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Keine berufliche Perspektive mit 28

igel2

Mitglied
Hallo, ich hänge momentan in einem langweiligen Job als Kassierer fest. Leider habe ich es bis heute nicht geschaft eine Ausbildung zu beenden. Ich habe mit 22 mein Fachabitur abgeschlossen. Danach ein Bundesfreiwilligendiesnt absolviert und anschließend eine Ausbildung als Erzieher. Diese musste ich leider aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Nun hänge ich in einen Job als Kassierer fest, welcher mich nicht erfühlt. Mein einziges Highlite im ganzen Job ist wenn ich mal eine Palette durch die Gegend schieben darf. Traurig aber wahr.
Ich sehe mit 28 keine berufliche Perspektive. Wer nimmt schon einen 28 Jährigen Auszubildenen. Die Agentur für Arbeit möchte mich in Maßnahmen schicken. Ich möchte es aber alleine schaffen und deswegen weigere ich mich gegen die Maßnahmen.
Ich möchte nie von der Agentur für Arbeit abhängig sein. Dafür habe ich kein Fachabiur gemacht. Ich denke die Maßnahmen sind was für Leute die keinen Abschluss habe.

Ich habe mich schon imformiert die Prüfung zum Verkäufer extern nachzuholen. Diese Forbereitung kostet mich aber 3000 Euro für ein halbes Jahr. Dieses finde ich sehr viel.

Wie baue ich mir eine berufliche Perspektive auf.
 

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Santino

Aktives Mitglied
Mit einem Fachabitur darfst du doch an einer Fachhochschule studieren. In welchem Bereich hast du dein Fachabitur gemacht?

Ggf. wäre ein duales Studium für dich interessant, oder ein Teilzeitstudium, bei dem du nebenbei dir deinen Lebensunterhalt weiter als Kassierer verdienen kannst.

Gäbe es da etwas, das dich interessieren würde? Schau doch mal auf die Website einer FH in deiner Nähe.
 
Du bist 28 Jahre alt, hast das Fachabi in der Tasche und lebst in einem reichen EU-Land. Selbstverständlich kannst du dich beruflich verwirklichen. Welche Berufe kommen für dich in Frage? Wo liegen deine Stärken? Möchtest du weiterhin im sozialen Bereich bleiben? Persönlich halte ich die pauschale Empfehlung bei einem (Fach-)Abi ein Studium zu empfehlen, als nicht zielführend. Ist ähnlich als müsste jemand mit 1,0 Abi Medizin studieren. Zunächst muss man sich mit den Basisfragen beschäftigen: "Wo will ich hin?". Denn immerhin muss man über 40 Jahre arbeiten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du nicht an der Kasse sitzen willst, dann schaue nach Ausbildungen/Studiengängen, die für dich in Fragen kommen könnten. Ich drück die Daumen!
 

Santino

Aktives Mitglied
Persönlich halte ich die pauschale Empfehlung bei einem (Fach-)Abi ein Studium zu empfehlen, als nicht zielführend.
Dem stimme ich zu, allerdings schrieb der TE explizit:

Ich möchte nie von der Agentur für Arbeit abhängig sein. Dafür habe ich kein Fachabiur gemacht. Ich denke die Maßnahmen sind was für Leute die keinen Abschluss habe.
Und ein Fachabitur erfüllt nun mal explizit die Zugangsvoraussetzung zu einer Fachhochschule. Daher mein Rat, zumal der TE sich für eine Lehre zu alt fühlt (dass er wegen seines Alters nicht genommen würde, denke ich nicht - habe immer wieder gehört, dass es auch ältere Lehrlinge gibt; aber offenbar fühlt er sich nicht wohl bei dem Gedanken).
 
S

SweetScotty

Gast
Heute gilt Lebenslanges lernen und Fortbilden, mit und in einem Beruf kommt wohl kaum noch einer durchs leben.
Wenn die Arbeitsagentur berufsbegleitende oder berufsfördernde Maßnahmen anbietet, nutze diese.
Auf den Lorbeeren ausruhen bringt es nicht, Zeugnisnoten stehen als Vergangenheit auf dem Papier, mehr nicht:
 

Almighurt

Mitglied
Mach ein Fernstudium und arbeite parallel weiter. Du hast doch Fachabi, damit kann man an einer FH studieren, oder wenn nicht, gibt es mittlerweile viele Anbieter die ohne Abitur studieren lassen. Oder mach ein Präsenzstudium in einem Fach, dass dich interessiert und beantrage BAföG (wenn das mögl.) ist.
Dafür oder für eine Lehre ist man nie zu alt. Hab ne Kollegin die macht mit Ü50 ihre dritte Ausbildung.
 

Sollilja

Aktives Mitglied
Den Tipp mit dem Fernstudium finde ich gut (aber dann ein "richtiges" Fern-FH-Studium, und nicht bloß irgendwelche "Zertifikate"). Das erfordert zwar eine Menge Selbstorganisation und Disziplin, aber Du kannst nebenbei weitgehend unbehelligt einem Nebenjob nachgehen und so Deinen Lebensunterhalt verdienen.

Auf keinen Fall würde ich mich auf irgendwelche Maßnahmen von der Arbeitsagentur verlassen. Bei meiner ersten Arbeitslosigkeit, nach 12 Jahren im Berufsleben, sehr gutem Uni-Abschluss und sehr gutem Abi haben die mir Dinge wie "Tippen mit 10 Fingern" vorgeschlagen...
 
R

Rominchen

Gast
Hallo igel2,

Das ist mir grad aufgefallen:

Ich möchte nie von der Agentur für Arbeit abhängig sein. Dafür habe ich kein Fachabiur gemacht. Ich denke die Maßnahmen sind was für Leute die keinen Abschluss habe.

Weisst Du, es gibt verschiedene Maßnahmen, welche der Staat einem zur Verfügung stellt.

Die traurige und bekannte Wahrheit ist, dass grade mit den sinnlosen Maßnahmen der Jobcenter Menschen nicht ordentlich in Lohn und Brot kommen, sondern nur die Statistik des Fallmanagers und der Jobcenter geschönt wird.
Nebenbei wird großzügig viel Steuergeld in eine „Maßnahme“industrie für Erwachsene verpulvert, womit Bewerbungscoaches, knapp qualifizierte IT Kursleiter und selbst ernannte sozialpädagogische Erzieher von mündigen Bürgern ihre Lohnabrechnungen füllen.

Wenn Du sowas meinst, dann gebe ich Dir recht das es oft nicht erfolgreich ist. Allerdings sitzen auch in diesen Kursen jede Menge Menschen mit Abschlüssen und/oder Berufserfahrung. Von der ehem. Filialleiterin über Ergotherapeut bis zum Studierten ist alles dabei, ich rede aus Erfahrung mit dieser Maschinerie.


Dann gibt es noch andere Maßnahmen, die in der Regel nicht jeder finanziert bekommt. Ich habe grad mit Ende Dreissig eine anstrengende Umschulung über die Agentur für Arbeit beendet, und nun insgesamt 3 Ausbildungen und ein Fachabitur. So wie Du.

Wenn ein Fachabitur allein einen prädestinieren würde, dann würden einem die Jobs zufliegen. Es ist aber leider so, das auch Bildung nicht davor schützt ins Aus zu geraten. Das kann sehr viele Gründe haben (privat, gesundheitlich, psychisch, Traumata, eiskalter Wettbewerb u.ä.). Wenn man dann stecken bleibt, ist es keine Schande Hilfe anzunehmen. Vorausgesetzt es ist qualifizierte Hilfe und nicht „Tippen mit zehn Fingern“.

Mein Ehemann hat auch vor Jahren eine Umschulung gemacht und arbeitet mittlerweile als Assistenz in der Geschäftsleitung eines Mittelständlers. Ich denke, es geht schlimmer.

Dagegen kenne ich zwei Akademiker, die durchaus solide Fächer studiert haben und trotzdem schon lang etwas Passendes suchen. Beide sind weit unter Dreissig. In Hinblick auf China, Indien, Südostasien und die USA muss man sich auch absolut im Klaren sein, das man mit hervorragenden Absolventen auf dem deutschen Arbeitsmarkt trotzdem global konkurriert. Deutsche Firmen stellen gern aus dem Ausland ein, auch bei gleicher Qualifikation deutscher Arbeitnehmer. Dahinter steckt geringeres Lohnniveau und vermutlich staatliche Subventionierung. Wenn Du also ein Studium planst, mach Dir schon gleich Gedanken wie Du dich dagegen behaupten könntest.

Ältere Auszubildende sind auch nicht überall unbeliebt. Du bringst mehr Erfahrung, (hoffentlich) mehr Reife und Verantwortungsbewusstsein im Handeln mit zum Berufsstart. Vielleicht hast Du auch Durchhaltevermögen und ein kontrolliertes Auftreten. Etwas, das bei der noch jüngeren Generation immer schwieriger werden wird, aber immer noch sehr wichtig ist.

Wenn jemand bereit ist, Dich sinnvoll zu unterstützen dann nimm das an. In vielen Ländern gibt es das nicht einmal. Denn niemand weiss, wie lange das noch sozialstaatlich geleistet werden kann, auch in Hinblick auf politisch total verantwortungslose Entwicklungen.

Wenn du es allein schaffen solltest, beglückwünsche ich Dich. Auch das ist eine Leistung, und daran wird Dein Selbstwertgefühl wachsen.
 
Meine Berufschule bietet demnächst ein kostenloses Live-Webinar für Interessenten an einer kaufmännischen Ausbildung an, wo man auch Fragen stellen kann. Der Altersdurchschnitt meiner Klasse ist so bei 25 Jahren also Kopf hoch! ; ) Gern schicke ich dir bei Interesse den Link.
 

CabMan

Aktives Mitglied
Das ist völlig falscher Stolz, wenn Du die Angebote der Agentur für Arbeit überhaupt nicht in Betracht ziehst. Du zahlst Steuern und über Steuern werden Fortbildungen auch bezahlt. Mit Hilfe solch einer Fortbildung konnte ich erst ins Berufsleben starten, Die Kosten habe ich durch meinen Job längst vielfach zurückgezahlt. Es lag auch an mir, die Fortbildung möglichst gut abzuschließen.
 

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