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kindheit aufarbeiten. wie funktioniert das?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 12066
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Gelöscht 12066

Gast
ich wende mich an die leute, die in therapie sind/waren und erfahrung damit haben.
ich denke viel über meine kindheit nach und kann größtenteils die verknüpfungen zu meinen jetztigen problemen finden. aber was soll ich nun damit? ich habe das gefühl, dass es nicht reicht. wie komme ich denn damit voran?
 
Hallo,

ja, was machst du nun mit deinem Verknüpfungfinden?

Ganz grob gesagt findest du eine Erklärung für deine jetzigen Probleme und nun bist du ab jetzt auf dich gestellt. Das andere gehört der Vergangenheit an. Du befindest dich aber in der Gegenwart.

Stell dir ein Kind vor, welches gerade Laufen gelernt hat. Das war mühsam. Immer wieder hat es sich hochgezogen, war mutig und hat losgelassen und ist doch hingefallen, um sich dann wieder hochzuziehen und es abermals zu probieren. Also, nun kann es laufen und findet auch Erklärungen dafür, weshalb es da ist, wo es ist. Was kommt nun? Es geht weiter. Schritt für Schritt einer neuen Herausforderung entgegen. Was nützt es ihm, zurückzublicken auf all die Stürze? Sie sind passiert zu einer anderen Zeit.

Also, wenn du dir Erklärbar gemacht hast, woher der Ursprung deiner Probleme ist, dann kannst du vielleicht jetzt mal nach vorne schauen. Was siehst du da? Ich schätze mal, dass der Blick nach vorne frei ist. Und guck dir das Positive an, negatives gab es schon genug. Mal dir das Leben nach vorne bunt. Sei dein eigener Regisseur. Lass das Alte los.

Ich kenne deine Probleme nicht und schon gar nicht, wie sie im Zusammenhang stehen, aber schau, ob eine Therapie dich unterstützen könnte. Und wenn du erst einmal nur 5 mal hingehst.

schnatti
 
Ich bin zur Zeit sehr intensiv daran alles zu verarbeiten. Es ist wirklich sehr schwer und kostet sehr viel Kraft . Aber es lohnt sich wirklich. Vieles wird klarer man bekommt einen klaren Blick, warum und wieso man dies und das tut. Bei meiner Therapie kommen Tage , da möchte ich mich am liebsten nur noch hinterher verkrauchen und nur noch heulen, weil ich wieder was ausgebuddelt habe. Aber dieses Ausbuddeln führt dazu, das man anfängt umzudenken und lässt von der Kindheit und den vertrauten Mustern los. Bei mir ist es ganz , ganz krass.
Nimm dir Zeit dafür, da du für Therapie sehr viel Kraft brauchst.
 
Unschöne Dinge können einen prägen. Daher ist es oft sinnvoll herauzufinden, was einen geprägt hat - bis hierhin ist es das Aufarbeiten der eigenen Kindheit.
Ab hier kommt die viel wichtigere Frage: Wie hat es Dich geprägt? Welche Gedankenkreisläufe, und welche Gewohnheiten haben sich daraus ergeben? Welche nützen Dir etwas, und welche willst Du ändern?
 
Es funktioniert so, daß man erkennt, was für eine Riesenungerechtigkeit einem vielleicht passiert ist und daß es das eigene Leben maßgeblich negativ beeinflußt hat - und das dann akzeptiert.
Ein großer Teil des Übels rührt daher, daß man das jetzige Leben sozusagen trotzig ablehnt, weil es von anderen ungerechterweise verpfuscht wurde.
Man wird aber kein anderes Leben bekommen.

Oder anders gesagt: kann sein, daß dir das Schicksal einen Topf Pech in die Hand gedrückt hat, aber du entscheidest heute, ob du diesen Topf weitertragen willst oder nicht.

Ein Gradmesser dafür, wie weit man in dieser Verarbeitungsarbeit schon ist, ist der, wohin man blickt wenn man über sein Leben nachdenkt: guckst du vorwiegend in die Vergangenheit und trauerst dem nach was du hättest haben können: ganz am Anfang. Schaust du aber in die Zukunft und überlegst, was dir für Möglichkeiten offen stehen und was du noch alles erreichen/erleben willst: schon ziemlich weit fortgeschritten 😉
 
ein therapeut wird mit dir gemeinsam heraus finden, was nun mit deinen verknüpfungen geschehen kann,also wie du sie für dein leben nutzen kannst.
das finde ich allein zu machen,zu schwierig.
 
Hast du Gewalt in deiner Kindheit erfahren. Wenn ich mir deinen Nicknamen und dein Bild dazu betrachte , wertest du dich schon mal selber ab. Es wirkt so als willst du sagen "Spech mich nicht an, sonst beiss ich zu" . Vielleicht solltest du das mal ändern. Sonst muss man vor dir Angst haben, etwas falsches zu sagen. 😉
 
ich wende mich an die leute, die in therapie sind/waren und erfahrung damit haben.
ich denke viel über meine kindheit nach und kann größtenteils die verknüpfungen zu meinen jetztigen problemen finden. aber was soll ich nun damit? ich habe das gefühl, dass es nicht reicht. wie komme ich denn damit voran?

Nun, in Anlehnung an die tollen Worte von Yukmaus kannst du unterschiedlich mit deinen Erkenntnissen umgehen. Du kannst dich und deine dich prägende Kindheit verfluchen, du kannst hart mit dir ins Gericht gehen und dich ablehnen.

Oder aber, du kannst diese wertvollen Erkenntnisse als "Startschuß" verwenden und darauf aufbauen. Du kannst akzeptieren dass du - mal ganz blöd ausgedrückt - zur falschen Zeit am falschen Ort warst und gerade deswegen dich und dein Leben ernst nehmen und die Ärmel hochkrempeln.

Eine vermurkste Kindheit hinter sich zu haben (wobei ich jetzt deine Geschichte nicht kenne) muss nicht unbedingt wegweisend für ein ebenfalls vermurkstes weiteres Leben sein. Die Entscheidung liegt bei dir. 😉
 
ich denke, ich bin von natur aus weniger belastbar und ich sehe das jetzt auch an meinen eltern, es liegt in der familie.
zusätzlich gab es unschöne erlebnisse/umstände/ereignisse in meiner kindheit bzw. vor allem vernachlässigung. ich habe zu essen und zu anziehen und ein dach über dem kopf gehabt. aber sonst lebte ich wie ein tierchen vor mich hin und hab hier und dort irgendwas gemacht, mich beschäftigt. ich kann mich auch nur schlecht an meine kindheit erinnern. da gab es einfach kaum etwas, nur die negativen dinge vergisst man nicht so schnell.

ich wurde durchweg davon geprägt, durch die pubertät bis zum übergang ins erwachsenenalter. wie soll ich dann meine einstellung, mein verhältnis zu mir, meiner familie und zu anderen menschen einfach so ändern können? wie diese ängste, die sich von klein auf aufgebaut haben, beseitigen?

entscheidet der therapeut welche art therapie für mich in frage kommt? einfach so erzählen hilft mir nicht, denn ich mache das schon seit einger zeit. ich habe das schon durchgekaut und verstanden, warum ich jetzt so gestört bin.

ach ja, vielen dank für eure antworten.
 

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