AW: Keine Lust auf diese ganze S****!!!
Aha, da haben sich mal wieder welche meinem Thema angenommen. Danke an die, die mich verstehen!
Ich soll mir ein Beispiel an den glücklichen Kollegen nehmen? Die sind doch in dieser S**** nur glücklich, weil sie total stupide sind, alles hinnehmen und selbst nicht besser sind! Ignorante Idioten eben, wie es fast alle Menschen sind, ohne jemand persönlich angreifen zu wollen. Und so will ICH NICHT sein!!!
Einen Job, der mir Freude macht machen? Ja, das hatten wir schon, ein Job mit Musik? Was sollte ich denn da machen? Hab schon nach anderen Jobs geschaut, 99% oder mehr davon interessiert mich nicht, ansonsten nix geworden, wenn ich mich mal beworben hatte, auch wegen folgendem Thema: Diese ganzen geldgeilen Chefs wollen ihren Leuten heutzutage ja nix mehr bezahlen, ich verdiene jetzt so mittelmässig für die Arbeiter-Unterschicht, kann mir nicht leisten, weniger zu bekommen.
Ja, Musik verbindet, irgendwie schon, aber da hast auch recht ivvy! Szene... jaja, interessiert mich schon längst nicht mehr, ich höre die Musik ausschliesslich für mich, weil ich mich mit der Musik verbunden fühle. Ich bin bei meiner Musik sehr wählerisch, manche würden sagen fast schon intolerant. Manchmal glaub ich, ich bin der einzige, der die Musik wirklich versteht und mitfühlt.... Obwohl ich sicher nicht der einzige bin. In Wahrheit haben doch die meisten dieser Szenegänger überhaupt keine Ahnung...!
Ich bin nicht mein Glückes Schmied, weil ich dafür keine Zeit habe. Das bischen Freizeit, das ich habe, muss ich nutzen, um runterkommen, um nicht durchzudrehen, da is nix mehr mit Zeit für "Glück schmieden"....
🙁
Hallo Animalize,
ich habe den Blog zumindest auf ein paar Seiten verfolgt, fand alles sehr interessant und erstaunlich, und wollte kurz ein paar Anmerkungen schreiben.
Ulrich Pothast hat einmal gesagt, dass man ebensosehr der Schmied seines Glückes ist wie man der Schmied seiner selbst ist. Ich sehe dieses Zitat als Ermunterung und Einschränkung zugleich, denn auch wenn man sich selbst ein wenig ändern kann, so kann man sich doch keinesfalls beliebig formen. Und so ist es möglicherweise auch mit dem persönlichen Schicksal: Man hat Einfluss darauf, aber dieser Einfluss hat eben auch seine Grenzen. Mit eher platten Maximen wie: "Krieg Deinen A**** hoch!", oder: "Du alleine bist verantwortlich und Deines Glückes Schmied!" kann ich daher wenig anfangen, und bewundere Dich fast ein wenig dafür, mit welcher Ruhe Du diese Kommentare ertragen hast.
Meiner bescheidenen Meinung nach könntest, vielleicht sogar solltest Du Dich einmal mit den Büchern von Andrea Brackmann beschäftigen. Sie hat zwei tolle Bücher über Hochbegabung geschrieben: "Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel?" und "Ganz normal hochbegabt: Leben als hochbegabter Erwachsener". In einem der Bücher werden Lebensläufe von Hochbegabten geschildert, die, zumindest in meinen Augen, Deinen Schilderungen fast bis auf das Haar gleichen. Dabei ist wichtig zu sehen, dass Hochbegabung nicht gleich Erfolg ist, und dass Hochbegabung eben keine Erfindung oder Eigenschaft ist, die mit dem gesellschaftlichen Establishment zu tun hätte; sondern sie ist zunächst mal ein wertfreies Phänomen, das durch alle gesellschaftlichen Gruppen geht, und mit dem die "Betroffenen" manchmal erst lernen müssen umzugehen.
Ich denke, diese Lektüre könnte Dir sehr helfen, mehr noch, sie könnte Dich sehr freuen
🙂. Sie ist ein viel kleinerer Schritt als eine Therapie (wurde von manchen anderen Autoren dieses Forums genannt), denn die Lektüre ist sozusagen anonym, und Du behältst die volle Kontrolle über das, was passiert.
Wenn Du eines Tages den Schritt zu einer Therapie machen möchtest, dann achte auf das Thema Hochbegabung und auf die richtige Wahl des Therapeuten; es gibt wahrscheinlich nicht viele Therapeuten, die in der Therapie zulassen und sich eingestehen können, dass Du ihnen möglicherweise intellektuell überlegen bist (auch das ist ausführlich in Andrea Brackmanns Büchern thematisiert....
🙂).
Schließlich noch ein kurzes Wort zu Deinem Zorn der Welt und Gott gegenüber, wenn Du mir das erlaubst. Das halte ich für nicht so gut, vielleicht sogar gefährlich. Im (evangelischen) Berliner Dom steht in großen Lettern ein Zitat aus einem der Paulusbriefe: "Lasst Euch versöhnen mit Gott." Ich denke, dass Du nach einer Verbesserung Deiner Lebenssituation (die ich Dir sehr wünsche und zu der Andrea Brackmann ein Schlüssel sein könnte) zu einer solchen Versöhnung kommen solltest und müsstest. Vielleicht ist es sogar so, dass eine solche Versöhnung eine notwendige Voraussetzung für die Verbesserung Deiner Situation sein könnte? Wer weiß?
Denke jetzt bitte nicht, dass ich naseweis (ver-)urteilen oder als Klugscheißer auftreten möchte. Natürlich kann man mal wütend auf alles sein! Aber Gott langfristig zu hassen -- bringt das was, oder macht es eher alles noch schlimmer? Und die Tatsache, dass Du ihn beschimpfst, zeigt ja doch irgendwie, dass Du denkst, dass da noch etwas ist, und dass Du mit diesem Etwas irgendwie in Kontakt sein willst, wenn auch im Moment nur, um es zu schimpfen.
🙂
Vielleicht täusche ich mich aber auch in allem, was ich schreibe; Ferndiagnosen sind ja immer gefährlich. Dann vergiss einfach, was ich geschrieben habe.
Ich wünsch' Dir wirklich alles Gute, von Herzen -- und lies die Bücher!
🙂
Gruß