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Kommunikation ein hohes Gut - Wieso misslingt Kommunikation so oft?

  • Starter*in Starter*in Fabs2405
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Fabs2405

Gast
Guten Morgen zusammen,

ich fasse es kurz und knapp zusammen. Wieso misslingt so oft Kommunikation?

Ich erlebe es immer wieder im Alltag, bei Freunde, bei Bekannten oder eben neulich bei Fremden, dass man oft Missverstanden wird, oder das man zu wörtlich genommen wird. Man sagt einer Sache zu, lässt es kurz durch den kopf gehen und dann man kommt zu den Entschluss, dass man es doch nicht haben will.

In meinen Fall ging es um eine Übernahme von Möbeln in einer Wohnung. Ich war zu erst hellauf begeistert. Weil mir die Möbel gefallen haben. Ich habe eine Nacht darüber nachgedacht und habe dann abgesagt. Doch das gefiel dem derzeitigen Mieter und Verkäufer nicht. Es endete darin das ich beleidgt worden bin und das mir Wortbruch vorgeworfen ist.

Für mich ist die Sache abgehakt, weil nichts passiert ist. Für ihn aber ist, die Sache noch lange nicht geregelt.

Und deshalb meine Frage, wieso wird man so oft missverstanden? Wieso klappt Kommunikation in den meisten Fällen nicht? Ich habe mal dieses Vier Ohren Modell in einer Weiterbildung durchgenommen und ich finde, dass oft vom Empfänger viel zu schnell falsche Signale wahrgenommen werden.

Für mich gibt es eine Faustregel: Ich bin zu nichts verpflichhtet und habe das Recht auch meine Meinung zu ändern, obwohl ich vorher anderer Meinung war. was ich auch hin und wieder gerne mal tue. Denn schließlich bin ich ein Freier Mensch. Und ja ich liebe Diskussionen.
 
Mit deiner schnellen Zusage, hast du bei dem Vermieter Freude ausgelöst, ist doch klar. Deine Absage hat ihn dann in die andere Richtung katapultiert. Eigentlich doch gar nicht so schwer zu verstehen.
Versuche in der Zukunft deinem inneren Impuls nicht immer gleich nachzugeben, sondern erbitte und erlaube dir eine Bedenkzeit.
Und ja natürlich kannst du deine Meinung ändern, passiert das aber allzu oft wird dieses als nicht gerade zuverlässig wahrgenommen.
 
In aller Regel scheitert gute Kommunikation am Willen zur Ehrlichkeit.

Ist das deine Erfahrung? Oder woher leitest du diese Regel ab?

Meiner Erfahrung nach ist das viel zu kurz gedacht. Woran scheitert gute Kommunikation bei mir? Hmm.. an Missverständnissen. An unerfüllten Erwartungen, oder Implikationen, die vom Gegenüber enttäuscht werden. Grundsätzlich eine gute Sache, wenn es mich lehrt, keine Erwartungen mehr zu haben.
Wer keine Erwartungen mehr hat (in Gesprächen), der wird, glaube ich, automatisch offener, transparenter, vielleicht auch sachlicher.. der gibt sich mehr Mühe, dass der Andere ihn auch versteht.

Ich denke, dieses Modell mit den verschiedenen Ebenen einer Aussage (sachliche, emotionale, etc.), trifft schon zu.. zumindest KANN jede Aussage verschiedene Ebenen haben, wenn man sie denn wahrnehmen "will" (oder muss?). Die falschen Erwartungen liegen dann darin, dass ich eine Ebene in einer Aussage wahrnehme, die gar nicht so "abgeschickt" wurde.. oder umgekehrt - ich schicke etwas ab, was dann anders ankommt. In guter Kommunikation reicht dann ein Nachfragen - oder Nachdenken - ohne Hintergedanken.. und schon versteht man sich wieder. In gescheiterter Kommunikation ärgert man sich, fängt vielleicht ob der Missverständnisse einen Streit an.

Gute Kommunikation setzt also viel mehr als nur den Willen zur Ehrlichkeit voraus - obwohl der natürlich auch eine grosse Rolle spielt. Aber ich glaube, viele Menschen kennen sich selber zu schlecht, als dass man ihnen Unwillen vorwerfen könnte.. sie wissen es einfach nicht besser. Es ist manchmal am schwierigsten, ehrlich zu sich selber zu sein, oder nicht? Jedenfalls, was gute Kommunikation noch braucht, meiner Meinung nach: Vertrauen, dass der andere es gut mit einem meint und Interesse daran hat, sich verständlich zu machen und zu verstehen. Lösungsorientiertheit. Die Fähigkeit, Missverständnisse und Unterschiede nicht persönlich zu nehmen. Genug Empathie, um die eigenen Erkenntnisse/Meinungen/Lebenserfahrungen auf die Wirklichkeit des Anderen zuzuschneiden, damit die Wahrscheinlichkeit, verstanden zu werden, steigt. Und nicht zuletzt - etwas Wohlwollen dem Anderen gegenüber.
 
es gibt Menschen die möchten sich mitteilen und andere, denen ist das zuviel.


RoXXana meinte:
Mit deiner schnellen Zusage, hast du bei dem Vermieter Freude ausgelöst, ist doch klar.

Ich fand eure beiden Beiträge interessant 🙂 Ich glaube, ihr meint damit genau das gleiche: Dass jeder Mensch andere Voraussetzungen hat, die er in ein Gespräch mitbringt. Ist doch klar, wie Roxxana schon sagt. So klar finde ich das aber gar nicht, jedenfalls nicht, wenn es darum geht, sich bewusst zu machen, dass das Gegenüber eben andere Voraussetzungen mitbringt. Was für mich eine ganz normale Prämisse ist - z.B., dass ich meine Meinung jederzeit ändern kann - ist für jemand anders vielleicht eine Unhöflichkeit. Er würde sich dies selber auch nicht erlauben, obwohl ich vielleicht gar nichts dagegen hätte.

Das Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass man solche Prämissen nicht ausspricht - falls man sich überhaupt selbst darüber bewusst ist, natürlich. Es scheitert also gar nicht so sehr an der Kommunikation.. sondern eher an der Meta-Kommunikation, weil man nicht darüber gesprochen hat, was die Grundlagen des Gesprächs sein sollen, auf denen man sich abstützt.
Man sagt ja oft, dass es da allgemeingültige Regeln "des gesunden Menschenverstands" gibt, aber das glaube ich eben nicht, ich denke, es gibt viele sich widersprechende Regeln, die aber alle ihre Berechtigung haben, und wenn man sich nicht auf welche einigt, oder zufällig dieselben hat, dann wird es unweigerlich zu Missverständnissen = gescheiterter Kommunikation kommen
 
Spoony, ich bin davon ausgegangen der TE hat eine Zusage gemacht. Sollte er sich die Bedenkzeit ausgebeten haben und der Vermieter hat dann trotzdem so reagiert ist das natürlich bedauerlich.
Keine Ahnung wie die Kommunikation Nonverbal abgelaufen ist, auf jeden Fall hat der TE Erwartungen geweckt,Bewusst oder Unbewusst kann ich nicht sagen, welche er dann nicht mehr erfüllen konnte. Und das er die Erwartungen nicht erfüllen konnte ist auch gar nichts schlechtes, aber es kann eben in solche Bahnen gelangen.
Vielleicht hat der Vermieter halt mehr reininterpretiert als von den TE gewollt, das ist dann aber nicht die Schuld des TE.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keine Ahnung was du meinst, was ist denn genau vorgefallen und was hat der besagte "Freund" denn nun genau gesagt, oder auch nicht? Du musst schon entschuldigen, aber meine Glaskugel ist in der Reinigung.🙂:blume:😉
 
falls Du mich meinst, und wegen dem "alles klar..."

Das war der einzige satz womit ich mich in meinen worten auf Dein Geschriebens bezog als Du nämlich antwortetest, dass Du die Überschrift anders liest als ich.

Vielleicht hätte ich das ein bisschen trennen sollen. Ich hols mal nach.🙂


Hihi, ein prima Beispiel für misslungene Kommunikation 🙂
 
Spoony auf jeden Fall können wir uns doch schon mal einigen, das Kommunikation auch ganz schön kompliziert sein kann. Sieht man ja an uns beiden. 😉😀:blume:
 
Ich würde hier zwei Bereiche (Erkenntnis und Wille) nennen wollen, die einer gelungenen Kommunikation im Wege stehen:

a) man nimmt die Welt aus einer unterschiedlichen Perspektive wahr (Subjektivität). Beim besten Bemühen um Wahrheit kann hier manches falsch (oder besser: anders) verstanden werden.

b) man will sich nicht das Weltbild oder die Meinung des Anderen in einer bestimmten Sache zu eigen machen (zB aus eogistischen Gründen): "Ich will mein Geld. Basta!". Dass der hier das Geld einfordernde zB ein "Blutsauger" ist, der unfaire Geschäfte macht, wird von ihm gerne "übersehen".
 
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