Hallo zusammen,
vielen Dank für eure zahlreichen Antworten, die mir echt weiterhelfen! Spannend, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Genau so läuft es auch in meinem Kopf ab. Einmal denke ich "Wie egoistisch von ihr, eine Schande dass ich mich so habe behandeln lassen" und dann wieder "Habe ich Anzeichen übersehen? Hätte ich etwas unternehmen müssen? Bin ich schuld?"
Kurz der Trennungsablauf zusammengefasst:
Oktober verlobt, auf Wolke 7 >>>
Januar hatte sie ihren kürzlich angefangenen Job wieder gekündigt >>>
März ist sie zu den Eltern gezogen als "Ein Jahr Auszeit" (steht sogar so im Kalender!), kam mir schon seltsam vor, wie eine Trennung. War sehr traurig, habe sie aber gelassen. >>>
Mai hieß es dann: Das ist kein Auszeit-Jahr, sie bleibt bei ihren Eltern >>>
November hatte ich ein Vorstellungsgespräch in ihrer Region, ihre Reaktion: Sie will gar nicht mehr, dass ich zu ihr ziehe. Sie wolle momentan keine Beziehung und muss zu sich selbst finden.
Mitte diesen Jahres hatte sie dann ihre restlichen Dinge abgeholt. Es war sehr emotional, wir waren beide super traurig. Haben dann auch nicht mehr über die Möglichkeit geprochen, es nochmals zu versuchen.
Im September diesen Jahres dann die Nachricht, sie schreibe nun mit einem anderen Mann. Das wollte sie mir sagen, es sei nun endgültig vorbei. Ich schrieb ihr eine letzte Mail, wünschte ihr alles Gute. Sie solle mich nicht mehr kontaktieren, es sei denn es wäre etwas Wichtiges.
Vielleicht kurz zu meinem Beruf: Ich habe seit über 12 Jahren darauf hin gearbeitet, wo ich nun bin. Es ist eine absolut seltene Stelle, die Chance ergibt sich nur 1x im Leben. Ich bin Bundesbeamter und kann daher eben nicht einfach mal kündigen und alles hinschmeißen, wenn es mir nicht mehr in den Kram passt. Das muss man doch verstehen?
Ich konnte diese Stelle nicht für eine ungewisse Zukunft aufopfern. Und das auch noch mitten in der Corona-Pandemie. Habe es doch gesehen, mein Bruder musste als studierter Ingenieur Kurzarbeit anmelden und einen Hilfsarbeiterjob annehmen, um seine Kreditrate bedienen zu können! Diese Sorgen hatte ich überhaupt nicht. Da muss man doch schon übermäßig dumm sein, seine sichere Stelle für eine Frau aufzugeben, die zuvor die Verlobung aufgelöst hat und den Mann einfach sitzen lässt. Oder?
Ich war zu Beginn der Beziehung bereits beruflich gefestigt, sie noch im Studium. Sie hatte die Möglichkeit, sich nach dem Studium beruflich komplett frei zu orientieren, ich nicht. Da war es doch nur logisch, dass sie zunächst zu mir zieht.
Andererseits gab es natürlich schon vorher "Anzeichen" und ich wusste, dass sie auf jeden Fall irgendwann einmal wieder näher bei ihren Eltern wohnen wollte. Natürlich haben wir beide unsere Opfer gebracht und ich rechne es ihr auch hoch an, dass sie zu mir gezogen war.
Ich bin auch niemand, der "aufrechnet" wer wie oft gefahren ist, oder wer dem anderen wie oft einen Gefallen getan hat. Aber wir sind z.B. wirklich seeeeehr oft in ihre Heimat gefahren, um dort am Wochenende das alte Haus zu renovieren. Auch, wenn ich manchmal absolut keine Lust dazu hatte. Habe es mir nicht anmerken lassen und habe es trotzdem gerne gemacht - für sie. Ironischerweise ist sie dort natürlich eingezogen, klar wieso auch nicht.
@unschubladisierbar hat einen super spanenden Gedanken! Da kann was dran sein! War es eine einfache Möglichkeit, sich unkompliziert aus der Beziehung zu schleichen? Hat sie vor der Hochzeit die berühmten "kalten Füße" bekommen und wollte das alles doch nicht?