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Kein Leben ohne Geld


Verstehe euer Problem gar nicht. Ich bekomme Sozialhilfe, dürfte also nicht weniger als ihr zur Verfügung haben. Bin ebenfalls Rentnerin. Was ich so an Hobbys habe die wenig/nichts kosten:

-Gitarrenunterricht bei der Kirche (kostenlos)
-Gottesdienst am Sonntag besuchen
-Dart (kostenlos)
-Chor (kostenlos)
-Sportverein 2-4x die Woche (102 Euro im Jahr)
-im Tierheim mit Hunden Gassi gehen
-mit meinen eigenen Hunden Gassi gehen
-mich um meinen Garten kümmern
-Fernsehkucken
-Brieffreundschaften
-PC-Spiele
-Schwimmen
-1x die Woche Zeitungen austragen
-Hauskreise besuchen (kostenlos)
 
Das Opfer Narrativ ist in Deutschland "in". Von Feminismus, über Body Positivity bis hin zu Arbetslosen, die jegliche Selbstverantwortung verlernt haben und erwarten, dass immer die Welt sein Leben verbessert und nicht umgekehrt.

Hier muss ich einmal eingreifen. Sicherlich ist jeder für sich verantwortlich. Aber wenn jemand beispielsweise Sexuelle Gewalt erlebt hat, dann ist es nicht so einfach aus der Opferhaltung herauszukommen geschweige denn sein Leben zu gestalten und organisieren. Ich merke es zum Beispiel bei mir, dass sich nach vielen Jahren des Verdrängens/Abspalten meine Kindheit mit allen Traumatisierungen wieder meldet. Ich habe beim Radfahren manchmal schon Probleme, ebene Strecken zu fahren. Mein Psyche möchten dann (erst einmal) nicht mehr. Ich fühle mich innerlich tot sowie kaputt und habe keine Kraft mehr. Außerdem empfinde ich eine extreme Müdigkeit und schwere Belastungen - psychosomatisch (Schmerzen am ganzen Körper, Kopfweh, Schwindel, Tinitus, Zahnschmerzen, uvm. ). Sicherlich versuche ich dennoch so gut es geht in Bewegung zu bleiben, kämpfe gegen besagtes an und fahre so lange es geht. Und sicherlich werde ich hoffentlich demnächst mit Medikamenten eine gewisse Grundstabilität erreichen, aber mit "Fingerschnipsen" ist es bei angesprochenen Lebenserfahrungen nicht getan. 😉

Anbei habe ich auch nicht viel Geld zur Verfügung. Manchmal ist es schon schwer, dies sich einzugestehen, aber ich versuche mir dennoch einiges schönes zu ermöglichen. Gestern bin ich zum Beispiel mit meinem Rad insgesamt 50 km gefahren - okay, manchmal musste ich schieben 🙂 - und habe mir eine schöne Stadt hier in meiner Nähe angesehen. Erst habe ich mir aus meinem Interesse heraus Eisenbahnen angesehen, dann habe ich einen großen Teller Bohneneintopf für verhältnismäßig wenig Geld gegessen und mir dann die Stadt angesehen. Für die Hin- und Rückfahrt kaufe ich immer eine Flasche Trinken und Bananen und manchmal hole ich mir auch ein Eis. Ich denke, mit 10€ für diesen Tag komme ich gut hin.

Man kann also auch für wenig oder gar kein Geld viel machen.

Pilze, Beeren, Blätter etc. sammeln.
spazieren gehen
joggen
in den Park gehen
auf der Wiese liegen
ehrenamtlich tätig werden
Gesellschaftsspiele
Sport oder Filme schauen


Ich gehe auch hier bei mir ab und an zu Fußballspielen. Da hält sich der Eintritt in Grenzen. Und soweit ich weiß, kann ich hier an der Hochschule auch als Außenstehender an Vorlesungen teilnehmen. Habe ich aber noch nicht umgesetzt.

Was mir aber persönlich fehlt, das habe ich die Tage gemerkt, ist eine Arbeit. Eine Arbeit gehört für mich einfach zum Leben dazu. Ich definiere mich auch über Arbeiten.
 

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