Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Liebe und der ständige Verlust

Benutzer666

Mitglied
Hallo!

Puh, ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll und wie ich mich kurzfassen soll. 😅

Vor etwa sechs Jahren habe ich meine Freundin, pardon, meine Ex-Freundin, auf einem Konzert angesprochen. Dann ging eigentlich alles ganz schnell: Sie hat ihre Ausbildung beendet und ist danach in meine Stadt gezogen – "für mich", wie sie jetzt nicht müde wird zu betonen. Als hätte ich darum gebeten oder als hätte sie groß eine Wahl gehabt.

Nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte, dass sie in meine Stadt zieht, aber verlangt habe ich das nie und hätte es auch nie verlangt. Zudem wohnte sie damals noch bei ihrem Ex und musste dort raus.

So schnell, dass ich sie heimlich, ohne dass sie bei mir gemeldet war, drei Monate bei mir wohnen ließ, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hatte.

Das war keine leichte Zeit. Sie hat Borderline, und da ihre Ausbildung hart war, sie keine Familie hatte und kaum Freunde, hat sich das damals oft gezeigt. Wir haben oft gestritten, und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht mit dem Gedanken gespielt hätte, das Ganze zu beenden.

Aber wir haben durchgehalten, und ihre "Phasen" wurden immer seltener. Komplett weg waren sie natürlich nie, aber es wurde viel besser, und ich war froh, dass ich nicht Schluss gemacht habe und zu ihr gehalten habe.

Natürlich gab es trotzdem Beziehungsprobleme. Sie ist konzertsüchtig – das heißt, wenn ihr eine Band gefällt, fährt sie dahin, egal wie weit weg es ist, wie ihr Kontostand aussieht oder wie sie wieder zurückkommt.

Sie wollte oft, dass ich mitkomme, aber da keiner von uns ein Auto hat, lief es meist darauf hinaus, an einem fremden Bahnhof bis 5 Uhr morgens auf den Zug nach Hause zu warten. Rein, um sie zu beschützen (als Frau allein nachts ist es nicht sicher), wäre ich auch gern öfter mitgekommen. Aber ich bin nicht so konzertsüchtig wie sie und halte das stundenlange Frieren an Bahnhöfen körperlich nicht durch.

Ich bekomme Migräne und bin die nächsten zwei Tage komplett außer Gefecht. Das ist es mir für drei Stunden Spaß auf einem Konzert einfach nicht wert.

Jemand zu sein, der seiner Freundin "verbietet", auf Konzerte zu gehen, wollte ich aber auch nicht sein. Also kam es, dass sie öfter allein unterwegs war.

Aber ich muss zugeben, wir hätten mehr zusammen unternehmen müssen. Das wollte ich auch. Aber dieses verdammte Jahr …

Ich war fünfmal krank dieses Jahr.

Als sie das letzte Mal bei mir war, blieb sie eine Woche. Ich hatte eigentlich vor, mit ihr etwas zu unternehmen, aber dann wurde sie krank. Nach einer Woche, als es ihr wieder besser ging, fuhr sie nach Hause. Unglücklicherweise hat es mich dann auch noch erwischt. Das Wochenende darauf fühlte ich mich noch nicht fit. Ich wollte aber nicht, dass ihr hier die Decke auf den Kopf fällt. Also schrieb ich ihr, dass sie lieber zu Hause bleiben und ihr Ding machen sollte, anstatt sich bei mir zu langweilen, weil ich wieder krank bin. Ich versprach, dass wir nächste Woche etwas unternehmen würden und ich bis dahin ein paar Überraschungen für sie habe.

Ihre Antworten waren kalt. Sie entschuldigte sich und meinte, sie sei nicht gut drauf. Und dann schrieb sie, dass sie für jemanden anderen schwärme.

Da haben bei mir die Alarmglocken geläutet. Wir haben ein bisschen darüber gestritten, bis sie offline ging (schwierig zu erklären, sie hat bei sich kein Internet, und ihr Handy ist unzuverlässig).

Ich hatte also die Woche Zeit, darüber nachzudenken und es zu relativieren.

Schwärmen? Was soll das sein? Man schwärmt auch für gutes Essen. Vielleicht habe ich das einfach zu eng gesehen? Sorgen gemacht habe ich mir trotzdem.

Dann kam Freitag, der 29. November. Meine Wohnung war aufgeräumt, ihre Überraschungen bereit, und sogar ihr Weihnachtsgeschenk war schon da. Ich wartete. Normalerweise kam sie zwischen 10 und 12 Uhr. 10 … 11 … 12 … 13 … 14 … 15 Uhr. Keine Spur von ihr. Keine Nachricht.

Also schrieb ich: "Kommst du heute?" Die Nachricht kam an, was bedeutete, dass sie unterwegs war. Ich dachte, sie würde gleich klingeln.

Stattdessen kam nach einer Weile: "Nein, ich habe Dinge zu erledigen." Da wusste ich, es ist ernst. Ich habe mein E-Bike aufgeladen und bin zu ihr gefahren.

An ihrer Körperhaltung und ihren ausweichenden Blicken konnte ich sofort erkennen, dass es nicht gut um die Beziehung stand. Sie meinte zuerst, sie wusste nicht, dass ich ihre Worte "Dinge zu erledigen" auf die Goldwaage legen würde. Und sie schäme sich dafür, für einen anderen zu "schwärmen" – schon wieder dieses schwammige Wort.

Ich dachte tatsächlich, okay, das ist schlecht, aber bisher ist von Trennung nicht die Rede. Ich habe schon Schlimmeres erlebt, und das kann man alles wieder drehen.

Pustekuchen. Je länger wir redeten, desto mehr kristallisierte sich heraus, dass ich als Single wieder gehen würde. Sie sprach von einer "Beziehungspause", um unsere Probleme in den Griff zu bekommen.

Ich sagte ihr, dass ich da bin, wenn sie mich braucht, und ich die Hoffnung für die Beziehung nicht aufgeben würde.

Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich hatte schon viele Beziehungen, alle gingen kaputt. Deshalb habe ich mich bei dieser lange Zeit emotional geschützt, immer mit dem Gedanken: Morgen könnte die Beziehung zu Ende sein. Es hat Jahre gedauert, bis ich ihr vertraut habe, dass die Beziehung halten würde.

Jetzt ist auch diese kaputt. Und wenn sie wirklich zu mir zurückkommen sollte, habe ich keine Ahnung, wie ich reagieren würde. Einerseits wünsche ich sie mir zurück, andererseits kann ich ihr nicht mehr vertrauen.

Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wie soll ich überhaupt wieder einer Frau vertrauen? Natürlich kann niemand sagen, ob und wie lange eine Beziehung hält. Aber ich ertrage die Verluste von geliebten Menschen einfach nicht mehr.
Gleichzeitig, bin ich aber auch leider ein Mensch der nur in einer Beziehung aufblüht.
 
Ich hatte schon viele Beziehungen, alle gingen kaputt.

Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wie soll ich überhaupt wieder einer Frau vertrauen? Natürlich kann niemand sagen, ob und wie lange eine Beziehung hält. Aber ich ertrage die Verluste von geliebten Menschen einfach nicht mehr.
Gleichzeitig, bin ich aber auch leider ein Mensch der nur in einer Beziehung aufblüht.
Das tut mir leid für Dich. Aber ich kann es gut nachvollziehen. Mir geht es auch so ähnlich. Aber Du schreibst, Du hättest schon viele Beziehungen gehabt. Woran sind die denn gescheitert ? Gibt es da vielleicht ein Muster oder sowas ?
 
Hey Du,

das klingt sehr schmerzhaft! Wie geht es dir jetzt?

Habt ihr denn vereinbart, wie lange die Pause gehen soll? Entgegen der "landläufigen" Meinung, finde ich Pausen nicht immer schlecht, manchmal verzettelt man sich innerhalb einer Beziehung total, verstrickt sich in unguten Dynamiken und da kann es schon helfen, mal wirklich eine Kontaktpause zu haben, um sich zu sortieren und wieder etwas mehr bei sich anzukommen, rauszufinden, was man gerade eigentlich will. Mein Freund und ich hatten im Oktober auch eine Pause. Allerdings haben wir klar abgesprochen, dass es nur eine Kontaktpause ist (wir also weiterhin ein Paar sind), dass wir uns nicht trennen wollen und wann wir uns genau wieder treffen, das haben wir dann auch so eingehalten.
Wie ist das bei euch, gibt es klare Absprachen?
Und hat sie in dem Gespräch etwas genauer erklärt, was sie mit schwärmen meint? War das der Grund für die Pause?
 
Ach, das wird bestimmt wieder.
Mein Mann und ich haben auch schon einige Trennungen hinter uns, und sind dennoch seit 26 Jahren glücklich mit einander verheiratet.
Habe etwas Geduld, sie wird euch schon wieder eine Chance geben.
 
Wie soll ich überhaupt wieder einer Frau vertrauen? Natürlich kann niemand sagen, ob und wie lange eine Beziehung hält. Aber ich ertrage die Verluste von geliebten Menschen einfach nicht mehr.
Gleichzeitig, bin ich aber auch leider ein Mensch der nur in einer Beziehung aufblüht.

Hallo Benutzer666,
das ist verständlich nach deinen Erfahrungen, dass du dein Vertrauen neu sortieren und aufbauen musst. Nach meiner Erfahrung sollte man das einfach wachsen lassen, so wie einen Baum, den man pflanzt, pflegt und gießt am Anfang – und wo es sich dann zeigt, ob er am Standort Wurzeln schlägt. Trotzdem ist natürlich immer klar, dass es auch Stürme gibt und ein Baum mal krank werden und eingehen kann. 100 Prozent sicher sein kann man nie und das sollte man auch nicht erwarten. Menschen sind nicht so und Beziehungen zwischen Menschen sowieso nicht. Trotzdem kann eine Partnerschaft ja angenehm sein, auch wenn es keine Sicherheit für Dauer gibt, schon wegen der Sterblichkeit von uns Menschen.
Alles Gute und dass du bald wieder jemand findest, der dich aufblühen lässt 🙂
Werner
 
Das tut mir leid für Dich. Aber ich kann es gut nachvollziehen. Mir geht es auch so ähnlich. Aber Du schreibst, Du hättest schon viele Beziehungen gehabt. Woran sind die denn gescheitert ? Gibt es da vielleicht ein Muster oder sowas ?
Danke!

Ja, ich habe wohl wirklich ein Händchen für die falschen Frauen. 😂

Meine erste Beziehung war auch mit einer Borderlinerin – ein Volltreffer direkt am Anfang. Nach 5 Jahren ist sie dann mit ihrem besten Freund durchgebrannt. Sie hat es mir allerdings recht leicht gemacht, sie abzuhaken, weil kurz danach herauskam, dass sie eigentlich von Anfang an mehrere Eisen im Feuer hatte.

Die zweite Beziehung hielt etwa 2 Jahre und war eine Fernbeziehung. Es war immer ziemlich zeitaufwendig und anstrengend, zu ihr hinzufahren, und jedes Mal sah ich ihr mehr an, wie wenig sie sich freute, mich zu sehen. Außerdem war sie in der Beziehung ein Couchpotato. Klar, ich komme gut damit klar, auch mal die Füße stillzuhalten, aber nur zuhause rumgammeln ist einfach nicht mein Ding. Schließlich haben wir quasi zusammen Schluss gemacht.

Die dritte Beziehung ist schnell erklärt: Sie wohnte noch bei ihren Eltern, und die wollten weder, dass sie einen Freund hat, noch, dass ich es bin – sie hätten sie lieber wieder bei ihrem Ex gesehen. 😅 Ich wollte, dass sie ihren Eltern sagt, dass wir zusammen sind, aber das hat sie nie getan. Dadurch haben wir uns kaum gesehen, und letztendlich habe ich Schluss gemacht.

Die vierte Beziehung war, gelinde gesagt, kompliziert: Sie war polyamor und verheiratet. 😅 Mir war von Anfang an klar, dass das nicht gut gehen kann, und es sind auch viele Tränen in dieser Beziehung geflossen. Trotzdem war es alles in allem die schönste Zeit meines Lebens. Ich bin ihr dafür sehr dankbar, und wir sind bis heute befreundet. Nach etwa 5 Jahren habe ich schließlich Schluss gemacht. Es war toll, aber ich wollte nicht die Nummer 2 sein, und wir konnten uns auch nur selten sehen.

Danach gab es noch etwas Kleines, das aber schon in der Kennenlernphase scheiterte. Und schließlich bin ich auf das oben erwähnte Konzert gegangen.

Meine letzte Freundin hat mir recht direkt von ihrem Borderline erzählt. Sie war aber so anders als meine erste Freundin, und ich dachte, dass ich inzwischen besser damit umgehen könnte, besser auf ihre Phasen reagieren würde usw.

Und auch wenn Selbstlob stinkt, würde ich in diesem Fall sagen: Das war auch so. Ihr Borderline war nicht der Grund, warum es letztendlich vorbei ist – wir hatten das gut im Griff


Hey Du,

das klingt sehr schmerzhaft! Wie geht es dir jetzt?

Habt ihr denn vereinbart, wie lange die Pause gehen soll? Entgegen der "landläufigen" Meinung, finde ich Pausen nicht immer schlecht, manchmal verzettelt man sich innerhalb einer Beziehung total, verstrickt sich in unguten Dynamiken und da kann es schon helfen, mal wirklich eine Kontaktpause zu haben, um sich zu sortieren und wieder etwas mehr bei sich anzukommen, rauszufinden, was man gerade eigentlich will. Mein Freund und ich hatten im Oktober auch eine Pause. Allerdings haben wir klar abgesprochen, dass es nur eine Kontaktpause ist (wir also weiterhin ein Paar sind), dass wir uns nicht trennen wollen und wann wir uns genau wieder treffen, das haben wir dann auch so eingehalten.
Wie ist das bei euch, gibt es klare Absprachen?
Und hat sie in dem Gespräch etwas genauer erklärt, was sie mit schwärmen meint? War das der Grund für die Pause?

Ich habe zwar genauer Nachgehakt, aber eine richtige Antwort bekam ich nicht, nur den Eindruck das Pause einfach das nettere Schluss machen sein sollte.
Ich könnte mir trotzdem vorstellen das sie zurück kommt, das soll nicht abwertend klingen, aber es kommt nicht jeder mit einer Borderlinerin klar und sie schafft es nicht ihr leben allein zu regeln.
Über ihren 'Schwarm' muss man da gar nicht sprechen, den wird sie niemals bekommen, da vergeben und noch einige andere Hürden.
Vielleicht findet sie einem anderen, vielleicht steht sie auch irgendwann vor der Tür und bereut es - irgendwie würde ich es mir natürlich wünschen, aber keine Ahnung ob ich sie mit offenen Armen empfangen oder direkt wieder weg schicken würde.

Jo dauert ja auch nur fünf Minütchen. 😁

Bei mir kam nicht an dass ihr beide besonders eng miteinander ward. Eher so: Ist zwar nicht der Hit aber ganz ok. Eine Zweckbeziehug halt, damit man nicht alleine ist.

Nein das hat fast 6h gedauert, ich war dann so gegen 21 Uhr bei Ihr.^^
Zweckbeziehung? Nein, natürlich wenn man ehrlich zu sich ist, dann weiß man dass das nicht allein sein wollen damit rein gespielt hat, aber da war auch noch so viel mehr.
Und sie war.. zumindest die längste Zeit über 🙈 auch extrem in mich verknallt um es mal so auszudrücken😅.
Ich hatte manchmal tatsächlich ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl hatte das ihre Gefühle für mich doch stärker zu sein schein als meine.
 
Du bist doch Klasse, hast viel auf dich genommen mit dieser Dame, aber auch du hast deine Grenzen, darfst daran nicht kaputt gehen. Man kann helfen wollen, vieles auf sich nehmen, aber wenn die andere Seite das nicht verinnerlichen kann- will, dazu auch nicht bereit ist, dann sollte man auch die Sache beenden und sich neu orientieren.
 
Hallo,

uff! Da gehen bei mir sofort alle Alarmglocken an! Sei lieber froh, dass sich diese Frau von selbst und ohne dein Zutun aus deinem Leben entfernt hat. Du bist noch halbwegs unbeschadet aus der Nummer raus gekommen. Such dir mal eine „normale“ und liebe Frau, dann ist dieses Exemplar schnell vergessen.

Es heißt nicht umsonst: Wenn dir jemand sein wahres Gesicht zeigt, dann glaube es der Person beim ersten Mal. Sie hat ihres gezeigt.

LG,
SFX
 
Lass künftig keinen Menschen mehr in dein Herz, dann gibt es auch nichts, das man verlieren oder das einen schwer enttäuschen/verletzen könnte. Es lebt sich besser so.
 
Du kommst vor, als wenn du immer den Märtyrer spielst in all deinen Beziehungen, man kann nichts über's Knie brechen.
Du solltest langsam mal nur auf deine Bedürfnisse hören und dich weniger manipulieren lassen.
Wenn es nicht passt, dann passt es nicht.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
W Entscheidung gegen die Liebe Liebe 24
conscious nature Liebe für immer gesucht Liebe 43
Leere?Zukunft Kann aus romantischer Liebe Freundschaft werden? Liebe 116

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben