Mit deiner Erzählung habe ich gerade ein sehr unangenehmes Déja-vú. 😟
Mit Mitte Dreißig lernte ich einen Mann kennen. Zunächst schrieben wir viel und lange und verstanden uns hervorragend. Erst nach einer ganzen Zeit trafen wir uns. Und ich erinnere mich noch gut: ich war regelrecht entsetzt über sein Äußeres: Ungepflegt, lange, fettige Haare, schlechte Zähne, Bauchansatz ... 😌
Nichtsdestotrotz redete ich mir ein, dass wir uns doch so gut verstanden und auf einer Wellenlänge lagen und führte das Kennenlernen fort.
Nach einer Weile besuchte ich ihn und das Entsetzen wurde immer größer: Die Wohnung starrte vor Schmutz, auf der Couch, auf der ich saß, saß ich in Krümeln und Dreck und das Katzenklo quoll über ... 🤢🤢🤢
Ich hatte mir eingeredet, über diese Äußerlichkeiten hinwegsehen zu können und nur die inneren Werte gelten zu lassen. Und musste zu der Erkenntnis kommen, dass ich das nicht konnte und beendete den Kontakt nach einiger Zeit.
Noch heute schaudert es mich, wenn ich an diesen Mann und seine Bude zurückdenke. Und lange Zeit hat mich Scham begleitet, dass ich den Kontakt nicht schon viel früher beendet hatte und mich dieser Illusion der inneren Werte hingab. 🫣