Ach ja, vielleicht auch etwas zur Anregung, weil du es vermutlich nicht schaffen wirst, einfach so mit ihm Schluss zu machen: Du darfst dir dazu auch noch etwas Zeit lassen, wenn du die brauchst.
Setz dir doch ein Ultimatum, wie lange du sein Verhalten noch duldest. Bis wann er sich zu entscheiden hat, ob geheiratet wird oder nicht. Sagen wir mal ein Jahr. Wenn zum 10-jährigen kein Antrag samt Hochzeitsdatum da ist, gehst du. Oder du setzt deinen nächsten Geburtstag als Timeline. Kommt da kein Ring als Geschenk, braucht er sich um künftige Geburtstage keine Gedanken mehr machen.
In der Zeit lässt du das Thema Hochzeit links liegen. Ebenso links liegen lässt du alles, was du bisher nur gemacht hast, um endlich "gut genug zu sein". Du meckerst nicht, du jammerst nicht, du tust gleichzeitig aber auch rein gar nichts, um ihn zu verwöhnen. Wozu ihm etwa kleine Geschenke mitbringen, wenn er das für dich auch nicht tut? Du ignorierst ihn nicht, bleibst freundlich - initiierst selber aber nichts. Kein Date, kein Ausgehen, kein gemeinsamer Urlaub, kein Sex, einfach nichts. Solange er nichts initiiert, ist er quasi ein Mitbewohner. So kannst du dich etwas von ihm distanzieren, ohne dass er behaupten könne, du wärst ne beleidigte Leberwurst.
Die gesparte Energie nutzt du für dich selbst. Zum darüber nachdenken, ob er wirklich der Richtige ist (würde der Richtige dich nicht lieber heiraten als zu saufen?). Geh mit Freundinnen weg, melde dich zu einem (oder mehreren) VHS-Kurs(en) an, der dich schon immer interessiert hat. Lebe dein Leben wie du es leben würdest, wenn du gerade single wärst (außer fremdgehen natürlich).
Im Grunde passiert dann eins von den folgenden Szenarien:
- Es ist ihm egal. Er freut sich nur, dass du weder übers saufen meckerst, noch wegen heiraten jammerst. Er merkt nicht einmal, dass von dir aus gar nichts mehr kommt. Er säuft weiter wie bisher. Und weil du dich so gut um dich kümmerst und dich innerlich auf die Trennung vorbereitest, während er so gar nichts tut, um wieder mehr Nähe zu schaffen, fällt es dir am Ende leicht, dich zu trennen.
- Er freut sich (anfangs) ebenfalls, dass du weder meckerst noch jammerst. Auf Dauer kriegt er aber ein ungutes Gefühl. Er spürt, dass du dich von ihm entfernst und dass er dich mit seinem bisherigen Einsatz nicht mehr lange halten kann. Er kriegt Angst, dich zu verlieren und versucht sich zu bessern und will zunehmend lieber was mit dir machen, als mit den Kumpels zu saufen. Er kriegt dabei womöglich sogar derart Panik dich zu verlieren, dass er förmlich ein Bedürfnis kriegt, dich fester an sich zu binden und auf einmal gar nicht mehr schnell genug heiraten kann.
Ich kenne einige Fälle (einschließlich mir selbst), da hat es geklappt. Sei es, dass plötzlich doch ein Antrag kam oder dass man plötzlich klar sah, dass man auf einen Antrag vom Falschen wartete und man dann mit nem anderen Kerl glücklich wurde.