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Leben ohne Freunde und Beziehung ok?

G

Gast

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Der Titel hört sich vielleicht etwas blöd an.
Aber ich hatte nie wirklich Freunde auch noch nie eine richtige Beziehung (bin 28). Ich habe es immer wieder versucht auf verschiedenen Wegen. Leider wurde ich meistens nur enttäuscht (ausgenutzt,betrogen,im Stich gelassen).
Mittlerweile versprüre ich auch gar keine richtige Lust mehr noch andere kennen zu lernen.
Ich habe schon so viel Zeit damit verschwendet und es hat mich so viel Nerven gekostet das ich davon sogar Depressionen bekomen habe.

Jetzt frage ich mich ob es ok ist einfach das Suchen auf zu geben und alleine glücklich zu werden. Wie gesagt verspüre ich gar keine Lust mehr auf andere Menschen. Meine Sachen kann ich auch gut alleine machen und meinen spaß haben.

Meint ihr das ist ok? Das ist vielleicht eine etwas komische Frage aber ein paar Zweifel sind da. Ob ich nicht vielleicht was verpasse und irgendwann diese Entscheidung bereue.
Nur wie mein Leben bis jetzt gelaufen ist so will ich nicht weiter machen. Es kostet wie gesagt einfach zu viel Zeit und Kraft das will ich nicht mehr.
 

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Kerstin87

Aktives Mitglied
natürlich ist es ok, aber sicher nicht schön. Hast du Kontakt mit Arbeitskollegen? Treibst du Sport? Ich haabe eine Freundin über eine Sportpartnersuche im Internet gefunden, eine andere über ein Sprachtandem. Nur wenn du ein paar negative Erfahrungen gemacht hs, ist nicht die ganze Menschheit schlecht. Meinen Mann hab ich auch online kennengelernt.
 
G

Gast

Gast
Naja ich habe ja nicht nur ein paar schlechte Erfahrungen gemacht sondern leider nur :/. Mein ganzes Leben lang bin ich schon auf der Suche und bis jetzt war es einfach alles nur enttäuschend.

Mit meinen Arbeitskollegen sieht es eher schlecht aus. Da ich viele Lebensmittelunverträglichkeiten habe muss ich mir mein Essen selber mit bringen und bei Weihnachtsfeiern auch (und wenn sie in ein Restaurant gehen kann ich gar nicht mit/wollen die mich nicht dabei haben weil es ja peinlich mit mir ist). Ich wurde deswegen schon richtig gemobbt. Da ich noch Tabletten nehmen muss von denen ich mal zu nehme dann wieder abnehme wurde ich auch schon fertig gemacht. Es herrscht da einfach absolutes Unverständnis.

Sportvereine auch Kurse (z.B. Zeichenkurse) habe ich auch schon durch. Entweder wurde ich nicht wirklich beachtet (selbst wenn ich versucht habe mit den Leuten zu reden und auf sie zugegangen bin) oder wenn sich was ergeben hat dann wurde ich von den Leuten nur ausgenutzt. Ich weis auch nicht warum aber irgendwie ziehe ich solche Leute an.Und für solche Leute habe ich einfach viel zu viel Zeit und Nerven geopfert. Wenn ich bedenke was ich in der Zeit hätte alles machen können auch in der Zeit wo es mir wegen so was richtig schlecht ging.
Da denk ich mir wozu das ganze? Dann doch lieber alleine aber weniger Stress.

Und Online habe ich bis jetzt leider auch nur (sorry für den Ausdruck) Spinner kennengelernt.
 

Vannay

Mitglied
Hey Gast,

im Grunde ist es natürlich "ok", ein Leben auf diese Art zu führen. Niemand hat dir vorzuschreiben, womit du glücklich sein darfst, oder nicht; schließlich schadest du mit deinem Verhalten ja keinem Menschen. Und gerade, wenn du dich in deiner aktuellen Situation wirklich zufrieden fühlst, solltest du dir dieses Gefühl selbstverständlich nicht von irgendwelchen Leuten aus dem Internet rauben lassen, die glauben, dies sei nicht in Ordnung oder nicht normal.

Ich fürchte jedoch, dass jeder Mensch ab einem gewissen Punkt seine Interessen und Leidenschaften auch gerne mit einem anderen Menschen teilen würde. Hierzu braucht es natürlich nicht gleich einen riesigen Freundeskreis oder den/die Partner/in für's Leben, aber eine Hand voll Personen, die Interessen und Gemeinsamkeiten teilen schaden dazu aufjedenfall nicht.
An deiner Stelle würde ich die Hoffnung daher nicht aufgeben, solche Personen finden zu können. Da du ja selber sagst, dass es genug Dinge gibt, die dir prinzipiell alleine Spaß machen, findest du doch über das Internet sicher Interessenkreise und Foren, wo du Menschen begegnen kannst, die diese Interessen teilen.
Und wenn du in deiner aktuellen Situation im Grunde zufrieden bist, sollten doch kleinere Rückschläge, wenn du beim ersten Mal beispielsweise nicht auf eine sympathische Person triffst, dich nicht so sehr treffen, oder?

Hier im Forum gibt es sicherlich einige Menschen, denen es ähnlich geht wie dir, vielleicht könntest du auch in den entsprechenden Subforen einen Thread eröffnen, um Kontakt zu Leuten aufzubauen, die dein Problem gut verstehen können.

Du hast ja selber bereits Zweifel geäußert, ob du deine Entscheidung irgendwann bereuen könntest. Deswegen würde ich aufjedenfall versuchen, dieser Möglichkeit so vorzubeugen. :)

Gruß,

Vannay
 
G

Gelöscht 60940

Gast
Kann dir niemand sagen ob das ok ist. Wenn es sich für dich ok anfühlt, mach doch.

Und wenn du es "bereust" dann hindert es dich nicht auf andere Menschen zuzugehen und Kontakte aufzubauen.

ABER, würdest du es so machen weil du nicht enttäuscht werden willst, oder weil du das wirklich so willst?
Oder versuchst du dir sogar einzureden, dass du es nicht willst WEIL du so oft enttäuscht wurdest?

Ich wurd schon sehr oft ziemlich enttäuscht, aber das hat mich nie dazu gebracht keine Freundschaften finden zu wollen. Das einzige was ich mitnahm war, dass die Person einfach n riesiges A*schloch ist, mit der ich nichts zutun haben will. Ich bin auch nicht "vorsichtiger" geworden oder so.
Man kann nicht alle über einen Kamm scheren und nicht von jedem gleich das selbe halten, weil man schlechte Erfahrungen im Leben gemacht hat. Erfahrungen macht man mit bestimmten Menschen, nicht mit der ganzen Menschheit. Und aus Erfahrung heraus weiß man das die bestimmte Person ziemlich kacke ist. Das muss aber nicht für den Menschen gelten, den ich morgen treffe. Das wäre nicht fair.

Und eigentlich tut es mir auch um die Erfahrungen nicht leid. Ich kann doch sowas nicht kontrollieren, und sowas ist nicht schlimm, enttäuscht zu werden. Klar, es ist kacke und nichts was man sich wünscht, aber shit happens. Aber das wäre kein Grund um sich einzuigeln, nur weil man Angst hat. Die Enttäuschungen die ich im Leben mitbekommen habe haben mich mit dazu geführt wo ich heute stehe, was für ein Mensch ich bin. Und ja, ich war auch mal an dem Punkt zu sagen "Ich will niemanden im Leben.". Weil es einfacher ist niemanden zu haben und nicht enttäuscht zu werden. Aber ziemlich schnell kam ich mir nurnoch feige vor.

Und an sich war das eine Erfahrung, die ich nicht missen würde.

Du wirst im Leben noch sehr oft enttäuscht werden, werden wir alle. Das heißt aber nicht, dass es nicht trotzdem ok sein kann.

Aber allein zu sein, nur weil man Angst hat, das ist es nicht wert.

Was du in der Vergangenheit erlebt hast, das ist alles vorbei. Was du morgen für Menschen triffst das wird sich herausstellen.

Naja, ich würde nicht sagen dass es wirklich "hilft", weil es mehr eine psychische Einstellung ist, aber ich sehe das mit Enttäuschungen so, dass wir manchmal auch diese belassen müssen. Hinfallen, wild fluchen, weil man sich dabei auch noch den kleinen Zeh gestoßen hat, über den Boden kriechen, weil die Krone in die Ecke gefallen ist, aufstehen, Staub abklopfen, genervt ausatmen, Krönchen richten, den Boxsack rauskramen, reinprügeln, weil das wohl hilft, Krönchen nochmal richten, weil sie einem ins Gesicht gerutscht ist und auf halb 8 rumbaumelt, und weitergehen.

Und ja, warst du eigentlich auch mal wütend weil du enttäuscht wurdest? Ich hatte damit irgendwann mal aufgehört, weil ich das Gefühl hatte ich würde das verdienen niemanden zu haben, weil ich wohl so ein unerträglicher Mensch bin. Ich wurde nicht wütend, ich versuchte irgendwann nurnoch zu vergessen. Und ich verlor mich selbst dadurch. Als Kind war ich da nie so. Wenn ich hintergangen wurde, oder man schlecht über mich redete, habe ich sogar ganze Klassensitzungen einberufen, mich nach vorne gestellt und gesagt, dass man sowas nicht macht, egal ob mir gegenüber oder irgendwem anders. Und dann hab ich immer eine Packung kleine Minischokoladentafeln dabei gehabt und die verteilt als "Friedensangebot". Auf dem Gymnasium ging das alles Stück für Stück weg, je öfter ich enttäuscht wurde. Bis ich irgendwann nicht mehr enttäuscht werden wollte und mich vollständig zurückzog. Es hat eine Menge Arbeit und Kraft gekostet mich wieder da raus zu ziehen und ganz werd ich wohl nie mehr das taffe Mädel sein, dass frei und offen sagt, wenn mir etwas nicht passt.
Aber ich sehe es halt nüchtern. Enttäuschung vergeht, und ich darf wütend sein. Weil ich meine Grenzen habe, und auch ein Selbstwertgefühl habe. Ich bin es wert, dass man mich nicht schei*e behandelt.

Und dann kann die Person das für sich selbst entscheiden. Ob sie mein Vertrauen zurück gewinnen will, oder nicht. Wenn nicht, dann ist mir die Person egal. Warum sollte ich mich mit jemandem befassen, dem das egal ist, dass ein gewisses Verhalten mich verletzt hat? Wenn sie sich dafür entscheidet, dann hat sie eigentlich schon einen Großteil zurückgewonnen. Denn es erfordert viel Mut sich einzugestehen, dass man einer Person wehgetan hat und sich darum bemüht es wieder gerade zu biegen.

Und joa. Ob ein Leben ohne Freunde und Beziehung ok ist? Natürlich.
Nur willst du das auch wirklich, oder hast du nur Angst?
 

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