Hallo ihr Lieben,
nun, nach doch recht langer Zeit, werde ich mich doch mal wieder dazu äußern.
Die ganze Geschichte lief völlig aus dem Ruder, es schaukelte sich bis zur Katastrophe hoch.
Zuerst einmal soll gesagt sein, da viele es bereits gefragt bzw. vermutet haben, ja er ist verheiratet. Und ja, auch ich bin nicht frei... So jetzt dürft ihr alle auf mich einprügeln, ich sehe mich nicht als Ehebrecherin, denn in eine intakte Ehe wäre keine andere rein gekommen. Über mein eigenenes Leben mache ich mir seit dem auch viele Gedanken und eine Entscheidung wird in nicht allzuferner Zukunft folgen. Soviel vornweg...
Es kam zum Eklat, indem ich ihm eine bitterböse Nachricht geschrieben habe. Danach war nichts mehr so, wie es einmal war. Ich dachte, das wars jetzt, da kommt nichts mehr, aber Pustekuchen. Er kam wieder. Wir trafen uns, redeten über vieles, über Gott und die Welt, er zeigte, erklärte mir, warum er so wenig Zeit hat, aber darüber ob und wie es weitergehen soll haben wir nicht gesprochen. Ich habe auch einfach den Bogen dahin nicht bekommen.
Nun zog sich das über einige Wochen, wir sahen uns im Schnitt einmal die Woche oder telefonierten. Aber alles recht belanglos, gesehen haben wir uns auch nur dienstlich, also in der Öffentlichkeit und ohne privat zu reden bzw. reden zu können.
Ohne dass ich es bewusst wahrnahm schaukelten sich die Emotionen hoch. Soweit, dass er dann große Emotionen ins Spiel brachte und ich an diesem Punkt merkte, dass er mir nicht egal ist. Was genau mit ihm los ist sagt er mir aber nicht. Das habe ich ihm dann vorgeworfen, dass er es sich einfach bequem macht, indem er es aussitzt, nicht mit mir redet, es ihm egal ist und er denkt, dass es mir egal ist. Wunderbar, denken wir beide, dass es dem anderen egal ist. Das dem nicht so ist konnten wir uns auch noch sagen, aber mehr auch nicht. Seit diesem Gespräch ist Funkstille - 6 Wochen nun schon. Ich habe noch zwei Versuche unternommen, eine unverbindliche SMS und eine mit einer Frage, auf beides kam nichts - er stellt sich tot.
Diese Woche haben wir uns zufällig gesehen, aber anstatt sich zu verkrümeln machte er auf sich aufmerksam, so gut wie er konnte, waren wir ja nicht alleine. Ich habe nichts dergleichen getan, habe mein Zeug erledigt und bin wieder weg. Er ignorierte mich nicht, aber er kam auch nicht offensiv auf mich zu.
Ich kann ihm nicht gegenüberstehen, ich komme mir vor wie ein Welpe, der dem Menschen hinterherrennt, weil er nur diese eine Hand kennt. Mir ist das irgendwie zu doof, habe ich doch auch Angst davor, dass er mich stehen lässt. Mittlerweile haben wir wahrscheinlich auch den eigentlichen Konflikt aus den Augen verloren.
Sicherlich ist es so, dass ich da einfach einen Haken dran machen muss, aber das fällt mir doch schwerer als gedacht. Zuviel bedeutet er mir inzwischen und ihm ist es auch nicht egal. Wenn er wenigstens so wäre, dass er mir klipp und klar sagen würde, ich soll ihn in Ruhe lassen... Oder wenn er zeigen würde, dass ich ihm egal bin. Aber dass er so auf meine Anwesenheit reagiert, zeigt doch, dass es nicht so ist.
Nur die Kommunikation zwischen uns ist wie Topfschlagen im Minenfeld, wenn sie denn überhaupt gerade stattfindet. Dieses in der Luft hängen, das Warten, das Hoffen, dass vielleicht doch noch irgendwas kommt macht mich wahnsinnig. Ich könnte durchdrehen, aber ich bin machtlos, ich kann einfach nichts mehr tun, außer zu hoffen, dass ich eines Tages aufwache und er mir egal ist, bestenfalls verschwindet er aus meinem Gedächtnis...
LG