Aber ER hat es angesprochen, auch dass er kein Geld mehr für den Urlaub möchte. Ich sagte daraufhin, dass wir das dann einmal klären sollten und wir haben uns geeinigt, dass wir es aufschreiben.
Die Dispo-Sache habe ich von mir aus angesprochen. Würdest Du Deinem Partner Zinsen berechnen, wenn Du ihm Geld leihst? Das würde ich auch bei Freunden etc nicht tun. Ich möchte mich nicht bereichern, wenn es jemandem finanziell mal nicht so gut geht. Ich glaube, wenn mein Partner so etwas andersrum bei mir tun würde, würde ich ganz schön schlucken und überlegen, ob er wirklich der Richtige ist. Zurückzahlen ja, aber ohne Zinsen.
Liebe
@Alex81: Bei den Antworten, die du hier bekommst, solltest du im Hinterkopf halten, dass es doch einige Menschen gibt, die bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, teilweise auch von ihrer Gundhaltung sehr negativ unterwegs sind und daher sehr schnell oder auch hart sind mit ihrem Urteil, so dass es auf deine Situation eigentlich gar nicht passt. Lass dich von solchen Antworten nicht in eine Rechtfertigungsecke drängen.
Ich habe z. B. den Eindruck, dass du das alles mit einem gesunden Augenmaß wahrnimmst. Ich finde es auch sehr positiv, dass du erst einmal sehr wohlwollend in die Partnerschaft gehst. Oft ist es ein Geben und Nehmen und es gibt eben auch Momente, wo mal der eine mehr beiträgt, dann aber auch der andere - manchmal geht das auch über längere Phasen und fühlt sich erst einmal einseitig an. In Summe sollte es von allen Beteiligten fair empfunden werden. Für mich klingt sehr gut, was du dauch über euer Gespräch geschrieben hast.
Ob eine Beziehung Bestand hat, gerade wenn sie sich anfangs sehr gut anfühlt, weiß man eben nicht. Natürlich kann es passieren, dass es beim Scheitern eine negative Bilanz für eine Seite gibt, einer deutlich mehr investiert hat als der andere. Die Frage ist, ob man deshalb nur mit angezogener Handbremse fährt oder eben doch ein Stückweit Risiko eingehen möchte und einen Vertrauensvorschuss gibt. Atmosphärisch halte ich persönlich das (überschaubare) Risiko für konstruktiver, da es auch immer noch die Option der Haltelinie gibt. Mehr geben als vorhanden ist sollte man allerdings nicht; Rücklagen für die Altersvorsorge grundsätzlich nicht antasten, auch würde ich keine Kredite für den anderen aufnehmen oder gar Bürgschaften eingehen.
Ich selber gehörte auch immer zu den Menschen, die nicht groß aufs Geld geschaut haben. Wichtig dabei war allerdings immer, dass ich nicht selber in Schieflage gerate, also nicht mehr gebe, als ich habe. Tatsächlich bin ich auch einmal an jemanden geraten, der meine Großzügigkeit ausgenutzt und mir am Ende sehr geschadet hat. Trotzdem habe ich mich vom Wesen nicht geändert, da es schon ein sehr spezieller Typ war. Ich höre weiterhin auf mein Bauchgefühl, dass durch diese Erfahrung zwar ein bisschen stärker sensibilisiert wurde, dennoch unverändert vertraut, wenn ich es für angebracht halte. Seit deutlich mehr als 20 Jahren fahre ich damit jetzt sehr gut.
Tatsächlich gab es zu unserer Anfangszeit mit meinem jetzigen Mann eine Phase, in der ich einen größeren Betrag verliehen habe. Das haben wir mit einem informellen Vertrag geregelt, so dass ich etwas in der Hand hatte für den Fall einer Trennung. Im Traum wäre mir nicht eingefallen, dafür Zinsen zu nehmen. Gebraucht habe ich ihn nie - für beide Seiten fühlte sich das aber damals richtig an.