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Lebensgeschichte

  • Starter*in Starter*in Bummix
  • Datum Start Datum Start
B

Bummix

Gast
Hallo, ich habe letztens meine Lebensgeschichte geschrieben und wollte sie einfach mal loswerden... Es ist viel passiert und dem entsprechend ist sie auch recht lang. Auf Grund meiner Geschichte und diversen Problemen, die ich im Nachhinein dadurch habe, werde ich wohl bald eine Therapie anfangen. Ich wollte deshalb mal fragen, ob mir jemand sagen, kann wie so eine erste Therapiesitzung aussieht und was ich da so erzählen muss, bzw. was mir für Fragen gestelllt werden, damit ich mich ein wenig darauf vorbereiten kann. Es ist halt schwierig für mich einfach dazusitzen und darüber zu reden... Aber naja, hier ist erstmal meine Geschichte.
Also, ich erinnere mich zwar kaum an meine frühe Kindheit, aber das was ich weiß ist, dass es furchtbar war. Ich war ein eingeschüchtertes Kind, war verängstigt und habe kaum geredet. Als ich vier war, haben sich meine Eltern getrennt, meine Mutter ist daraufhin krank geworden und kam in eine Psychiatrie, nach drei Monaten kam sie wieder, noch verrückter als vorher. Ich hatte das damals noch nicht verstanden. Sie ist paranoid geworden, hat sich in der Wohnung eingesperrt und war völlig neben der Spur. Oft stand sie in der Küche und hat das Geschirr kaputt geschmissen, hat Tassen gegen die Wände geworfen und wenn wir sie darauf angesprochen haben, behauptete sie, ihr wäre bloß eine Tasse aus der Hand gefallen. Als nächstes kam dann auch, dass sie mitten in der Nacht stundenlang im Flur stand, schweigend und scheinbar sehr verwirrt. Meine Eltern hatten sich damals oft gestritten, deshalb ist meine Mutter dann auch mit mir und meiner Schwester in einen östlichen Stadtteil von Berlin gezogen, mitten in die Plattenbauten und die Leute, die dort lebten, waren zu 50% Nazis. Meine Mutter wurde immer verrückter, sie wurde agressiv, hat oft grundlos rumgeschrieen, hat angefangen uns zu schlagen und begann auf der Strasse wildfremde Leute zu beleidigen und zu provozieren und geriet dann leider auch immer öfters an die falschen Leute. Es fing damit an, dass sie vor unserer Haustür einen Nazi beschimpfte, der sie daraufhin zu Boden schlug und auf sie eintrat. Meine Schwester und ich standen daneben, mussten uns das mit ansehen und konnten nichts dagegen tun.Zu dem Zeitpunkt war ich 6 Jahre alt, meine Schwester 10. Wenig später, sind wir einer Gruppe Nazis begegnet, wir waren einkaufen und als wir aus dem Geschäft kamen, haben sie uns sofort dumm angeguckt, meine Mutter wollte sich das nicht gefallen lassen, hat die Nazis zusätzlich noch provoziert und wieder wurde sie verprügelt, und auch mich ließen die sie nicht in Ruhe, sie sind mir hinterher gelaufen, haben mich getreten und beschimpft. Ich habe das nicht verkraftet, einerseits war ich verwirrt darüber, dass meine Mutter sich mit einer Gruppe von 10 Nazis angelegt hatte und andererseits war ich wütend über deren Reaktion. Im folgenden Sommer wurde ich dann eingeschult. Mama, wollte jedoch meistens nicht, dass ich zur Schule ging, hat mich krank geschrieben, obwohl ich gesund war, ich habe die hälfte der Schulzeit in der ersten Klasse verpasst.Und auch in der zweiten Klasse hat sich nichts geändert.Ich bin zum Außenseiter geworden, alle dachten, ich würde schwänzen und durch die ganzen Fehlzeiten, konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Mama war kaum noch für mich da, wenn sie mal da war, hatte sie schlechte Laune und hat auf mich eingeschlagen. Als sie dann einmal Behördengänge erledigen musste, hat sie uns alleine zu Hause gelassen und meinte, sie käme in zwei Stunden wieder.Aber sie kam nicht wieder.Erst am nächsten morgen, stand sie plötzlich barfuss vor der Wohnungstür, verwirrt und anders als sonst., schweigsam und weniger agressiv. Dann haben wir von ihr erfahren, dass sie in der Zeit, wo sie nicht da war entführt und vergewaltigt wurde. Ich war noch zu jung um das zu verstehen und bin mir bis heute nicht sicher, ob sie die Wahrheit gesagt hat, weil sie ja sowieso fernab von jeglicher Realität war. Sie hat in ihrer eigenen Welt gewohnt, hat niemanden mehr an sich rangelassen, den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen und konnte keinem mehr vertrauen. Ich war kaum noch zu Hause, meine Mutter ist ständig mit uns in der Stadt unterwegs gewesen, sie hatte Angst, wieder zurück zu kehren, hatte Angst vor den Nazis und hatte Mietschulden. Also, waren wir mal hier und mal dort, mal in einem Frauenhaus, mal bei ihrem Exfreund und mal auf der Strasse. Und es ging uns immer schlechter, wir hatten kein Geld mehr, um etwas zu essen zu kaufen, hatten die Wohnung nicht mehr und hatten fast alles verloren.Mama hat jedoch nichts gelernt, sie hat alles gemacht, wie zuvor, bis zu einem Abend, wo sie wieder wen provoziert hatte, diesmal einen Araber, in Kreutzberg am U-Bahnhof.Es war mitten in der Nacht, es war dunkel und der Typ stieg aus seinem Auto, um sich am Automaten Zigaretten zu holen, Mama beschimpfte ihn und bedrohte ihn mit ihrer E-Gitarre.Der Mann ist zurück zu seinem Auto gegangen, in der noch seine Freundin saß, griff in das Handschuhfach und stand plötzlich mit einer Pistole vor uns.An der Reaktion seiner Freundin, die versucht hatte ihn zu beruhigen und wieder ins Auto zu zerren, erkannte ich, dass er es ernst meinte und die Pistole echt war. Meine Schwester und meine Mutter standen dort, als wäre nichts los.sie haben die Knarre nicht gesehen und haben sich nicht vom Fleck gerührt, während ich unter Schock, kreischend und voller Panik in den U-Bahnhof lief, meine Schwester und meine Mutter kamen dann auch, der Typ hatte sich abgeregt, aber ich habe mich nicht beruhigt, konnte nicht mehr sprechen, habe wirres Zeug geredet, bin plötzlich blass und ohnmächtig geworden.An die nächste Woche erinnere ich mich nicht mehr, ich weiß nur von meiner Schwester, dass ich die nächsten beiden Tage nicht mehr reden konnte und verwirrt war.Dann wurde es noch schlimmer, durch die Schläge, die sie von den Türken und Nazis bekommen hatte, hatte sie eine Netzhautablösung, wir waren auf dem Weg ins Krankenhaus, etwa 20 Meter entfernt, als uns eine Gruppe von Türken entgegen kam. Wieder hat meine Mutter die dumm angemacht, die haben ihre Kollegen geholt, meine Mutter getreten und geschlagen und geschubst, bis sie am Boden lag.Nahmen ihr ihre E-Gitarre weg, die sie auf den Boden schmetterten, 2 cm neben ihrem Gesicht kam sie auf.Ich war fertig mit der Welt, hatte keinen Ort mehr, wo ich mich sicher fühlte, kein Dach überm Kopf um mich ins Bett zu legen und zu schlafen, hatte niemanden, der für mich sorgte und keinem, dem ich meine Probleme erzählen konnte. Und ich musste ständig damit rechnen, dass noch schlimmere Dinge passierten, dass meine Mutter plötzlich wieder ausrastete und mich verprügelte.Dann sind wir in verschiedene Frauenhäuser gezogen, nach Bremen, nach Stuttgart, nach Rendsburg und irgendwann nach Baden-Baden, wo wir dann auch länger blieben, wir haben dort eine Wohnung gefunden.Meine Mutter veränderte sich jedoch nicht zum positiven.Sie ist kaum noch auf die Strasse gegangen, hat uns immer noch verboten zur Schule zu gehen und wurde wahnsinnig brutal.Sie ist mitten in der Nacht aufgestanden, hat die Regale und Schränke umgeschmissen, hat uns angeschrieen, prügelte mit Gegenständen auf uns ein, würgte meine Schwester, so dass sie am Hals blaue Flecken bekam und viele Schrammen hatte.Das ging wochenlang jede Nacht so.Aber wir hatten immer noch keinen, der uns half und zusätzlich trauten wir uns auch nicht darüber zu reden, aus Angst, dass sie uns noch etwas schlimmeres antun könnte. Irgendwann wurde das Jugendamt auf uns aufmerksam, weil wir nicht zur Schule gingen und unsere Nachbarn auch erzählt hatten, dass bei uns oft nachts Lärm war.Wir kamen dort trotzdem nicht weg, meine Mutter sagte, sie hätte nachts oft laut Musik an und ein paar Tage später flüchtete sie mit uns nach Polen, wo wir einige Monate waren, zu dem Zeitpunkt war ich gerade 9. Wir sind lange umhergereist. Manchmal haben wir tagelang nicht geschlafen, manchmal schliefen wir einfach in Zügen und manchmal haben wir eine billige Unterkunft gefunden wo wir schlafen konnten. Wir waren etwa 2-3 Monate dort, irgendwann hatten wir kein Geld mehr und sind wieder zurück nach Deutschland gefahren.Sind wieder in ein Frauenhaus in Berlin gegangen, wo wir schon einmal waren. Die Leute, die dort arbeiteten kannten uns.Kein Tag verging, als das Jugendamt kam und meine Schwester und mich wegholte.Wir kamen in eine Krieseneinrichtung für Jugendliche ab 14 Jahren, meine Schwester und ich waren 9 und 13. Es war eine Art Wohngruppe. Wir lebten mit kriminellen Jugendstraftätern zusammen, mit Drogensüchtigen und anderen.Ich fühlte mich sicher, obwohl ich wusste, von wem ich umgeben war. Aber sie behandelten mich gut, hatten Respekt vor mir und haben mir nie etwas getan.Auch hatte ich wieder Kontakt zu meinem Vater.Ich sah ihn nach einigen Jahren das erste mal wieder und wir unternahmen etwas zusammen. Ich lernte, wie es war, wenn man nicht auf sich allein gestellt war, wenn man beschützt wurde, wie es ist wieder in einem sauberen Bett zu schlafen, sich wohl zu fühlen, keine Angst haben zu müssen, wie es war, wenn es wen gab, der sich um einen sorgte, der für einen kochte und so weiter. Wusste vorher gar nicht wie das ist, normal zu leben.Es gefiel mir bis uns gesagt wurde, dass wir in eine Pflegefamilie kämen, etwa 50 KM entfernt von Berlin. Es kam der Tag, wo wir unsere Pflegeeltern und unsere 7 Pflegegeschwister kennen lernten. Nach außen hin schien alles perfekt zu sein, es waren 2 schöne Wohnhäuser, mit einem riesigen Garten und vielen Tieren, 3 Pferden, Hühnern und zwei Hunden. Aber ich fühlte mich dort nicht wohl und schon kurz nachdem ich dort war, wusste ich warum.
 
Fortsetzung Lebensgeschichte

Wir hatten keine Freizeit, sobald wir aus der Schule kamen, mussten wir den ganzen Tag im Garten arbeiten, wir wurden psychisch fertig gemacht, beleidigt und so weiter... Aber wir hatten noch Kontakt, zu Mama und Papa... Unser Vater, war uns keine große Hilfe, er wusste dass es uns schlecht ging, unternahm aber nichts... Und sobald Mama in Knast kam, konnte sie uns auch nicht mehr helfen, 2 Monate war sie dort, wegen Beamtenbeleidigung und Bedrohung und anderen Sachen, worüber ich nicht Bescheid weiß.. Wir hatten fast keinen Kontakt mehr zu ihr, und in der Familie wurde es immer schlimmer... Ich erfuhr später, dass mein Pflegevater meine Pflegeschwester sexuell missbraucht hat. Hinterher konnte ich mir dann auch denken, warum er immer ins Bad kam, wenn ich badete... Er gaffte mich komisch an, ich dachte mir damals nichts dabei... Er sagte, er wolle sich nur die Zähne putzen... Und stand dann manchmal 10-15 Minuten im Bad, um sich die Zähne zu putzen... Mama kam wieder frei, wir erzählten ihr, wie schlecht es uns ging und sie zeigte unsere Pflegeeltern an... Auch waren wir beim Jugendamt und sagten, dass wir wegwollten... Wir kamen kurz vor Weihnachten weg, in ein Heim in Berlin. Ich fühlte mich wohl dort...hatte wieder mehr Kontakt zu meiner Mutter und war ihr damals dankbar, dass sie sich während der Zeit darum kümmerte, dass wir von der Pflegefamilie wegkamen. Meine Mutter beantragte wieder das Sorgerecht für uns und hatte auch eine Wohnung in Berlin, wo wir hinziehen konnten. Ich dachte damals, sie hätte sich geändert und dass sie uns nicht mehr schlagen würde.. Sie bekam wieder das Sorgerecht, wir zogen zu ihr und es hatte sich nichts geändert... Sie schlug uns wieder... Immer heftiger, sie zerrte mich an den Haaren durch die ganze Wohnung und dann mit dem Kopf so heftig gegen das Treppengeländer, dass ich eine Gehirnerschütterung hatte... Ich weinte vor Schmerzen, musste mich übergeben und es war ihr egal... Manchmal, war es so, dass sie Phasen hatte, wo sie recht normal war...wo man auch mit ihr lachen konnte, und plötzlich, ohne einen Auslöser, fing sie wieder an uns zusammen zuschlagen... Sie hatte einen Elektroschocker, den sie mir öfters direkt vors Gesicht hielt und anmachte... Meine Schwester wollte das nicht mehr mitmachen, ist eines Tages abgehauen und lies mich alleine... Sie war 14, in Berlin gilt das Recht, das man mit 14 alleine entscheiden darf, wo man wohnt. Sie kam nicht wieder und zog ein wenig später zu meinem Vater... Ich war alleine... Seitdem meine Schwester fort war, ging meine Mutter nicht mehr aus dem Haus, ich musste mich um alles alleine kümmern, ums essen, ums einkaufen, musste Behördengänge machen... War wieder auf mich alleine gestellt und zusätzlich musste ich die Schläge erleiden. Es wurde noch schlimmer als vorher... Die Agressionen, die sie damals an mir und meiner Schwester ausließ, musste ich nun alleine erleiden... Sie schlug immer wieder auf mich ein, so dass ich am ganzen Körper blaue Flecken hatte, ich lag am Boden und sie trat immer wieder zu...zog mich dann an den Haaren hoch, zerrte mich zum Tisch, und schlug mich so, mit dem Rücken auf den Tisch, dass ich noch heute Narben davon habe... Ich dachte manchmal, sie würde mich umbringen... Ich traute mich nicht wegzulaufen, denn ich wusste, wenn ich wieder zurückkäme, würde das mein sicheres Ende bedeuten... Nach einem halben Jahr kam ich dann weg.. In eine Kinderwohngruppe nach West-Berlin... Es war schön dort.. Ich genoss die Zeit, wusste aber, dass ich dort nicht ewig bleiben konnte... Ich sollte mich entscheiden, wo ich hinwollte und entschied mich für meinen Vater, um endlich wieder bei meiner Schwester zu sein... Ich kam dann nach einem halben Jahr zu meinem Vater, da war ich 11.. Mein Vater konnte sich nicht im geringsten vorstellen, was in all den Jahren passiert war... Ich denke nach seiner Meinung, sah er es so, dass das Vergangenheit war... Aber es ist nicht so... Ich wurde jahrelang wie ein Stück S**** behandelt...Habe kein Selbstbewusstsein mehr, leide seit Jahren unter Albträumen... Ich habe mir damals eingeredet, dass ich nichts wert war... Schließlich wurde ich auch so behandelt... Ich hatte Agressionen in mir, hatte aber keinen, den ich dafür verantwortlich machen konnte... Ich konnte mich nicht an meiner Mutter rächen... Konnte nie jemanden für mein Leben die Schuld geben... Ich hasse meine Mutter nicht, denn ich weiß, wenn sie nicht so krank wäre, wäre sie ein guter Mensch... Sie ist nicht abgrundtief böse, sondern krank...und sie kann nichts dafür... Es ging mir immer noch schlecht, ich fing an mich zu ritzen und eine Fassade aufzubauen.. Ich versuchte immer anderen Leuten vorzutäuschen, dass ich glücklich wirke... Dass es mir gut geht... Nach außen hin lächle ich, Menschen die mich nicht kennen, sehen in mir nur ein kleines, verrücktes Kind... Sie glauben über mich reden zu können, aber sie haben von nichts eine Ahnung... Denken, sie können sich eine Meinung über mich bilden, weil sie, ein Jahr mit mir in einer Klasse sind und denken, dass sie mich kennen... Sie sehen, dass ich kein Selbstbewusstsein habe und nutzen das aus um mich fertig zu machen, machen sich über mich lustig... halten mich für verrückt... Es macht ihnen Spaß, wenn sie sehen, wie ich unter ihnen leide... Aber sie wissen nicht, dass sie dadurch mein Leben kaputt machen, weil sie sich nicht in mich hinein versetzten können... Sie riskieren, dass es mir noch schlechter geht, als wie es jetzt schon der Fall ist... Sie brauchen jemanden, den sie verletzten können, damit sie von ihren eigenen Problemen ablenken... Genießen vielleicht das Gefühl, weil sie denken, dass sie dadurch cool sind... Ich habe ihnen nie etwas getan, war immer freundlich, habe nicht viel mit ihnen zu tun, und sie suchen sich extra die Leute zum fertig machen, die eh kein Selbstbewusstsein haben... Ich bin anders als sie und das nutzen sie aus... Sie riskieren, dass ich irgendwann durch die ganzen Schikanen so fertig bin, dass ich nicht mehr leben will...dass ich kranker werde, als ich es bin... dass ich ärtztliche Hilfe brauche...
 
Sorry, aber wer soll das lesen?

Diese Micker-Schrift und das alles ohne einen einzigen Absatz. Kannst du das mal bitte entsprechend editieren?
 
Ja, da muss ich mich den Worten von Viktoria anschließen.
Da musste ja mit der Lupe gucken**lol**
Und bitte nicht dieses Grässliche blau! oh neeee
 
Zuletzt bearbeitet:
ich kann das nicht anders....hab heute das erste mal nen eintrag hier reingemacht... und es wird ja auch keiner gezwungen das zu lesen...und was ist eigentlich editieren?
 
@ Victory
Brauchst ja nicht, wennst nicht willst

@ Traumtänzer
Ansicht --> Schriftgrad --> vergrößern
Tja, die Technik ist ein Hund....


@ Bummnix

Schlimme Geschichte!!
Darf man fragen wie alt du nun bist?
Ich habe so ähnliches mitgemacht, kann dich gut verstehen.
 
Also, ich bin jetzt 17 und wohne seit 6 Jahren bei meinem Vater, bin auch relativ zufrieden, mit meinem jetzigen Leben... Darf ich fragen, was dir so passiert ist, Sarah?
 
Ich erlaube mir jetzt mal, das lesbar zumachen.

Hallo, ich habe letztens meine Lebensgeschichte geschrieben und wollte sie einfach mal loswerden... Es ist viel passiert und dem entsprechend ist sie auch recht lang. Auf Grund meiner Geschichte und diversen Problemen, die ich im Nachhinein dadurch habe, werde ich wohl bald eine Therapie anfangen. Ich wollte deshalb mal fragen, ob mir jemand sagen, kann wie so eine erste Therapiesitzung aussieht und was ich da so erzählen muss, bzw. was mir für Fragen gestelllt werden, damit ich mich ein wenig darauf vorbereiten kann. Es ist halt schwierig für mich einfach dazusitzen und darüber zu reden... Aber naja, hier ist erstmal meine Geschichte.

Also, ich erinnere mich zwar kaum an meine frühe Kindheit, aber das was ich weiß ist, dass es furchtbar war. Ich war ein eingeschüchtertes Kind, war verängstigt und habe kaum geredet. Als ich vier war, haben sich meine Eltern getrennt, meine Mutter ist daraufhin krank geworden und kam in eine Psychiatrie, nach drei Monaten kam sie wieder, noch verrückter als vorher. Ich hatte das damals noch nicht verstanden. Sie ist paranoid geworden, hat sich in der Wohnung eingesperrt und war völlig neben der Spur. Oft stand sie in der Küche und hat das Geschirr kaputt geschmissen, hat Tassen gegen die Wände geworfen und wenn wir sie darauf angesprochen haben, behauptete sie, ihr wäre bloß eine Tasse aus der Hand gefallen. Als nächstes kam dann auch, dass sie mitten in der Nacht stundenlang im Flur stand, schweigend und scheinbar sehr verwirrt.

Meine Eltern hatten sich damals oft gestritten, deshalb ist meine Mutter dann auch mit mir und meiner Schwester in einen östlichen Stadtteil von Berlin gezogen, mitten in die Plattenbauten und die Leute, die dort lebten, waren zu 50% Nazis. Meine Mutter wurde immer verrückter, sie wurde agressiv, hat oft grundlos rumgeschrieen, hat angefangen uns zu schlagen und begann auf der Strasse wildfremde Leute zu beleidigen und zu provozieren und geriet dann leider auch immer öfters an die falschen Leute. Es fing damit an, dass sie vor unserer Haustür einen Nazi beschimpfte, der sie daraufhin zu Boden schlug und auf sie eintrat. Meine Schwester und ich standen daneben, mussten uns das mit ansehen und konnten nichts dagegen tun.Zu dem Zeitpunkt war ich 6 Jahre alt, meine Schwester 10. Wenig später, sind wir einer Gruppe Nazis begegnet, wir waren einkaufen und als wir aus dem Geschäft kamen, haben sie uns sofort dumm angeguckt, meine Mutter wollte sich das nicht gefallen lassen, hat die Nazis zusätzlich noch provoziert und wieder wurde sie verprügelt, und auch mich ließen die sie nicht in Ruhe, sie sind mir hinterher gelaufen, haben mich getreten und beschimpft.

Ich habe das nicht verkraftet, einerseits war ich verwirrt darüber, dass meine Mutter sich mit einer Gruppe von 10 Nazis angelegt hatte und andererseits war ich wütend über deren Reaktion. Im folgenden Sommer wurde ich dann eingeschult. Mama, wollte jedoch meistens nicht, dass ich zur Schule ging, hat mich krank geschrieben, obwohl ich gesund war, ich habe die hälfte der Schulzeit in der ersten Klasse verpasst.Und auch in der zweiten Klasse hat sich nichts geändert.Ich bin zum Außenseiter geworden, alle dachten, ich würde schwänzen und durch die ganzen Fehlzeiten, konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Mama war kaum noch für mich da, wenn sie mal da war, hatte sie schlechte Laune und hat auf mich eingeschlagen. Als sie dann einmal Behördengänge erledigen musste, hat sie uns alleine zu Hause gelassen und meinte, sie käme in zwei Stunden wieder.Aber sie kam nicht wieder.Erst am nächsten morgen, stand sie plötzlich barfuss vor der Wohnungstür, verwirrt und anders als sonst., schweigsam und weniger agressiv. Dann haben wir von ihr erfahren, dass sie in der Zeit, wo sie nicht da war entführt und vergewaltigt wurde. Ich war noch zu jung um das zu verstehen und bin mir bis heute nicht sicher, ob sie die Wahrheit gesagt hat, weil sie ja sowieso fernab von jeglicher Realität war.

Sie hat in ihrer eigenen Welt gewohnt, hat niemanden mehr an sich rangelassen, den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen und konnte keinem mehr vertrauen. Ich war kaum noch zu Hause, meine Mutter ist ständig mit uns in der Stadt unterwegs gewesen, sie hatte Angst, wieder zurück zu kehren, hatte Angst vor den Nazis und hatte Mietschulden. Also, waren wir mal hier und mal dort, mal in einem Frauenhaus, mal bei ihrem Exfreund und mal auf der Strasse. Und es ging uns immer schlechter, wir hatten kein Geld mehr, um etwas zu essen zu kaufen, hatten die Wohnung nicht mehr und hatten fast alles verloren.Mama hat jedoch nichts gelernt, sie hat alles gemacht, wie zuvor, bis zu einem Abend, wo sie wieder wen provoziert hatte, diesmal einen Araber, in Kreutzberg am U-Bahnhof.Es war mitten in der Nacht, es war dunkel und der Typ stieg aus seinem Auto, um sich am Automaten Zigaretten zu holen, Mama beschimpfte ihn und bedrohte ihn mit ihrer E-Gitarre.Der Mann ist zurück zu seinem Auto gegangen, in der noch seine Freundin saß, griff in das Handschuhfach und stand plötzlich mit einer Pistole vor uns.An der Reaktion seiner Freundin, die versucht hatte ihn zu beruhigen und wieder ins Auto zu zerren, erkannte ich, dass er es ernst meinte und die Pistole echt war. Meine Schwester und meine Mutter standen dort, als wäre nichts los.sie haben die Knarre nicht gesehen und haben sich nicht vom Fleck gerührt, während ich unter Schock, kreischend und voller Panik in den U-Bahnhof lief, meine Schwester und meine Mutter kamen dann auch, der Typ hatte sich abgeregt, aber ich habe mich nicht beruhigt, konnte nicht mehr sprechen, habe wirres Zeug geredet, bin plötzlich blass und ohnmächtig geworden.

An die nächste Woche erinnere ich mich nicht mehr, ich weiß nur von meiner Schwester, dass ich die nächsten beiden Tage nicht mehr reden konnte und verwirrt war.Dann wurde es noch schlimmer, durch die Schläge, die sie von den Türken und Nazis bekommen hatte, hatte sie eine Netzhautablösung, wir waren auf dem Weg ins Krankenhaus, etwa 20 Meter entfernt, als uns eine Gruppe von Türken entgegen kam. Wieder hat meine Mutter die dumm angemacht, die haben ihre Kollegen geholt, meine Mutter getreten und geschlagen und geschubst, bis sie am Boden lag.Nahmen ihr ihre E-Gitarre weg, die sie auf den Boden schmetterten, 2 cm neben ihrem Gesicht kam sie auf.Ich war fertig mit der Welt, hatte keinen Ort mehr, wo ich mich sicher fühlte, kein Dach überm Kopf um mich ins Bett zu legen und zu schlafen, hatte niemanden, der für mich sorgte und keinem, dem ich meine Probleme erzählen konnte. Und ich musste ständig damit rechnen, dass noch schlimmere Dinge passierten, dass meine Mutter plötzlich wieder ausrastete und mich verprügelte.Dann sind wir in verschiedene Frauenhäuser gezogen, nach Bremen, nach Stuttgart, nach Rendsburg und irgendwann nach Baden-Baden, wo wir dann auch länger blieben, wir haben dort eine Wohnung gefunden.Meine Mutter veränderte sich jedoch nicht zum positiven.Sie ist kaum noch auf die Strasse gegangen, hat uns immer noch verboten zur Schule zu gehen und wurde wahnsinnig brutal.Sie ist mitten in der Nacht aufgestanden, hat die Regale und Schränke umgeschmissen, hat uns angeschrieen, prügelte mit Gegenständen auf uns ein, würgte meine Schwester, so dass sie am Hals blaue Flecken bekam und viele Schrammen hatte.Das ging wochenlang jede Nacht so.Aber wir hatten immer noch keinen, der uns half und zusätzlich trauten wir uns auch nicht darüber zu reden, aus Angst, dass sie uns noch etwas schlimmeres antun könnte.

Irgendwann wurde das Jugendamt auf uns aufmerksam, weil wir nicht zur Schule gingen und unsere Nachbarn auch erzählt hatten, dass bei uns oft nachts Lärm war.Wir kamen dort trotzdem nicht weg, meine Mutter sagte, sie hätte nachts oft laut Musik an und ein paar Tage später flüchtete sie mit uns nach Polen, wo wir einige Monate waren, zu dem Zeitpunkt war ich gerade 9. Wir sind lange umhergereist. Manchmal haben wir tagelang nicht geschlafen, manchmal schliefen wir einfach in Zügen und manchmal haben wir eine billige Unterkunft gefunden wo wir schlafen konnten. Wir waren etwa 2-3 Monate dort, irgendwann hatten wir kein Geld mehr und sind wieder zurück nach Deutschland gefahren.Sind wieder in ein Frauenhaus in Berlin gegangen, wo wir schon einmal waren. Die Leute, die dort arbeiteten kannten uns.Kein Tag verging, als das Jugendamt kam und meine Schwester und mich wegholte.Wir kamen in eine Krieseneinrichtung für Jugendliche ab 14 Jahren, meine Schwester und ich waren 9 und 13. Es war eine Art Wohngruppe. Wir lebten mit kriminellen Jugendstraftätern zusammen, mit Drogensüchtigen und anderen.

Ich fühlte mich sicher, obwohl ich wusste, von wem ich umgeben war. Aber sie behandelten mich gut, hatten Respekt vor mir und haben mir nie etwas getan.Auch hatte ich wieder Kontakt zu meinem Vater.Ich sah ihn nach einigen Jahren das erste mal wieder und wir unternahmen etwas zusammen. Ich lernte, wie es war, wenn man nicht auf sich allein gestellt war, wenn man beschützt wurde, wie es ist wieder in einem sauberen Bett zu schlafen, sich wohl zu fühlen, keine Angst haben zu müssen, wie es war, wenn es wen gab, der sich um einen sorgte, der für einen kochte und so weiter. Wusste vorher gar nicht wie das ist, normal zu leben.Es gefiel mir bis uns gesagt wurde, dass wir in eine Pflegefamilie kämen, etwa 50 KM entfernt von Berlin. Es kam der Tag, wo wir unsere Pflegeeltern und unsere 7 Pflegegeschwister kennen lernten. Nach außen hin schien alles perfekt zu sein, es waren 2 schöne Wohnhäuser, mit einem riesigen Garten und vielen Tieren, 3 Pferden, Hühnern und zwei Hunden. Aber ich fühlte mich dort nicht wohl und schon kurz nachdem ich dort war, wusste ich warum.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja, das war auch mein Problem, mit der Meldung Text zu lang, deshalb hatte ich das auch in zwei Teile geschrieben. Hatte mir das alles auch noch mal durchgelesen, wusste aber auch nicht, was ich da noch kürzen könnte... Wenn ich das kürze fehlen da dann irgendwie die zusammenhänge...
 

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