Lieben Dank, dass du dein Anschreiben hier hochgeladen hast.
Darf ich ehrlich sein? Dieses Anschreiben funktioniert nicht. Weder sprachlich, noch inhaltlich, noch stilistisch.
Ich zeige dir unten, weshalb...
als erfahrener kaufmännischer/technischer Sachbearbeiter bin ich sehr an der Stelle als Vertriebsassistent für Ihren Standort in N. interessiert.
Als Einstieg nicht schlecht, aber sprachlich etwas holprig und es ist auch nicht erkennbar, wie du auf die Stelle aufmerksam geworden bist.
Alternativ:
Über das Stellenportal ... habe ich erfahren, dass Sie einen engagierten Sachbearbeiter für die Stelle als Vertriebsassistent suchen. Die ausgeschriebene Position interessiert mich sehr, da ...
Ich bin überzeugt, dass meine Fähigkeiten und Erfahrungen mich zu einem wertvollen Mitglied des Teams machen.
Das klingt mir zu passiv.
Nach einer betriebsbedingten Kündigung bin ich nun auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen.
Das Wort Kündigung am besten gar nicht erwähnen.
Formuliere das lieber neutraler, z. B.
"Aufgrund betrieblicher Umstrukturierung meiner letzten Arbeitsstelle nutze ich die Chance, mich gezielt beruflich weiterzuentwickeln."
Ihr Stellenangebot hat mich sofort überzeugt, da ich hier die Möglichkeit habe, meine Fähigkeiten und Erfahrungen in einer neuen Rolle anzuwenden und mich weiterzuentwickeln.
Klingt ähnlich wie im Eingangssatz ... und ich frage mich auch: was genau hat dich denn überzeugt?
Wieso "neue Rolle"? Klingt etwas umgangssprachlich und du bist doch weiterhin Vertriebsassistent.
Meine bisherigen Tätigkeiten umfassten hierbei hauptsächlich die Angebotserstellung und Auftragsbearbeitung sowie Logistikaufgaben. Mein Ziel war es hierbei immer die Anforderungen der Kunden bestmöglich zu erfüllen und durch sorgfältig auf die individuellen Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Angebote trug ich maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei.
Ein sehr unruhiger Satz.
Man könnte vielleicht schreiben:
"Mein Ziel war stets, die Anforderungen unserer Kunden optimal zu erfüllen. Durch passgenaue, individuell zugeschnittene Angebote konnte ich zur erfolgreichen Auftragsabwicklung und zur Kundenzufriedenheit beitragen."
Infolge meiner langen Berufserfahrung habe ich wertvolle Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit und Organisationsfähigkeiten entwickelt, die auch für einen Vertriebsassistenten essenziell sind.
Die sind für alle Berufe essenziell und ich finde, der Satz wertet dich auch ab.
Du hast über 10 Jahre Berufserfahrung und die einzigen Dinge, die du mitbringst, sind Zuverlässigkeit und dass du deinen Tag organisieren kannst?
Du hast auch keine Zuverlässigkeit "entwickelt", sondern du hast sie einfach oder nicht.
Was hast du denn durch deine Berufserfahrung sammeln können und was heiß "lang"? Konkret?
Daher bin ich sicher, dass ich diese Fähigkeiten effektiv in dieser Rolle anwenden kann.
Weswegen bist du dir sicher?
Schon wieder das Wort "Rolle", als würdest du dich für etwas bewerben, was du widerwillig machen musst.
Durch die Erstellung von individuellen, kundenspezifischen Angeboten habe ich gelernt,
Das hast du oben schon geschrieben.
mich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten und passende Lösungen zu finden.
"passende Lösungen" ist umgangssprachlich.
Diese Fähigkeit wird von Vorteil sein, um kundenorientiert und effektiv zu arbeiten.
Wiederholung.
Im Rahmen der Auftragsbearbeitung und Logistik kümmerte ich mich oft um das Lösen von Problemen, damit Aufträge fristgerecht versandt werden konnten.
Hast du doch oben bereits geschrieben. Du wiederholst dich.
"Ich kümmerte mich oft um das Lösen von Problemen" klingt so bisschen nach Hinterhofwerkstatt ... sprachlich unelegant und irgendwie so gar nicht Sachbearbeiter. Und welche "Probleme" meinst du überhaupt damit?
Ergänzend machte ich berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt an der IHK
"machte" bitte nicht verwenden. Das klingt ganz schief.
Der Satz ist auch zu ungenau. Wieso ergänzend? War das obligatorisch für irgendwas?
Und wann hast du sie gemacht, weshalb?
Alternativ:
"Im Jahr (Jahreszahl, damit man weiß, wie aktuell das ist) absolvierte ich eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt, in der ich u.a. Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Personalführung sowie Marketing und Vertrieb erworben habe."
und erlange im Zuge dessen u.a. Kenntnisse in den Bereichen Betriebliches Management, Personalführung sowie Marketing und Vertrieb erlangt habe.
Das ist kein deutscher Satz.
Siehe alternativ oben.
Ergänzend dazu habe ich zudem die Prüfung zum Ausbilder nach AEVO erfolgreich absolviert.
Hier passt das Wort "ergänzend", weil das einen Zusammenhang zu der oben genannten Weiterbildung hat.
Dann aber das Wort "Zudem" rausmachen, sonst hast du zwei Synonyme drin.
Bitte Abkürzungen immer Ausschreiben: was heißt "AEVO"?
Auch Teamarbeit war für mich bislang ein wichtiger Teil meiner bisherigen Tätigkeit, regelmäßig habe ich mit Kollegen und Vorgesetzten zusammengearbeitet, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Das ist alles viel zu oberflächlich. So als würdest du dem Leser erklären, was man so grob unter Teamarbeit versteht.
Entweder nennst du konkrete Beispiele, wodurch deine Teamfähigkeit erkennbar war, wenn es in deinem Beruf zentral war, oder du sagst halt einfach, dass teamorientiertes Arbeiten zu deinem Profil gehört, aber nicht so einen langen Satz, der gar nicht aussagt.
Ebenfalls fungierte ich als Ansprechpartner bei Fragen rund um Computer und Software und half meinen Kollegen bei Problemen.
"fungiert"??? Ughhhh. Also, Sprache ist nicht so deins, oder?
Zusammen mit dem obigen Teil würde ich eher schreiben:
Teamarbeit war stets ein fester Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Im Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten habe ich aktiv an der Erreichung gemeinsamer Ziele mitgewirkt. Zusätzlich war ich oft erster Ansprechpartner bei IT-Fragen und unterstützte mein Team bei technischen Problemen rund um Computer und Software.
Da ich vertraglich nicht gebunden bin, kann ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt bei Ihnen einsteigen.
Etwas steife und juristisch formulierte Umschreibung von "Ich habe gerade keinen Job".
Eher (wenn du es unbedingt erwähnen willst):
"Ich befinde mich aktuell in keinem festen Arbeitsverhältnis und stehen Ihnen ab sofort zur Verfügung."
oder:
"Ein Einstieg ist meinerseits ab sofort möglich."
Ich freue mich auf Ihre positive Rückmeldung
"Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen" klingt aktiver und ungezwungener als "Rückmeldung".
und stehe Ihnen für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung.
Lass das weg.
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Puh. Also, für mich liest sich das so, als hätte da niemand drübergeschaut, nicht einmal du selbst.
Wie ich bereits schrieb: es liegt oft am Anschreiben.
Und wo ist eigentlich der Bezug zum Unternehmen? Du hast jetzt die ganze Zeit geschrieben, was dich ausmacht, aber nicht, welchen Bezug du zu dem Unternehmen hast. Wieso willst du bei Firma X arbeiten?
Sind in deiner Bewerbung auch Punkte drin, die du aus der jeweiligen Stellenanzeige hast?