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Kein Recht auf freie Entscheidungen!?

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Gast
Hallo,
ich bin 19 Jahre alt. Seit knapp fünf Monaten habe ich einen Freund, mein erster. Seitdem verbringe ich sehr viel Zeit mit und bei ihm. Meine Mutter meint, jetzt würde ich meine Pflichten vernachlässigen und mich kaum noch um meine Familie kümmern. Meiner Meinung nach passt es ihr aber nicht, dass ich so viel Zeit mit meinem Freund verbringe und demnach nicht mehr so viel Zeit zu Hause verbringe wie vorher.
Früher habe ich jeden Tag zu Hause verbracht, bin auch nicht am Wochenende feiern gegangen, wie es ja die Meisten machen, sondern habe die Zeit zu Hause verbracht.
Da ich auch zwei schwerstbehinderte Schwestern habe, bleibt so manche Arbeit an mir hängen, da sie ja verständlicherweise nicht mithelfen können.
Jeden Samstag säubere ich das Badezimmer. Einen Samstag habe ich es mal nicht gemacht und daher hatte ich beim nächsten Putzen mehr zu tun. Deshalb hatte ich es mir auf zwei Tage verteilt. Da hatte meine Mutter mir schon gesagt, das man so etwas nicht an zwei Tagen macht, sondern an einem. Vielleicht denke ich da ja falsch, aber meiner Meinung nach ist es doch meine Sache, ob ich es an einem oder an zwei Tagen mache, Hauptsache ich mache es?!
Naja, auf jeden Fall hatte sie mich letztens gefragt ob ich denn dann dieses Jahr mit in den Urlaub fahren möchte. Durch die Behinderung meiner Schwestern muss ich auch da sehr viel Hilfe leisten, was ich natürlich auch gerne mache. Da wir aber nicht in einem Hotel die Ferien verbringen, sondern in einem Center-Park, ist dies nicht so wirklich Urlaub für mich, denn dort muss auch selber abgewaschen werden, das Essen muss selber gemacht werden, halt wie im normalen Haushalt. Nur das wir dort auch ab und zu schwimmen gehen.
Auf ihre Frage, ob ich mit in den Urlaub fahren möchte, habe ich ihr gesagt, dass ich dieses Jahr gerne zu Hause bleiben würde, was mich schon sehr viel Überwindung gekostet hat, da ich weiß, dass alle dann sehr enttäuscht sind. Aber ich wüde halt in dieser Zeit gerne wirklich Urlaub machen, z.B. bei meinem Freund. Das habe ich auch schon mit ihm abgesprochen und er ist damit einverstanden.
Vor ein paar Tagen stellte meine Mutter mich zur Rede und teilte mir mit, dass ich mit in den Urlaub fahren muss, wenn schon nicht als Tochter, dann als Arbeitsaushilfe. Das finde ich total gemein, denn sie kann mich doch nicht einfach zwingen mit in den Urlaub zu fahren, oder!?
Ich bin 19 Jahre alt und würde auch mal gerne ein paar Tage nur für mich haben.
Würde mich sehr über Antworten von euch freuen!
 
Deiner Mama (!!!) haben wir hier ausführlich geantwortet...
Da sie schrieb,sie hätte es Dir gezeigt...(????)...kann ich mich jetzt hier erst mal nur wundern...
Vielleicht findest Du es von selbst im Forum?
Da Du nicht registriert bist,kann ich Dir leider keine PN schicken....
Ich bin mir sicher,sie ist weiter hier im Forum...
Nun ja...
Habe grade keine Zeit,antworte Dir aber gern auch noch mal ausführlich...

Außerordentlich herzliche Grüße sendet Dir die
Micky
 
Als ich deinen Brief las hatte ich sehr gemischte Gefühle, von wegen wie ich deinen Brief verstehen soll. Denn es kann nicht sein dass Mutter mit dir nicht gesprochen hat. Anscheinend mußtest du zugestimmt haben sie im Urlaub zu begleiten. Denn sonst hätte sie doch nach einer anderen Möglichkeit Ausschau gehalten. Weisst du ich möchte dir schon helfen aber ich weiss nicht ob dir geholfen ist die Mutter als böse hinzustellen. Kann mir vorstellen dass du eingewilligt hast weil du dafür Geld erhälst und jetzt hast du es dir wieder überlegt und weisst nicht wie du ihr das erklären sollst. Einfache Lösung nimm deinen Freund mit er kann dich unterstützen. Die Zeit was du da sparst könnt ihr miteinander verbringen. Vier Tage gehen rum. Und lass deiner Mutter wissen dass du nun künftig nicht mehr eingeplant werden möchtest. Ein offenes ehrliches Gespräch klärt die Fronten. Vielleicht wäre es wirklich notwendig das Mutter das Erwachsensein der Tochter versteht dass du ausziehst. Denn dann kann dir keiner mehr dein Recht auf freie Entscheidung wegnehmen. Alles Gute für dich
 
Ihr habt ja drüber gesprochen?
Es ist schwierig....möchte keineswegs ein Pulverfaß zünden...aber:

Das Gleichgewicht finden zwischen Fairness,Hilfe,Rechtlichkeit,gegenseitiger Rücksicht ist bestimmt gerade in diesem Fall schwer!

Und...ehrlich sollte man schon umgehen miteinander...
 
Erstmal danke für eure Antworten!
Zu Micky:
Sie hat mir zwar die ersten zwei Antworten auf ihren Beitrag gezeigt, aber teilweise ein bisschen falsch interpretiert. Manche Sachverhalte wurden nicht ganz korrekt oder unvollständig dargestellt. Freue mich aber schon auf deine ausführliche Antwort! 🙂
Zu Cindy:
Ja, ich habe mit meiner Mutter über den Urlaub gesprochen, hatte auch zuerst zugestimmt. Nachdem ich mir aber auch noch einmal Gedanken darüber gemacht hatte und sie mich auch noch einmal zur Rede gestellt hatte habe ich ihr klar und deutlich gesagt, dass ich nun doch nicht mitfahren möchte. Sie hat mich danach auch noch einige Male angesprochen und ich habe ihr immer wieder gesagt, dass ich nicht mitfahren möchte.
Ich würde auch kein Geld dafür bekommen, habe ja die letzten Jahre auch kein Geld dafür bekommen wenn ich mitgefahren bin und ich würde das auch gar nicht erwarten und wollen. Denn ich helfe meinen Eltern gerne bei meinen Schwestern, aber ich möchte halt auch mal ein bisschen Zeit für mich alleine haben, denn diese hatte ich in den letzten 19 Jahren nicht so wirklich.
Falls du mit "nimm deinen Freund mit" meinst, ich soll ihn mit ín den Urlaub nehmen: Das würde ich sehr gerne, da hatte ich meine Mutter auch drauf angesprochen, aber sie möchte es nicht. Das Verhältnis zwischen den beiden ist nämlich nicht gerade das Beste.
 
Vielleicht ist das die Gelegenheit dass es besser wird.
Ihr seid dort nicht im Alltag eingebunden, könnt lockerer aufeinander zugehen.
Wie immer es wird wünsch dir einigermaßen guten Urlaub vielleicht auch ein Neuanfang für euch. Gruß Cindy
 
Ich glaube nicht wirklich, dass wenn ich unfreiwillig mit in den Urlaub fahre dies die Gelegenheit ist, dass es besser wird. Ich kenne mich selber und weiß, wenn ich zu etwas gezwungen werde, was ich nicht machen möchte, reagiere ich auf mein Umfeld abweisend. Deshalb befürchte ich, dass es in diesem Urlaub wahrscheinich zu häufigen Streitereien kommen wird. Somit ist es fraglich, ob es wirklich sinnvoll wäre gezwungenerweise mit in den Urlaub fahren zu müssen. Ich möchte meiner Familie ja auch nicht weh tun, aber das kann dann leider sehr schnell passieren.
Da dieser Urlaub, wie ich schon schrieb, in einem Center-Park gemacht wird, ist dieser vom allgemeinen Alltag nicht all zu weit entfernt.
 
hallo,Du!
Tut mir leid...auch jetzt noch keine Zeit so wirklich...renne grade nur mal kurz durchs Forum (-:
also: habe ja die Seite immerhin gefunden und im vorvorigen Post kopiert..

Grundsätzlich: alle "Rechte" auf Deine Hilfe(die sich aus der Stellung minderjähriger Geschwister im Haushalt herleiten...oder aus freien Vereinbarungen einer Hausgemeinschaft/Wohngemeinschaft ) sind m.E.ganz anders zu werten AB DEINEM 18.Geburtstag.

Ist für Deine Mom +Schwestern sicher ernüchternd...aber :
trotz der äußerst spitzen Bemerkung,daß nur Waldmädchen Deiner Mom eine "echte Antwort" gab,bleibe ich bei meiner "unherzlichen" (???) Sicht:
Du kannst NICHT verpflichtet werden,lebenslang verantwortlich zu sein.
Vor allem die Art,wie hier über Dich bestimmt wird(es versucht wird)..und dann noch dieser Hinweis" wir haben das Nesthäkchen verwöhnt",stößt mir bitter auf.
Und...ICH KENNE DIE BEDINGUNGEN VON PFLEGE SCHWERSTBEHINDERTER AUS EIGENEM ERLEBEN !!!!
Ist also kein nüchternes Gequatsche...oder "nur Rechtsberatung"...
es hat eben KEINER das Recht,Dir Dein Leben vorzuschreiben.Deine Mom hat es schwer...das ist allen klar.Dir auch.Und...es ist ein bitteres Schicksal,ein behindertes Kind zu haben dann noch zwei noch mehr !!!!Und...alle "Ausgleichsgaben" an die "gesunden Geschwister" gleichen nie(!!) diese nichtgewollten...aber nie vermeidbaren Einschränkungen des gesamten Kinderalltages aus.Es ist auch Dein Schicksal.
Ich habe meinen Kindern immer gesagt: vergleicht nicht mit anderen Familien...jede Familie hat ihre Besonderheiten.Meine Kinder hatten auch extreme Situationen zu ertragen...schuldlos...auch nicht durch meine Schuld...aber: ich bin dann doch die Verantwortliche.Ich kann vieles nie wieder "gutmachen"...durch nichts.Nur,wenn ich (rechtzeitig)Witwe geworden wäre(sorry...klingt krass...aber ab und zu bereut man,nicht im Affekt mal sich gewehrt zu haben....),hätten die letzten Jahre z.B. nie so viel Streß/Mangel/Leid gehabt....
Und...mit einem todkranken Geschwisterchen zu leben.....das war ebenfalls genug Kummer für das ganze Leben.
Trotzdem hat man kein Abo auf dauerhafte Unterstützung.
Du bist dann später die einzige Stütze Deiner Eltern...lt.Gesetz verpflichtet,sie zu unterhalten,wenn ihr Geld nicht reicht für Pflegeheim/ambulanten Dienst .Du wirst IHRE Pflege dann nicht teilen können mit Deinen Schwestern.
Deine Schwestern sind aber eben NICHT Deine Kinder!!!
Wenn Du jetzt behinderte Zwillinge bekämst,könntest Du auch nur BITTEN,ob Deine Eltern Dir helfen. Zwingen könntest Du sie nicht.

Ich finde deshalb auch alle Antworten,die Dir ein schlechtes Gewissen einreden sollen,ziemlich fehl am Platz.
Wer nicht selbst jemanden pflegt....naja..es ist schwer,da wirklich sich hineinzuversetzen.
Mir ist sehr wohl klar,wie Deine Mom sich fühlt.Ich will das hier aber nicht ausführen...und es ist extrem unfair,wenn man in unserer Gesellschaft über Eltern herzieht,die es nicht mehr schaffen,und das Kind ins Pflegeheim geben....oder eben auch Scheitern an der Versorgung älterer Angehöriger...
Es wird weder angemessen vergütet,wenn man zu Hause pflegt(jede "angestellte"Pflegerin bekommt einen höheren Satz!!!),noch gibt es Ausgleich für Renteneinbuße,Lebensqualität,psychische+physische Erschöpfung...und da gibt es immer noch diese These: jede Gesellschaft ist so gut,wie sie mit den Schwächsten umgeht.
Das betrifft Kranke,Alte,Behinderte,Besondere,Außenseiter,Arme..."Randgruppen" eben.
Und...es war zumindest aber NOCH EXTREMER bei uns früher.
Jetzt gibts immerhin Grundabsicherungen und Vielfalt an Leistungen,Materialien,Selbsthilfegruppen,Gesetzen....naja..ich kenne es eben noch viel schlimmer!!!

Okay.
Bei Euch hat man eben das Problem --daß Deine Eltern irgendwann wieder allein(!!!) verantwortlich sind für die Schwestern, ganz weit weg geschoben...kommt mir so vor.
Ist ähnlich mit den Situationen in Familienbetrieben,Bauernhöfen...da legt halt einer der "Bestimmer" die Regeln fest...und dann haben sich alle dem unterzuordnen.Freiwillig ---oder dank "Autorität"--oder mittels "Gaben" --oder durch "bißchen Zwang"...psychisch...oder sonstwie.
Und..wenn einer da sagt:mach ich nicht..ich möchte jetzt allein leben...dann ist das mindeste(oft geht's härter zu!) das Einreden eines schlechten Gewissens.
Und..das hast Du nun sowieso schon....denn Du rechtfertigst Dich für SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN !!!
Bißchen unmoralisch ist das Annehmen von riesengroßen Gaben und Geschenken(die Dir offenbar Deine Eltern als "Ausgleich" machen??)...da würde ich freundlich versuchen,eine neue Basis zu finden.
Aber: die GLEICHBERECHTIGUNG(weil Ihr ALLE volljährig seid!!!) findet nur theoretisch statt.
So klingt es jedenfalls.Tut mir leid....aber...Deine Mom ist da echt im Irrtum...

Und...auch diese Rechnung mit dem Unterhalt hinkt!
Es geht nicht um "Abzocke"!!! Du hast aber nun mal den ANSPRUCH auf Unterhalt. Das sind 550 Euro.Davon haben sie ja(falls sie es bekommen Deinetwegen) schon mal 154 Euro von der Kindergeldkasse.
Nur,wenn Du EIGENES EINKOMMEN hast,bekommen sie kein KG...oder wenn es sich steuerlich nicht ergibt.
Solange für Dich als Minderjährige neben dem Naturalunterhalt(also Deinem Essen,Wohnen..allem normalem Verbrauch) auch noch IMMER Geld übrig war,um Hobbies zu finanzieren(und das ging ja offenbar problemlos!),kannst Du aus "Vertrauensschutz" dann diese Leistungen als Volljährige weiter beantragen.Wenn sie es nicht wollen(also kein Reiten mehr bezahlen wollen...),könntest Du es einklagen...und ein Richter entscheidet dann...je nach seiner Nase und dem Einzelfall...
So.Und wenn Deine Eltern zu wenig Einkommen haben(da zählt hier sicher auch der Härtefall Deiner Schwestern mit rein?),bekommst Du Schülerbafög oder Bafög. Als Lehrling wird Dein Lehrlingsgeld auf den Unterhaltsanspruch angerechnet.Wenn Du regelmäßig arbeitest nebenbei,wird das auch angerechnet.
Wenn Du zu Hause wohnst,müßt Ihr eine Regelung finden...klingt aber,als kämet Ihr da nicht so unter einen Hut!
Mein Rat: zieh aus----das ist gut für Dich...und Deine Eltern müssen sich früher oder später auch der geänderten Lage stellen.Was ist denn,wenn Du z.B. mit 18 geheitatet hättest...eigene Kinder versorgen müßtest...

Wie soll denn das weitergehen?
Du bekommst immer mal ein Geschenk...ab und zu ein Lob...und doch ist Dein komplettes Leben von ihnen verplant?
Dabei gibt es doch jetzt schon immerhin 2 Erwachsene und noch Zivis???
Die miesere Variante ist:trotz vielfältiger Verwandschaft muß es die Mama allein machen und die tollen Verwandten geben maximal Kommentare ab....

Okay.
Ich schätze Dich nicht als herzlos ein.Und Du bist sicher auch ein bißchen verwöhnt worden ab und zu...und manches könnte anders laufen.

So aber,auf diese Art...
jagt man sein Kind völlig hinaus.

Und das soll ja nun wirklich nicht sein!Ihr seid eine Schicksalsgemeinschaft...und müßt versuchen,das alles zu regeln....wie eben unter Erwachsenen.
so....jetzt habe ich doch so viel geschrieben....und mir damit garantiert mal wieder jede Menge virtuelle Wut eingebrockt.

Irgendwelche herzschmerzinniglichen Antworten bekomme ich bei dem Thema nicht hin...eben WEIL ich da aus eigenem Erleben spreche.
Kann nur noch mal sagen: ich habe für die Lage Deiner Mutter Verständnis...und vielleicht wird es ihr mal später klar,daß ich eigentlich mit diesem Rat,Dich in Dein eigenes Leben zu entlassen(ohne Vorwürfe!!!) nicht nur Dir...sondern gerade Deinen Eltern den einzig sinnvollen Rat gebe...
das ist der nachhaltigste Erfolg!
Du wirst es garantiert zutiefst zu schätzen wissen und in Deinem Vermögen trotzdem weiter helfen(mit Tat und RAT!!).

Ich grüße Dich(und die mitlesende Mom???!!)
ganz herzlich!!!!

Und--eine Umarmung von der
Micky
 
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