Lebenssinn - wie soll es weitergehn

M

Marcus1984

Gast
Hallo ihr da draußen,

um irgendwo anzufangen, warum nicht bei meiner Geburt - Geboren bin ich 1984, im Hause einer christlichen Familie. An die damals verbrachte Zeit kann ich mich bis auf so 2-3 bruckstückhafte Erinnerungen kaum erinnern. Kindergarten hatte ich kaum gesehn, Grundschule, abb da weiß ich mehr. Gute Noten standen schon immer für mich und meinen Zwillingsbruder, genauso wie auch zur damaligen Zeit die Außenseiterrolle *Christ zu sein. Derweile betrachte ich mich jetzt derzeitig eher als Jünger als als Christ, ich finde, da gibt es ein gewaltigen Unterschied. Da wir so erzogen wurden, gegen den Strom zu schwimmen, sprich nicht bei jedem Blödsinn mitzumachen, und sich an Regeln zu halten, warn wir halt das Letzte der Klasse. So wie ich mich neulich über das Thema mobbing schlau gemacht habe, wurden wir im Prinzip ab der 2. Klasse gemobbt - bishin zur 10ten. Es ist reichlich schwer, sich nicht zu wehren, aber ich hielts durch, selbst als 8t Klässler hab ich mir von einem 5t Klässler auf der Nase rumtanzen lassen, weil hätte ich verbal zur wehr gesetzt, hätte dass nicht gereicht, ich hätte Hand an ihn legen müssen, und dass verstößt gegen meine Prinzipien. In der 7/8t Klasse hab ich mich dann das einzigste mal in meinem Leben zur wehr gesetzt, als ich von mein Mitschülern in ein Schrank gesperrt wurde, und die Scharniere rausgebrochen habe. Ich und mein Zwillingsbruder waren halt früh schon sehr reif, oder wurden eben so erzogen, um nenns wir *eher erwachsen zu sein, vernünftig halt. Nach 10ten hab ich danns Abbi gemacht, Studium abgebrochen - und seitdem schlage ich mich mit mal diesem mal jenem rum, mal kurz selbsständig, arbeitslos, in der Maßnahme vom Arbeitsamt. Soviel zu meim Äußerem Leben. Jetzt zZ bin ich in Therapie mit 2 Psychotherapeuthen, schon seit über einem Jahr, weil ich so einfach nichtmehr kann. Ich wünsche mir seit über 10 Jahren zu sterben. Ich schlaf mit dem Wunschgedanken ein, und träum auch öffters davon. Ich habe auchschon eine 3 jahres Beziehung hinter mir, die letztendlich ich als Samariter begann, hatte Mitleid, und war eben einfach für Sie da - und Sie hat sich inmich verliebt. Die zerbrach aber letztenendes, weil ich genau so bin, wie ich bin. Ich seh Kleinigkeiten, geh auf menschen ein, bin bestrebt zu helfen, wo ich seh, dass ich helfen kann. Aber ich kann einfach dass Echo nicht vertragen, klingt komisch, ist aber so. Wenn mir jemand Dankbarkeit zeigt blocke ich sofort ab, wenn ich gelobt werde, was ehh sehr selten der Fall ist, bekomm ich Schuldgefühle. Ich weißnicht, wer sich von euch etwas in der Bibel auskennt, ich ken da auchnicht alles, aber ich lebe nach dem Prinzipien: "Was du ein meiner geringsten Brüder getan hast, dass hast du für mich getan" ==> Liebe dein Nächsten (steht auch in der Bibel) - ja ich weiß, der satz geht weiter "... wie dich selbst" Aber ich verstehs einfach nicht, ich kann mich nicht lieben, dafür hasse ich mich viel zusehr. Wenn ich Liebe seh, freu ich mich für andere, werd traurig, weil ich weiß, dass ich das nie erleben werde und verbrenne mich. Das ähnlich wie ritzen, nur eben mit Feuer. durch die Therapiezeit war ich auchschon in der Psychatrie. Was hats gebracht, nichts. Dann hab ich dass, was man in der Psychologie als "Schwarz - Weißdenken" versteht. Mein Leben ist Lieblos, Hoffnungslos, Freudlos - ich versteh dass garnicht richtig, egal was, ich seh alles mit einer erschreckenden *Nüchternheit, oder wie man dass formulieren könnte. Ich sehe keine Liebe keinen Sinn in dieser Welt. Alles, was mein Wille ist, ist der für Gott zu sterben. Ich wäre bestimmt ein guter Selbstmord Attentäter geworden, nur dafür hab ich die alsche Religion. Ich habe Mauern aufgebaut, von denen alles Abprallt - ja auch kein Wunder bei meiner Kindheit. Und für meine Eltern hab ich auchnichts übrig.

So die Neusten Sachen aus meiner Therapie sind, dass ich mich zB erinner, dass in noch in der Grundschule mein erstes Testament geschrieben habe. Mich hat dass selber erschreckt, obwohl ich ja eigentlich weiß, dass ich schon sehrlange der Todeswunsch mit mir rumtrage. Dann was sie meinten, ich würde wahrscheinlich unter einer Zwangsstörung leiden, gut hab des in Wikipedia mal nachgeschaut, ja kannschon stimmen, ich denke schon. Ich ziehe alles sofort ins negative, dass ist wie ein Reflex, es nimmt mir sämtliche Möglichkeiten, kann auch gut sein, dass ich deswegen keine Freude empfinde. Trauma war auchmal im Gespräch, aber weiß jetzt nicht, obb da was dran ist. Körperliches Leid habe ich nie erfahren, da bin ich mir sicher. Was wir danoch wissen, ist, dass ich halt eher zu meiner großen Schwester kontakt hatte - also ich rede vom Babyzeitalter. Da mein Bruder beinahe querschnitz gelähmt war, und man eben besonders auf ihn ausfpassen muss, war er mehr bei der Mutter als ich. Was ich noch bei meiner letzten Sitzung gesagt bekommen habe, war, dass ich mich streube dagegen Erwachsen zu werden, nur genaueres kann ich damit leider auch nochnicht verbinden.

Warum schreib ich dass alles - tschia, so richtig weiß ich dass eben auchnicht, bis auf 3 paar Ohren hab ich niemanden was davon erzählt, ach meine Eltern wissen nichts von meinem Todeswunsch. Früher hätte ich gedacht, dass ich vor garnichts Angst habe, weil wer sein Leben nicht schätzt, der braucht sich auchnicht zu fürchten. Ich krieg nur Mittlerweile Angst, dass mein Verstand die Kontrolle über mich übernimmt. Manchmal, also ganz selten, da wünschte ich mir auch, dass ich Beziehungsfähig wäre, eigne Famielie - ich weiß genau, ich wäre ein wunderbarer vater, dass sagt mir mein Herz, auch dass glaubt noch an Hoffnung, nur mein *anderes ich lässt dass nicht zu. ich kriegs einfach nicht hin. - Ich will mein Leben Gott opfern, und hab dass elendige warten satt - dass letzte, was ich sehe, ist Organspende, um damit noch durch mein tod anderen Menschen helfen zu können. Ich habe was das angeht, schon sehrviel rechachiert, und ein teil von mir will auch genau dass tun, der andere nicht. Ich befürchte nur, dass meine Logic irgendwann Siegen wird. Und dass macht mir ernsthalt Sorgen.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen Soll - Kein Lebenssinn, Wille und kaum Hoffnung.

Viell hat ja jemand von euch ein Rat für mich, es ist mir sehr ernst.

Marcus
 

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Marcus

Aktives Mitglied
[FONT=&quot]Hallo Marcus![/FONT]

[FONT=&quot]Du hast erstaunlicherweise Dein Problem im Prinzip schon selbst erkannt, und DAS ist der erste und wichtigste Schritt, um es aufzulösen:[/FONT]

[FONT=&quot]EIN Teil von Dir will das Eine und der ANDERE will etwas anderes.[/FONT]

[FONT=&quot]Der eine Teil ist Deine Seele/Herz, und der andere ist Dein Verstand.[/FONT]

[FONT=&quot]Der Verstand ist aber nur dazu da, ein Werkzeug des Herzens zu sein.[/FONT]
[FONT=&quot]Er kann und darf deshalb nicht die Oberhand gewinnen, weil er begrenzt ist, durch Logik, was die Seele nicht ist, und sie somit einen viel größeren Wirkungsbereich hat.[/FONT]

[FONT=&quot]Das bedeutet weiterhin, daß Deine Seele mit dem Herzen IMMER das Wichtigere ist.[/FONT]

[FONT=&quot]Deine Seele ist von Anfang an DA; Dein Verstand wird erst ausgebildet.[/FONT]

[FONT=&quot]Bei Dir ist es so, daß Dein Verstand zu dem Feind Deiner Seele geworden ist; durch die einengende Erziehung, durch „Prinzipien“, die die freie Entfaltung der Seele verhinderten, und dergleichen mehr.[/FONT]

[FONT=&quot]Raus kommt genau DAS, was Du jetzt erlebst.:[/FONT]

[FONT=&quot]Dein Verstand wirkt natürlicherweise wie ein Filter.[/FONT]

[FONT=&quot]Er erlaubt nicht, daß Du beides vereinigen kannst, also Verstand und Seele, was aber für jeden Menschen eine Notwendigkeit ist, um glücklich sein zu können.[/FONT]

[FONT=&quot]Anders ist es unmöglich!!![/FONT]

[FONT=&quot]Im übertragenen Sinne hast Du einen perfekten Computer aber die Software ist fehlerhaft.[/FONT]
[FONT=&quot]Somit kannst Du den Computer nicht gebrauchen.[/FONT]
[FONT=&quot]Und willst ihn wegwerfen. (???)[/FONT]

[FONT=&quot]Aber er ist teuer, und unbedingt wert, ALLES zu versuchen, den Fehler zu korrigieren.[/FONT]

[FONT=&quot]Dein Leben Gott zu „opfern“ heißt für die Liebe zu leben, ja, LEBEN![/FONT]

[FONT=&quot]Gott braucht kein Opfer, Er braucht Menschen, die Seine Liebe verbreiten![/FONT]
[FONT=&quot]Dazu bist Du ohne Zweifel in der Lage, und DAS ist es auch, was Dich glücklich machen würde.[/FONT]

[FONT=&quot]Nur erlaubt es Dein Verstand noch nicht, DU SELBST zu sein, aber das kann man ändern![/FONT]

[FONT=&quot]Dein Körper kann sich erst richtig bewegen, wenn er die Ketten los wird.[/FONT]
[FONT=&quot]Und Deine Seele kann sich erst entfalten und somit glücklich werden, wenn sie die Ketten des Verstandes los wird![/FONT]

[FONT=&quot]Und DAS ist jetzt wohl Deine Aufgabe.[/FONT]
[FONT=&quot]Und zwar deswegen, weil DU es wert bist!!![/FONT]

[FONT=&quot]Gottes allererster Wunsch ist die FREIHEIT des Menschen. Und ein Mensch, dessen Verstand ihn unfrei macht kann niemals im Sinne Gottes leben und agieren!!![/FONT]

[FONT=&quot]Erst aus dieser Freiheit ist ein Erkennen Gottes möglich, nicht aus irgendwelchen Einschränkungen, die von der Kirche oder blindgläubigen Christen probagiert werden.[/FONT]

[FONT=&quot]Und dieses Selbstverletzen und der Selbsthaß sind „ganz normale“ Symptome dessen, was ich gerade aufgeführt habe.[/FONT]

[FONT=&quot]Ich erkenne auch einige Parallelen zu meinem Leben.[/FONT]

[FONT=&quot]Daß Du nicht erwachsen werden „willst“ liegt daran, daß Du niemals richtig KIND sein durftest. Somit vermisst Du etwas.[/FONT]
[FONT=&quot]Ist ebenfalls völlig normal, aber mit dem Erreichen der eigenen Freiheit, verschwindet auch das.[/FONT]

[FONT=&quot]Hast einige Arbeit vor Dir, aber hab keine Angst, denn das Ergebnis ist wundervoll!!![/FONT]

[FONT=&quot]Ich bin sicher, daß Du das Problem auflösen kannst, und ich helf Dir dabei, wenn Du möchtest![/FONT]

[FONT=&quot]Viele Grüße[/FONT]

[FONT=&quot]Marcus[/FONT]
 
M

Marcus1984

Gast
Schön geschrieben, ich habs mir eben 2x durchgelesen. Ich weiß, dass ich im eigentlichen Sinn nicht auf mein Verstand hören soll - nur, .. es ist im prinzip ein Reflex geworden. Selbst wenn ich es nicht gut finde, mach ich es.

Im eigentlichen Sinn will doch kein Mensch alleine sein - ich eigentlich auchnicht, und dennoch habe ich mich isoliert. Freunde, wenn man die so nennen kann - eher Kumpels habe ich nichtmehr, und unter Menschen geh ich auch seit 2 jahren nichtmehr.

Viell ist es auch mein Stolz, weil ich bewiesen habe, dass es auch anders geht. Du hast geschrieben:
"Gottes allererster Wunsch ist die FREIHEIT des Menschen. Und ein Mensch, dessen Verstand ihn unfrei macht kann niemals im Sinne Gottes leben und agieren!!!" Diesen Spruch kenn ich, also da hieß es "Wer auf schlechtem Grund ein Brunnen baut, wird nicht mit futem Wasser belohnt" oder so ähnlich, und trotz des Bodens hab ich schon viele gute Dinge getan - ich wusste, dass das ein selbstzerstörerischer Lebensstil ist, aber dass war mir egal.

Dann dein Bsp mit dem PC - und ich bin Informatiker^^
Weißt du wieoft ich mir gewünscht habe, dass ich ein PC wäre - einfach mal format C: spielen, und neuanfangen, aber soeinfach ist dass ja leider nicht -.-

Warum muss ich darum kämpfen, die Fesseln los zu werden, obwohl ich sie mir ja nicht selber angelegt habe -.-

Im Gefängnis, ja dass Bild hab ich mein Therapeuthen, oder zumindest einem auchschonmal vermittelt. Nur so, wie ich bin, mir fehlt der Mut dazu, selbst wenn die Türe offen wäre, schätze ich würd ich mich in der entgegengesetzten Ecke verkriechen

Ich dank dir auf jedemfall sehr, du hast dass gut umschrieben - hab ja mein Problem auch ausführlich erklärt xD

Wenn du mir helfen kannst, dann möchte ich dich auch darum bitten

Mir geht ja eben nochso einiges im Kopf rum, hab ja auch nochnicht alles von mir geschrieben, und da ich ja selber PC`s wieder fitt mach, weiß ich ja, dass man nur gut arbeiten kann, wenn man das problem genau weiß - ich kanns nur eigentlich garnicht so wirklich leiden, dass für jeden lesbar breit zu treten. Iss mir schon schwer genug gefallen, das erste und dasshier zu schreiben.

Marcus
 

Marcus

Aktives Mitglied
[FONT=&quot]Hallo![/FONT]

[FONT=&quot]Nun, daß Du den Weg selber gehen musst, hast Du schon von Deinen Therapeuten gehört.[/FONT]
[FONT=&quot]Ich kann Dir meine Gedanken und Ansichten schildern, und DU entscheidest, was Du damit machst.[/FONT]

[FONT=&quot]Ich weiß auch, daß es unendlich anstrengend sein kann, ein Problem, das sich im Kopf befindet, mit eben demselben angehen zu müssen.[/FONT]

[FONT=&quot]Aber der Mensch kann nur wirklich wertschätzen, was er sich unter Anstrengungen und Entberungen erarbeitet hat.[/FONT]

[FONT=&quot]Wäre es einfach, etwas Wichtiges zu erreichen, wäre das Erreichte nicht mehr von Bedeutung.[/FONT]

[FONT=&quot]Das sieht man deutlich an den Kindern, die immer alles bekommen haben, weil ihre Eltern wollten, daß sie es „besser“ haben.[/FONT]
[FONT=&quot]Sie haben vor nichts und niemand Achtung und können nichts wertschätzen.[/FONT]

[FONT=&quot]Daß wir öffentlich schreiben, halte ich für sinnvoll, damit auch andere ihre Gedanken dazu schreiben können, und vielleicht auch beim Mitlesen etwas entnehmen können.[/FONT]

[FONT=&quot]Ist es Angst oder Stolz, der Dir Probleme beim Schreiben hier macht?[/FONT]
[FONT=&quot]Du bist doch anonym, und niemand nimmt Dir hier Dein Gesicht weg![/FONT]

[FONT=&quot]Jeder braucht mal Hilfe, auch wenn er lieber selbst welche gibt, und es ihm entwürdigend erscheint, eine Schwäche zu zeigen.[/FONT]

[FONT=&quot]Mit der Einstellung zu sich selbst ist es wie mit einem eingefahrenen Feldweg:[/FONT]
[FONT=&quot]Die Furchen sind tief und der Karren rutscht noch oft in die Spur zurück, wenn man versucht, ihm einen anderen Weg zu geben.[/FONT]

[FONT=&quot]Wenn es Dir möglich ist, dann schreibe Dir alles von der Seele, was Dich beschäftigt und wir werden sehen, ob wir Dich nicht da rausholen können.[/FONT]
[FONT=&quot]Aber, wie gesagt, das geht nur, wenn Du dazu bereit bist.[/FONT]

[FONT=&quot]Therapeuten wissen zwar viel, und können vielleicht auch eine Hilfe sein, aber sie wissen vieles auch nicht, und das halte ich für problematisch.[/FONT]

[FONT=&quot]Deshalb bin ich da immer etwas skeptisch, was den Erfolg ihrer Arbeit angeht.[/FONT]

[FONT=&quot]Also, sei zuversichtlich und hab keine Angst; auch nicht vor Dir selbst, auch wenn der schlimmste Feind die eigene falsche Einstellung zu sich selbst ist.[/FONT]

[FONT=&quot]Viele Grüße[/FONT]

[FONT=&quot]Marcus[/FONT]
 

Lostsouls

Sehr aktives Mitglied
Hallo Marcus, Du da drinnen -,

allein Deine Ansprache:

Hallo ihr da draußen,
spricht Bände und ich stelle mir darunter einen Menschen vor, der gefangen ist, in sich, in dem, wie er aufgewachsen ist, was er erlebt hat und der so gerne aus dem allem ausbrechen möchte, aber nicht weiß, wie er das machen soll.

Deine Geschichte hat mich sehr erschüttert. Ich wurde selbst auch ziemlich streng christlich erzogen, kann mir also teilweise vorstellen, wie es Dir ergangen sein muß und wie Du Dich heute fühlst.

Du wurdest eigentlich zur totalen Selbstaufgabe erzogen, immer helfen, hilfsbereit sein, aber selbst durftest Du nie Hilfe in Anspruch nehmen. "Liebe Deinen Nächsten" der Anfang ist wie ein eingemeißeltes Gesetz "..wie Dich selbst", was ja eigentlich noch viel wichtiger ist, um eben Deinen Nächsten wirklich lieben zu können, fällt komplett hinten runter.

Du durftest nie wütend sein, durftest nie zeigen, wenn Dich etwas geärgert hat, wenn Du Dich verletzt gefühlt hast. Du hattest immer das Gefühl, den Zwang, hilfsbereit und "lieb" nach außen zu sein. Und die Gefühle, die nicht "erlaubt" waren, die haben sich nach innen gerichtet, im Laufe der Zeit gegen Dich selbst.

Und daß Du dann den Tod als eine willkommene Erlösung aus diesem krampfhaften Leben siehst, kann ich gut verstehen.

Ich möchte Deinen Eltern nichts unterstellen, aber - wenn ich so sehe, wie es bei mir war - sowas hat mit christlich wirklich nicht mehr viel zu tun. Es geht nicht darum, nur Gutes für andere zu tun, um "erlöst" zu werden, um in den Himmel zu kommen. Damit ist zum einen der - meiner Meinung nach - christliche Gedanke überhaupt nicht erfüllt. Noch geht es darum, sich selbst dabei aufzugeben. Da ist so viel Druck, so viel Schwere, so viele Erwartungen, daß Du selbst ja gar nicht wirklich zum Leben kommst. Du kannst es ja gar nicht, weil Du voller Zwänge bist.

Und auch Du bist ein Mensch, dem es zusteht, zu LEBEN, das Leben zu genießen, Freude zu haben, Freunde zu haben, Liebe zu erfahren und sie auch zuzulassen. Denn sowas kann und darf gerne frei fließen.

Es ist schwer, solche "Programmierungen" wieder zu ändern, aus dem Kopf zu bekommen und neue hinein zu bekommen. Und ich finde, daß das, was Du erlebt hast, traumatisch ist. Es ist schlimm, daß Deine Eltern Dir nicht gezeigt haben, daß Leben auch schön sein kann und daß es nichts schlimmes ist, sich selbst etwas Gutes zu tun, für sich selbst auch Dinge einzufordern.

Du konntest Dich ja gar nicht richtig spüren. Immer waren es die anderen, die wichtiger waren, damit Du Deine "Aufgabe" erfüllen kannst. Das tut mir so leid für Dich.

Ich denke, sowas kann man nur in kleinen Schritten, aber beständig verändern. Wieder auf Menschen zugehen, Geduld mit sich selbst haben, wenn es vielleicht nicht immer so klappt. Und lernen, zuzulassen, daß auch andere da sind, die Dir helfen wollen und können, und daß Du selbst es auch wert bist.

Finds gut, daß Du den Anfang dafür schon gemacht hast. Vielleicht magst Du Dich hier ja wirklich anmelden, daß damit schon ein erster Kontakt mit "draußen" geknüpft werden kann und mal kucken, was weiter daraus entsteht.

Ich wünsch Dir von Herzen, daß Du endlich Freude am Leben findest und hast.

Liebe Grüße

Lostsouls
 
M

Marcus1984

Gast
vielleicht registriere ich mich hier noch, aber erstmal schreib ich hier nur meine mailaddy: thefuture@web.de

Wenn ich die Addy nur Leben könnte ;) - die stammt noch aus Mittelschulzeit, und es ist irgendwie dabei geblieben.

Ach Marcus, dass mit dem öffentlichen schreiben ist einfach so, dass ich mir damit immer mehr Verantwortung auflade - das wäre genau, wenn ich hier jemanden das alles erzählen würde, und dass hab ich auchnicht gemacht. Der einfache grund sind meine Prinzipien. Alles was ich will, ist nur anderen zu helfen, verstehst du. Dass ging auch sehrlange wenn man sein ganzes Leben nur schauspielert. Aber ich habs einfach satt anderen genau dass zu zeigen, was Sie gerne hätten. War auch lange hier mit in der öffentlichen Jugendarbeit, wo ich jetzt nichtmehr aktiv bin. Alles hat denselben Grund.

Es bringt einfach nichts, über mich zu reden, es kommt dabei nichts positives für andere dabei herraus. Helfen mach ich allzu gern, aber wenn dann schon nur die lapidare frage kommt "Wie gehts dir", da könnt ich an Decke springen. Ich kann das einfach nicht hören.

Weißt, wenn ich mit anderen über meine Probleme reden würde "Geteilte Last, ist halbe Last" aber die andere hälfte trägt dann der andere, und im endeffeckt bleibt nur hängen, dass sich andere mit damit beschäftigen, und ihnen geht es davon nicht besser ==> Also ist es nicht gut.

Gut kann es nur dann werden, wenn ich es schaffe zu lösen, d.h. ich müsste es irgendwie schaffen, dass mein leben überhaupt sinnvoll wird. Das Problem ist nur, ich selbst glaube da nicht wirklich dran -.-

Ich weiß, dass ich kämpfen muss, und es gibt genau 2 Richtungen, wie immer. Entweder ich schaff es den in jedem Menschen verankerten Willen zu Leben zu besiegen, oder ich schaffe es mich zu befrein. Aber wenn ich jetzt anfange zu kämpfen, weiß ich genau, welche Seite gewinnt, da ein Lebenswille quasi nichtmehr existiert. Dass, was mich seit Jahren aufhält, sind nicht meine 3 Geschwister oder Eltern, sondern nur meine kleine Schwester. Wie Sie dass verkraften würde und was die Folge wäre, davor habe ich nur Angst.

Ich habe viell 3-4 mal bis jetzt in meinem Leben auf mein Herz gehört, aber es hat trotzdem immer mein Verstand triumphiert. Ich habe Angst mich gegen den zu stellen.
 

Whity

Mitglied
Ach Lostsouls - ich bin`s - Marcus1984, hatte eben was geschrieben, und dann dein Beitrag gesehn. Neben dem, dasses mich sehr tief getroffen hat, musst ich mich dochgleich registrieren

und nun - hier bin ich ;)
 

Lostsouls

Sehr aktives Mitglied
Hallo Whity,

schön :) das freut mich sehr!

Also, kann ich sagen: willkommen draußen, wenigstens schon mal mit einem Schritt? Oder einem Fuß? Oder einem Fußzeh - ein bißchen zumindest?

Spürst Du den Lufthauch von draußen, nachdem Du die Tür geöffnet hast?

Bin grad sehr berührt - danke.

liebe grüße

lostsouls
 

Whity

Mitglied
Ein hauch vielleicht, nur über meien Reaktion bin ich noch unsicher - wie ichs oben schonmal geschrieben hab. Im eigentlichen würd ich mich irgendwohin verkriechen wolln, wo mich keiner sieht, aber viell isses dochnicht soschlecht, wie ich denke.

Mit der zeit werd ichs schon merken =)

Marcus
 

Marcus

Aktives Mitglied
[FONT=&quot]Hallo Marcus![/FONT]

[FONT=&quot]Du sprichst von Deinen Prinzipien und daß es nichts für andere bringt, wenn Du über DICH sprichst.[/FONT]

[FONT=&quot]Daß diese Prinzipien aber die Mauer sind, die Dein Herz einschränken, ist Dir doch schon mal klar, denke ich.[/FONT]

[FONT=&quot]Und daraus ergibt sich doch, daß sie dringend in Frage gestellt gehören, da sie nicht gut für Dich sind.[/FONT]

[FONT=&quot]Ich hab den Eindruck, daß Du Dich für nicht wert hältst, glücklich zu sein.[/FONT]
[FONT=&quot]Sicher bringt es anderen erst mal nichts, wenn wir über DICH reden, aber das soll es ja auch nicht, weil DU jetzt dran bist.[/FONT]

[FONT=&quot]Es bringt auch anderen nichts, wenn Du Dich satt isst, und trotzdem tust Du es, nicht wahr?[/FONT]

[FONT=&quot]Warum denn, wenn Du doch gar nicht genug wert bist, Dich wohl fühlen zu dürfen?[/FONT]

[FONT=&quot]Kann es sein, daß Du praktisch so erzogen wurdest, Deinen eigenen Wert unter den von anderen zu stellen?[/FONT]

[FONT=&quot]Viele Christen nehmen die Bibel wörtlich, und daraus können sich furchtbare Missverständnisse entwickeln.[/FONT]

[FONT=&quot]Du bist gern für andere da, sagst Du. Was ist aber die Motivation dafür?[/FONT]
[FONT=&quot]Es wäre wichtig, auch DAS mal genauer zu betrachten.[/FONT]

[FONT=&quot]Ist es aus einem zwanghaften Pflichtgefühl, um vielleicht Gott zu gefallen, oder macht es Dich einfach glücklich, wenn es jemandem durch Dich besser geht?[/FONT]

[FONT=&quot]In jedem Fall aber ist es ganz wichtig, daß DU Dich erst mal wohlfühlst und für DICH genug machst.[/FONT]

[FONT=&quot]Als Jesus einige Zeit beim alten Fischer Markus und seiner Familie verbrachte, war es ihm auch sehr wichtig, daß alle Beteiligten sich erst mal satt aßen, bevor Er ihnen Seine Lehren gab.[/FONT]
[FONT=&quot]Er begründet es damit, daß man ja kaum aufnahmefähig ist, wenn man sich nicht wohl fühlt, und z.B. unter Hunger oder Durst leidet.[/FONT]

[FONT=&quot]Wie willst Du also jemandem eine vernünftige Hilfe geben, wenn Du selbst gar keine Kraft dazu hast?[/FONT]

[FONT=&quot]Körperliche Hygiene ist wichtig, aber geistige Hygiene hat für Dich wenig Bedeutung?[/FONT]

[FONT=&quot]Überleg Dir, ob das sinnvoll ist, und ob Gott einen Gefallen an jemandem haben kann, der sich selbst nicht für wertvoll hält, und Gott somit als einen Pfuscher bezeichnet?[/FONT]

[FONT=&quot]Daß Dein Lebenswille nicht mehr da ist liegt an Deiner Einstellung zu Dir selbst, das weißt Du, oder?[/FONT]

[FONT=&quot]Wenn der Verstand gegen die Seele arbeitet, und ihr ihre Entfaltung nimmt, entstehen große Spannungen, und das kann man nicht aushalten.[/FONT]
[FONT=&quot]Es ist nicht nur Dein Recht, glücklich und frei zu werden, sondern ich würde es sogar als Pflicht ansehen, und DAS ist Deine Verantwortung, die Du wahrnehmen solltest, und Dich erst mal nicht um die Meinungen anderer kümmern, was Deine Person oder irgendwelche Verpflichtungen angeht.[/FONT]

[FONT=&quot]Verstehe das bitte; alles andere kommt danach.[/FONT]

[FONT=&quot]Und, ein bisschen Mut sollte man schon mitbringen, wenn man was anpacken will.;)[/FONT]

[FONT=&quot]Viele Grüße[/FONT]

[FONT=&quot]Marcus[/FONT]
 

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