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Komplett gescheitert

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 125633
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G

Gelöscht 125633

Gast
Hallo zusammen. Ich bin jetzt Mitte vierzig. Mein Traum war immer einen lieben Mann und eigene Kinder zu haben und viele Tiere. Habe nichts davon. Mein Chef hat mir vor 3 Wochen gesagt, ich soll mir woanders Arbeit suchen. Vor 2 Wochen hat er mir alle Aufgaben weggenommen und sie jemandem gegeben, der auch formal die Qualifikation dafür hat. Er hat vorher immer gesagt, ich würde super Arbeit machen, er wäre so froh, dass ich da bin. Und hetzt das. Er könne ja auch nichts dafür, so sei halt die Hierarchie, sagt er. Ich habe viel dafür getan, dass alles gut läuft. Bin viel unter Menschen gegangen, auch, weil ich das mag, hab mich im Job richtig reingehängt und da eine riesen Entwicklung hingelegt (haben mir viele schon gesagt). Wenigstens habe ich deshalb genug Geld und auch viele Kontakte, über die ich einen anderen Job finden kann, auch wenn der schlechter bezahlt wird. Das ist schon ein Luxus. Trotzdem fühle ich mich komplett gescheitert. Ich heule ganz oft, trinke zu oft zu viel. Ich gehe zu einer Psychologin, aber die sagt, sie hätte mir alles gesagt, was sie weiß, und ich käme ja klar, und es ginge mir ja nie 2 Wochen am Stück ununterbrochen schlecht. Ich funktioniere halt wie ein Roboter, laufe rum wie ferngesteuert. Von 14 Tagen sind 2 komplett beschissen. Wenn es immer so bliebe (was es nicht tut), würde ich mich sofort aufhängen.
 
Kein Grund zur Panik. Realistisch betrachtet hast Du einen Job, der dir so schnell nicht gekündigt werden kann.
Und Du kannst Dich anderweitig bewerben.
Das würde ich nicht unter dem derzeitigen Gehalt tun, sondern ehr drüber.
Du kannst Dich nur verbessern.
 
Hallo liebe Erdwühler, vielleicht bedeutet diese Kündigung etwas Gutes, das bald folgt?

Mich haben mal Vermieter, die echt stark profitiert hatten von meinem Einsatz und meinem Engagement gekündigt, Eigenbedarf.. ich war komplett traurig und siehe da, nicht mal eine Woche später habe ich zufällig ein leerstehendes Bauernhaus entdeckt und es bekommen, für extrem wenig Miete, die Hälfte von der Wohnung und aber drei, viermal so viel Platz und Raum wie vorher. Das brauche ich, denn ich bin Kunstschaffender. Das bedeutet..... viel Ärger umsonst vielleicht bei dir ebenso?
Jetzt hast du deine Hände wieder frei, sei neugierig, was sich da jetzt draus ergibt. Man kann nur anders haben, wenn man etwas ändert.
Entscheide dich dafür, NICHT deine Tage in Trübseligkeit zu verbringen, es gibt Alternativen... mach Urlaub mal und genieße eine Weile all das, was du für dich nicht abgeholt hast an Gut und Schön, weil du mit dieser Maloche so beschäftigt warst.
Lass dir Eizellen einfrieren, als kleines Sicherheitspolster, für dich zur Beruhigung. Bei uns hat eine Ortsbewohnerin mit 51 noch erfahren, sie sind schwanger... das war das neunte Kind von ihr, das so spät noch eintrudelte.
Mach nicht auf Hinlegen und Liegenbleiben, sei dir da zu stolz dafür. Lebe, liebe, lache! Wenns auch zuerst holprig ist, leben, lieben, lachen kann man üben, falls man es vergessen hat, wie das geht. Dranbleiben.
 
Hallo zusammen. Ich bin jetzt Mitte vierzig. Mein Traum war immer einen lieben Mann und eigene Kinder zu haben und viele Tiere. Habe nichts davon.

Einen lieben Partner zu haben wünschen sich viele......ist mal gar nicht so einfach zu finden.
Tiere kannst du dir ja auch als single holen?
Bist du gesund? Wenn ja, hast du in meinen Augen alles was wichtig ist im Leben (und das sage ich als auch Ü40 die leider krank ist)
 
Es kann schmerzhaft und sehr "ernüchternd" sein feststellen zu müssen, dass auch die äußerste Anstrengung nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Wenn man über 40 ist, wird einem auch bewusster, wie viel Weg und Aufwand noch zusätzliche notwendig wäre und wenn man weder den Weg kennt, noch die Mittel hat, dann fallen gefühlt einige Türen zu, auch wenn man nur das Geräusch zu hören glaubt.

Gescheitert zu sein ist auf der einen Seite eine bittere Schlussfolgerung und tut weh. Auf der anderen Seite gibt sie einem die Möglichkeit, mit einigen der Anstrengungen aufzuhören, es nützt ja offenbar nichts. "Warum immer dasselbe tun und auf ein anderes Ergebnis hoffen?" (Albert Einstein) Du hast schon recht, tröstlich ist auch das nicht wirklich.

Die Entscheidung Deines Chefs muss nicht so sehr viel mit Dir zu tun haben. Auch er ist nicht Herr über seine Welt. Auch er muss so manchem nachgeben oder ist manchmal auf dem Holzweg. Nach meiner Erfahrung macht es durchaus öfter keinen Sinn, nach dem Sinn hinter all dem zu fragen. Wie Du selbst schreibst, funktioniert manches in Deinem Leben und anderes nicht und "das Leben" schert sich scheinbar einen Dreck um Deine oder meine Prioritäten, falls "das Leben" sich überhaupt um etwas scheren kann, denn das glaube ich nicht.

Ich denke nicht, dass Du gescheitert bist, denn Dein Weg mag vielleicht in eine Sackgasse geführt haben, aber das ist sicher nicht das erste Mal, oder? Zu erkennen wo man steht, kann einen gewaltig auf den Hintern setzen und dann ist erst einmal die Luft raus. Wenn ich tot bin, dann wars das. Vorher wars das nicht. Auch das ist an manchen Tagen kein Trost, aber es ist vielleicht der Schimmer, der Dir bestätigt, dass noch nicht alle Türen zu sind und man die eine oder andere sogar noch eintreten kann.

Schau, ob Du vielleicht etwas "Ballast" abwerfen kannst, um dann zu erkennen, dass "alles über Bord werfen" nicht die einzige Lösung sein muss. Manchmal darf oder muss man auch überrascht feststellen, wie viel einen der bisherige Weg gekostet hat und dass man mit der einen oder anderen Ressource nicht schonend umgegangen ist und dass sich das rächt.

Du bist noch nicht am Ende Deines Weges angelangt. Gönne Dir eine Verschnaufpause. Tu Dir was Gutes, denn darauf zu warten kann manchmal sehr lange dauern. Wertschätze, was Dir wertvoll ist und schau, was fehlt. Und dann mach einfach weiter und triff Deine Entscheidungen, so gut Du kannst. Mehr kann man und solltest Du von Dir nicht verlangen. Das ist kein Scheitern.
 
Mein Chef hat mir vor 3 Wochen gesagt, ich soll mir woanders Arbeit suchen. Vor 2 Wochen hat er mir alle Aufgaben weggenommen und sie jemandem gegeben, der auch formal die Qualifikation dafür hat. Er hat vorher immer gesagt, ich würde super Arbeit machen, er wäre so froh, dass ich da bin.

Auch wenn es vll das Thema an sich nicht berührt, hier handelt es sich ganz klar um Bossing (Mobbing durch Vorgesetzten). Die gewählte Methode: Arbeit & Verantwortung wegnehmen (degradieren, Abstellgleis). Das Gegenteil davon wäre: mehr und mehr Arbeit & Verantwortung überstülpen (verheizen). Ich kann Dir nur empfehlen, dass alles für Dich mal kleinteilig schriftlich zu notieren/dokumentieren.

Solltest Du eine berufliche Rechtsschutzversicherung haben, könnest Du die Abfindung bei einer Kündigung -> Kündigungschutzklage wg. Bossing hochziehen. Sicher hast Du in der Kürze der Zeit nur das Wichtigste hier aufgeschrieben. Es ist sehr unwahrscheinlich & unglaubwürdig, dass Bossing hier über Nacht eintrat und Du total überrascht worden seist davon.

Das mit dem Alkohol ist natürlich ein Problem und könnte übrigens mit der Arbeitsproblematik Bossing im direkten Zusammenhang stehen. Solltest Du nicht bald eine neue Arbeit finden, musst Du leider sehr konkret mit der zeitnahen Kündigung durch den Arbeitgeber rechnen. Wenn Sie dich loswerden wollen, werden Sie sich loswerden. Und sie wollen Dich ganz offensichtlich loswerden!

Was Dir jetzt nicht helfen wird: Schwarz-Weiß-Denken und Dramadenken (zu Tode betrübt & himmelhochjauchzend), zuviele Pauschalierungen / zuviele simple Vereinfachungen im Alltag.

Was Dir hilft: einen hübschen minutiösen "Schlachtplan" (To-Do-Liste) für die kommenden Wochen auszuarbeiten. Betrachte in Deinen Überlegungen nur dieses Früjahr, diesen Sommer, das Jahr 2023. Es geht explizit nicht um einen 5-Jahresplan! Es geht erstmal darum, sich gut (und auf vernünftige Weise!) über Wasser zu halten und in der Folge, sich vom Alkohol fernzuhalten! Widerstehe der Versuchung, in eine Sinnkrise (MidLife-Krise) abzudriften/zu dramatisieren, denn das würde Dir die Kraft für die kommenden Aufgaben nehmen.

Kleine Auszeit = spitze! Vollkrise = kontraproduktiv!
Du hast es in der Hand. 😎

Viel Glück!
 
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Eine relevante Formalie: jetzt bei Arbeitsagentur mit Status arbeitsssuchend melden.
Weil Du im Modus der drohenden Kündigung bist, ist es u. U. möglich, dass Du eine 12-Wochen-Sperre ALG1 dadurch umschiffst, in dem Du Arbeitsagentur vom Bossing berichtest, sie wollen meistens was Schriftliches dazu sehen. Sehr hilfreich kann hier auch ein Ärztliches Attest sein:
Ich habe es ja schön öfters im Forum "heruntergebetet": Mobbing/Bossing ist ein Grund für die Arbeitsagentur, die 12-Woche-Sperre nicht zu setzen.
Vielen ist das nicht bewusst, sowas lernt man in einer konspirativen No-Mobbing SHG. 😎
@Erdwühler: für Dich ist der Aspekt schon allein deswegen relevant, da der AG hier evtl. eine (fristlose) Verhaltensbedingte Kündigung (wg. Alkoholkonsum?!?) aussprechen könnte, die leider eine 12-Wochen-Sperre ALG1 nach sich zieht.
 
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