Dann muss eben ein Kredit her 😉
Warum das denn?
Deine Oma ist jetzt am Zug.
Eigentlich ist es doch ganz gut, daß durch den Druck von außen endlich die Notwendigkeit entsteht mal Tacheles mit ihr zu reden.
Es geht einfach nicht, daß die alte Dame Dienstleistungen in Anspruch nimmt, ohne dafür zu bezahlen.
Sie muß dich genauso entlohnen wie sie es mit anderen Dienstleistern täte.
Und einer der ersten Schritte wäre, daß sie dir einen Betrag übergibt, der Deine bisherige Arbeit vergütet. Und davon kannst Du u.a. auch die Studiengebühren zahlen.
Ich glaube, daß Dir auch kein guter Anwalt helfen kann, weil die Beweislage einfach schlecht ist. Da die Pflegebedürftigkeit erst kürzlich dokumentiert wurde. Dazu kommt, daß die Dienstleistungen, die Du für die ersten Jahre übernommen hast wie Fahrdienste, Einkaufen und Begleitung zu Arztbesuchen eben auch nicht einer Vollzeitpflege entsprechen und es schwer nachvollziehbar erscheint, warum solche Tätigkeiten einen so zeitlich in Anspruch nehmen, daß ein Studieren nicht mehr möglich ist und sich das Studium so sehr verzögert. Die Gefahr ist groß, daß selbst wenn die Uni bereit wäre Pflege eines nahen Angehörigen als Grund anzuerkennen, das in diesem Fall als vorgeschobene Gründe werten würde.
Das heißt aber natürlich nicht, daß Du es nicht probieren solltest. 500 Euro sind viel Geld. Das ist es auf jeden Fall wert, einige Briefe zu schreiben und persönliche Gespräche zu führen.
Ich wäre nur so realistisch, nicht darauf zu vertrauen, sondern das Geld der Oma endlich einzufordern.
Und das ist übrigens Sache Deiner Mutter, Dich darin zu unterstützen. Denn die ist als Tochter der Oma eigentlich in der Pflicht, die Pflege zu organisieren. Nicht Du als junge studierende Enkelin.
Im Hinblick auf meinen Rat, das zum Anlaß zu nehmen, eine finanzielle Regelung mit der Oma zu treffen - natürlich nicht nur für die erbrachten Leistungen der Vergangenheit sondern auch für die Zukunft - habe ich vorsichtshalber noch eine Frage, um die Zusammenhänge richtig zu verstehen: es ist doch nicht so, daß es bereits eine diesbezügliche Vereinbarung gibt, oder? Also z.b. Ihr wohnt mietfrei oder Deine Mutter hat bereits das Haus überschrieben bekommen und sich im Gegenzug verpflichtet, sich um die Oma zu kümmern?
Dann wäre die Verhandlungsbasis natürlich eine andere. Aber wenn es nichts diesbezügliches gibt, ist das jetzt der Moment, wo der Druck von außen auch für die Oma erkennbar wird und sie versteht, daß sie nicht beides haben kann: Pflege durch Angehörige und ihr Geld behalten. Sondern sie auch die Pflege durch ihre geliebte, vertraute Enkelin angemessen bezahlen muß. Wenn sie im Heim lebt, müste sie auch sicherlich fast ihre kompletten Einkünfte für die Zuzahlung verwenden. Dann bleibt auch nichts übrig.