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Kein Ziel im Leben

EyeHateWorld

Mitglied
Warum ich kein Ziel im Leben habe? Weil ich, ohne arrogant wirken zu wollen, vieles im Leben erreichen könnte. Wenn ich nur wollen würde, könnte ich in jede Karriere einschlagen. Viele Sachen interessieren mich auch und genau dies ist mein Problem: 1. Interessiere ich mich für zu vieles und 2. Macht es mich einfach depressiv, sich den Weg nach oben im Kopf auszumalen und dann oben mit viel Geld, jedoch mit wenig Zeit dazustehen. Kurz gesagt: Freizeit und Freiheit sind mir in Sachen Beruf wichtig, Geld nicht wirklich (da ich eh minimalistisch leben will, brauche ich nichtmal viel Geld).

Auf der anderen Seite aber beschäftigt mich folgendes: "Super, haste dann ein schönes und lustiges Leben gelebt. Jetzt stirbst du und du wirst wie jeder andere vergessen. Das hättest du dir auch sparen können!". Tja und so stehe ich da in meiner Sinnkrise:

Auf der einen Seite will ich keine große Karriere einschlagen, da sie zeitraubend ist und mir Geld nicht so wichtig ist. Auf der anderen Seite weiß ich, dass ohne große Karriere ich nach meinem Tod vergessen werde und es für die Welt auch keinen Unterschied gemacht hätte, wenn ich nicht geboren sein würde.

Kann mir da jemand helfen, wie ich da rauskomme?
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Kann mir da jemand helfen, wie ich da rauskomme?
Hallo EyeHateWorld,
spannend finde ich zunächst, wie du "reinkommst",
also in diese Gedankenabfolge - und dann, wo da
womöglich eine Weiche im Gedankenstrom ist, an
der du auch in eine andere Richtung denken könntest,
z.B. so:

- mein Leben ist an sich wertvoll, auch wenn ich nichts
Besonderes erreiche oder versuche
- ob sich jemand nach meinem Tod an mich erinnert
oder nicht, macht keinen Unterschied für meine Ein-
stellung dem Leben gegenüber, das ich lebe
- ich gebe einfach mein Bestes, was daraus wird, liegt
nicht in meiner Hand
- jede einzelne gute Tat ist wertvoll, jedes freundliche
Wort, jedes vermiedene oder gemilderte Leiden eines
Lebewesens

Manchmal hilft aus solchen Gedankenwirren auch eine
simple Frage wie: Angenommen, du hättest nur noch
einen Monat zu leben - was würdest du mit dieser Zeit
noch anfangen, damit du in Frieden sterben kannst?

Gruß, Werner
 
E

Edy

Gast
Womöglich nicht mal das Schlechteste, kein Ziel im Leben zu haben. Dabei hinterlässt man weniger Opfer, die im Wege stehen.

Wenn ich tot bin, habe ich auch nichts davon, wenn sich jemand an mich erinnert, da wäre ich mir fast sicher. Dahingehend steht in meinem seltsamen Städtchen unter "Töchter und Söhne der Stadt" ein Terrorist, aber ich nix. :D

Darauf würde ich verzichten und so leben, wie du es magst, und meine Achtung hättest du jedenfalls dafür.
 

EyeHateWorld

Mitglied
Habe niemals so schnell so viele Antworten erwartet!

Ich denke, du schreibst das Thema Karriere schon ab, bevor du überhaupt mit irgendwas richtig angefangen hast, weil sich herausstellen könnte, dass deine Talente vielleicht doch nicht so berauschend sind, wie du es dir momentan ausmalst.
Nein es liegt daran weil ich ein sehr gemütlicher Mensch bin und ne Karriere anzustreben ist nicht gemütlich.

Menschen, die dich lieben, werden dich so oder so nie vergessen.
Hahaha der ist gut, ne Frage: Werden sich deine Ururururenkel noch an dich und dein Lebenswerk erinnern?

spannend finde ich zunächst, wie du "reinkommst",
Frag ich mich auch grad.

- mein Leben ist an sich wertvoll, auch wenn ich nichts
Besonderes erreiche oder versuche
Wertvoll ist jedes Leben, ich frage aber, ob ein Leben sinnvoll wäre.

Angenommen, du hättest nur noch
einen Monat zu leben - was würdest du mit dieser Zeit
noch anfangen, damit du in Frieden sterben kannst?
Alles, was ich verpasst habe, nachholen und alles, was ich verpassen werde, "vorholen".

Wenn ich tot bin, habe ich auch nichts davon, wenn sich jemand an mich erinnert, da wäre ich mir fast sicher
Da kannste auch gleich das Leben knicken (mal "brutal" ausgedrückt), falls du meinst, dass es dir eh wayne wäre. Und genau dem versuche ich "zu entfliehen".
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Nein es liegt daran weil ich ein sehr gemütlicher Mensch bin und ne Karriere anzustreben ist nicht gemütlich.
Was ist dann für dich "gemütlich" und trotzdem "sinnvoll"
(es sind ja nur Begriffe, deren Inhalt kannst nur du definieren).

Hahaha der ist gut, ne Frage: Werden sich deine Ururururenkel noch an dich und dein Lebenswerk erinnern?
Schreibe doch ein Buch mit dem Titel "Brief an meine Urururur-
enkel" - das gibt zumindest die Chance, dass sie sich an dich
erinnern.

Wertvoll ist jedes Leben, ich frage aber, ob ein Leben sinnvoll wäre.
Das kannst du selbst entscheiden, denn ob etwas "sinnvoll" ist,
entscheidet ja nicht irgendjemand, sondern jeder für sich selbst.
Übrigens eine typisch menschliche Frage, ich denke, kein Tier
fragt sich, was Sinn macht und was nicht. Vielleicht sind Tiere
ja weiser wie wir ;)

Alles, was ich verpasst habe, nachholen und alles, was ich verpassen werde, "vorholen".
Womit würdest du heute gerne noch anfangen?
 

Wandel

Aktives Mitglied
Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, manchmal denke ich auch so. In letzter Zeit aber nicht mehr so oft.

Das Problem ist, dass du es falsch ansiehst: Du orientierst dich an Resultaten, statt an dem Prozess. Dabei ist der Prozess ist wichtiger als das Resultat. Der Weg ist das Ziel. Ich stecke mir keine Ziele, um sie zu erreichen sondern um mich jeden Tag zu freuen, an etwas zu arbeiten das mir unglaublich Freude macht. Und wenns gut kommt erreiche ich das Ziel, sozusagen als Nebenprodukt.

Wenn du z.B. Gitarre spielst dann macht dir das hoffentlich auch nicht erst Freude an dem Tag, an dem du spielen kannst wie Jimi Hendrix. Der Weg dahin muss Spass machen, sonst erreichst du das Ziel sowieso nie.
 

EyeHateWorld

Mitglied
Was ist dann für dich "gemütlich" und trotzdem "sinnvoll"
(es sind ja nur Begriffe, deren Inhalt kannst nur du definieren).
Das, was mir Spaß macht, definiere ich bereits als gemütlich, da ich es ja gerne mache. Sinnvoll kann dann vieles sein.

Das kannst du selbst entscheiden, denn ob etwas "sinnvoll" ist,
entscheidet ja nicht irgendjemand, sondern jeder für sich selbst.
Eh... Doch, klar kann man objektiv sagen, ob ein Leben sinnvoll ist: So ist das Leben von Werner von Braun z. B. sinnvoll, da dank ihm die USA auf dem Mond fliegen konnten (kenn die ganze Geschichte jetzt net ist nur ein Beispiel).

Schreibe doch ein Buch mit dem Titel "Brief an meine Urururur-
enkel" - das gibt zumindest die Chance, dass sie sich an dich
erinnern.
Ich könnte dafür als komischster Ururururgroßvater in die Geschichte eingehen, joa, das wäre ein Anfang xD

Womit würdest du heute gerne noch anfangen?
Erstmal ne Liste mit all den Sachen machen, die ich noch machen will.

Du orientierst dich an Resultaten, statt an dem Prozess.
Welcher Mensch auf der Erde interessiert sich an dem Prozess eines Menschen? Die scheren sich doch eh nur um die Resultate eines Menschen.

Und wieso ist es dir so wichtig, "nicht vergessen zu werden"?
Da mein Leben sonst sinnlos wäre und ich es auch nicht gelebt hätte haben müsste. Ich will einfach mein Leben als "notwenig für die Entwicklung der Menschheit" ansehen. Dabei ist dieses "nicht-vergessen-werden" eher metaphorisch gemeint.
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Wenn du minimalistisch leben möchtest und eh nicht viel Geld brauchst dann tue es, setze es um und werde glücklich und zufrieden.
Der schlimmste aller Fehler ist seine Träume nicht wenigsten im Ansatz versuchen zu leben, das kann eine Karriere sein mit tollem Haus und dickes Auto oder aber auch die Hütte im Wald du und die Natur alleine fern ab des Mainsttream.
Beides wäre legitim und beides ist erstrebenswert wenn man sich damit arrangieren kann.

Keiner von uns wird wohl noch im Gedächtnis unserer Ururenkel sein es sei denn er oder sie wäre berühmt.
So aber erlischt die Erinnerung an uns mit dem Tod der eigenen Kinder.
 

EyeHateWorld

Mitglied
Wenn du minimalistisch leben möchtest und eh nicht viel Geld brauchst dann tue es, setze es um und werde glücklich und zufrieden.
Das wäre wahrlich ein Ziel von mir.

So aber erlischt die Erinnerung an uns mit dem Tod der eigenen Kinder.
Und genau dies macht mich depri: Wozu leben wir, wenn wir eh vergessen werden? Ich meine, würde ich niemals geboren worden sein, so würde die Welt genauso weiter verlaufen. Heißt: Mein Leben ist in dem Sinne sinnlos, dass es keinen Effekt auf die Welt hatte. Heißt im Umkehrschluss: Ich hätte mir mein Leben sparen können, all das Leid, was ich ertragen habe (Liebeskummer z. B.). Und genau das ist mein Dilemma, mit dem ich nicht fertig werde.
 
E

Edy

Gast
Keiner von uns wird wohl noch im Gedächtnis unserer Ururenkel sein es sei denn er oder sie wäre berühmt.
So aber erlischt die Erinnerung an uns mit dem Tod der eigenen Kinder.
Die Enkel aber schon noch, kann mich auch noch an Opa und Oma erinnern und pflege ihr Grab. (Hätte mir jetzt auch keiner zugetraut, hm?) :)

Opa war übrigens auch "berühmt", diente in der Wehrmacht. :rolleyes:

Das wäre wahrlich ein Ziel von mir.

Und genau dies macht mich depri: Wozu leben wir, wenn wir eh vergessen werden? Ich meine, würde ich niemals geboren worden sein, so würde die Welt genauso weiter verlaufen. Heißt: Mein Leben ist in dem Sinne sinnlos, dass es keinen Effekt auf die Welt hatte. Heißt im Umkehrschluss: Ich hätte mir mein Leben sparen können, all das Leid, was ich ertragen habe (Liebeskummer z. B.). Und genau das ist mein Dilemma, mit dem ich nicht fertig werde.
Liebeskummmer ist noch gar nichts...

Dann musst du halt die Karriere machen, steht ja jedem frei. So wie du schreibst, dein Antrieb: so berühmt zu werden, dass dich niemand jemals vergisst.
 

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