In der hohen Deckung hatte ich das noch nie. Und es ist jetzt nicht so, als würde ich sie großartig idealisieren. 1000 Stunden gemeinsame Zeit alleine letztes Jahr, davon der größte Teil nachts im Hochstressbereich Intensivpflege, da kennt man sich von allen Seiten.
Hallo nochmal, dunklewolken86,
ich habe nochmal über dein Statement nachgedacht ... zwei Anmerkungen dazu:
Dass du eine so "hohe Deckung" noch nicht erlebt hast vor ihr, könnte schlicht bedeuten, dass du bisher relativ wenig Beziehungserfahrungen hattest. Wenn ich dir mal theoretisch 100 Frauen deines Alters vorstellen würde, die ledig sind, deinem bevorzugten Frauenbild entsprechen, alle so gebildet sind, wie du dir das wünschst (und du wärst auch ledig) – würdest du dann deine Kollegin allen anderen vorziehen?
Es könnte sich um eine Art Idealisierung einer Beziehung mangels Vergleichen handeln. Wie wenn du immer nur einen alten Fiat gefahren bist und jemand lässt dich seinen neuen Opel fahren ... (sorry für den Vergleich, aber mir fiel grade kein besserer ein).
Und das andere: du schreibst von "1000 Stunden gemeinsame Zeit" und welche Erfolge ihr da zusammen erlebt habt. Das ist natürlich ein starkes Argument für "mehr". Nur ist es leider häufig so, dass das "mehr" dann nicht automatisch auch "mehr Erfolg/Zufriedenheit/Glück" bedeutet. Weil du willst ja potentiell nicht noch mehr Zeit mit ihr auf der Arbeit verbringen sondern eher im Alltag. Kennst du denn ihren Alltag, kennt sie deinen?
Was für mich das stärkste Argument dagegen ist, dass du hier mehr anstreben solltest: wenn nach so viel gemeinsamer Zeit noch nicht ausreichend Grund/Motivation da ist (beiderseits), auch mehr gemeinsames Leben in die Wege zu leiten, dann gibt es dafür vermutlich einen guten Grund. Wärst du der Traummann, hätte sie vermutlich schon ein "mehr" initiiert oder dir ein deutliches Signal gegeben, dass sie mehr will.
Es scheint also klüger zu sein, es beim derzeit Guten zu belassen, die Grenze zu respektieren – und das Thema deiner Ehe wirklich separat zu bedenken, zu besprechen und zu entscheiden. Die Mischung beider Themenfelder verkompliziert die Situation unnötig und führt zu einer Entscheidungsblockade, so zumindest mein Eindruck als außenstehender Beobachter.
Mit einer Metapher gesprochen: das Essen zu Hause macht dich nicht satt und auf der Arbeit gibt es was Leckeres zu trinken – und nun überlegst du, ob es sinnvoll ist, mehr zu trinken und nichts mehr zu essen.