Du musst Dich für keine Gesellschaft engagieren. Die Gesellschaft ist kein abstraktes Wesen, sondern besteht aus vielen Individuen. Und vielen davon geht es schlecht, z.b. alte Menschen, die einsam im Altenheim sind, Tiere im Tierheim. Denen könntest Du helfen, wenn Du Dich engagiert und tust diesen Wesen etwas Gutes - vergiß die Gesellschaft. Zu Coronazeiten ging es fast allen schlecht, viele waren isoliert und starben auch teilweise in Isolation.
Hast Du den Leuten aus Deinem Verein mal ganz klar gesagt, wie mies Du ihr Verhalten fandest? Und auch dieser Freundin, die nur an sich gedacht hat?
Es gibt leider Menschen, die in der Not nicht da sind, das tut weh, aber dann waren es immer nur Bekannte und keine echten Frende. Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber vielleicht aufarbeiten. Machst Du eine Therapie oder wäre das was für Dich?
Ich würde in kleinen Schritten anfangen, mich wieder ins Leben zu begeben. Mal einen Kursus machen, einen Kochkurs oder mal gucken, ob es eine Spielegruppe gibt. Einfach mal gucken in Deiner Stadt, was an Ehrenamtlern gesucht wird.
Danke Binchy.
Ich habe den Mitspielern noch in der Kabine mitgeteilt, dass ich das Verhalten nicht gut fand und mich das sehr verletzt habe. Unser Kapitän sagte dann, dass das keine böse Absicht gewesen sei. Man habe einfach nicht darüber nachgedacht, mir Bescheid zu geben. Ich sagte darauf, dass ich der einzige TW der Mannschaft sei und das ja deswegen schon hätte auffallen können. Und dass es mich sehr verletzt habe, dass sonst immer an andere Verletzte Karten geschickt wurden, nur an mich nicht. Er meinte, ich solle mich nicht so anstellen und jetzt sei ich ja wieder in der Mannschaft integriert. Außerdem habe die Mannschaft davon nichts gewusst.
Das Spiel lief dann sehr bescheiden. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und habe viele ärgerliche Gegentore bekommen. Als ich dann irgendwann um die 20. Minute eine Zeitstrafe erhielt, weil ich vor Wut über ein Gegentor den Ball gegen die Wand geschossen habe, musste ein Feldspieler ins Tor. Der Trainer hat mich dann nicht mehr eingewechselt. Ich war danach der Buhmann, obwohl ich das nicht absichtlich gemacht habe.
Nach meiner Kündigung rief der Trainer an und meinte halt, dass ihm das Leid tue. Er wollte mit der Mannschaft sprechen und schauen, ob man das noch irgendwie hinbiegen und ich die Kündigung zurücknehmen könne. Er hat sich nicht mehr gemeldet.
Mit der Freundin habe ich mich danach noch ein Mal getroffen (sie wohnt ca. 150 Kilometer entfernt) und sie zur Rede gestellt. Sie meinte, dass sie sich habe vor meiner Traurigkeit, Verzweiflung, Verbitterung und Wut habe abgrenzen wollen, um sich nicht herunterziehen zu lassen.
Ich kann das natürlich auch ein Stück weit verstehen. Dennoch hat sie mich sehr verletzt und das Vertrauen ist bei mir zerstört. Wenn sie das direkt so ehrlich in der Situation gesagt hätte, ohne mich so runterzubuttern, wäre das für mich wahrscheinlich etwas anderes gewesen.
Die Mannschaftskollegen und die Partei"freunde" waren natürlich nie richtige Freunde. Dennoch haben wir ja zumindest beim Handball immer alle Geburtstage, Hochzeiten etc. mitgefeiert. Ich hätte ehrlich gesagt gedacht, dass das Band hält.
Ich habe ein ehrenamtliches Projekt, dass ich sehr interessant finde. Ich wollte mich da schon letztes Jahr einbringen. Habe es aber nicht geschafft, da hinzugehen. Da geht es um die Förderung von begabten Schülern aus sozialen Brennpunkten, um sie studierfähig zu machen.
Das finde ich ganz interessant. Weil die Kinder für die ganze Situation der letzten zwei Jahre ja am wenigsten können.