wenn ich hier wieder so manche beiträge lese streubt sich bei mir wieder mein menschenfreudnliches, modernes, tolerantes herz.
es soll jeder tun was er will , so lange er keinem schadet und ich kann beim besten willen nicht erkennen dass ein mann irgendjemanden schadet wenn er (aus welchen gründen auch immer) nun einmal gerne kleider trägt.
ich kann manchmal nicht glauben dass wir im jahre 2013 leben.
e.
edit:
..und @silbermond
gott sei dank ist das was du glaubst nicht wichtig in dieser gesellschaft. denn wäre es wichtig würde ich auswandern.
befasse dich mal mit dieser materie und du würdest dich wundern welch starker leidensdruck hinter diesen menschen steckt.
lerne: es gibt viele menschen , männer wie frauen, die im "falschen körper" geboren sind. das ist fakt und ich habe in meiner bisherigen ausbildung und studium auch solche menschen kennengelernt und mit ihnen gesprochen.
diese menschen haben eine schweren weg vor sich. ein ganzes leben lang. deine aussage zeigt mir dass du keine ahnung von dieser materia hast und nur dieser fakt verzeiht deine lapidare aussage.
e.
Solange man nicht selbst betroffen ist oder jemandem nahesteht, der dazu gehört, ist es einfach, eine klare Stellung zu beziehen, die dagegen spricht. Es ist auch ein problematisches Thema - als nächstes folgen dann nämlich noch andere, unangenehme und unbequeme Fragen, bei denen man irgendwann nicht mehr diplomatisch oder pauschalisierend antworten kann, sondern seine Einstellung und eigentliches Wesen zeigen muss.
Streng betrachtet sind Männer- und Frauenkleidung auch nur Stereotypen. Früher im Mittelalter (oder so) haben Männer auch nur Strumpfhosen getragen, da waren Hosen wie heute gänzlich unbekannt. Männer waren sie trotzdem. Oder im Barock, als Männer Perrücken trugen und sich gepudert haben - da waren sie auch Männer. Oder das Kabuki - gehört fest zur traditionellen japanischen Kultur und ist sehr beliebt. Auch ist das asiatische Schönheitsideal feminim. Wer häufiger Mangas liest oder asiatische Filme ansieht, wird schnell feststellen, dass hochattraktive Männer, die heiß umschwärmt werden, oft so "schön wie eine Frau dargestellt werden". Aber auch das sind Männer.
Es ist eine interessante Frage: Warum ist ein Mann weniger Mann, wenn er andere Kleidervorlieben hat? Warum ist eine Frau noch Frau und "salonfähig", wenn sie ein Männerhemd trägt und eine verspielte Krawatte?
Es ist wichtig, dass sich jeder frei und wohl in seinem Körper fühlt. Zufrieden mit sich. Solange man niemanden schadet oder wehtut, ist es doch verdammt egal, was andere tun und ausleben wollen. Wegen seiner Lebensweise sollte keiner Nachteile haben oder diskriminiert, beleidigt, ausgegrenzt werden oder sogar Gewalt erfahren. Diese Zeiten sollten eigentlich mittlerweile in unserer ach so aufgeklärten und toleranten Gesellschaft vorbei sein. Genauso, was das leidige Frauenthema angeht. Oder ist letzten Endes vieles dann doch nur pseudo, was ein schweres Eingeständnis wäre?
Ich gebe dir recht. Ich kenne auch jemanden, der eine Frau ist, aber den Körper eines Mannes hat. Das ist ein unglaublicher Druck, den die Betroffenen haben und eine unglaublich riesige Verzweiflung und innerer Schmerz, den man erst versteht, wenn man selbst im falschen Körper steckt oder nicht das ausleben kann und "darf", was einem wichtig ist. Wir sollten diese Menschen unterstützen, respektieren und für ihren Mut bewundern.
Liebe Grüße
Findefuchs