Benutzer666
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Hallo!
Puh, ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll und wie ich mich kurzfassen soll. 😅
Vor etwa sechs Jahren habe ich meine Freundin, pardon, meine Ex-Freundin, auf einem Konzert angesprochen. Dann ging eigentlich alles ganz schnell: Sie hat ihre Ausbildung beendet und ist danach in meine Stadt gezogen – "für mich", wie sie jetzt nicht müde wird zu betonen. Als hätte ich darum gebeten oder als hätte sie groß eine Wahl gehabt.
Nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte, dass sie in meine Stadt zieht, aber verlangt habe ich das nie und hätte es auch nie verlangt. Zudem wohnte sie damals noch bei ihrem Ex und musste dort raus.
So schnell, dass ich sie heimlich, ohne dass sie bei mir gemeldet war, drei Monate bei mir wohnen ließ, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hatte.
Das war keine leichte Zeit. Sie hat Borderline, und da ihre Ausbildung hart war, sie keine Familie hatte und kaum Freunde, hat sich das damals oft gezeigt. Wir haben oft gestritten, und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht mit dem Gedanken gespielt hätte, das Ganze zu beenden.
Aber wir haben durchgehalten, und ihre "Phasen" wurden immer seltener. Komplett weg waren sie natürlich nie, aber es wurde viel besser, und ich war froh, dass ich nicht Schluss gemacht habe und zu ihr gehalten habe.
Natürlich gab es trotzdem Beziehungsprobleme. Sie ist konzertsüchtig – das heißt, wenn ihr eine Band gefällt, fährt sie dahin, egal wie weit weg es ist, wie ihr Kontostand aussieht oder wie sie wieder zurückkommt.
Sie wollte oft, dass ich mitkomme, aber da keiner von uns ein Auto hat, lief es meist darauf hinaus, an einem fremden Bahnhof bis 5 Uhr morgens auf den Zug nach Hause zu warten. Rein, um sie zu beschützen (als Frau allein nachts ist es nicht sicher), wäre ich auch gern öfter mitgekommen. Aber ich bin nicht so konzertsüchtig wie sie und halte das stundenlange Frieren an Bahnhöfen körperlich nicht durch.
Ich bekomme Migräne und bin die nächsten zwei Tage komplett außer Gefecht. Das ist es mir für drei Stunden Spaß auf einem Konzert einfach nicht wert.
Jemand zu sein, der seiner Freundin "verbietet", auf Konzerte zu gehen, wollte ich aber auch nicht sein. Also kam es, dass sie öfter allein unterwegs war.
Aber ich muss zugeben, wir hätten mehr zusammen unternehmen müssen. Das wollte ich auch. Aber dieses verdammte Jahr …
Ich war fünfmal krank dieses Jahr.
Als sie das letzte Mal bei mir war, blieb sie eine Woche. Ich hatte eigentlich vor, mit ihr etwas zu unternehmen, aber dann wurde sie krank. Nach einer Woche, als es ihr wieder besser ging, fuhr sie nach Hause. Unglücklicherweise hat es mich dann auch noch erwischt. Das Wochenende darauf fühlte ich mich noch nicht fit. Ich wollte aber nicht, dass ihr hier die Decke auf den Kopf fällt. Also schrieb ich ihr, dass sie lieber zu Hause bleiben und ihr Ding machen sollte, anstatt sich bei mir zu langweilen, weil ich wieder krank bin. Ich versprach, dass wir nächste Woche etwas unternehmen würden und ich bis dahin ein paar Überraschungen für sie habe.
Ihre Antworten waren kalt. Sie entschuldigte sich und meinte, sie sei nicht gut drauf. Und dann schrieb sie, dass sie für jemanden anderen schwärme.
Da haben bei mir die Alarmglocken geläutet. Wir haben ein bisschen darüber gestritten, bis sie offline ging (schwierig zu erklären, sie hat bei sich kein Internet, und ihr Handy ist unzuverlässig).
Ich hatte also die Woche Zeit, darüber nachzudenken und es zu relativieren.
Schwärmen? Was soll das sein? Man schwärmt auch für gutes Essen. Vielleicht habe ich das einfach zu eng gesehen? Sorgen gemacht habe ich mir trotzdem.
Dann kam Freitag, der 29. November. Meine Wohnung war aufgeräumt, ihre Überraschungen bereit, und sogar ihr Weihnachtsgeschenk war schon da. Ich wartete. Normalerweise kam sie zwischen 10 und 12 Uhr. 10 … 11 … 12 … 13 … 14 … 15 Uhr. Keine Spur von ihr. Keine Nachricht.
Also schrieb ich: "Kommst du heute?" Die Nachricht kam an, was bedeutete, dass sie unterwegs war. Ich dachte, sie würde gleich klingeln.
Stattdessen kam nach einer Weile: "Nein, ich habe Dinge zu erledigen." Da wusste ich, es ist ernst. Ich habe mein E-Bike aufgeladen und bin zu ihr gefahren.
An ihrer Körperhaltung und ihren ausweichenden Blicken konnte ich sofort erkennen, dass es nicht gut um die Beziehung stand. Sie meinte zuerst, sie wusste nicht, dass ich ihre Worte "Dinge zu erledigen" auf die Goldwaage legen würde. Und sie schäme sich dafür, für einen anderen zu "schwärmen" – schon wieder dieses schwammige Wort.
Ich dachte tatsächlich, okay, das ist schlecht, aber bisher ist von Trennung nicht die Rede. Ich habe schon Schlimmeres erlebt, und das kann man alles wieder drehen.
Pustekuchen. Je länger wir redeten, desto mehr kristallisierte sich heraus, dass ich als Single wieder gehen würde. Sie sprach von einer "Beziehungspause", um unsere Probleme in den Griff zu bekommen.
Ich sagte ihr, dass ich da bin, wenn sie mich braucht, und ich die Hoffnung für die Beziehung nicht aufgeben würde.
Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich hatte schon viele Beziehungen, alle gingen kaputt. Deshalb habe ich mich bei dieser lange Zeit emotional geschützt, immer mit dem Gedanken: Morgen könnte die Beziehung zu Ende sein. Es hat Jahre gedauert, bis ich ihr vertraut habe, dass die Beziehung halten würde.
Jetzt ist auch diese kaputt. Und wenn sie wirklich zu mir zurückkommen sollte, habe ich keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Einerseits wünsche ich sie mir zurück, andererseits kann ich ihr nicht mehr vertrauen.
Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wie soll ich überhaupt wieder einer Frau vertrauen? Natürlich kann niemand sagen, ob und wie lange eine Beziehung hält. Aber ich ertrage die Verluste von geliebten Menschen einfach nicht mehr.
Gleichzeitig, bin ich aber auch leider ein Mensch der nur in einer Beziehung aufblüht.
Puh, ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll und wie ich mich kurzfassen soll. 😅
Vor etwa sechs Jahren habe ich meine Freundin, pardon, meine Ex-Freundin, auf einem Konzert angesprochen. Dann ging eigentlich alles ganz schnell: Sie hat ihre Ausbildung beendet und ist danach in meine Stadt gezogen – "für mich", wie sie jetzt nicht müde wird zu betonen. Als hätte ich darum gebeten oder als hätte sie groß eine Wahl gehabt.
Nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte, dass sie in meine Stadt zieht, aber verlangt habe ich das nie und hätte es auch nie verlangt. Zudem wohnte sie damals noch bei ihrem Ex und musste dort raus.
So schnell, dass ich sie heimlich, ohne dass sie bei mir gemeldet war, drei Monate bei mir wohnen ließ, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hatte.
Das war keine leichte Zeit. Sie hat Borderline, und da ihre Ausbildung hart war, sie keine Familie hatte und kaum Freunde, hat sich das damals oft gezeigt. Wir haben oft gestritten, und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht mit dem Gedanken gespielt hätte, das Ganze zu beenden.
Aber wir haben durchgehalten, und ihre "Phasen" wurden immer seltener. Komplett weg waren sie natürlich nie, aber es wurde viel besser, und ich war froh, dass ich nicht Schluss gemacht habe und zu ihr gehalten habe.
Natürlich gab es trotzdem Beziehungsprobleme. Sie ist konzertsüchtig – das heißt, wenn ihr eine Band gefällt, fährt sie dahin, egal wie weit weg es ist, wie ihr Kontostand aussieht oder wie sie wieder zurückkommt.
Sie wollte oft, dass ich mitkomme, aber da keiner von uns ein Auto hat, lief es meist darauf hinaus, an einem fremden Bahnhof bis 5 Uhr morgens auf den Zug nach Hause zu warten. Rein, um sie zu beschützen (als Frau allein nachts ist es nicht sicher), wäre ich auch gern öfter mitgekommen. Aber ich bin nicht so konzertsüchtig wie sie und halte das stundenlange Frieren an Bahnhöfen körperlich nicht durch.
Ich bekomme Migräne und bin die nächsten zwei Tage komplett außer Gefecht. Das ist es mir für drei Stunden Spaß auf einem Konzert einfach nicht wert.
Jemand zu sein, der seiner Freundin "verbietet", auf Konzerte zu gehen, wollte ich aber auch nicht sein. Also kam es, dass sie öfter allein unterwegs war.
Aber ich muss zugeben, wir hätten mehr zusammen unternehmen müssen. Das wollte ich auch. Aber dieses verdammte Jahr …
Ich war fünfmal krank dieses Jahr.
Als sie das letzte Mal bei mir war, blieb sie eine Woche. Ich hatte eigentlich vor, mit ihr etwas zu unternehmen, aber dann wurde sie krank. Nach einer Woche, als es ihr wieder besser ging, fuhr sie nach Hause. Unglücklicherweise hat es mich dann auch noch erwischt. Das Wochenende darauf fühlte ich mich noch nicht fit. Ich wollte aber nicht, dass ihr hier die Decke auf den Kopf fällt. Also schrieb ich ihr, dass sie lieber zu Hause bleiben und ihr Ding machen sollte, anstatt sich bei mir zu langweilen, weil ich wieder krank bin. Ich versprach, dass wir nächste Woche etwas unternehmen würden und ich bis dahin ein paar Überraschungen für sie habe.
Ihre Antworten waren kalt. Sie entschuldigte sich und meinte, sie sei nicht gut drauf. Und dann schrieb sie, dass sie für jemanden anderen schwärme.
Da haben bei mir die Alarmglocken geläutet. Wir haben ein bisschen darüber gestritten, bis sie offline ging (schwierig zu erklären, sie hat bei sich kein Internet, und ihr Handy ist unzuverlässig).
Ich hatte also die Woche Zeit, darüber nachzudenken und es zu relativieren.
Schwärmen? Was soll das sein? Man schwärmt auch für gutes Essen. Vielleicht habe ich das einfach zu eng gesehen? Sorgen gemacht habe ich mir trotzdem.
Dann kam Freitag, der 29. November. Meine Wohnung war aufgeräumt, ihre Überraschungen bereit, und sogar ihr Weihnachtsgeschenk war schon da. Ich wartete. Normalerweise kam sie zwischen 10 und 12 Uhr. 10 … 11 … 12 … 13 … 14 … 15 Uhr. Keine Spur von ihr. Keine Nachricht.
Also schrieb ich: "Kommst du heute?" Die Nachricht kam an, was bedeutete, dass sie unterwegs war. Ich dachte, sie würde gleich klingeln.
Stattdessen kam nach einer Weile: "Nein, ich habe Dinge zu erledigen." Da wusste ich, es ist ernst. Ich habe mein E-Bike aufgeladen und bin zu ihr gefahren.
An ihrer Körperhaltung und ihren ausweichenden Blicken konnte ich sofort erkennen, dass es nicht gut um die Beziehung stand. Sie meinte zuerst, sie wusste nicht, dass ich ihre Worte "Dinge zu erledigen" auf die Goldwaage legen würde. Und sie schäme sich dafür, für einen anderen zu "schwärmen" – schon wieder dieses schwammige Wort.
Ich dachte tatsächlich, okay, das ist schlecht, aber bisher ist von Trennung nicht die Rede. Ich habe schon Schlimmeres erlebt, und das kann man alles wieder drehen.
Pustekuchen. Je länger wir redeten, desto mehr kristallisierte sich heraus, dass ich als Single wieder gehen würde. Sie sprach von einer "Beziehungspause", um unsere Probleme in den Griff zu bekommen.
Ich sagte ihr, dass ich da bin, wenn sie mich braucht, und ich die Hoffnung für die Beziehung nicht aufgeben würde.
Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich hatte schon viele Beziehungen, alle gingen kaputt. Deshalb habe ich mich bei dieser lange Zeit emotional geschützt, immer mit dem Gedanken: Morgen könnte die Beziehung zu Ende sein. Es hat Jahre gedauert, bis ich ihr vertraut habe, dass die Beziehung halten würde.
Jetzt ist auch diese kaputt. Und wenn sie wirklich zu mir zurückkommen sollte, habe ich keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Einerseits wünsche ich sie mir zurück, andererseits kann ich ihr nicht mehr vertrauen.
Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wie soll ich überhaupt wieder einer Frau vertrauen? Natürlich kann niemand sagen, ob und wie lange eine Beziehung hält. Aber ich ertrage die Verluste von geliebten Menschen einfach nicht mehr.
Gleichzeitig, bin ich aber auch leider ein Mensch der nur in einer Beziehung aufblüht.