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Kleiner Bruder (9) ist extrem Aggressiv und Spielesüchtig

  • Starter*in Starter*in Egal82837283883
  • Datum Start Datum Start
Info vom TE: Die Eltern wissen zwar von der Zockerei, aber nicht davon wie extrem es ist.

Ihr als Geschwister sollte euren Eltern davon erzählen, dass es außer Kontrolle gerät. Das ist kein Petzen, wenn ihr euren Eltern von euren Bedenken berichtet.
Vielleicht ist es auch nur jetzt in den Ferien gerade so extrem? Wie war es vor den Ferien? Wie ist dein Bruder in der Schule?
 
Andauerndes Zocken ist eine schlimme Sucht, die Menschen binnen weniger Jahre zu Vollverlierern ohne echte Sozialkontakte werden lässt. Ich würde an Deiner Stelle ein klares Wort mit Deinen Eltern reden und Ihnen vorschlagen, dass er pro Tag max. noch 30 Min an die Geräte darf.

Wenn Deine Eltern das dann nicht kontrolliert bekommen, ist das Jugendamt der richtige AP.

Du petzt nicht, sondern rettest Deinen Bruder! Irgendwann wird er Dir dankbar sein, wenn er kein verfettetes sozial isoliertes Zockerkind geworden ist.
 
Wenn Deine Eltern das dann nicht kontrolliert bekommen, ist das Jugendamt der richtige AP.

Falsch, ein Therapeut in dem Fall besser. Das Jugendamt greift hauptsächlich bei körperlicher Gewalt oder sichtbare Vernachlässing ein. Exzessives Zocken, die vielleicht ein Ausdruck von seelischer Verlässigung oder Flucht vor der Realität ist, gehört nicht dazu.

Ich vermute, dass dem Kind eben andere Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt. Die Aggression könnte auch durch fehlende Grenzen bedingt sein.
 
Falsch, ein Therapeut in dem Fall besser. Das Jugendamt greift hauptsächlich bei körperlicher Gewalt oder sichtbare Vernachlässing ein. Exzessives Zocken, die vielleicht ein Ausdruck von seelischer Verlässigung oder Flucht vor der Realität ist, gehört nicht dazu.

Ich vermute, dass dem Kind eben andere Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt. Die Aggression könnte auch durch fehlende Grenzen bedingt sein.

Es geht hier nicht um eine Inobhutnahme, sondern um eine Hilfestellung, Beratungsangebote und gemeinsame Gespräche mit dem Kind. Das Jugendamt hat deutlich mehr Möglichkeiten, als Kinder aus Familien zu nehmen,
 
mit den Eltern reden und selbst (!)
mit dem kleinen Bruder Dinge unternehmen, kann auch gemeinsames yt-video ansehen oder gemeinsames Spielen bedeuten für den Anfang.
Oder die Spiele im Wald nachspielen, Rollenspiele im Freien mit passenden Requisiten.
Und dann Stück für Stück mal weg von der Alternativwelt.
 
Hallo liebe/r Themenersteller/in,

erst einmal finde ich es sehr erwachsen von dir das du so sehr auf deinen kleinen Bruder schaust, das Problem erkannt hast und dir Hilfe suchen willst! Du kannst wirklich stolz darauf sein. So eine Hilfe hätte ich mir auch als Kind gewünscht.

Der Text wird vielleicht ein wenig länger...denn ich war als Kind auch "Bildschirmsüchtig" so wie du es nennst. Und ich kann dir genau sagen, was ich mir heute von meinen Eltern / Geschwistern gewünscht hätte. Dein Bruder versteht noch nicht ganz das Problem. Aber es wird sich mit der Zeit in eines entwickeln. Für ihn ist es nur Spaß und er möchte diesen Spaß ausleben. Es ist sein "Lieblingsspielzeug" und wer ist bitte nicht sauer wenn man ihm sein liebstes Spielzeug weg nimmt. Ich denke er wird auch nicht verstehen wenn du ihm versuchst zu erklären, was es später für ihn für Folgen haben wird. Vielleicht....aber ich denke er ist noch zu jung.

Das Einzige was hilft ist knallharte Konsequenz, so schnell es geht und nicht einknicken!

Wenn er heult, dann heult er, wenn er Dinge kaputt macht, bekommt er halt kein Taschengeld mehr. Macht ihm klar, dass sein Aufstand nichts bringt, egal was er kaputt macht oder wie sehr er rum schreit.

Kann sein, dass es ein paar Monate anstrengend für dich und deine Eltern wird. Doch was ihr als Familie & Geschwister tun könnte, was auch schon gesagt wurde - unterstützt ihn! Geht raus! Macht mit ihm was ihm früher Spaß gemacht hat, oder erlebt was cooles neues.

Übrigens - Er wird alles in seiner Macht stehende versuchen an sein Suchtmittel zu kommen. Okay, er ist erst Neun und hat noch nicht so viel Hintergrundwissen. Doch er wird versuchen dich und deine Eltern auszutricksen. Heimlich zu spielen, Kabel zu kaufen die ihm weg genommen wurden.

Ich hätte mir früher einen knallharten "kalten Entzug" gewünscht. Bedeutet ihm den PC, die Switch, den DS oder sonst was weg nehmen und dahin tun wo er niemals dran kommt und dann aufpassen, dass er keine dummen Dinge tut um wieder an sein "Spielzeug" zu kommen.

Und versucht eure Eltern noch mehr auf das Problem aufmerksam zu machen. Ihr petzt nicht, ihr macht es nur zu seinem Besten! Wenn etwas gefährlich für jemanden ist, ist es niemals petzen!

Ihr macht das schon ;-).
 
Und das Jugendamt würde ich nicht gleich einschalten...ihr kennt die Familie doch gar nicht. Und die Eltern wissen anscheinend noch gar nichts von dieser Extreme. Meine Eltern waren auch "ziemlich" konsequent (Vater hat Kabel durch geschnitten und Modems zerschmettert*hust*), das Jugendamt hätte da auch nur bedingt geholfen. Eher ein schlechtes Licht auf unsere Familie geworfen, mehr aber auch nicht.

Viel besser wäre eine Suchtberatungsstelle bzw. Kinder & Jugendpsychologin spezialisiert auf das Thema.
 
Das Einzige was hilft ist knallharte Konsequenz, so schnell es geht und nicht einknicken!
Jep.

In Wahrheit braucht kein einziges neunjähriges Kind Zugang zu Konsole, Smartphone und PC und unbetreut/unkontrolliert schon gar nicht.
Ich fürchte auch, dass es in dem Ausmaß des Konsums nur noch mit dem Prinzip "Ganz oder gar nicht" funktioniert und es einen totalen Cut braucht. Gar keine Videospiele mehr und das für eine ganze Weile, damit 1.) die psychische Abhängigkeit in den Griff zu bekommen ist und 2.) der Bruder die Chance hat, Handlungsalternativen und Freizeitangebote ohne Suchtpotential kennenzulernen, die ihm gut tun, ihn fordern und erfüllen und seinen Alltag strukturieren.

@Paxit hat einen guten Text mit vielen wichtigen Punkten geschrieben, doch ich glaube, dass alles mit dem Problembewusstsein der Eltern steht und fällt, denn sie müssen bereit sein, in den kommenden Monaten Konsequenz und Durchhaltevermögen an den Tag zu legen. Das ist ihre Aufgabe und nicht die, der Geschwister. Unterstützung wäre zwar toll, aber alleine werdet ihr das nicht auffangen können. Alle müssen an einem Strang ziehen.

Gibt es in der Familie den andere Erwachsene, die eure Sorge teilen? Großeltern, Tanten, Onkel? Jemanden, den ihr mit ins Boot holen könnt und der mit euren Eltern sprechen kann? Holt euch Verstärkung, ihr werdet sie brauchen.
 
Mein Bruder war früher total sportlich und jetzt ist er asozial. Und er petzt meinem Papa immer random dinge die vor 10101091 Jahren passiert sind die ich gemacht habe. Was soll ich tzn?

Wenn es früher doch eine Ecke anders war, dann fragt euch wieso. Vielleicht hat er ein Problem, keine Ansprechpartner und flüchtet sich in die Spielwelt? Und wenn er offenbar gerne alte Dinge petzt, wer weiß wieso? Könnte dahinter etwas Besonderes stecken? Was man sich noch fragen könnte: Bekommt er genug Aufmerksamkeit? Zählen seine Probleme und Sorgen genug? Gibt es ein genügendes Zusammensein in der Familie? Gibt genug gemeinsame Unternehmungen? Vermisst er was?

Was seine Bildschirmsucht betrifft, hat er vielleicht keine Aufgaben im Haus? Wenn ja, dann könnte man ihn doch ein paar kleine Aufgaben im Haus anvertrauen. Vielleicht können du und deine Schwester da auch gleich mehr, weniger oder überhaupt mitmischen. Wieso? Ich weiß nicht, ob oder wieviel stattfindet an Aufgaben und es geht darum, dass sich niemand großartig benachteiligt fühlt.

Was man tun könnte wäre zum Beispiel: Müll rausbringen. Pflanzen gießen. Wenn sich das eure Eltern zutrauen und ihr euch: Kleine Einkäufe tätigen. Eure Eltern müssen euch aber genug über verschiedene Dinge aufklären.

Und wenn man es geschickt anstellt, könnte es sein, dass man seine Aufgaben auch nicht unbedingt immer so schlecht findet und vielleicht sogar einen Nutzen daraus zieht und es nicht nur als Last sieht.
 

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