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Komplizierter On/Off Kontakt

G

Gelöscht

Gast
Hallo ihr Lieben,

ich habe mich registriert weil ich zur Zeit etwas durch den Wind bin. Ich würde mich sehr freuen wenn sich jemand die Zeit nimmt mir zu antworten. Also ich fange mal bei mir an. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und studiere im 5 Semester Mathematik. Allgemein würde ich mich als einen sehr zielstrebigen, fleißigen, schüchternen, braven und zurückhaltenden Menschen beschreiben.
Ich habe vor 3 Jahren einen Kerl kennen gelernt, der einfach komplett das Gegenteil von mir darstellt. Aufmüpfig, sehr offen, frech, faul, drogensüchtig und auch sehr muskulös. Also objektiv gesehen haben wir nie zusammen gepasst vor allem das tägliche konsumieren von Gras und gelegentliche LSD haben mich immer sehr gestört.
Am Anfang fande ich es aufregend mit ihm Zeit zu verbringen, weil er ganz anders ist alle anderen Leute mit denen ich normalerweise Zeit verbringe. Dann kam es natürlich wie es kommen musste und ich habe mich verliebt, auch er hat Gefühle für mich. Darauf habe ich den Kontakt abgebrochen, da aufgrund unserer unterschiedlichen Lebensweisen ich da keine Zukunft gesehen habe. Aber nach ein paar Monaten hatten wir dann doch wieder Kontakt und so Leben wir mit einem on/off Kontakt. Mein Herz sagt definitiv ja zu ihm hab noch nie so etwas für jemanden empfunden mein Kopf sagt aber definitiv nein ich kann ihn so ja noch nicht mal nach Hause bringen. Mein Vater (Polizist) würde total ausflippen wenn er davon wissen würde. Und so Lebe ich mit diesem hin und her. Ich glaube auch ihm tut das hin und her nicht gut, da er immer meint er sehnt sich endlich nach Sicherheit und Beständigkeit. Ich glaube jedoch nicht, dass er mit den Drogen aufhören will auch wenn er dies behauptet. Er behauptet wenn wir zusammen wären dann hätte der den Halt den er benötigt um sein Leben zu ändern, aber ich glaube es wäre naiv darauf Zuviel zusetzen. Er arbeitet zwar aber die Tätigkeit als Sachbearbeiter langweilt ihn total. Ich weiß nicht weiter, und würde mich freuen wenn jemand der in einer ähnlichen Situation mal gesteckt hat, seine Erfahrungen schildern könnte :) Oder wenn sonst jemand einen Rat hat :)

Vielen Dank schonmal :D
 

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AGCH1291

Mitglied
Hallo Sofieblume

Normalerweise ist mein Tipp: Höre auf dein Herz aber in diesem Fall muss ich Kasiopaja recht geben. Hör auf deinen Kopf.

So wie ich das lese würde da nichts gutes herauswachsen. Wenn er wirklich aufhören will drogen zu konsumieren dann wird er das schon schaffen es gibt ja schliesslich genügend Orte um Hilfe und unterstützung zu erhalten.

Auch das totale verschieden sein wird auf dauer nicht gut gehen man sollte sich in gewissen Dingen schon ähnlich sein finde ich.

Mein Tipp: hör auf deinen Kopf. Es gibt da draussen viele Männer, die alleine sind und besser zu dir passen würden. Nur nicht aufgeben irgendwann findest du diesen ganz bestimmt :)
 

Zitronentorte

Aktives Mitglied
Liebe Sofie,

ich kann dir nur raten, die Finger von ihm zu lassen. Was dir jetzt als interessant erscheint, wird dir früher oder später auf die Füße fallen. Klar gibt es Menschen, die sich ändern. Aber die meisten tun es nicht.

Ich ärgere mich heute, dass ich damals mit 28 so leichtsinnig war und, obwohl ich es wusste, erneut eine Beziehung mit dem Mann eingegangen bin. Dann hab ich immer gehofft – gehofft, dass die neue Arbeit alles ändert, gehofft, dass ein Kind etwas verändert. Mittlerweile haben wir zwei Kinder, das Suchtverhalten hat sich null verändert, höchstens verschlechtert über die Jahre. Und ich versuche seit Jahren von ihm loszukommen. Mach es lieber jetzt, wenn du noch kannst.

Tut mir leid, dass ich dir nichts Positiveres sagen kann.

LG, Anne
 
G

Gelöscht

Gast
Was macht ihn jetzt für dich attraktiv? Er ist ganz anders als du und ihr passt eigentlich vom Temperament nicht zusammen. Und er ist drogensüchtig. Er arbeitet zwar, aber der Job macht ihm keinen Spaß.
Jetzt habt ihr euch ineinander verliebt.

Mit ihm zusammen zu kommen, weil er dich scheinbar braucht, das ist keine Basis für eine Beziehung.

Hör auf deinen Kopf.
 
G

Gelöscht

Gast
Die Frage was ihn für mich attraktiv macht wurde ich von Freunden oft gefragt. Ich glaube wirklich es ist dieses "Anders sein" diese Systemrebellion und bestimmt auch das Selbstbewusste auftreten.

Es ist nicht so, dass an ihm hänge weil ich denke ich bekomme sonst keinen ab. Ohne das es überheblich oder so klingt gab es in den letzten drei Jahren Männer die Interesse an mir hatten und die objektiv auch gut gepasst hätten, aber ich konnte/wollte mich nie darauf einlassen. Obwohl man ja eig sagt Gemeinsamkeiten sind wichtig und machen attraktiv.
 
G

Gelöscht

Gast
Ich verstehe schon, dass das rebellisch sein, selbstbewusst, dieses das-ist-mir-egal, diese Einstellung usw. ganz attraktiv sein kann. Und die Aufmerksamkeit, die du von ihm bekommst.

Aber denk mal an die Drogenabhängigkeit und die Abhängigkeit, die er dann bei dir hat, wie er sagte. Das macht ihn für mich aus der Ferne extrem unattraktiv.

Diese Verliebtheit, die du jetzt im Moment hast, kann auch wieder vergehen, wenn du ihn ein bisschen länger im Alltag erlebst.
 
B

Biene 59

Gast
Ich muss meinen Vorschreiberlingen Recht geben. Ob Beziehungen oder Bekanntschaften/Freundschaften: Mich ziehen Gegensätze immer an. Aber es funktioniert nicht.

Was vermutlich noch eintreten wird: Aufgrund der Drogenabhängigkeit und Unzufriedenheit im Job wird er diesen schmeißen. Und dann darfst du ihn versorgen.

Sorry, würde dir auch lieber etwas aufmunterndes schreiben.

LG.

Biene
 
G

Gelöscht

Gast
Ich muss meinen Vorschreiberlingen Recht geben. Ob Beziehungen oder Bekanntschaften/Freundschaften: Mich ziehen Gegensätze immer an. Aber es funktioniert nicht.

Was vermutlich noch eintreten wird: Aufgrund der Drogenabhängigkeit und Unzufriedenheit im Job wird er diesen schmeißen. Und dann darfst du ihn versorgen.

Sorry, würde dir auch lieber etwas aufmunterndes schreiben.

LG.

Biene
Genau das selbe denkt mein Kopf auch. Mein irrationales Ich denkt vl. lässt er sich von mir mitziehen merkt dass das Leben noch viel zu bieten hat und orientiert sich beruflich um und findet zurück ins normale Leben. Er ist ja noch jung "22". Aber anderseits sagt mein Kopf mir, nachher steckt er noch tiefer in den Drogen und verliert sein Job. Auch ist wie gesagt die Frage wie lange ich die Unterschiede attraktiv finde, im Alltag denke ich kann dass doch sehr schnell anstrengend werden.
 
K

Kauz

Gast
Hallo SofieBlume,
Mathematik - Du bist also ein eher rationaler "Kopf-Mensch".

Man nimmt Drogen nicht einfach nur so, weil man keinen Halt im Leben findet.
Das ist nur die Kurzzusammenfassung für dahinter stehende vielfältige, meist komplizierte persönliche Problematiken.
Du kennst Dich ja mit Mathematik aus - hinter einer verkürzten binomischen Formel z.B. versteckt sich auch eine viel längere mathematische Aussage, die man erst einmal auseinanderklamüsern muss.;)

Unsicherheit, Zweifel, Ängste, Konflikte, schlechte Erfahrungen usw...
Das alles kann sehr prägend sein und lange nachwirken.
Das Problem mit diesen ganzen negativen Gefühlen ist, dass diese noch lange nachwirken, selbst wenn der Kopf rational schon alle Ereignisse verarbeitet hat.
D.h. es geht in erster Linie nicht um rational zugängliche Themen, sondern um Gefühle.

Sollte das eine langfristig gute Beziehung werden, wie Du es Dir vermutlich vorstellst, wäre es auf Dauer notwendig, dass ihr beide auch die Probleme erkennt und angeht.
Es genügt da seltenst mit dem Finger zu zeigen und zu sagen "Das möchte ich nicht.".

Aufgrund Deiner vermutlich hohen Rationalität fehlt Dir aber vielleicht genau diese andere Seite im Leben, die Gefühlswelt mit Impulsivität, irrationalen Überlegungen, spontanen Entscheidungen, verrückten Ideen. Das lebendige Chaos.
Deinem Freund dagegen fehlt vielleicht etwas die rationale Seite.

Aus ganz menschlicher Sicht würde ich sagen ihr ergänzt euch vermutlich - und könntet viel voneinander lernen.
Aber das kann nur vorwurfsfrei funktionieren, indem man den Anderen erst einmal annimmt und unterstützt - aber nicht gleich fordert dass alles gut funktionieren muss.

Hast Du Dir Deine Zukunft schon ausgemalt - dann lass es lieber, denn Dein Freund wird da dauerhaft wahrscheinlich nicht hineinpassen, da ihm aufgrund seiner Erfahrungen eher etwas wie ein Rebell innezuwohnen scheint, der nicht unbedingt bezwingbar ist.

Bist Du aber bereit eine vielleicht ganz andere Welt zu erleben, die Dich zweifellos fordern wird, und Dir Erfahrungen Abseits der Rationalität bringen - also über Menschen und das Leben, das einfach nicht rational ist, dann könntest Du das auch versuchen.

Dir sollte eben nur bewusst sein, dass es dabei nicht immer Haltegurte und Rettungsanker gibt, keine gerade Linie, sondern man dann gemeinsam sich den Rücken stärken muss, wenn es darauf ankommt.

Dass ist ein bisschen wie bei "Alice im Wunderland", da ist alles möglich - und sollte es funktionieren führt ihr vielleicht ein ganz anderes tolles Leben, als Du je für möglich gehalten hast.

Auch ist es nicht so einfach mit dem Drogenkonsum aufzuhören. Dass sein Wunsch da ist, ohne Drogen leben zu können, und dass er sich selbst immer wieder mal ein einfach schönes, ruhiges Beziehungs- und Berufsleben vorstellt, dass glaube ich Deinem Freund sofort.

Ob die Kraft dafür aber auch da ist, das ist eine andere Frage.
Denn wenn man die dahinterliegenden Problematiken nicht angeht, dann ist es wirklich ein Kraftakt des Verhaltens gegen die Gewohnheiten anzugehen. Das schaffen auch sehr viele - keine Frage.
Viele aber auch nicht, ein Teil davon wird das ganze Leben lang Drogen konsumieren.

Oft kommen die tieferliegenden Problematiken nämlich noch einmal im späteren Erwachsenenalter auf einen zurück, da wird einem vieles bewusster.
Es könnte also auch für Dich von Vorteil sein, Du gehst jetzt schon mit ihm auf diese Reise - denn es könnte gut sein, dass Dir im Laufe Deines Lebens auch ein Teil Deiner Problematik bewusst wird - die Du jetzt noch nicht einmal spüren kannst vielleicht.

Ein Teil von Dir sehnt sich ja jetzt schon nach diesem ganz Anderen Lebensgefühl - was glaubst Du, wie Du mit 40 denken wirst, wenn Du mit einem wohlgekleideten, gut verdienenden, angesehenen und intelligenten Mann im Vorgarten eines schönen Reihenhäuschens stehst, Deinen Kinder beim Spielen zusiehst und Dir ganz plötzlich dieser Gedanke kommt: "Soll das jetzt alles gewesen sein?"

Jeden holt es alles irgendwann ein, die ganz persönliche Lebensproblematik.
Und es hat Gründe, warum man ein rationaler Kopfmensch wird, der z.b. Mathematik gut versteht.
Einen leider manchmal nicht so schönen, aber das ist hier gar nicht das Thema.

Dein Freund, der spürt die Probleme und Konflikte in der Gesellschaft und leidet daran, sucht nach dem was ihm glücklich macht, hat sich noch kein fertiges Bild gemalt in dem er hineinpasst - oder hineingezwängt wurde.
Er weiß noch, dass es auch anderes gibt - Freiheit, Ungezwungenheit. Auch wenn das Konsequenzen hat.
Es tut ihm nicht gut das zu spüren, aber er hält es aus und stellt sich dem.
Andere dagegen machen zu, stumpfen ab und passen sich widerspruchslos den Normen an - Leiden dafür manchmal auf ganz andere, stille Weise.

Er kann noch einen ganz individuellen Weg für sich finden (oder ihr für euch...), der besser ist als jede Mathematik oder statistische Prognose der Zukunft :D
Da möglicherweise viel lebendiger, aufregender und spannender - mit allen Hochs und Tiefs des Lebens.

Im "Wunderland" muss man so schnell rennen wie man kann, um am selben Platz zu bleiben.
Du kannst sehr schnell rennen (im Kopf - logisch, rational), Dein Freund steht noch da und schaut sich das Wunderland an, auch wenn es nicht immer angenehm ist.

Ob Dir der Beitrag hilft weiß ich nicht.
Ich habe ihn aber ganz bewusst so geschrieben - auch im Kontrast zu den anderen Beiträgen - vielleicht kannst Du irgendwas damit anfangen.
Was meine Intention dabei ist, dass Du auch über Dich nachdenkst - nicht nur über Deinen Freund.

Was möchtest Du vom Leben? Wenn Du diese Entscheidung sicher treffen kannst, dann kannst Du auch jeden Weg gehen - und selbst wenn es dann nicht funktioniert, viel dabei lernen.
Es gibt Menschen die entscheiden sich ganz bewusst für ihr persönliches Gegenteil als Beziehungspartner - und bereuen das nicht. Aber es funktioniert eben auch nicht immer, es kommt auf Beide an.

Gute Reise!
 
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