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Lehrer am Rande des Nervenzusammenbruchs

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Meine Erfahrung ist, wenn man die Schüler prinzipiell gern hat, sie im Blick hat, mit all dem, was sie eben so mitbringen und sie Ernst nimmt, hat man gute Karten, gepaart mit Konsequenz, sie gut zu erreichen.

Das ist auch das, was die TE (der Thread ist ja schon älter, wer weiß, ob sie jemals nochmal hier liest) missverstanden hat. Es geht nicht um allumfassende "Mutter"liebe, sondern um Akzeptanz und Empathie.

Wenn man so überfordert ist, dass man in negative Gefühle in Richtung Hass und Verachtung rutscht, weil die Schüler nicht so sind, wie man sie gern hätte oder der Unterricht nicht so läuft, wie mans will, dann hat man schon verloren und kriegt als Lehrer kein Bein mehr auf den Boden.

Nun sind meine "Schüler" schon was älter, zwischen 16 und 25, aber auch bei uns gehts manchmal drüber und drunter. Und auch wir haben oft mehr mit Erziehung als mit Lehre zu tun.

Aber wenn sie merken, dass wir ihnen prinzipiell wohlwollend gegenüber stehen, sie achten und trotzdem unsere Regeln und Werte nicht zum Ausverkauf anbieten, kommen wir meist in einen guten Kontakt.

Das ist für mich Lehrersein. Ein bisschen Leidensfähigkeit gehört dazu 😀
 
Hallo, ich habe vor über einem Jahr diesen Thread gestartet, und habe ihn gerade wiederentdeckt. Inzwischen arbeite ich als Lehrerin in der Erwachsenenbildung auf selbstständiger Basis und bin sehr zufrieden, zwar nicht finanziell, aber menschlich, weil ich jetzt Schüler habe, die WOLLEN. Ich war damals sehr überfordert, wenn ich aber nochmal drüber nachdenke, dann waren es nicht nur die Schüler, die mich so stark angestrengt haben, sondern auch die "lieben" Kollegen, die selbst teilweise schon seit Jahren hart an der Grenze zum Burnout unterrichteten und in einer derart aggressiven und unguten Art miteinander umgegangen sind, dass keine normale Ausbildung möglich war. So schwieg dann jeder vor sich hin, keiner gab zu, wenn es bei ihm nicht so lief, man half sich nicht gegenseitig...dieser ganze Beruf ist von innen heraus verseucht und krank, und viele, die in dem Beruf arbeiten, werden auf kurz oder lang ebenfalls krank oder halten es nicht mehr aus und wechseln die Branche. So wie ich eben auch. Ich möchte nicht an die Regelschule zurück. Wenn ich jetzt meinen Beitrag von damals lese, erschrecke ich über den Hass und die Aggression darin, die ich meinen Schülern gegenüber empfunden habe. Es lag nicht an ihnen als Menschen, sondern an einem System, das dem Burnout Vorschub leistet, in dem Lehrer nie genug Zeit haben und immer unter Druck von allen Seiten stehen. In dem die Menschlichkeit dauerhaft Ferien macht und die Menschen nie frei haben oder frei sind.
 
Familie, Fernsehen/Spielerei, Träume und dann - die Lehrer / "Realität"...

Ist mal jemanden aufgefallen, dass Lehrer die ersten (fremden) Autoritätspersonen für die meisten Schüler außerhalb ihrer Familie sind? (Kita zählt nicht, weil da alles eher spielerisch abläuft.)
 
Familie, Fernsehen/Spielerei, Träume und dann - die Lehrer / "Realität"...

Ist mal jemanden aufgefallen, dass Lehrer die ersten (fremden) Autoritätspersonen für die meisten Schüler außerhalb ihrer Familie sind? (Kita zählt nicht, weil da alles eher spielerisch abläuft.)

ja, und?

Schön, daß Du für Dich eine Nische gefunden hast. Ich will auch ned im Pharma Unternehmen arbeiten. Ich würde das doppelt verdienen, aber immer mit Kostüm rumlaufen und so tun als ob und überhaupt? Nee, ich kann Jeans tragen, habe nette Patienten Gespräche, aber dafür finanzielle abstriche...weiterhin alles Gute.

w.
 
Familie, Fernsehen/Spielerei, Träume und dann - die Lehrer / "Realität"...

Ist mal jemanden aufgefallen, dass Lehrer die ersten (fremden) Autoritätspersonen für die meisten Schüler außerhalb ihrer Familie sind? (Kita zählt nicht, weil da alles eher spielerisch abläuft.)

so manche lehrerprobleme kann ich mir fast nur dadurch erklaeren, dass sie nicht nur die ersten fremden autoritaetspersonen (fremd=ausserhalb der familie) sind, sondern manchmal sogar die ersten und einzigen autoritaetspersonen ueberhaupt im leben des schuelers.

dass erziehung in diesem fall nur schiefgehen kann, duerfte klar sein.
 
ja leider, schade wenn das so ist. aber vielleicht ist das auch ganz normal, dass einige kids deswegen so bocken. (nur brave stille schüler sind doch auch langweilig.)
ok, muss warscheinlich alles im rahmen sein.
 
Lehrer haben es ja auch nicht so leicht: Hier im Ort haben sie wohl scheinbar einen an den Füßen bzw. kopfüber aus`em Fenster im dritten Stock hängen lassen.

Natürlich konnte er nix für: völlig unschuldig. 😛
 
Hallo,

ich mache gerade meine Ausbildung zur Lehrerin (Referendariat). Und ich merke immer mehr, dass ich ein schrecklicher Lehrer bin. In dem Job geht es nur ums Bluffen. Ich kann aber nicht bluffen. Bin kein guter Schauspieler. Man merkt mir an, wenn ich von den Schülern genervt bin. Ich habe fast nur Unterstufenklassen. Schlafe kaum noch, weil die Vorbereitung so viel Zeit kostet. Und jeden Tag werden meine gut vorbereiteten Stunden von den Scvhülern in Stücke gehaut. Immer, immer stören sie meinen Unterricht. Nie herrscht Ruhe, und nichts hilft. Irgendwann, wenn man sich nicht mal zur Tafel umdrehen kann, ohne dass hinter dem Rücken das Geschrei losgeht, kann man einfach nicht mehr. Irgendwann, wenn der zehnte Schüler kommt und saudumme Fragen stellt (Darf ich mir was zu trinken kaufen? Darf ich das Fenster aufmachen? Darf ich mich umsetzen? Mein Heft ist leer, soll ich mir ein neues kaufen? Ich habe die Hausaufgabe mit Kugelschreiber gemacht, ist das schlimm? Ich finde das Blatt von letzter Stunde nicht, wo ist es? - alles mitten im Unterricht!!!) , wird man nur noch aggressiv. Dazu die ständigen Streitereien, immer ist es laut, die Schüler nehmen keine Rücksicht aufeinander. Beispiel: ich frage aus, hinter dem Schüler, den ich prüfe, sitzen drei andere, die nur Lärm machen. ich zu denen: Nehmt bitte Rücksicht! Die zu mir: Uns doch egal, ob der xy durchfällt, wir haben ja gute Noten.Einmal war ich krank. Ich sage in der Klasse: Ich bin erkältet, bitte seid heut nicht so laut. Hätte ich besser nicht machen sollen. An dem Tag haben sie Sprechchöre gebildet, nur um mich zu ärgern. Immer drauf auf den Lehrer! Der ist ja kein Mensch!!!


Die Schüler merken natürlich, dass ich überfordert bin. Ich glaube, sie machen das sogar mit Absicht. Dazu muss ich sagen, dass die Klasse, in der ich neun Stunden pro Woche unterrichte, inzwischen von niemandem mehr unterrichtet werden will und als schlimmste Klasse der Schule gilt. Der Klassleiter will für das nächste Jahr die Auflösung der KLasse beim Direktor beantragen, weil die Schüler schwer erziehbar sind, sich gegenseitig mobben, den ganzen Tag nur herumschreien. Ich bin haltlos überfordert. Ich hasse meinen Beruf. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen. Mir graust es vor morgen. Ich hasse das Klassenzimmer. Ich hasse diese dummen, gemeinen, unerzogenen Kinder, die sich daran freuen, mich zu ärgern, mich zu verarschen und mich durch dumme Fragen abzulenken. Ich kann einfach nicht mehr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Es scheint mir , als wärst du eher einer der unbeliebteren Lehrer.Wo unterrichtest du denn? Grundschule , Hauptschule , Sonderschule , mittlere Stufe oder Gymnasium?Wir hatten mal eine unbeliebtere Lehrerin und der einzige Grund dafür war , dass die Schüler sich über den Abstand ihrer Augen lustig machten aber irgendwie kam dann auch immer was neues hinzu.Dann hieß es plötzlich , sie solle denen, die nicht so gut in Englisch seien Privatunterricht geben usw....
Die besliebtesten lehrer meiner Schulzeit, waren bis jetzt immer die , die die Gruppe an Schülern dazu brachte miteinander klar zu kommen und alle fair bewerteten.Was gar nicht schön war , waren die lehrer die irgendwelche lieblinge hatten und diejenigen , die sich zu sehr haben einschüchtern lassen. Sei einfach lässig , cool , du selber , fair, versuch die gruppe zu stärken und den ton anzugeben ohne dich einschüchtern zu lassen oder auszuraten.
 
Tja warum wird man auch Lehrer? Weil man Sadist ist? Weil man gerne Autoritär ist? Kein Mensch kann mir erzählen das er Lehrer geworden ist weil er den Kindern etwas beibringen will. Ich meine man war doch einmal selbst Schüler und weiß doch das man in der Schule nichts lernt. Den Stoff eines ganzen Jahres kannst du dir selbst wenn du seeeeeeeeeeeeehr langsam bist daheim in einer Woche beibringen. Tja Lehrer hassen Schüler und Schüler hassen Lehrer....
Tut mir Leid aber ich habe mein Leben lang nur schlechte Erfahrungen gemacht was die Schule angeht. Ich gebe dir einen wirklich ernst gemeinten Rat: Wenn du dein Leben sinnvoll gestallten willst und etwas erreichen möchtest wofür du gemocht wirst dann brich ab und versuche etwas anderes. Wenn du das nicht tust dann hast du dein Leben für nichts verschwendet. (Ich habe aber nichts gegen dich persönlich)
 

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