Ich sehe es immer gerne wenn Menschen bei ihrer Geldanlage an die Umwelt oder soziale Faktoren denken. Und ohne Frage sind Krypto Währungen i.d.R. eine große Umweltbelastung. Das Schürfen von Bitcoins kostet soviel Strom wie ein ganzes Land verbraucht. Und dabei wird nichts hergestellt.
Selbst wer in schmutzige Energie (Kohle, Öl etc.) investiert handelt ökologischer, denn Öl treibt wenigstens etwas an. Die meisten Krypto Währungen werden untergehen (es können sich garnicht 100te nebeneinander durchsetzen). Dementsprechend wird viel Geschürfe einfach nur blinde Umweltbelastung sein. Ob am Ende wie du sagst Tsunami, was eingespart werden kann, ist mindestens fraglich, denn wie gesagt: Der gesamte Zahlungsverkehr ist auch ohne Krypto möglich bei gleichzeitigem Verzicht auf viele Resourcen wie Papier für Bargeld.
Rein vom Prinzip her glaube ich, dass ein Zahlungsverkehr mit einem Krypto Netzwerk (
viele Computer müssen die Zahlung bestätigen) bereits stromintensiver sein MUSS, als wenn nur
ein Computer deiner Bank deine EURO-Zahlung legitimieren muss. Zudem steigt mit jeder Transaktion der Energiehunger, denn Rechner müssen immer mehr gleichzeitig schaffen. Wohlbemerkt: Bisher zahlt kaum jemand mit Bitcoins und co, trotzdem sind die Stromkosten schon immens und das Netzwerk schnauft unter der Zahllast.
Insofern, REIN ökologisch betrachtet haben Krypto Währungen eine negative Umweltbilanz.
Bitcoins sind 2008 im Zuge der weltweiten Finanzkrise zum ersten Mal aufgetaucht. Nicht umsonst: Sie sind Zeichen des Misstrauens gegenüber von Währungen, Staaten und etablierten Anlage wie Aktien, die damals abstürzten. Ich habe mal gelesen 7% der Deutschen hätten Aktien aber schon 4% haben mal Krypto Währungen gekauft. Meiner Meinung nach handeln die meisten Anleger unlogisch.
Krypto Währungen interessierten 2007 niemanden, kaum schmierten die Aktienmärkte ab, kam der Bitcoin. Das breite Interesse kam aber auch erst als 1000% Kurssteigerungen in den Medien propagandiert wurde. Plötzlich sah jeder Potenzial in Krypto Währungen.
Das ist genau wie bei Aktien. Um die Jahrtausendwende wollte jeder Aktionär werden, Dot-Com Hype, Kursfeuerwerke, Medien befeuern den Hype. Von 1995 bis 2000 wurden viele Menschen mit Aktien zum Millionär. Der Dax stieg von 2.000 auf 8.000 Punkte. Kursgewinne damals ab einem Jahr Haltefrist steuerfrei. Mit Hebeln konnte so aus 1.000 € leicht 20.000 € und mehr werden, steuerfrei.
2003 kam der Dax wieder auf 2.400 Punkten an, die Anleger fühlten sich betrogen, verkauften und spätestens nach dem Immobilienblase 2008 waren Aktien totgesagt. Und der Krypto Hype nahm seinen Anfang, heute nochmal befeuert durch die Niedrigzinspolitik, Menschen suchen nach neuen Anlagen und gehen neue Risiken ein.
Lasst es mich so sagen: Wenn die Kassierin an der Kasse mit dir über eine Geldanlage spricht; wenn es in aller Munde ist und täglich in den Medien, wenn die Träume und Hoffnungen am größten sind, DANN verkaufe ich schnellstmöglich
😀
Vielleicht kennt ihr den Fear and Greed Index:
Fear & Greed Index - Investor Sentiment - CNNMoney
In Krypto Währungen stecken für mich zu viele Träume (zu viel greed) als dass die Anlage sinnvoll ist. Umgekehrt sind Aktienmärkte erstaunlich furchtsam und reagieren auf kleine Leitzinserhöhungen bereits sensibelst. Ich würde auch heute noch jedem empfehlen, der Geld langfristig entbehren kann, einen erheblichen Teil davon in Aktien zu investieren. Es wird in Zukunft noch viel Geld in Aktienmärkte fließen, einfach weil z.B. der DAX bereits
ohne Kurssteigerungen bereits eine Dividendenrendite von ca. 2,8% aufweist.
Getreu dem Motto "Dividende kassieren statt zocken" sind für mich Aktien eine absolute Basisanlage.