Hallo Momo,
dein Peiniger von damals kann dich nur zerstören wenn du das zulässt. Und hat weiterhin nur so viel Macht über dein Leben wie du selber ihm zuerkennst. Ich hoffe du schnallst das rechtzeitig bevor du dein ganzes Leben dem Aberglauben von einem übermächtigen Monster (das nur in der Fiktion nie real) existierst anhaftest.
Es ist übrigens Quatsch dass deine Seele zerstört ist, denn in dir ist wie in jedem Menschen ein unkaputtbarer Kern und viel mehr Stärke als dir derzeit bewusst zu sein scheint. Es ist ggf. bequemer für dich zu glauben dass du zerstört wurdest, denn dann kannste dich faul in die Ecke setzen und rumjammern und musst dich der Sache nicht stellen und keine Eigenverantwortung für dein Leben übernehmen, aber mit diesem Irrglauben bringst du dich selber in eine Sackgasse. Ich hoffe du findest da raus.
Fakt ist: deine Kindheit und dein Alptraum ist vorbei und jetzt bist du erwachsen und musst eigenständig zusehen wie du dein Leben auf die Reihe kriegst und v.a. zunächst wieder gesund wirst. Du bist nun verantwortlich dafür ob du Freud oder Leid erlebst, ob du glücklich oder unglücklich bist! Das sollte dir bewusst sein. Boderline ist ja an sich nur ne zeitlich begrenzte Störung (wie lange hängt entscheidend von der Grundeinstellung und Leistungsbereitschaft des Betroffenen ab), Kennzeichen sind oft infantile Verhaltens- und Denkweisen, die du hier ja auch klassisch zeigst indem du deinem Gedicht nach in deiner Grundhaltung immer noch extrem passiv wirkst (ich dachte zunächst ein Teenager hätte das geschrieben), dich immer wieder in Löcher fallen läßt und rumjammerst dass der böse schwarze Mann dich immer noch verfolgt und kaputt gemacht hat, was natürlich so nicht stimmt.
Mag sein, dass ein schlechter Mensch dir damals vor etlichen Jahren Leid angetan hat, aber das macht dich an sich nicht kaputt und auch nicht für alle Zeiten, denn alles im Leben ändert und verändert sich ständig und es liegt entscheidend an dir selber in welche Richtung.
Hast du den Täter damals angezeigt?
Ich finde es gut, dass du bereit viel unternommen hast, aber dein aktuelles Gedicht zeigt deutlich, dass es in entscheidenden Punkten immer noch nicht Klick im Kopf gemacht hat bei dir und du immer noch anhaftest und ggf. in den Therapien noch zu wenig mitgearbeitet hast, bzw. die Inhalte nicht genügend in deinem Alltag verarbeitet, eingearbeitet, umgesetzt zu haben scheinst.
GGf immer noch zu sehr in einer Denkfalle sitzt...und zwar in der feste daran zu glauben du seist kaputt und damit Ende im Schacht, womit du auf der STelle trittst und deine Krankheit ggf. funktionalisierst...drin hocken bleibst in deiner Störung...das solltest du mal ausgiebig mit einem guten Therapeuten klären und erklären lassen.
Hast du schonmal was von kognitiver oder systemischer Verhaltenstherapie gehört? Oder Skillstraining? Das sind wichtige Werkzeuge um dein Denken auf die richtige Spur zu bringen. Nutze sie!
Erwarte nicht zu viel von den Therapien, sie sind keine Wundermittel und hauptentscheidend ist an sich ob du die in den Therapien erarbeiteten Inhalte gut im Alltag mit täglicher Arbeit an dir selber, einem gesunden Lebensstil etc. umsetzt. Tust du das ausreichend müsstest du an sich innerhalb weniger Jahre sehr gute Fortschritte machen...wenn nicht liegt das ggf. an zu wenig Arbeit an deinem Selbstbewusstsein und du solltest zusätzlich Maßnahmen wie Kampfsport, tiefergehende Veränderungen in deinem Alltag etc. hinzuziehen.
Zeichen für ausreichende Verarbeitung ist, wenn du im Alltag normal funktionierst, also normal arbeitsfähig bist und nen normalen Job gut hinkriegst, Beziehungen zu anderen Menschen gut hinbekommst, nicht mehr häufig an Flashbacks leidest, sondern weisst wie du damit umgehst (Traumkontrolle, Meditationstechniken etc.) und v.a nicht mehr akut psychisch krank wirst, d.h. z.B akut depressiv (in Loch fallen etc.). Du solltest deine Auslöser kennen und meiden und dein Leben so gestalten, dass du Akutzustände vermeidest, sonst wirst und bleibst du lebenslang Drehtürpatientin (also ständig rein und raus aus Kliniken) was an sich nicht sein muss oder sein sollte. Akutzustände sind Mist fürs Hirn und sollten tunlichst vermieden werden..das kann man mit sorgfältiger Selbstbeobachtung und indem man genügend angedoct ist, also immer auch fachärztliche Hilfe rechtzeitig mit hinzunimmt und den Rat der Ärzte befolgt vermeiden.
Geh also sorgsam mit dir um und arbeite in den Therapien gut mit. Eine vernünftige Therapie sieht übrigens so aus, dass du nicht ständig unbehandelt bleibst bis du akut (= klinikreif)wirst, sondern nach einem Klinikaufenthalt für mehrere Jahre kontinuierlich in ambulanter fachärztlicher Betreuung bleibst...bei deinem Krankheitsbild Kombitherapie psychiatrisch-medikamentös + 1X bis 2X pro Woche zur Verhaltenstherapie, Skillstraining = zum Psychologen bis du selber in der Lage bist dich eigenständig psychisch stabil zu halten und alltagstauglich bist. Zudem viel Sport und Bewegung, nicht ins Internet flüchten oder so, sondern reale Kontakte pflegen.
Nicht kleckern sondern klotzen.
Spannungen kriegst du gut durch Sport wieder runter. Bist du köperlich viel aktiv? Das wäre an sich sehr wichtig für dich..damit du voran kommst.
Ich mache Kampfsport und laufe derzeit täglich wieder so um die 8-10 Kilometer..das macht Spass und hält die Birne klar und gesund. Ist Training fürs Selbstbewusstsein und auch Selbstwertgefühl. Von nix komm da bekanntlich ja nix.
Das zum Thema wie man lernt seinen Wert wieder auf Normalstand zu bringen...es ist dein Ding da einen Weg für dich zu finden und daran zu arbeiten.
Wie sieht dein Alltag derzeit aus? hast du nen festen Job, bist du finanziell unabhängig, hast du Freunde und einen festen Partner oder Partnerin?
Tyra
P.S Selbstwert muss man sich selber beibringen und das kann an sich jeder Mensch auch..auch du! Lerne es in Verhaltenstherapie und dann ab durch die Mitte,damit mal irgendwann Schluss ist mit krank und kaputt sein und ständig Rumjammern oder Gedichte voller Trauer und Verfolgungswahn, dem ewigen Wiederkäuen negativer Gedanken zu schreiben. Diese Schreiberei ist sehr gut, sollte aber nur eine Phase und irgendwann abgeschlossen sein und dann sollten solche Zeilen kommen wie ich sie geschrieben hatte. Zeilen in denen steht, dass du angefangen hast dein Leben selber in die Hand zu nehmen und deinen Wert eigenständig zu bestimmen.
Es ist krank und S****, dass du immer noch dem Irrglauben verhaftet bist nix wert zu sein...null Abgrenzung und null Entwicklung in der Hinsicht: sieh zu, dass du da viel nachholst. Du schaffst das! Glaube an dich ,dann kommst du voran!
Viel Erfolg dabei einen neuen guten Therapeuten zu finden und bis dahin mach auch selber mal was: Kampfsport, täglich mindestens 1-2 Stunden Sport etc.