Ha! Schneller geschafft als gedacht! Dann fange ich mal an:
1) Standartsätze wie „… mit großem Interesse gelesen…“ sollte man vermeiden. Früher hieß es immer „Hiermit bewerbe ich mich auf ihr Inserat…“. Das ist überflüssig und sollte vermieden werden. Einfach weglassen. Du nimmst ja - oder solltest Du zumindest - in der Betreffzeile des Anschreibens bereits Bezug auf das Inserat etc. genommen haben.
Im zweiten Anschreiben hast Du es besser gemacht. Mein Änderungsvorschlag : “Sehr geehrte D&H, wenn sie eine engagierte Verkäuferin (was immer in der Stellenanzeige gesucht wird hier einfügen) suchen, die auch in stressigen Situationen ihre innere Ruhe bewahrt und den Überblick behält, dann möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen."
2) Es sind zu viele Satzanfänge mit „Ich“. Stelle die Sätze so um, das Du das vermeidest.
Beispiel: Statt „Ich kaufe regelmäßig in Ihren Filialen ein…“ wäre „Regelmäßig kaufe ich in Ihren Filialen ein…“
Und BITTE: Insbesondere die Grammatik sollte immer gut überprüft werden, aber da helfe ich Dir nachher gerne (bin zwar nicht perfekt darin, aber recht gut!). Die Rechtschreibung ist soweit in Ordnung. Optisch macht sich ein Text in Blockformat immer besser und ordentlicher als ein Linksbündig formatierter Text.
3) In der Kürze liegt die Würze.
Beispiel: Statt „Sie setzen auf engagierte und motivierte Mitarbeiter, die sich weiter entwickeln wollen und das spricht mich sehr an.“ benutzt Du besser eine Frageform z.B. „Sie setzen auf engagierte und motivierte Mitarbeiter, die sich weiter entwickeln wollen? Dann bin ich vielleicht die Richtige für Sie!“ Wichtig das „vielleicht“, denn die Entscheidung ob Du die Richtige bist, solltest Du Ihnen überlassen.
4) Für Deine Eigenschaften und Fähigkeiten musst Du in Dich gehen und DAS schreiben, was und wie Du Dich und Deine Arbeit siehst. DAS ist dann AUTHENTISCH und SO kommst Du dann auch rüber... im Schreiben ebenso wie auch später im Vorstellungsgespräch. Deswegen ist eine selbst ausgearbeitete Bewerbung ja so wichtig. Abschreiben kann jeder, aber das spiegelt nicht Deine Überzeugungen wieder.
Am Besten Du beschreibst Dich in zwei Sätzen… nicht zu verschachtelt.
5) „Falls ich es geschafft habe…“? Das klingt nach wenig Selbstvertrauen. Arbeite hier auch wieder mit Fragestellung z.B. „Ist Ihr Interesse geweckt? Dann freue … oder ... Dann würde ich mich…“ und wichtig: Falls Du einen direkten Ansprechpartner hast, dann immer mit Namen ansprechen. Insbesondere im letzten Satz; …. freuen, Herr / Frau xxx."
Bei „Sollte ich es geschafft haben…“ ist es wieder dasselbe mit dem Selbstvertrauen. Warum willst Du Deine potentiellen Arbeitgeber in einem Vorstellungsgespräch „..auch... zu überzeugen“ also nochmal überzeugen? Freue Dich auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und Punkt! Den Satz mit zeitnah und langfristig ist zwar gut, suggeriert mir persönlich aber an der Stelle eher ein „Keine Angst! Ich will nicht sofort wieder kündigen.“ Lass es besser weg oder formuliere es anders.
Ein Tipp zum Schluss: Es ist viel Arbeit sich durch die in Bewerbungsforen geposteten Anschreiben etc. durchzulesen, aber durch die Begründeten Verbesserungsvorschläge lernt man viel und kann Fehler in der eigenen Bewerbung besser finden. Auch findet man Anreize wie man etwas schreiben kann. Nur bitte NIE abschreiben.
Wenn Du ein neues Anschreiben hast, freue ich mich sehr, wenn Du es hier einstellst.
P.S.: Gemerkt? (Wenn Du ein neues Anschreiben hast, würde ich mich sehr freuen, wenn Du es hier einstellst.) Thema: Selbstvertrauen 😉 Lese beide Sätze noch einmal durch und bemerke den kleinen, feinen Unterschied.
LG LE