von der Konkurrenz unter den Ärzten selbst,
der Ansteckungsgefahr und dem noch weit
verbreiteten Glauben, Ärzte seien generell
"Besserverdienende" oder der Zumutung,
dass man in zwei Minuten einen Patienten
behandeln soll (weil man sonst Bankrott
geht) wäre auch noch zu sprechen, aber ich
will dich nicht über die Maßen erschrecken 🙂

Was dafür spricht: Du machst einen der
sinnvollsten Berufe der Welt und wirst
garantiert immer und überall gebraucht,
wenn du mal "fertig" ausgebildet bist und
die Prüfung bestanden hast ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mir klar, dass ich relativ viel lernen muss, aber ich war immer schon der Typ, der nach kurzer Zeit 100 Vokabeln iauswendig lernt. Latein wird auch kein Problem sein-hab da gerade meine 11 Punkte.

Jetzt habe ich da Fragen bezüglich der Doktorarbeit: Was muss da rein? Wie lang muss sie sein und wÜrden Fehler und eine miserable Stilistik meine Doktorarbeit versauen? Ich lese schon wie ein Verrückter Bücher, doch meine Lehrer sagen mir, dass ich noch sprachliche Defizite habe?

und eine letzte frage: finder Ihr das okay, dass man allein wegen dem sozialen ansehen arzt werden will?
Ich persönlich fand den Beruf als Arzt schon immer faszinierend... Man ist in der Lage kranke Menschen von ihren Leiden zu befreien, man ist in der Gesellschaft geachtet
 
Vor der Doktorarbeit musst du erstmal das Studium
überstehen, dann die "Arzt-im-Praktikum-Zeit" und
dann die Prüfung zum Arzt selbst (soweit ich infor-
miert bin). Dann kommt die Doktorarbeit und wenn
du mal welche lesen willst, einfach in die Unibiblio-
thek gehen, da stehen sie massenhaft herum. Ich
denke, der Stil des Schreibens wird da weniger be-
urteilt, mehr die fachliche Seite.

Warum jemand Arzt wird, ist mir persönlich egal -
Hauptsache, er kann sein Handwerk und weiß im
Ernstfall, was zu tun ist 🙂
 
Das Wichtigste am Arztberuf ist der Wunsch Menschen helfen zu wollen. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen.

Leider ist das nicht so. Im Mittelpunkt stehen Apparate und Pillen.

Mein Hausarzt meinte letzt: ich kann leider nichts weiter tun als Pillen verschreiben.

Und genau so erlebe ich/andere die meisten Ärzte: Pillen und viel Hilflosigkeit.

Oft hört man: da kann man nix machen.

Die Schulmedizin hat viel erreicht, man denke an die Chirurgie, Notfallmedizin, aber bei den alltäglichen Zipperleins hat sich meines Erachtens versagt.

Ziel eines Arztes sollte es sein, seinen Patienten möglichst nie mehr zu sehen - und nicht sie auf Dauermedikation zu setzen.

Wenn Du dennoch unbedingt Arzt werden möchtest, dann rate ich Dir zu Zusatzausbildungen wie z.B. Heipraktiker, Homöopath, Traditionelle Chinesische Medizin.

Da besteht nämlich die Möglichkeit Krankheiten an der Ursache zu packen und nicht nur an den Symptomen herumzudoktern.

Ich hoffe Du machst das Richtige.
 
Hmm, wegen der Doktorarbeit und dem vielen Lernen, mache ich mir am wenigsten Sorgen, jedoch weiß ich nicht, ob der Ärzteberuf wirklich etwas für mich ist- zum Beispiel habe ich Angst, dass ich nicht mit meinen Patienten umgehen kann oder wenn einer meiner Patienten stirbt, nur weil ich einen kleinen Fehler gemacht habe... das könnte ich mir nicht verzeihen...


@ Catherine II

"Heipraktiker, Homöopath, Traditionelle Chinesische Medizin."
Ich persönlich halte nichts von diesen Berufen... auch wenn sie gesetzlich und gesellschaftlich anerkannt sind.

Und wie siehts mit dem NC aus?
Ich denke mal, dass ich mein Abi mit 2,4 anschließen werde. Wie lange beträgt dann die Wartezeit auf ein Studienzeit? Kann man die Wartezeit verkürzen, indem man eine Ausbildung in der "Medizinbranche" macht?
Ich hab keine Lust erst mit 25 mein Medi.-Studium anzufangen! -.-

mfg
 
Meinung kann ich so nicht unwidersprochen lassen

Zitat C.:

"Das Wichtigste am Arztberuf ist der Wunsch Menschen helfen zu wollen. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen."

Das ist Deine Meinung,okay.

Ganz objektiv gesehen,kann man das so nicht stehen lassen.

Der Wunsch ist nicht "konstant" ,sobald objektive Sorgen kommen,bleibt niemand ein "reiner Gutmensch",
der vorher vielleicht blumig-hübsche Heilervorstellungen hatte.

Ich finde:
Wichtig ist die FÄHIGKEIT,Wissen zu erwerben und KENNTNISSE auch qualitativ hochwertig umsetzen zu können.
Der Wille, gut und auf höchsten Wissenschaftstand zu HEILEN ,sollte als erstes stehen.

Eine "innige Beziehung" zum Patienten ist da nicht nötig,oft sogar abträglich.
Mitfühlen ja...aber nur "begrenzt".

Intuition UND moralische Integrität sind wichtig--da man berufsbedingt
zu sehr großer Macht über Menschenschicksale und Medikamentenquellen kommt.

Die Fälle,wo man BEIDES skrupellos ausnutzt --für SICH,gegen Mitmenschen sind dann RICHTIG FURCHTBAR - das ist die bittere Spezifität dieses Berufes.

Die Motivation,warum man seinen Beruf "perfekt" ausübt nach obigen Kriterien ist dann aber im Ergebnis eher egal.
Eine zu "sentimental verklärte Sicht" ist dem sachlich gefaßten Urteil abträglich,oft.

Da jeder Mensch sich selbst versorgen muß (Abgeordnete mal ausgenommen z.B.!)

und die ihm anvertrauten Familienmitglieder versorgen muß ---ist NATÜRLICH das Finanzinteresse völlig okay--

solange der Arzt nicht "von der Gesellschaft" finanziell abgesichert wird durch "Pauschalvergütung".

Das ist nahezu ALBERN,zu fordern,ein Arzt solle doch bitte
bei sich das Geld ignorieren,
wenn KEINER DER PATIENTEN es tut!

Oder bringst Du jedesmal Bargeld mit -damit der Arzt nicht nur die
"lukrativen" Behandlungsmethoden" bevorzugt?
Wie soll Dein Doc denn SONST den Lebensunterhalt finanzieren?
Mit Spendentopf rumgehen?

WARUM soll dieser Berufsstand GRATIS oder MIT VERLUSTEN tätig sein? (sind etliche gerade Allgemeinärzte bereits!)

Wie viele Ärzte und DEREN FINANZEN(!) kennst Du?

Auf dem Gebiet kenn ich (z.T. "LEIDER" !) die Bandbreite durch eigene Erfahrung.


Gruß!
Micky
 
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