Ich kann Tine sehr gut verstehen. Einerseits ist es schon sehr wichtig, dass sie nur tut, womit sie sich wohl fühlt und was ihr hilft, das Erlebte zu bewältigen. Andererseits sollte dieser Kerl aber nicht so davonkommen. Sonst fühlt er sich im schlimmsten Fall noch in seinem Handeln bestätigt, weil er denkt, er kommt sowieso damit durch :mad:.
Tine, das Recht ist auf deiner Seite. Und selbst wenn du rechtlich wenig beweisen kannst, der Typ bekommt einen Denkzettel. Damit machst du eine wichtige Aussage. Du zeigst, dass er eine Grenze verletzt hat und dass er auch dafür belangt werden kann. Das könnte auch für dich wichtig sein.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jeder Polizist da so tickt. Vielleicht kann man da explizit sagen, dass es um ein sehr heikles Thema geht, bei dem es einem nicht leicht fällt, darüber zu sprechen? Dann weiß die Polizei zumindest schon mal bescheid, dass sie sensibler vorgehen sollte.
Vorurteile dürfen die nicht haben. Und selbst wenn, sie dürfen diese nicht offen machen und über dich und dein Problem austragen.
Aber, es ist auch eine wichtige Entscheidung für dich Tine. Warte doch noch ein bisschen ab, wie es dir geht, wenn du ein paar mal darüber geschlafen hast 🙂. Ich bin mir auch sicher, dass deine Mutter oder eine Freundin dich gerne begleiten würden. Wichtig ist, dass du nur das tust, womit du dich gut fühlst und was dich nicht überfordert. Es muss nicht alles jetzt und sofort passieren.
Ich bin damals auch nicht zur Polizei gegangen, aber aus ganz anderen Gründen als du. Ich kann dir aber nur sagen, dass ich es heute mehr als nur bereue. Du solltest also genau für dich abwägen, ob du mit deiner Entscheidung zufrieden bist und du dich auch langfristig damit besser fühlst.