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Könnte ich Borderlinerin sein?

G

Gast

Gast
Hallo,

ich weiß daß man in einem Forum keine Diagnosen stellen kann aber vielleicht erkennt sich jemand hier in meiner Beschreibung wieder.
Ich bin auf die Borderline Erkrankung gestoßen und frage mich ob das auf mich zutreffen könnte.

Als Kind fühlte ich mich von meinen Eltern ungeliebt. Meine Mutter hat mich vernachlässigt weil sie eigentlich gar kein Kind wollte und lieber noch Party machen wollte. Wenn sie schlechte Laune hatte, hat sie mich auch beschimpft und niedergemacht. Da war sie dann richtig aggressiv.
Mein Vater hat davon nicht allzu viel mitbekommen weil er oft auf Montage war.
Im Kindergarten war ich schon verhaltensauffällig. Wenn mir die anderen Kinder zu nervig wurden oder sie mich ärgerten rastete ich aus. Das ließ ich dann an der Kindergärtnerin aus die ich dann trat und anbrüllte.
Zu Hause hatte ich auch meine Ausraster, wenn meine Eltern nichts mitbekamen.
In der Schule wurde ich ruhiger, war auch verträumt und "verschlief" manchmal regelrecht den Unterricht.
Trotzdem wurde ich nicht gemocht. Da ich auch motorisch ungeschickt war, wurde ich oft ausgelacht.
Ich stant meistens im abseits und fühlte mich schwach und hilflos. Ich musste eine unwahrscheinliche Verlassenheit ausgestrahlt haben. Zu meinem Unglück, denn andere nutzen es gewaltig aus.
Mädchen kamen zu mir nach Hause, wollten was von mir geschenkt haben. Wenn ich das tat, verschwanden sie und ich sah sie nie wieder. Ganz oft bemerkte ich daß irgendwo welche zusammenstanden, grinsten und tuschelten wenn sie zu mir hinsahen.
Ich dachte oft daß es an meiner stillen Art lag daß man mich nicht mochte aber ich hatte teilweise auch mit Mädchen zu tun die auch sehr ruhig waren und die trotzdem nichts mit mir zu tun haben wollten.
Wenn ich bei Leuten zu Besuch war hatte ich oft Lust auf Provokation. Ich machte z.B. deutlich daß mich das angebotene Essen anekelte und machte sonstwie Palaver. Die meisten wollten mich dann nicht wiedersehen.
Ich glaube, ich war unwahrscheinlich verletzt.
Irgendwann mit Beginn der Pubertät lebte ich fast nur noch in meiner Fantasiewelt, führte Selbstgespräche und vertraute meinem Tagebuch meine Nöte an.
Als ich merkte daß es so nicht weitergehen konnte, packte ich mich selbst am Schopf und zog mich für eine Weile aus dem Sumpf.
Ich ging zu einem Tierheim und bot dort meine Hilfe an. Für einige Jahre war das meine große Leidenschaft und ich ging ganz darin auf. Ich liebe Tiere und außerdem konnte ich wenigstens oberflächliche Kontakte knüpfen, auch wenn ich keine Freundschaften aufbaute.
Die Schule interessierte mich nicht, außer die wenigen Fächer in denen ich gut war.
Ich wurde auch gemobbt. Die Lehrer bekamen es mit, taten aber nichts.
Ich hatte mich schon längst in eine Außenseiterrolle reinmanivröriert. Ich war einsam aber gleichzeitig wurde mir klar daß ich mit den anderen nichts gemeinsam hatte. Ich hatte kein Interesse an Klamotten, Feten und Jungen.
Ich wehrte mich unwahrscheinlich gegen das Erwachsenwerden. Drückte jeden Abend im Bett mit Gewalt auf meine wachsenden Brüste. Spielte mit Kindern was deren Eltern natürlich komisch fanden.
Manchmal konnte ich schrecklich albern sein. Ich schämte mich dafür konnte es aber nicht unterdrücken.
Einmal als ich zum Tierheim kam, kam mir ein Mädchen schon weinend entgegen weil ihr Lieblingshund gestorben war. Ich hing auch an dem Tier und musste trotzdem in dem Moment lachen. Sie war sehr wütend aber ich konnte mich nicht entschuldigen.
Ich weiß nicht, ob ich gefühlsmäßig abgestumpft war aber ich fühlte oft nichts. Konnte keine Freude teilen, nicht trösten, jemanden umarmen. Nur wenn ich bei den Tieren war empfand ich sowas wie Zärtlichkeit.
Meine Eltern taten einiges um mich mit anderen Jugendlichen zusammenzubringen aber ich wurde nie gemocht.
Auch wenn ich mich bemühte angepasst und nett zu sein.
In der Ausbildung ging das Hetzen gegen mich weiter. Ein paar Typen sagten mir daß ich hässlich bin.
Einmal hatte ich mir den Fuß verstaucht und legte in der Pause den Fuß auf einen Stuhl um ihn zu entlasten. Ich hatte natürlich den Schuh ausgezogen. Da kam der Aubildungsleiter rein und schnauzte mich an was das soll!
Gewehrt habe ich mich nie. Ich glaube, ich war mit der Zeit sprachlos geworden.
In der Zeit hatte ich auch meinen ersten Freund. Als eine Kollegin mich fragte ob ich verliebt wäre, war meine Antwort daß ich das nicht wisse. Sie meinte verwundert daß man das doch merken würde.
Ich glaube nicht daß ich ihn geliebt habe. Es hätte mir gereicht wie Bruder und Schwester mit ihm zusammenzusein. Es war eben ein Ritual mich jeden Freitag und Samstag mit ihm zu treffen und dieses Ritual gab meinem Leben einen Inhalt. Trotzdem war er mir nicht gleichgültig auch wenn der Sex mit ihm nur eine Pflicht für mich war. Als mir eine Bekannte von ihm sagte daß er fremdging machte ich ihm eine Szene.
Später fiel ich auf einen verheirateten Mann rein der 25 Jahre älter war als ich. Es schmeichelte mir daß er sich für mich interessierte. Doch es wurde mir bald zu viel mit seinem Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Sex. Ich wollte ihn nicht mehr und sagte es ihm. Doch er akzeptierte das nicht, saß heulend bei meiner Bekannten wie schlecht ich doch wäre. Dann rief er bei meinen Eltern an und sagte ihnen alles was ich ihm über meine Kindheit anvertraut hatte. Danach war natürlich alles kaputt.
Kurz darauf lernte ich einen Mann kennen der mir am Anfang gar nichts bedeutete, der aber dann der erste wurde, für den ich sowas wie Liebe empfand. Doch er machte sich nur einen Spaß mit mir. Als ich das merkte wurde mein Verhalten absolut widersprüchlich. An manchen Tagen schrie ich ihn an daß er verschwinden sollte.
Dann wieder rief ich ihn an und sagte, daß ich ihn doch liebe. Nach dem Motto:"Ich hasse Dich - verlass mich nicht."
Ich stieg sogar einmal mit seinem Freund ins Bett um ihn eifersüchtig zu machen. Ich kämpfte um ihn aber natürlich scheiterte diese Beziehung.
Seitdem glaube ich nicht mehr an Liebe.
Kurz noch was zu meinem Berufsleben:
Ich konnte meine Jobs nie lange behalten. Es verlief immer nach dem gleichen SChema. Ich war zuerst sehr zurückhaltend und höflich. Wenn ich aber merkte, daß die Kollegen mich nicht mochten und mir nicht helfen wollten, wurde ich manchmal regelrecht ausfällig. Teilweise auch bei Kunden am Telefon.
Ich habe auch eine große Abneigung dagegen Dinge zu tun, die mich anöden. Dann mache ich die Arbeit nur oberflächlich und komme irgendwie nicht zu einem Ende weil es dann so langsam geht.
In Dingen, die mich interessieren, kann ich richtig gut sein.

Was ist eure Meinung nach meiner SChilderung?
Könnte ich Borderlinerin sein?
 

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Tuesday

Aktives Mitglied
Hallo,

es ist auf jeden Fall klar, dass du sehr verletzt bist und damit Beziehungen für dich schwierig sind. Unabhängig von der Diagnose würde dir eine Aufarbeitung all der Verletzungen, die du mit dir herumträgst, sicher gut tun.

Wenn du wissen möchtest, ob die Diagnose Borderline zutrifft, kann ich dir nur raten zu einem guten Therapeuten zu gehen, der über Fragebögen eine Anamnese macht und damit sehr genau sagen kann, ob das zutreffend ist oder nicht.

Was mich an deiner Erzählung irritiert hat, ist die Abwesenheit von Selbstverletzung. Aber vielleicht hast du sie hier auch einfach nur nicht beschrieben. Wobei man unter SVV nicht ausschließlich Ritzen versteht. Es gibt da viele Arten. Auch Süchte gehören in diese Kategorie. Es gibt mehrere Symptome, die auf Borderline hinweisen und von denen nur eine Auswahl zutreffend sein müssen, aber Selbstverletzung ist das eine Symptom, das bei jedem Borderliner vorkommt. Sonst ist es kein Borderline nach dem IC10 (also dem Katalog, in dem zusammen gefasst ist, welche Symptome vorliegen müssen, damit eine bestimmte Krankheit zutrifft).

Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Hilfe findest.


Tuesday
 

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