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Leb wohl Mama!

tonytomate

Sehr aktives Mitglied
Mutter kam mit Bauchkrämpfen ins Krankenhaus, Diagnose Lebertumor. Ja, was soll ich sagen, Samstags ins Krankenhaus, Samstag drauf wart sie tot. Ich bin fix und fertig mit den Nerven. Sorry Leute, aber solltet ihr mal Bauchkrämpfe bekommen, die so schlimm sind, daß man kaum was essen kann, das geht ratzfatz, wenn es Krebs ist. Leb wohl Mama. Ich wollte ihr noch so viel sagen, es ist zu spät, aus und vorbei. Es tut mir leid, daß ich sie nicht öfters mal in den Arm genommen und gedrückt habe, daß ich oft nein gesagt habe, wenn sie spazieren oder ein Eis essen gehen wollte. Sie konnte mich nicht mal am letzten Tag sehen, da Maskenpflicht. Scheiss Coronajahr, in jeder Hinsicht. Hinzu kommt, daß meine Frau auch noch todkrank ist, Lebenserwartung höchstens 10 Jahre. Hab irgendwie keinen Bock mehr. Sollte ich was erben, kaufe ich mir ein Wohnmobil und scheide aus dem Berufsleben komplett aus. Mich interessiert irgendwie nix mehr. Ich fahre los, immer weiter und bleibe dort, wo es schön ist. Meinem Vater ging es ähnlich, nach Renteneintritt Krebs, peng aus. Ich sehe gar kein Ziel mehr vor Augen. Einfach jeden Tag genießen, Zigarre qualmen, Buch lesen, wandern, durch die Gegend dudeln und anderen Menschen eine Freude bereiten, die schlechter dran sind. Vielleicht lande ich noch im Kloster, mal sehen.
 
..................solche Verluste sind immer schmerzreich und halten das Leben an. In den Momenten gibt es kein Weitergehen und Weitersehen - nur ein Endlosstehen im Nichtverstehen.
Es sind aber auch die Momente, wo wir langsam begreifen - wie wichtig das Loslassen ist, für uns selbst und auch für den/die Verstorbene. Wir dürfen uns erinnern, aber keine Seele festhalten, die nur frei und losgelassen ihre Ruhe finden kann. Es geht nicht um uns und unseren Verlust, es geht einzig allein, um den Verstorbenen, den wir diesen letzten und wichtigen Liebesdienst erweisen müssen - Loslassen - dann können auch wir weitergehen und im Gedanken an die/den Verstorbenen sanft Lächeln, ein Zulächeln ohne Schmerz und Trauer.....in Liebe.

Ich wünsche Dir, die Kraft, die Du brauchst, um Loslassen zu können.
 
Lieber Tony, ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen.
Ich weiß, dass es kein "richtiger" Trost sein kann, aber es ist besser, innerhalb einer Woche ohne schlimme Sterbegeschichte zu gehen als über lange Monate und Jahre zu leiden.
Ich hatte das in der familie und es war...zermürbend.
Deine Mama hat jetzt keine Schmerzen mehr und du lebst für sie mit.
Deine Pläne bezüglich Wohnmobil & Co. kann ich komplett nachvollziehen.
Ich wünsche dir, dass du dich bei einem vertrauten Menschen fallenlassen kannst.
Alles Gute.
 
Hallo tonytomate, tut mir sehr leid.

Meine Mutter starb auch recht unerwartet heuer im August, der Unterschied ist allerdings, sie wollte nicht mehr leben. Das war bei deiner Mutter wahrscheinlich nicht so, das macht es viel schlimmer.

Und was deine Frau betrifft, das ist einfach nur traurig. Wäre wirklich toll, wenn ihr euch noch irgendeinen grossen gemeinsamen Wunsch erfüllen könntet.

Übrigens eine Warnung an alle, die daran denken, sich mit Schlaftabletten umzubringen. Es funktioniert nicht. Meine Mutter hat ein Jahr zuvor, wegen Krebsdiagnose, 50 Benzos geschluckt, aber wenn dein Körper die schon kennt, macht das nichts mehr. Die haben ihr nicht mal den Magen ausgepumpt, sondern nur ausschlafen lassen.
 

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