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Kontaktabbruch - Chance auf Neubeginn?

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Eine Verlassene

Gast
Hallo liebe Forumsmitglieder!
Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und benötige dringend den Rat Außenstehender.

Vor ungefähr einem Jahr hat eine gute Bekannte von mir, mit der ich mich seit Jahren sehr gut verstehe und die mich einstmals viel unterstützt hat, für mich völlig abrupt und unbegreiflich den Kontakt zu mir abgebrochen.
Über längere Zeit standen wir in einer Art freundschaftlichem Kontakt. Nachdem sie mir nach einem „Fauxpas“ meinerseits mitteilte, ich solle sie nicht mehr kontaktieren, ist für mich geradezu eine Welt zusammengebrochen. Das Gefühl, von einem Menschen von heute auf morgen zurückgestoßen zu werden und in völliger Ungewissheit zurückzubleiben, war für mich völlig vernichtend. Ich suchte die Schuld bei mir und glaubte, ohne diesen unnötigen Fauxpas wäre es niemals soweit gekommen.

Ein paar Monate später habe ich sie wiedergesehen und mit ihr über den Vorfall gesprochen. Sie hat sich bei mir für ihr Verhalten entschuldigt, gab zu, dass sie egoistisch gehandelt hatte, und meinte, dass der eigentliche Grund für den Kontaktabbruch nicht an meinem Fehler liege, den ich begangen hatte, sondern daran, dass es etwas Ungeklärtes in unserem Verhältnis zueinander gäbe. Ja, sie hatte recht; es gab sogar einiges Ungeklärtes. Das war mir zwar immer bewusst, doch ich hatte es absichtlich nicht mehr angesprochen, weil ich glaubte, alle früheren Schwierigkeiten seien bewältigt. Diese „früheren Schwierigkeiten“ waren darauf zurückzuführen, dass sie vor mehreren Jahren die einzige Bezugsperson für mich war. Obwohl sie mich nach eigenen Angaben immer „sehr gerne mochte“, hatte sie diese Rolle, die ich ihr früher beigemessen hatte, offensichtlich überlastet. Sie sagte auch, dass der Kontaktabbruch eine Art "Befreiungsschlag" für sie gewesen sei.

Da für mich noch immer nicht alles geklärt war, schrieb ich ihr nach dem Gespräch das, was ich bislang immer bewusst „totgeschwiegen“ hatte. Ich erklärte ihr die Gründe für mein Verhalten in der Vergangenheit, entschuldigte mich indirekt dafür und betonte, dass ich sie künftig in Ruhe lassen werde und ihr alles Gute wünsche.

Als ich ihr vor etwa einem halben Jahr wieder begegnet bin, habe ich sie fast nicht wiedererkannt. Trotz – oder vielleicht wegen?! – meiner sehr ehrlichen Worte trat sie mir beinahe genauso freundlich gegenüber wie früher. Sie dankte mir, dass ich ihr die Wahrheit geschrieben hatte und meinte, dass nun wieder alles in Ordnung zwischen uns sei. Als ich sie fragte, ob sie mir noch (wegen all dem, was zwischen uns geschehen war) böse sei, betonte sie, dass sie das NIE gewesen sei, was mich sowohl erstaunte als auch freute. Danach redeten wir noch ein paar Minuten, lachten und scherzten miteinander, als sei niemals etwas zwischen uns vorgefallen. Wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass wir vor noch gar nicht allzu langer Zeit solche gravierenden Probleme miteinander hatten.

Sicherlich war wohl einfach noch nicht die richtige Zeit dafür, doch dennoch finde ich es schade, dass bei unseren letzten beiden Treffen kein Wort über einen erneuten Kontaktversuch verloren wurde. Ich meine, wenn doch wieder alles in Ordnung ist, warum können wir es dann nicht nochmals versuchen?! Hindern uns daran nur die Vergangenheit sowie die Tatsache, dass sie bei einem Sinneswandel sprunghaft wirken würde? Oder hat sie, da ich ihr geschrieben habe, dass ich ihre Entscheidung akzeptiere, innerlich selbst damit abgeschlossen?
Freunde, die über die Sache Bescheid wissen, meinen, sie hätte ihre Kurzschlusshandlung (also den Kontaktabbruch) sicherlich bereut, wisse aber, dass es kein Zurück mehr gibt und schneide dieses Thema deshalb in meiner Gegenwart auch nicht mehr an.
Schließlich hat sie ja sowohl durch meine Nachricht als auch die Tatsache, dass ich nichts mehr bezüglich Kontakt gesagt habe und mich auch strikt an die Kontaktsperre halte, gemerkt, dass ich ihren Entschluss tatsächlich respektiere.

Natürlich habe ich genügend andere gute Freunde und komme in meinem Leben auch ohne diesen Kontakt zurecht; das ist keine Frage. Doch irgendwie finde ich das, was zwischen uns passiert ist, nach wie vor unnötig, weil wir ja eigentlich vollkommen auf einer Wellenlänge liegen und uns trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten immer noch gut verstehen. Denn gerade JETZT hätten wir meiner Ansicht nach eigentlich die Chance, die Schatten der Vergangenheit endgültig hinter uns zu lassen und unser Verhältnis zueinander durch die neugewonnene Ehrlichkeit zu bereichern.
Ich weiß nicht, wieso, doch obwohl ich nach jedem unserer sporadischen zufälligen Treffen immer von ganzem Herzen glaube, jetzt sei es wirklich an der Zeit, komplett mit allem abzuschließen, schlummert letztlich - wie ich jedes Mal nach ein paar Tagen merke - immer noch ein Fünkchen Hoffnung, dass unser Kontakt noch eine Chance hat, in meinem tiefsten Inneren. Darauf ansprechen kann ich sie aber leider auch nicht; auch Melden kommt nicht infrage. Die Blöße möchte ich mir nicht geben; schließlich halte ich mich an das, was ich verspreche. Anders würde es wiederum aussehen, wenn sie die Initiative ergreifen würde...

Aber jetzt zu meinen Fragen: Gibt es noch die Aussicht auf eine Chance oder ist bereits alles zu spät? Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten, wenn wir uns wieder irgendwo begegnen?

Ich bitte um ehrliche Antworten und Ratschläge.
Herzlichen Dank und viele Grüße!

Eine Verlassene
 

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G

Gast

Gast
Belass es so wie es ist. Wenn ihr euch nochmal begegnet, geh genaus so auf sie zu wie sie es bei dir gemcht hat. Sie hat dir gesagt, der Kontakabbruch war ein Befreiungsschlag, dann eng sie nicht wieder ein.

LG Martina
 
G

Gast

Gast
Ich kann Martina nur zustimmen. Lass (endlich) los - manchmal ist das "Klären" und "Verzeihen" nicht Bestandteil, dass man die Freundschaft (oder was auch immer) wieder aufnimmt, sondern Bestandteil von Loslassen bzw. Gehenlassen.

Freu Dich an den kurzen zufälligen Treffen und fertig. Nur weil man auf einer Wellenlänge schwimmt, muss man nicht befreundet sein. Evtl. spürt sie auch bei den kurzen Gesprächen, dass Du tief im Inneren immer noch klammerst und deshalb geht sie automatisch auf Abstand im Sinne von kein Treffen vereinbaren. Das Klammern war ja früher anscheinend ein großes Problem. Auch wenn es für heute für Dich kein Thema mehr scheint, ist es unterschwellig immer noch da, sonst würdest Du nicht so darüber nachgrübeln, wie sich evtl. doch wieder Kontakt herstellen lässt (und glaub' mir solche Klammer-Energien kommen beim anderen an, egal was man tut - das einzige was hilft, sich innerlich von dem Menschen zu verabschieden und aufhören über das was wäre wenn nachzugrübeln).

Ich habe bspw. auch 2 ehemalige Schulfreundinnen - immer wenn ich sie mal wieder treffe ist es einfach super schön; wir verstehen uns so gut, dass die Jahre (und das sind einige, weil wir uns nur zu den Abi-Treffen alle 5 oder 10 Jahre wieder gesehen haben) quasi "verschwinden" - es ist so als ob wir uns erst gestern getroffen hätten. Aber von beiden kam nie der Anstoß sich privat zu treffen (obwohl ich früher schon mal angerufen habe und wir haben uns auch getroffen, aber es kam immer von mir - irgendwann war es mir zu blöd) - das muss ich akzeptieren und es ist inzwischen auch völlig ok für mich.

Alles Gute
 

Eine Verlassene

Neues Mitglied
Hallo!
Danke für eure wirklich ehrlichen Antworten! Es tut mir sogar irgendwie gut, so direkt gesagt zu bekommen, dass sich das Weiterkämpfen nicht mehr lohnt. So werden nicht noch weitere (womöglich unnötigen) Hoffnungen in mir geschürt.

Freu Dich an den kurzen zufälligen Treffen und fertig. Nur weil man auf einer Wellenlänge schwimmt, muss man nicht befreundet sein. Evtl. spürt sie auch bei den kurzen Gesprächen, dass Du tief im Inneren immer noch klammerst und deshalb geht sie automatisch auf Abstand im Sinne von kein Treffen vereinbaren.
Was du über das Klammern schreibst, ist interessant. Auf die Idee, dass sie es innerlich merken könnte, dass ich in Wirklichkeit noch nicht abgeschlossen habe, bin ich noch überhaupt nicht gekommen. Und gerade auf sie trifft das sehr gut zu, da sie mich erstens gut kennt, zweitens eine exzellente Menschenkenntnis besitzt und drittens meistens instinktiv auf Distanz geht, sobald sie spürt, dass ich wieder klammere (Anmerkung: Umgekehrt ist sie übrigens schon oft angekommen, sobald ich mich distanziert gegeben habe.).

Ihr habt den Kern des Problems auf den Punkt gebracht: Ich kann nicht loslassen. Das weiß ich auch. Äußerlich habe ich es: Ich kontaktiere sie nicht mehr (und werde mich auch in Zukunft daran halten), spreche mit Freunden nicht mehr darüber, gehe offen auf Leute zu, knüpfe immer wieder neue Freundschaften. Doch in meinem tiefsten Inneren bleibt dennoch die Hoffnung, dass das jahrelange "Kämpfen" für die Freundschaft nicht gänzlich umsonst war. Sicherlich habe ich dadurch einiges an Lebenserfahrung dazugewonnen, doch hatte ich immer gehofft, dass am Ende dieses Kämpfens eine gute Freundschaft steht und kein Nichts wie jetzt. Aber das ist etwas, das ich dank der Portion Lebenserfahrung noch einigermaßen verkraften könnte. Die ist sozusagen mein "Trostpflaster".

Was mir das Loslassen noch viel deutlicher erschwert, ist etwas anderes:
Ich habe Angst. Und zwar davor, sie eines Tages komplett aus den Augen zu verlieren. Still, ohne ein Wort. Beispielsweise die Angst, eines Tages über Dritte zu erfahren, dass sie weit weg in eine andere Stadt gezogen ist oder auch eines Morgens in der Zeitung zu lesen, dass sie verstorben ist. Sie war ein Mensch, der mich so lange Zeit begleitet und deshalb auch ein Stück weit in meinem Denken und Handeln geprägt hat; zwar aufgrund der Strapazen zum Schluss (siehe Kontaktabbruch) viel im negativen, aber doch auch positiven Sinne.

Nur zur Erklärung: Normalerweise fällt es mir nicht schwer, loszulassen. Ich bin im Laufe meines bisherigen Lebens schon vielen Menschen begegnet, die ich loslassen musste. Doch diese waren meist Personen, die entweder einen schlechten Einfluss auf mich hatten oder mir aufgrund ihres Lebensstils und/oder Charakter letztlich doch nicht wirklich zugesagt haben und bei denen ich im Nachhinein feststellte, dass ich mit Menschen wie diesen überhaupt nicht befreundet sein möchte und es mir nichts ausmacht, wenn unsere Wege getrennt verlaufen. Kurzum: Sie war die erste Person, bei der ich es trotz vieler Schwierigkeiten im Umgang miteinander (Klammern, Kontaktabbruch etc.) bedauere, nicht mit ihr befreundet zu sein.

Ich habe also, wenn ich an Menschen denke, die ich loslassen musste, nur bei ihr Angst vor einem endgültigen Abschied. Bei den Menschen, mit denen ich in Kontakt bin, ist das nicht der Fall. Natürlich ist mir bewusst, dass auch ihnen jederzeit etwas zustoßen könnte, das einen endgültigen Abschied mit sich bringen würde, doch dort bin ich auf dem Laufenden, wie es ihnen geht, was sie unternehmen, wie sie ihr Leben gestalten. Ich habe an ihrem Leben teil. Das ist mir wichtig bei den Menschen, die ich liebe bzw. die mir wichtig sind. Ich glaube, das hat ein Stück weit mit Kontrolle zutun. Und genau diese habe ich seit dem Kontaktabbruch in Bezug auf die besagte Bekannte nicht mehr. Obwohl sie zu den Menschen gehört, die mir schon immer viel bedeutet haben. Das ist eine völlig neue Erfahrung für mich.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, durch welche Gedankengänge ich diese Angst, dass sie eines Tages im Stillen Abschied von mir nehmen könnte, überwinden kann. Alleine der Gedanke, dass die Wahrscheinlichkeit eines Umzugs oder Todesfalls sehr gering ist, hilft mir nicht. Ich habe schon viel zum Thema "Loslassen" gelesen, versucht, herauszufinden, auf welche Weise ich dies am besten tun kann, doch eine Antwort, ein "Patentrezept" habe ich für mich nicht gefunden. Ich habe Gegenstände verbannt und vernichtet, die mich an die Zeit des Kontakts erinnerten, mir einen stabilen Freundeskreis aufgebaut, versuche auch im Moment, mir ein unabhängiges Leben aufzubauen, wachse an negativen Erfahrungen, stehe zusehends auf eigenen Beinen etc.
Ergo: Ich bin mit meinem jetzigen Leben bis auf wenige Dinge, die noch nicht vollkommen meinen Erwartungen entsprechen, jedoch im Aufbau sind (Studium/Beruf, Partnerschaft), zufrieden und weiß gar nicht, wo ich eigentlich konkret ansetzen muss.

Vielleicht zwinge ich mich auch dazu, an die Sache mit ihr zu denken, obwohl ich es angesichts meiner Zufriedenheit in anderen Lebensbereichen gar nicht mehr müsste - und nach langem Einreden kehren dann die Hoffnungen zurück. Dies ist durchaus möglich; das gebe ich offen zu. Meine Willenskraft ist meist sehr stark; wenn ich mir etwas einrede, glaube ich es irgendwann. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass ich es auch irgendwann schaffen werde, mich selbst davon zu überzeugen, dass die jetzige Situation mit ihr in Ordnung und eine Freundschaft einfach nicht möglich ist. Aber es fällt mir zugegebenermaßen auch nicht ganz leicht, den eigenen Gedanken ein Schnippchen zu schlagen. Dazu erfordert es wahrscheinlich sehr, sehr viel Zeit, Durchhaltevermögen und vor allem Geduld mit mir selbst.


Um zusammenzufassen: Ich muss innerlich loslassen, meine Angst loswerden. Aber WIE?
Habt ihr evtl. Ratschläge oder Gedankengänge zur Selbstüberlistung?

Danke und liebe Grüße
Verlassene
 
Zuletzt bearbeitet:

Arragorn

Aktives Mitglied
Hallo, ich habe mich nun angmeldet - hatte hier vorher als Gast geschrieben.

Wow, ich finde es ganz toll, dass Du hier so offen schreibst. Und vor allem auch sehr reflektiert.

Keine Ahnung wie man die Angst besiegt. Wobei es ja auch immer heißt: Dort wo die Angst ist, ist der Weg. Und Du siehst genau hin und weißt letztlich, dass die Lösung Loslassen (ist ja das Gegenteil von Kontrolle ;-)) heißt. Keine Ahnung wie man das macht.

Bei bestimmten Fällen hat mir persönlich Dankbarkeit geholfen: Dankbarkeit einen solchen Menschen kennengelernt zu haben und ein Stück Weg gemeinsam gegangen zu sein, Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt und sehr viel Erfahrung dadurch gewonnen zu haben. Dankbarkeit erwartet nichts, weder dass die Freundschaft wieder aufgelebt wird, noch sonstwas. Dankbarkeit ist einfach.

Vielleicht kannst Du ja auch eine Art Abschiedszeremonie für Dich durchführen, die Dir das Loslassen erleichtert und zu akzeptieren, dass es nun so ist wie es ist.

Alles Gute.
 

Eine Verlassene

Neues Mitglied
@ Arragorn: An was fuer ein Ritual hast du da konkret gedacht?

Um dich einmal auf den neusten Stand zu bringen: Im Moment geht es mir in Bezug auf dieses Thema sehr gut; ich denke kaum daran. Das liegt jedoch daran, dass ich jetzt fuer laengere Zeit nicht mehr in meiner Heimatstadt wohne und sozusagen eine gewisse "Bannmeile" durchbrochen ist.

Natuerlich freue ich mich, dadurch einen solchen Abstand zu bekommen, stelle mir allerdings auch die Frage, wie es wird, wenn ich in ein paar Monaten wieder zurueck nach Hause komme. Das bereitet mir zugegebenermassen ein wenig Angst, weil ich nicht weiss, ob ich dann endlich loslassen kann. Denn sobald ich in meiner Stadt bin, werde ich automatisch mit allem konfrontiert - weil mit ihr unendlich viele Erinnerungen an die ganze Angelegenheit verbunden sind...

Gruesse von der Verlassenen
 

Arragorn

Aktives Mitglied
Hallo Verlassene,

ich habe da an kein bestimmtes Ritual gedacht - das kommt ja ganz auf Dich an. Wie würdest Du Dich gerne von einem Menschen verabschieden, mit dem Dich in Zukunft nichts mehr verbindet, aber vorher sehr viel? Was würde Dir helfen loszulassen? Manchmal hilft es auch zur Klärung, wenn man sich vorstellt, er wäre gestorben - was würde mir helfen, damit abzuschließen.

Ich persönlich habe mir nach einer gewissen Trauerzeit (ich habe mir da schon zugestanden wütend zu sein, zu heulen, den Schmerz zugelassen etc) - wenn vorhanden - gerne ein Bild genommen (wenn keins vorhanden war, dann eine Art Ersatz, bspw. ein Buch, das mich mit demjenigen verbunden hat) und quasi in Gedanken Zwiesprache gehalten, dem Menschen alles das gesagt, was ich ihm sagen wollte und habe es dann verbrannt und die Asche verstreut (bspw. auf einem Feld oder im Wald, je nachdem wie ich dachte, dass es richtig ist). Beim verbrennen und verstreuen haben ich mir ganz stark vorgestellt, wie ich diesen Menschen loslasse (bspw. als Bild, wie ich dessen Hand loslasse oder ihm zum Abschied zuwinke) und habe ganz ausgeatmet.

Wichtig war mir auch, gefühlsmäßig zu erkennen, dass ich nur durch Loslassen frei werde - nämlich frei von blöden, kontrollfreak-mäßigen Gedanken, frei selbst auch mal Leute von mir aus loszulassen (es hat mir echt sehr gut gezeigt, dass ich nicht mit allen und jeden immer befreundet sein muss, sondern mich auch selbst gegen eine Freundschaft entscheiden kann, wenn sie mir nicht gut tut).

Lass doch das Thema einfach auf Dich zukommen - Du wirst ja erst in ein paar Monaten wieder zurück kommen; sehe dem gelassen entgegen, denn so oder so wirst Du ja nichts ändern können. Du kannst nur Deine Einstellung ändern und wenn Du hin zu Gelassenheit, Loslassen und Dankbarkeit tendierst, umso einfacher ist es mit der vorhandenen kleinen Angst umzugehen.

Alles Gute
 
G

Gast

Gast
Hallo erstmal bin neu hier,

Ich habe gerade deinen Beitrag zufällig gelesen, da ich mich selbst in so einer Situation befinde und auch nicht weiss wie ich damit zurecht kommen soll. da es mir genauso geht wie dir.

was mich mal interessieren würde ist, in einer Freundschaft geht man doch eigentlich durch wardick und dünn und wenn deine Freundin doch wusste das Sie zur damaligen Zeit Sie deine einzige bezugsperson war warum hat Sie das dann überlastet hast du zu stark gekümmert beziehungsweise hätte sie dir nicht offen sagen können hör mal es wird langsam zuviel? Genau wie du schreibst sie hätte sie ja auch bei dir gemeldet, da frag ich mich doch wirklich wenn Sie dich klammern fand warum hat sie trotzdem zu dir Kontakt gesucht das begreife ich auch nicht dann melde ich mich doch nicht bei der Person wenn ich die Person belasten finde.

also mir gibt das ein Gefühl das das nie eine wirkliche Freundschaft ihrerseits war sondern nur eine einseitige und zwar nur von deiner Seite her aus.

ich weiss nicht ob du dies noch lesen wirst weil das schon was her ist wo Su das geschrieben hast ich hätte da nämlich noch paar Fragen vielleicht könntest du mir da weiterhelfen, da ich auch sehr an diesen Thema verzweifel.

ich hoffe doch bis bald

Gruß die wartende
 

Eine Verlassene

Neues Mitglied
Hallo Gast alias "Die Wartende"

Vielen Dank fuer deinen Beitrag! Es beruhigt mich sehr zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die sich in einer solchen Situation befindet.

Zu deinen Fragen: Ja, sie hat mir zwischendurch durchaus gesagt, dass es zu viel sei, sich dann mit sofortiger Wirkung distanziert bzw. aus der Affaere gezogen. Nur leider meist dann, wenn sie wieder merkte, die Grenze bereits fuer sich ueberschritten zu haben. Das heisst, ich musste ihre ploetzlichen Sinneswandel immer "schlucken" und warten, bis sie ihre Meinung und ihr Verhalten nach geraumer Zeit von selbst wieder zum fuer mich Positiven aenderte. Das dauerte im Durchschnitt etwa ein bis eineinhalb Jahre.
Bei uns bestand schon immer ein "Naehe-Distanz-Problem", d.h. sie hat, seit wir uns kennen (seit bald sieben Jahren), staendig zwischen "Naehe zulassen" und "Naehe verweigern" abgewechselt. Und das uebrigens nicht nur zweimal, sondern bestimmt fuenfmal!
Beispiel: Lange Zeit (ca. eineinhalb Jahre) hatte ich ueberhaupt keinen Kontakt zu ihr. In dieser Zeitspanne traf ich sie kein einziges Mal; auch nicht zufaellig. Irgendwann, nach langem Einreden, war ich tatsaechlich ueberzeugt davon, dass es so besser sei. Als wir jedoch durch Zufall wieder in Kontakt kamen und ich mich nach der langen zeitlichen Distanz ihr gegenueber in Zurueckhaltung uebte, war SIE auf einmal diejenige, die Interesse an einem erneuten, gefestigten Kontakt zeigte (den sie - einmal ganz nebenbei erwaehnt - letztlich wieder abgebrochen hat). Ein paar Monate zuvor hatte sie auf meine vorsichtige Nachfrage, ob "man sich mal wiedersaehe", noch gemeint, zufaellige, "ungezwungene Treffen" seien ihr lieber.
In Anbetracht dessen frage ich mich allerdings, wieso ein Treffen mit mir in ihren Augen erst "gezwungen" (das waere der logische Umkehrschluss!) ist und dann ploetzlich absolut erwuenscht. Auf einmal wollte sie unbedingt mit mir ein Eis essen gehen oder mich zu sich nachhause einladen.

Das ist alles sehr seltsam - ich weiss -, doch befand ich mich immer im naiven Glauben, sie wuerde dieses aetzende Verhalten eines Tages ablegen (Anmerkung: Wohl aus diesem Grund liess ich all dies so viele Jahre lang ueber mich ergehen.).
Lange Zeit, und zwar zu der, in der wir in Kontakt waren, glaubte ich sogar wirklich, dass dies nun endlich geschehen sei, denn damals schien es tatsaechlich, als sei eine Besserung eingetreten. Leider Fehlanzeige. Im Gegenteil; es wurde nur noch schlimmer und gipfelte letztlich in diesem taktlosen Kontaktabbruch, der mit grossem Abstand das mieseste war, das mir je eine andere Person, die mir nahe stand, zugefuegt hat.

Ehrlich gesagt weiss ich selbst absolut nicht, inwiefern dies ueberhaupt eine Freundschaft gewesen sein kann bzw. wie viel ich ihr jemals bedeutet habe. Das liegt wohl daran, dass sie - wie bereits erwaehnt - immer ein anderes Verhalten mir gegenueber an den Tag gelegt hat. Grosse Bemuehungen um die Freundschaft (z.B. gesagt, dass ich ihr wichtig sei) hat sie nie angestellt; jedoch war sie waehrend unseres Kontaktes hauptsaechlich diejenige, die ein erneutes Treffen vorgeschlagen oder mir danach versichert hat, wie schoen es war. Besonders irritiert mich an allem, dass wir einerseits unheimlich auf einer Wellenlaenge liegen, uns stundenlang unterhalten koennen, sie mir generell das Gefuehl gibt, dass sie mich sehr mag, mich jedoch andererseits (entschuldigt die Ausdrucksweise, aber so ist es) vor einem Jahr wie "Abschaum" behandelt und so unendlich verletzt hat. Hier frage ich mich: Verletzt man jemanden immer wieder, wenn man ihn angeblich so mag? Oder gerade deshalb, weil man ihn so mag? Ich verstehe das nicht; ich persoenlich wuerde so jedenfalls nie mit Freunden bzw. mir nahestehenden Menschen umgehen.

Mittlerweile ist das meiste abgeebbt, da wir uns, wenn wir uns zufaellig irgendwo begegnen, angesichts akuten Themenmangels nur noch ueber oberflaechliche, unverfaengliche Dinge unterhalten, aber trotzdem frage ich mich auch heute immer noch, was ihr jemals an allem gelegen hat. Seltsamerweise glaube ich jedoch - obwohl objektiv gesehen eigentlich das meiste dafuer spricht - nicht einmal daran, dass es ihr wirklich NIE etwas bedeutet hat. Ich kann das nicht glauben. Viele ihrer Verhaltensweisen in der Vergangenheit erschweren mir dies einfach. Waere das nicht der Fall, koennte ich womoeglich auch leichter damit abschliessen.

Aber nun genug von all diesem Unsinn; mich wuerde deine Geschichte sehr interessieren, lieber Gast.
Warum meldest du dich nicht im Forum an? Dann koennten wir uns privat (per PN) ueber unsere Situationen austauschen und uns gegenseitig helfen. Wenn du magst, liefere ich dir dann auch eine objektive Einschaetzung deiner Situation (was oftmals ungemein hilfreich sein kann, wie ich bereits selbst festgestellt habe).

Liebe Gruesse
Die Verlassene
 
Zuletzt bearbeitet:

Eine Verlassene

Neues Mitglied
Lieber Gast/"die enttaeuschte",
ich waere immer noch an deiner Geschichte interessiert, habe jedoch nichts mehr von dir gehoert. PN kann man hier leider erst ab 5 Forumsbeitraegen schreiben.
Wenn du moechtest, koennen wir uns gerne per Mail miteinander austauschen (ich hinterlasse dir dann kurz meine Mailadresse).

Liebe Gruesse
Eine Verlassene
 

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