Natürlich dürfen Eltern Geschenke für ihre Kinder ablehnen, aber sie sollten eben nach gesundem Menschenverstand entscheiden: Ab und an ein Traubenzuckerl ist doch OK, aber dauernd Süßes ist halt nicht OK- So what?
Sehe ich auch so, aber ich sehe nicht ein, mich lang und breit dafür bei fremden Menschen rechtfertigen zu müssen, daß "ab und an" jetzt gerade nicht ist.
ich denke keiner wird ernsthaft den Eltern das Recht (das sie ja per Gesetz eh haben) absprechen wollen. Hat doch hier auch keiner. Und wenn jetzt zB im Supermarkt dann eine ältere Dame sagt: "Ach gönnen sie's dem Kind doch!" So what? Wäre für mich als Mutter kein Problem- bzw ich würde mich dadurch nicht unter Druck gesetzt fühlen, sondern könnte freundlich sagen: "Nein, wir hatten heute schon genug Süßes, aber wir nehmen den Traubenzucker gern mit und essen ihn morgen"
Wo ist das Problem? Ich sehe da einfach keins. Und selbst wenn eine Mutter es total ablehnt, dass das Kind Süßes bekommt, so ist sie doch in der Lage, das zu artikulieren und damit umzugehen, dass andere das nicht schon vorher wissen und dem Kind garnicht erst was anbieten.
Wie gesagt, ich finde diese Anspruchshaltung unmöglich, daß erwartet wird, daß ich mich dafür rechtfertige, wenn ich sage, mein Kind bekommt diesesjenesodersolches jetzt nicht. Darf ja auch mal einfach so akzeptiert werden.
Auch bei der Semmel im Supermarkt: Warum nicht nach gesundem Menschenverstand vorgehen? Es ist nicht erlaubt, wird aber zähneknirschend geduldet. Sprich: Wenn es ein totaler Notfall ist und das Kind mega Hunger oder Durst hat, kann man doch eine Ausnahme machen, aber eine Regel sollte es nicht sein. Man sollte sein Kind halt nicht dran gewöhnen, etwas zu tun, das es im Grunde nicht darf.
In der Kaufhalle sieht man aber nun mal nur eine Momentaufnahme. Man sieht nur, das Kind isst das kaufhalleneigene Brötchen. Ob es eine Ausnahme oder Standard für das Kind ist - man weiß es nicht. Schließt aber mal einfach daraus, daß das Blag schlecht erzogen ist, daß das immer vorkommt, das Elternteil unmöglich drauf ist und das Kind hätte doch bitte warten können.
Das ist hier der Tenor.
Ich als Mutter würde zB wenn das Kind mega Hunger hat und ich es echt nicht bremsen kann kurz eine Verkäuferin fragen, ob es OK ist, wenn ich eine Semmel auspacke, oder eine Flasche aufmache. Mir persönlich wäre das total peinlich, es ohne Erlaubnis zu tun, weil man mir ja dann unterstellen könnte, ich hätte zB mehrere Semmel gegessen (die Zahl lässt sich ja schlecht prüfen). Ich würde auf keine Fall erwarten, dass man mir das ungefragt erlaubt, oder mich nicht dafür kritisiert, bzw schief anschaut. Also frage ich nach- so what? Ist das so schwer?
Ich weiß nicht wo du einkaufst, in den meisten Kaufhallen ist es personalmäßig wie im Baumarkt - es ist einfach keiner da, den man fragen könnte.
Warum ist die Gesellschaft kinderfeindlich, die nicht im Kollektiv schon vorher weiß, dass das Kind so arg Hunger hatte und nicht zu bremsen war. Dafür haben wir doch eine Sprache, um sowas zu artikulieren.
Es würde ausreichen, daß den Eltern nicht per se erziehungsversagen unterstellt wird, sondern man eher mal überlegt, ob es nicht Gründe gibt, die das in den eigenen Augen eher semigute Handeln verständlich machen würden.
Auch würde ich jetzt sagen: Semmeln (oä) und Wasser sind eher OK als zB Süßigkeiten: Ich sehe ehrlich gesagt häufiger Eltern, die den Kinder schon mal die Tüte Gummibären im Laden aufmachen. Das finde ich nicht gut, denn da kann man ja echt nicht von Notfall sprechen.
Das nehme ich auch aus, da fällt selbst mir kein guter Grund ein...
Also warum immer alles so mega dramatisieren? Warum nicht einfach den gesunden Menschenverstand wirken lassen?
Nun, dramatisieren tun hier wohl eher die, die sich über Kinder und Eltern auslassen, als ob sie persönlich einen Nachteil erleiden, weil das Kind den Werbetraubenzucker nicht bekommt oder die Brezn 5min vor dem bezahlen isst.
Es ist nunmal so: Was immer man in Gesellschaft tut, KANN bei anderen Unverständnis hervorrufen- vor allem dann, wenn es eben irgendwie auffällt. Ich finde, Eltern sollten in der Lage sein, diese Form von Kritik auszuhalten. Das wundert mich schon ein bißchen, dass viele Eltern auf die Barrikaden gehen, wenn sie mal irgendwo kritisiert werden.
Was hier zu lesen ist, ist schon lange keine Kritik mehr, sondern reines Besserwissen, ohne, daß nach den Hintergründen gefragt wird.
ICH zB finde es sehr ungehörig, eine Ware vor dem Kauf zu verwenden: MIR persönlich wäre das extrem peinlich. Ist das also jetzt verwerflich, nur weil es ANDERS ist? Würdet ihr mich jetzt schief anschauen, weil ich mein Kind zum durchhalten animieren würde?
Dann würden sich andere darüber echauffieren, daß du dein brüllendes Kind nicht beruhigt bekommst.
😀
Ich sehe das Problem im Alltag beim Traubenzucker immernoch nicht...und ich glaube, das wird auch nix mehr😉
Also wenn mir jemand sagen würde: Gib ihm doch den Zucker, würde ich einfach nicht daraus lesen: Du hast nicht das Recht, zu bestimmen.
Wenn ich sage, mein Kind bekommt diesen Zucker nicht, dann muß sich da kein Mensch einmischen und sagen, daß das arme Kind doch bitte seinen Willen bekommen möchte. Und später regt sich genau dieser Typ Mensch darüber auf, daß die Kinder immer ihren Willen bekommen und nicht auf ihre Eltern hören. Klar, die lernen daraus: Ich muß nur genug Rabatz machen, dann kommt schon ein Fremder und mischt sich da ein und um des lieben Friedens willens gibt meine Mama nach.
Kann es ja auch nicht sein.
Der Trick dabei ist, je netter du bleibst, desto wütendender wird dein Gegenüber und die Frau hatte schon fast Schaum vor dem Mund 😀
Erst provozieren und sich dann darüber auslassen, daß sie anspringt. Wie Armselig....
Aber im Ernst, wenn sich permanent jemand erdreisten würde mir zu sagen, was ich meinem Kind doch alles zu erlauben hätte, wäre ich auch sehr unentspannt.
Wenn du keine Probleme damit hast, wenn dir wildfremde Menschen in deine Erziehung reinreden, schön. Ich verbitte mir dieses.