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Kindheit ohne Liebe?

KleineLu

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

Ich suche hier einfach mal jemanden, der mich versteht, gewisse Phasen schon hinter sich hat und/oder mir helfen kann. Für Außenstehende ist vieles nicht nachvollziehbar, weil es einfach normal ist.

Und zwar bin ich ohne Liebe aufgewachsen. Bei mir Zuhause gab es keine Umarmungen, meine Mutter hatte nie etwas nettes übrig für mich, keinen Gute-Nacht-Kuss.

Meine Oma erzählte mir neulich, dass mich meine Mutter als Baby einfach im Bettchen hat sitzen lassen während ich mit meiner eigenen Kacka gespielt habe und sonst noch was
 

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herz ohne herz

Aktives Mitglied
Huhu,

das kann ich sehr gut verstehen.
Meine gute Mutter hat nicht mit mir geredet; mir nur das nötigste zu Essen gekocht.
Frühstück gab es nicht ebenso Abendbrot. Mittagessen immer Kartoffeln; Kartoffeln; Kartoffeln und wehe man wollte mal ein Spiegelei mehr.

Bitte; Danke; Zähne putzen; und und und - Fehlanzeige.

Nicht mit einem Kind reden würde ich als eine Art von Mord bezeichnen.
Mein erstes Märchen habe ich mit 50+ gehört. Da habe ich mir ein Diktierprogramm gekauft und sollte einen Text vorlesen - der Hase und der Igel.

Die meisten können das nicht verstehen weil sie ja eine gute Mutter hatten - nur das ist leider nicht selbstverständlich.

Hattest du auch Probleme auf Menschen zuzugehen / oder überhaupt die einfachsten Dinge wie Putzen; Wäsche waschen; selber Essen machen; Geschirr spülen zu lernen?
 

grisou

Aktives Mitglied
Nicht mit einem Kind reden würde ich als eine Art von Mord bezeichnen.
Mein erstes Märchen habe ich mit 50+ gehört. Da habe ich mir ein Diktierprogramm gekauft und sollte einen Text vorlesen - der Hase und der Igel.

ich lese gerade ein buch.

https://www.patmos.de/weg-aus-dem-chaos-p-7861.html

das behandelt die vernachlässigung in der kindheit anhand von einem märchen, hans der igel. das hat mir so viel geholfen zusammenhänge zu verstehen. ich kann es sehr empfehlen.
 

KleineLu

Mitglied
Auf andere Leute zugehen ging überhaupt nicht. Ich war extrem introvertiert. Ich wusste nie, was ich sagen sollte und wenn, war es immer das falsche. Ich habe bis vor 5 Jahren auch nur das schlechte in allem gesehen. Freundschaften haben bei mir nie gehalten. Ich hatte mal eine Phase, da konnte ich wegen meiner Panikattacken nicht mal vor die Tür gehen. Alleine einkaufen gehen geht nur an guten Tagen. Ich kann Dinge, die ich beginne, schlecht beenden. Ich muss mich bei allem was ich tue wirklich überwinden. Es sind so viele Macken, die ich durch/von meiner Mutter bekommen habe.

Das schlimmste für mich ist, dass meine Mutter doch überall gut weg kommt. Anderswo tut sie auf hilfsbereit und nett. Vor anderen Leuten bietet sie meinen Kindern sonst was an und hält es dann natürlich nicht. Das macht mich so fertig, dass es mir keiner glauben will.

Ich denke mir immer, es geht mir doch gut. Meine Familie und ich sind körperlich gesund, wir leben gut, nette Nachbarn usw. Aber innerlich kämpfe ich mit mir. Jeden Tag, bei jeder Aktion, die ich vorhabe.
 

grisou

Aktives Mitglied
Das schlimmste für mich ist, dass meine Mutter doch überall gut weg kommt. Anderswo tut sie auf hilfsbereit und nett. Vor anderen Leuten bietet sie meinen Kindern sonst was an und hält es dann natürlich nicht. Das macht mich so fertig, dass es mir keiner glauben will.

das kenne ich auch. das ist das schlimmste. menschen die es nicht glauben wollen. menschen, die es klein reden.

mein vater war auch immer nach außen der wunderbare familienmensch und immer charmant und großzügig. da wollte keiner hinschauen, was bei uns zuhause los war. das ist ein ganz enorm großer schmerz. zusätzlich, etwas was man außerdem noch mit sich rumschleppt.

und es darf beides sein. es darf dir und deiner familie gut gehen. das freut mich sehr für dich. aber auch der schmerz von früher hat seine berechtigung und will gesehen werden. damit hast du etwas sehr wertvolles, nämlich eine balance. du kannst dich dem schmerz stellen und immer wieder zurück in dein jetziges leben, wo du stabilität und stärke holen kannst. vielleicht kannst du es so sehen?
 

KleineLu

Mitglied
Als Kind hatte ich überhaupt keine sozialen Kontakte, ich hatte keine Freunde. Ich denke, ich hatte einfach viel zu viel (in meinem Kopf) mit mir selber zutun. Und wenn man sich schon selbst nicht leiden kann, wie sollen das dann andere? Ich hatte auch vor allem Panik, nicht nur Angst. Auch später noch. Einkaufen oder telefonieren geht auch heute nur an guten Tagen. Zu Essen gabs bei mir auch spärlich, die leckeren Sachen hat sich meine Mutter natürlich immer geschnappt. Es gab bei mir oft Dosensuppe, alles was billig ist.

Früher gab e
s nur ein Gefühl in mir und das war der selbsthass. Es liegt an mir, wieso bin ich so komisch und sowas ging mir durch den Kopf. Aber ich habe die Lösung nicht gefunden. Ich war immer schlecht gelaunt, außer ich habe geträumt.

Da
s meine Mutter mit alldem einfach davon kommt, das kann ich nicht akzeptieren. Es ist leider so, dass sie gegenüber anderen total hilfsbereit und nett ist. Wenn es andere mitbekommen, bietet sie meinen Kindern alles mögliche an, hält dann aber nichts vom Versprochenen ein. Ich habe den Kontakt mittlerweile abgebrochen. Die letzte Kommunikation endete ihrerseits damit, dass sie mich ausgelacht hat.

Ich konnte immer alle
s viel besser verarbeiten, wenn ich es auf Papier gebracht habe. Erst dann wird es für mich real. Aber das hier habe ich noch nie aufgeschrieben. Ich dachte auch immer, es liegt an mir und ich übertreibe. Denn eigentlich habe ich alles, was ich brauche. Meine Familie und ich sind gesund, wir können gut leben, habe nette Nachbarn. Wenn ich in mir drin nur nicht so leer wäre, so ohne Antrieb.
 

KleineLu

Mitglied
Hallo und herzlich Willkommen im Forum.:blume:

Schön, dass Du zu uns hergefunden hast.

Was lösen diese Erkenntnisse bei Dir denn für Gefühle aus und in wiefern haben sie Einfluss auf Dein Leben?

Alles Gute...
hey,
mein Mann hat mich noch mal komplett neu aufgebaut, er war der erste in meinem Leben, der an mich glaubt und mich liebt und mich unterstützt. Ich habe ihm anfangs nichts von meinem problematischen Verhältnis zu meiner Mutter gesagt. Er hat es aber schnell gemerkt. Er hat es ausgesprochen und da wurde mir das erste mal bewusst, dass nicht immer alles meine schuld sein kann. Endlich hat mich jemand verstanden. Ich habe ja immer gedacht, ich allein bin das Problem. Das hat für mich alles verändert. Meine gesamte Sicht auf meine Vergangenheit hat sich geändert und auch meine Zukunft. Wenn ich heute an meine Mutter denke, dann fühle ich eine starke Wut. Früher wollte ich ihr um jeden Preis gefallen. Ich bin auch unendlich traurig, dass ich emotional so eingesperrt war.

Ich habe mich
selbst endlich als "jemand wertvolles" akzeptiert. Ich habe verstanden, dass Gefühle zuassen und zeigen nichts schlimmes ist und es ohne auch gar nicht geht.

Ich wünsche Dir auch alles Gute :)
 

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