Das hat einerseits mit Egoismus andererseits mit Gefühlen zu tun.
Ansonsten TE:
In welchem Umfeld verkehrst du?
Handelt es sich hier um religiöse oder ländliche Kreise? Dort könnt ein Kinderwunsch noch gewünschter sein.
Ansonsten habe ich eine liebe Tante, die auch keine Kinder hat, vor allem weil ihr Mann Alkoholiker ist.
Ich hab in der Stadt gearbeitet, als ich größtenteils mit der Kinderwunschthematik konfrontiert wurde. Also nichts Land und religiös bin ich auch nicht. Ich halte das auch nicht für ein Phänomen im ländlichen Kreis oder das von der Religion abhängig ist.
Ich denke, es wird gesellschaftlich von einer Frau ab einem gewissen Alter erwartet. Wie gesagt, ist nur auffallend, dass es vom Mann niemand erwartet. Es geht ja so weit, dass man in einem gewissen Alter schwerer an Stellen kommt, weil einem automatisch unterstellt wird, man würde bald schwanger werden. Das darf niemand mehr aussprechen, aber im Grunde ist es so. Da wird eben lieber mal der befristete Arbeitsvertrag rausgerückt, als der Feste.
Anders herum kann ich es auch verstehen aus Personalersicht. Der Verein über den unsere Kita lief hatte alle Nasen lang mit schwangeren Frauen zu tun. Kaum waren die ein halbes Jahr da, zack wurden sie schwanger. Nun könnte man auch sagen, dass in diesem Bereich überwiegend junge Frauen arbeiten, nur trägt sowas eben nicht unbedingt dazu bei, dass die Chefetage sich für unbefristete Stellen einsetzt.
Die Frauen schaffen ihr Problem also selbst. Doof ist es nur für diejenigen, die eben keine Kinder wollen und dann ewig mit einer Befristung rumgurken.
Zurück zum Thema: Natürlich ist der Wunsch auf ein eigenes Kind und nicht auf ein Adoptivkind egoistisch. Man findet sich und seinen Partner eben so geil, dass man ein eigenes Kind will, weil man sich eben einredet, dass man die Gene kennt. Kinder von fremden Familien könnten ja genetisch bedingt Probleme machen. Ich sehe das ehrlich gesagt kritisch. Ich hab in der Kita und beim Praktikum im ersten Studienjahr in der Jugendhilfe durchaus erlebt, dass es auch Kinder/Jugendliche gibt, die trotz Genen voll aus der Art schlagen. Da war die Mutter Anwältin und die Tochter saß drogenabhängig auf der Straße. Die Gene sind doch nicht alles. Meiner Meinung nach hängt es davon ab, in welchem Umfeld das Kind aufwächst. Fühlt es sich gelebt? Nimmt man sich Zeit dafür? Presst man es in irgendeine Schablone oder kann es sich frei entfalten?