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'Klar ist der Mensch nicht für Monogamie geschaffen' .. Ist das wirklich so klar?

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Also ich neige eher zur wissenschaftlichen Betrachtung. Soll heißen wir sind dieselben Sklaven der Evolution, die wir immer schon waren.

Es ist ja kein Geheimnis, das unsere Gehirne noch immer nach demselben Prinzip funktionieren, wie schon damals in den Höhlen. Übrigbleibsel aus dieser Zeit sind auch noch immer zu finden. So tun sich Frauen ja im Allgemeinen schwerer mit Trennung und Alleinsein. Genau das ist so ein Übrigbleibsel. Damals in den Höhlen ging es nun einmal nicht ohne Mann, der gejagt und gesammelt halt, während die Frau Heim und Kind gehütet hat. Mann oder Frau, jeder funktioniert noch nach dem gleichen Schema, ob er das zugeben will oder nicht.

Und die Monogamie ist nach meiner Meinung einfach nur ein bizarres Konstrukt. Entweder bindet unser Gehirn uns selbst diesen Bären auf, oder das hat gesellschaftlich-kulturelle Gründe, die aber letztendlich weder Hand noch Fuß haben. Man sieht es doch auch bei den Trennungen. Sehr viele Partnerschaften gehen in die Brüche, wenn die Kinder "aus dem Haus" sind. Ist ja auch verständlich, denn ab dann hat die Frau, biologisch gesehen, keine Aufgabe mehr und benötigt auch den Mann nicht mehr als Schutz und Versorger. Und der Mann ist ebenfalls von seinen biologischen Aufgaben entbunden worden. Jagen und sammeln braucht er ab dann nur noch für sich oder eine neue Partnerin.
 
Ausgehend von Schimpansen, die unsere nächsten lebenden Verwandten darstellen, kann man sagen dass der Mensch evolutionär für Haremsstrukturen geschaffen ist.
Der Mann kann seine promisken Neigungen in vollen Zügen befriedigen, während die Frauen weiterhin versorgt werden, sodass die Brutpflege nicht zu kurz kommt.
Das ist rein evolutionär.

Gesellschaftlich bedingt entstanden andere Formen der Beziehung. Monogamie hatte den Vorteil, dass der Mann darauf vertrauen konnte, nur seine eigenen Kinder großzuziehen, und die Frau vom Mann nicht alleine gelassen wurde (jedenfalls im Prinzip). Außerdem war ein großer Vorteil im Vergleich zu Dingen wie Harems: Man👎 musste auch nur eine einzige Frau versorgen; hier in Europa konnten sich die Männer also auch nur eine einzige Frau "leisten".
Unter schlechten Bedingungen ergaben sich dann noch ganz andere Formen der Ehe, z.B. Polyandrie, bei der mehrere Männer (meist Brüder) sich eine Frau teilten.

Unser Kulturkreis behielt die Monogamie bei. Eine Ehe war gut, wenn sie Kinder bekommen hat, geputzt und gekocht hat, während er Geld rangeschafft hat, und seine Frau und Kinder im besten Fall auch nicht ständig verprügelt hat.
Dabei war der Begriff Liebe in den allerwenigsten Fällen bedeutsam. Die Ehen wurden meistens arrangiert, und waren mehr eine lebenslange vertragliche Abmachung um das Brutgeschäft zu verrichten.

Irgendwann kamen solche Dinge wie aufgeklärtes Denken, offener Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Emanzipation der Frauen auf.
Einerseits gut, weil dadurch Beziehungen mehr auf emotionaler Basis standen.
Mittlerweile kommen wir vielleicht aber an den Punkt, wo wir zu viel von unseren Beziehungen erwarten. Einen Sinn im Leben, und Kompromisse geht man auch nur widerwillig ein, da man ja seinen Bedürfnissen zu folgen hat. Und daraus ergeben sich viele Trennungen; manche Menschen sind vollkommen über der in unserer Kultur verankerten Monogamie enttäuscht....

Im Endeffekt könnte man so ziemlich jede Form der Beziehung begründen, auf die eine oder andere Art.
Wofür der Mensch geschaffen worden ist, weiß ich nicht. Das müsste uns ein Gott mitteilen, falls es denn einen überhaupt geben sollte.
Dagegen haben wir (im Optimalfall) ein funktionstüchtiges Denkorgan.
Wie will der Mensch, also jeder einzelne von uns sein?
Wer sich für eine monogame Beziehung entscheidet, soll dessen Regeln auch einhalten, und nicht im Nachhinein sagen, dass der Mensch ja so und so geschaffen wäre.
Wer eine offene Beziehung führen will, sollte das auch kommunizieren.

Ich für meinen Teil denke, dass zu einem großen Teil der Mensch fähig ist, sich selbst zu schaffen.
 
Alle Sprüche, die sich anmaßen, alle Menschen auf Erden zu erfassen, sind meiner Ansicht nach falsch.
Außer, es geht um so Grunddinge wie kacken, sterben, essen müssen.
 
@einfachFrau

Rose hat es als absolut dargestellt, als würde sie für die gesamte Menschheit sprechen. Andernfalls hätte der Satz 'ICH bin nicht für Monogamie geschaffen' lauten müssen.
 
da liegt ja schon der Fehler ......... für mich hat sie da nicht gesprochen.

Für mich auch nicht. Ich habe halt noch nie gehört dass es "SO KLAR" ist, dass der Mensch nicht für Monogamie geschaffen ist. Dass es Menschen gibt die nicht für Monogamie geschaffen sind wusste ich bereits.
 
Und die Monogamie ist nach meiner Meinung einfach nur ein bizarres Konstrukt.


Genauso ist es. Monogamie ist eine Lebenstheorie, die in Europa im Zeitalter der Romantik (Ende 18. Jahrhundert bis Mitte 19. Jahrhundert) entwickelt wurde.

Damals war es so, dass Menschen in verschiedenen, voneinander abeschotteten Gesellschaftsschichten (Adel, Klerus, Bürgertum, Bauern) lebten und nur innerhalb ihrer eigenen Gesellschaftsschicht Beziehungen eingehen und heiraten konnten. Diesen Zustand wollte man überwinden, man wollte, dass jeder Mensch mit jedem anderen eine Beziehung eingehen und heiraten kann, ohne Rücksicht auf die Herkunft der Liebenden.

Und als Legitimation wurde die Ideologie der großen, verbindenen Liebe entworfen, die Vorstellung, dass es für jeden Menschen einen Partner gibt, der extra für ihn geschaffen wurde und mit dem er zusammenkommen muss.

Das Ganze hat dann eine große Rolle in der Geschichte Europas gespielt, die weit über die bloße Liebe hinausgeht. Es hat geholfen, eine nach den Prinzipien des Feudalismus organisierte Gesellschaft in eine freie Gesellschaft zu überführen, in der Leistung zählt und nicht die Abstammung. Der Grundstock für unsere heutige demokratische Gesellschaft war gelegt.

Mittlerweile allerdings ist diese Ideologie zu etwas Negativem geworden, weil sie die Liberalisierung unserer Sexualität behindert.
 
Interessanter Beitrag @ Donanao

Ich verstehe den Sinn solcher monogamen Beziehungen eigentlich auch nicht mehr. Was ist der Sinn dahinter? Man weiss doch eh dass es nicht halten wird und einer immer der Verlassene sein wird.. oder eben beide, weils nicht mehr geklappt hat. Warum noch heulen oder traurig sein wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Sind wir ganz einfach falsch erzogen? Warum werden Kinder nicht 'polygam' erzogen? Jeder normaldenkende Mensch sieht doch dass das alles Quatsch ist, heiraten, ewige Treue usw ... ich glaube eigentlich überhaupt nicht an die Liebe.
 
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