Meine Katze kann Fremdsprachen. Sie hat "hündisch" gelernt. Dazu gehört meiner Ansicht nach ein Denkprozeß.
Früher war das bei der Begrüßung zwischen Hund und Katze so:
Die Katze kam und wollte Köpfchen geben - der Hund wich zurück, weil er sich bedroht fühlte.
Der Hund wollte an ihrem Popoloch schnuppern - die Katze fauchte ihn an, weil es ihr nicht recht war.
Ging eigentlich jeden Tag schief die Begrüßungszeremonie zwischen den beiden. Was meinem Hund nicht so viel ausmachte. Er hats nicht so mit dem feinen Benehmen. Aber für meine Katze war das unbefriedigend, da eine ordnungsgemäße Begrüßung für sie zum guten Umgangston gehört.
Meine Katze hat viel darüber nachgedacht, wie sie diesen für sie unbefriedigenden Zustand lösen kann. Und nachdem sie erkannt hat, daß dem Hund die Feinfühligkeit fehlt, auf ihre hochentwickelte Form der Begrüßung einzugehen (er kann ja nicht mal zur Begrüßung schnurren), hat sie sich entschieden, sich auf seine niedriger entwickelte Stufe zu begeben und seine Sprache - also "hündisch" zu lernen.
Heute ist es so, daß meine Katze zur Begrüßung sich direkt umdreht und meinem Hund ihr Hinterteil hinstreckt, damit er es ausgiebig beschnuppern kann. Und ihn unter leichten Zuckungen ihres Popos dabei anstupst. Also quasi nicht mehr "Köpfchen gibt", sondern "Popo gibt".
Das tut sie aber nur bei ihm. (Ich bekomme weiterhin ihr Köpfchen an meine Wange und Stirn gerieben.)
Mein Hund dagegen hat glaube ich nicht einmal erkannt, daß meine Katze sich auf sein Niveau begeben hat. Er schnuppert an ihrem Popo als sei sie ein Hund, grunzt zufrieden, geht zu seinem Futternapf und kommt dann zu mir, um mir mitzuteilen, daß sein Napf leer ist.