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Kath. Kirche - Wer wollte mal austreten und hat es NICHT getan?

Wenn all die "Guten" aus der Kirche weggehen, weil sie enttäuscht sind: Wem überlässt man dann das Feld?

Man muss deswegen nicht eins zu eins alles teilen, was die Kirchen so praktizieren. Wo ist das schon der Fall?
Aber wo hat man in der Gesellschaft schon sonst die Möglichkeit sich so weitreichend einzubringen?
Ich würde auch klar Christliche Werte von Christlichen Praktiken unterscheiden: die Werte sind das eine...aber man muss nicht jede Praktik toll finden.
Genauso sehe ich das auch...👍
 
Mir hat eine katholische Morgenfeier im Radio geholfen, mich mit dem Katholizismus wieder anzufreunden:

.https://www.br.de/mediathek/podcast/katholische-morgenfeier/wer-von-euch-ohne-suende-ist-werfe-den-ersten-stein/2105107

Ist vom letzten Jahr zu Ostern, aber anhören kann man es sich ja immer 🙂 .
 
Ich bin ausgetreten, wegen persönlichem Unglauben (alles andere, Mißbrauchsfälle etc., kam erst später ans Licht) und habe es nie bereut. Sowas wie "Gemeinschaftsgefühl" etc. was Du empfindest, gab es bei mir nie, deshalb gab es auch da keinerlei Notwendigkeit den Austritt zu unterlassen. Da ich zu dieser Zeit ohnehin in die Stadt zog mußte ich auch keine Angst mehr haben, daß auf dem "Dorf" irgendwelche Nachteile im Alltagsleben durch den Austritt entstanden, böser Klatsch und anderes.

Der Reliquienglauben ist der großen Unwissenheit jener Zeiten geschuldet, da man nicht wußte wie insbesondere Krankheiten entstehen, klammerte man sich an alles was einem irgendwie Schutz im Leben versprach, Amulette und Glücksbringer waren da ganz groß in Mode - Klassiker wie Hasenpfote, getrocknete Hand eines hingerichteten Verbrechers (sollte auch im Glücksspiel Glück bringen!), "heilige" Texte die man am Körper trug oder sogar runterschluckte - und die Königsklasse waren halt ehemalige Besitztümer oder gar Körperteile von irgendeinem verflossenen Heiligen, die gab es ja in der Katholischen Kirche im Dutzend billiger. Schon die Berührung irgendeines Objekts mit einem "heiligen" Teil machte das angeblich selbst heilig, wie etwas was ansteckt. Seit der Entdeckung der Mikroorganismen samt Übertragungswege und Erfindung von Impfungen und Hygiene hat dieser Aberglaube naturgemäß abgenommen, ist aber in manchen "gläubigen" Regionen nach wie vor existent. Jetzt hofft man halt nicht mehr auf Schutz vor Pest und Cholera, nachdem die bekämpfbar sind, sondern allgemein auf ihre Wirkung als "Glücksbringer" in jeder Lebenslage.
 
Habe gerade das Eingangsposting noch mal gelesen.

Dabei geht es um eine Herz-Reliquie,


Finde das auch gruselig.
Ich kenne es eigentlich nur so, dass Haare oder auch schon mal Knochensplitter von dem "Heiligen" als Reliquie verehrt werden.

Verflüssigung von Blut gibt es auch noch, bzw. Wiederverflüssigungen von Blutreliquien.
(kann es jetzt auch nicht näher beschreiben, vielleicht mal nach googlen, wem es interessiert)

Aber das mit dem Herz rausschneiden, sorry, das kenne ich nur von Vampirfilmen.

Ja und im Zusammenhang mit Napoleon bzw. Napoleon seiner Bestattung.

Nennt sich getrennte Bestattung.
Das war früher vor allem bei hochrangigen Adligen durchaus normal, daß Körper und Herz getrennt bestattet wurden, weil das Herz als angebliche Quelle der Gefühle möglichst an einem besonders heiligen Ort ruhen sollte, oft eine bestimmte Familienkapelle, wo aber oft der Platz knapp war, so daß man dort nicht eine ganze Ladung Särge unterbringen konnte, sondern nur die kleinen Gefäße in denen die Herzen steckten. Manchmal waren sie auch zwischen zwei Orten als mögliche Bestattungsorte hin und hergerissen, so daß sie sich absichtlich nach ihrem Ableben zweiteilen ließen, Körper hier, Herz woanders.
 
Ausgetreten bin ich, weil ich einfach nicht gläubig bin. Es auch gar nicht sein will. Er verstand das, er respektierte das. Und wir grüßen einander seitdem und führen gerne mal ein Gespräch auf der Straße.

Würde ich glauben wollen und können, würde ich in der Kirche dieses Mannes bleiben, trotz aller Probleme und problematischen Standpunkte.
Ich finde übrigens, dass man genauso wie man gläubig sein kann und NICHT Mitglied der Kirche sein kann, auch Mitglied sein kann, wenn man nicht gläubig ist (oder zumindest nicht in aller Konsequenz). ZB wenn man die Arbeit der Kirche unterstützen will oder weil man zB die Gemeinschaft schätzt.
Man kann auch kirchlich aktiv sein, ohne Mitglied zu sein und man kann auch Mitglied sein, ohne aktiv zu sein.
Also im Grunde kann man sich heutzutage seine persönliche "Mischung" suchen und das ist auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal der christlichen Landeskirchen Kirchen: Vergleicht dasd mal mit anderen Religionsgemeinschaften: Seien es evangelikale, Zeugen Jehovas...wie es bei muslimischen Glaubensgemeinschaften und im Judentum ist, weiß ich nicht, aber grundsätzlich schätze ich diese Offenheit unserer Kirchen in Deutschland schon sehr.
Man kann sich bei uns zumindest offen in der Kirche äußern, dass man den Gottesdienst fad findet oder die Linie des Papstes nicht schätzt. Man kann nie hingehen und nur seine Beiträge zahlen, weil man vielleicht damit die Arbeit unterstützen will usw.
Also die Zeiten, wo gelästert wurde, wenn man Sonntags nicht in der Kirche war, sind vorbei.
Auf die Erklärung meines Austritt bekam ich einen Anruf des Pfarrers der Gemeinde hier am Ort mit einem Gesprächsangebot. Und neugierig wie ich bin, haben wir uns getroffen. Am Ende stand mein Austritt, am Ende stand aber auch tiefer Respekt vor dem Mann und davor, wie er Kirche denkt und lebt.

Vor seiner Kirche hängt eine wunderschöne bunte Fahne und er sagt, er und seine Gemeinde seien offen zu jeden und jede und jede*. Er bietet Gesprächstermine für Menschen in Not, mit psychischen Problemen und fragt nicht nach deren Glauben. Er ist ein gebildeter, weltoffener Mensch.
So ist das in unserer Gemeinde zB auch. Und ich kenne einen ganzen Haufen solcher Pfarrer bzw andere Beschäftigte in der Kirche.
Solche Menschen sind eben AUCH Kirche und das wird zu leicht übersehen.
Aber ich finde, die Arbeit solcher Menschen hat einen extremen Wert, der weit über den christlichen Glauben hinaus geht.

Ein weiteres "Argument" für die Kirche wäre auch die kulturelle Funktion. Die Kirche nimmt die Aufgabe immerhin sehr ernst, Kulturgut zu bewahren...so wie es der Staat lang schon nicht mehr macht: Also Gebäude, Kunstwerke, aber zB eben noch mehr Musik, musische Bildung usw.
Wo kann man sonst schon zB in ein kostenloses oder zuminedst günstiges Konzert gehen? In der Kirche wird eine Form der Musik erhalten, die der Staat einfach garnicht sonderlich pflegt.
Und mal ehrlich: Wer bekommt nicht auch eine wohlige Gänsehaut, wenn er in einer Kirche ein Orgelkonzert hört? Oder ein Weihnachtsoratorium?
Wäre doch schade, wenn es das nicht mehr geben würde, oder?
 
Ich finde übrigens, dass man genauso wie man gläubig sein kann und NICHT Mitglied der Kirche sein kann, auch Mitglied sein kann, wenn man nicht gläubig ist (oder zumindest nicht in aller Konsequenz). ZB wenn man die Arbeit der Kirche unterstützen will oder weil man zB die Gemeinschaft schätzt.
Das von mir fett markierte finde ich unlogisch. Der Glaube an Gott (was heißt "in aller Knsequenz"?) ist doch die Grundlage der (hier: katholischen Kirche). Für Nichtgläubige gibt es genügend andere Institutionen, in denen man sozial tätig sein kann oder in eine Gemeinschaft erleben kann.

Aber die TE dürfte ja gläubig sein, sie lehnt nur ein Detail dessen ab, was in dieser Kirche u.a.auch praktiziert wird.
 
Das von mir fett markierte finde ich unlogisch. Der Glaube an Gott (was heißt "in aller Knsequenz"?) ist doch die Grundlage der (hier: katholischen Kirche). Für Nichtgläubige gibt es genügend andere Institutionen, in denen man sozial tätig sein kann oder in eine Gemeinschaft erleben kann.

Aber die TE dürfte ja gläubig sein, sie lehnt nur ein Detail dessen ab, was in dieser Kirche u.a.auch praktiziert wird.
Nö also unlogisch finde ich das nicht. ich finde, eine "Zusammenarbeit" mit der Kirche geht in beide Richtungen: Also Glauben geht ohne Mitgliedschaft und Mitgliedschaft geht auch ohne Glauben...und alles dazwischen.
Warum sollte das auch nicht möglich sein?
Die Kirchen sind ja weitaus mehr als "nur" eine Glaubensvereinigung, sie sind auch Sozialträger, Anlaufstelle für viele private Themen, Seelsorge, aber auch Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber usw. (stichwort: Kindergärten, Schulen, Caritas, Erwachsenenbildung, Kultureinrichtungen, usw)
Natürlich ist es klassisch gesehen so, dass man Mitglied ist, weil man irgendwie gläubig ist, aber zwangsläufig muss das nicht so sein.
Es geht in erster Linie um gewisse Werte- die sind ja glaubensübergreifend. Man kann die Werte am Christentum festmachen, muss man aber nicht.
Man kann ja dort auch zB arbeiten, ohne selbst gläubig zu sein. Man muss die Grundwerte vertreten, aber ansonsten kann man durchaus zB in der Kirche Mitglied sein, weil man zB eine Stelle dort haben möchte (geht zwar soweit ich weiß zumindest in manchen Fällen auch ohne Mitglied zu sein, aber man hat schon bessere Chancen auf einen Job dort). Die Kirche ist ein solider Arbeitgeber und wenn man hinter den Werten steht aber nicht direkt in aller Konsequenz gläubig ist, warum sollte man nicht auch Mitglied sein und zB in der Kirche als Kindergärtnerin arbeiten?
Viele Menschen schicken ihre Kinder auch gezielt in christliche Kindergärten und Schulen (die haben sogar ziemlichen Zulauf) ohne selbst gläubig zu sein, weil sie die Werte wichtig finden.
warum dann nicht auch Mitglied sein und die Institution mittragen?
Einfach, weil man die Kirche als Verein unterstützen will und und und....
ein Großteil der Mitglieder ist heute nicht mehr im klassischen Sinn und in aller Konsequenz "gläubig" (mal abgesehen davon, dass das ja auch garnicht so leicht zu definieren ist.). Viele sind auch einfach nur noch dabei, weil sie die Kirche als Institution grundsätzlich erhaltenswert finden.
Für manche (vermutlich sehr viele) ist die Kirche auch eine liebgewonnene Tradition- ist ja auch OK.

Für Nichtgläubige gibt es genügend andere Institutionen, in denen man sozial tätig sein kann oder in eine Gemeinschaft erleben kann.
Naja, also mir fallen da ehrlich gesagt nicht so viele ein, die das in dieser Niederschwelligkeit und meist sogar kostenlos anbieten...

Also gerade wenn man wie die TE offenbar gläubig ist, finde ich es sinnvoll, sich das klar zu machen, dass man eben eigentlich von zwei verschiedenen DIngen spricht: Dem Glauben und der Instituion.
Und wenn man die Instituion grundsätzlich wertvoll findet, spricht meiner Meinung nach überhaupt nichts dagegen, Mitglied zu sein auch wenn man nicht alles glaubt oder gut findet. (wenn man glaubt, dann natürlich umso besser😉

Und mal ehrlich: ich bin mir sicher, der Kirche ist ein Mitglied, das zweifelt, Fragen stellt, aber die Werte teilt und sich einbringt, aber auch offen darüber spricht, was es ablehnt, lieber als ein Mensch der einafach nur vor sich hin frömmelt😉
 
Würde es dir nicht reichen, einfach das Gute für dich, also die Gottesdienste, die Gemeinschaft etc., wertzuschätzen und dem Rest nicht so viel Gewicht beizumessen?
Genau das tue ich seit Jahren. Aber der "Rest" erscheint mir im Moment fast unerträglich. Ich weiß, dass ich abwägen muss, aber das fällt mir im Moment eben schwer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn dir die Gemeinschaft und der Glaube Halt gibt im Leben, dann sehe ich nicht, warum du wegen Acutis und dem Reliquienglauben austreten müsstest.
Das ist ja nicht das einzige, es ist das, was mich am meisten abstößt. Bei vielem anderen kann ich sagen, es war ein Fehlverhalten von einzelnen Gläubigen, aber die Sache mit den Reliquien wird ja offiziell 'von ganz oben' betrieben. Wenn ich lese, dass der ansonsten von mir geschätzte Papst Franziskus mit dem Herzen von Acutis im Gepäck zum Weltjugendtag nach Lissabon gereist ist, dreht es mir den Magen rum.
 

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