Hi,
m.E. war es nicht ganz so clever, deine Kritik auf die persönliche Ebene zu heben. Du kommst neu ins Team, da ist es doch fast schon klar, dass Beziehungen zu Mitarbeitern mit längerer Zugehörigkeit bereits gewachsen und intensiver sind als zu dir. Als Vorgesetzter fände ich vermessen und unangebracht, dass du das als Neuling monierst und fast schon eifersüchtig auftrittst. Kein Wunder also, dass der Chef in die Offensive geht, auch wenn er das sicherlich professioneller hätte formulieren können. Die Geschenke-Sache kann dich zwar wurmen, geht dich aber eigentlich nichts an, denn das ist etwas Privates (die Dimension empfinde ich zwar auch befremdlich und ungewöhnlich, ist aber ebenfalls eigene Entscheidung der beiden). Um aus der Nummer rauszukommen würde ich an deiner Stelle versuchen, wieder zurück auf die Sachebene zu kommen. Kein Fingerpointing à la "Der Kollege tut dies oder das (nicht)!", stattdessen ein konstruktives Gespräch, in dem du darum bittest, eine Arbeitsaufteilung zu vereinbarenn, die dir ermöglicht, dich in deinen neuen Job einzuarbeiten. Am besten zu dritt mit Chef und Kollegen und am besten auch schriftlich zum Nachlesen, vielleicht sogar einen richtigen Einarbeitungsplan. In einer so kleinen 3er-Konstellation sollte es Ziel sein, Chef und Kollegen zu deinen Verbündeten zu machen und sie nicht gegen dich aufzubringen. Finde heraus, ob ihr nochmal bei 0 anfangen könnt. Falls die Fronten schon dauerhaft verhärtet sind such dir tatsächlich lieber ein neues Team. Dort solltest du dann aber erst einmal beobachten, die Füße stilll halten und nicht direkt eifersüchtig bei A über B reden. Damit wirst du nirgends gut ankommen. Du bist es, die sich ins Team einfinden muss. Und dass es Unterschiede gibt innerhalb der verschiedenen Mitarbeiterverhältnisse ist normal und auch legitim. Indem der Chef Mitarbeiter A zugetan ist, lehnt er dich als Mitarbeiter B doch nicht automatisch ab. Arbeite lieber an dir und einer professionelleren Einstellung. Bei Kritik immer auf die Sache, nie auf die Person. Und wenn du es dann noch schaffst ohne jegliche Anklage zu formulieren, welches Bedürfnis DU hast und was deines Erachtens gerade zu kurz kommt - in diesem Fall das fehlende Gefühl von Zugehörigkeit - benimmst du dich professionell und konstruktiv und wirst wahrscheinlich auch auf Offenheit stoßen. LG Marie