Das von mir fett markierte finde ich unlogisch. Der Glaube an Gott (was heißt "in aller Knsequenz"?) ist doch die Grundlage der (hier: katholischen Kirche). Für Nichtgläubige gibt es genügend andere Institutionen, in denen man sozial tätig sein kann oder in eine Gemeinschaft erleben kann.
Aber die TE dürfte ja gläubig sein, sie lehnt nur ein Detail dessen ab, was in dieser Kirche u.a.auch praktiziert wird.
Nö also unlogisch finde ich das nicht. ich finde, eine "Zusammenarbeit" mit der Kirche geht in beide Richtungen: Also Glauben geht ohne Mitgliedschaft und Mitgliedschaft geht auch ohne Glauben...und alles dazwischen.
Warum sollte das auch nicht möglich sein?
Die Kirchen sind ja weitaus mehr als "nur" eine Glaubensvereinigung, sie sind auch Sozialträger, Anlaufstelle für viele private Themen, Seelsorge, aber auch Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber usw. (stichwort: Kindergärten, Schulen, Caritas, Erwachsenenbildung, Kultureinrichtungen, usw)
Natürlich ist es klassisch gesehen so, dass man Mitglied ist, weil man irgendwie gläubig ist, aber zwangsläufig muss das nicht so sein.
Es geht in erster Linie um gewisse Werte- die sind ja glaubensübergreifend. Man kann die Werte am Christentum festmachen, muss man aber nicht.
Man kann ja dort auch zB arbeiten, ohne selbst gläubig zu sein. Man muss die Grundwerte vertreten, aber ansonsten kann man durchaus zB in der Kirche Mitglied sein, weil man zB eine Stelle dort haben möchte (geht zwar soweit ich weiß zumindest in manchen Fällen auch ohne Mitglied zu sein, aber man hat schon bessere Chancen auf einen Job dort). Die Kirche ist ein solider Arbeitgeber und wenn man hinter den Werten steht aber nicht direkt in aller Konsequenz gläubig ist, warum sollte man nicht auch Mitglied sein und zB in der Kirche als Kindergärtnerin arbeiten?
Viele Menschen schicken ihre Kinder auch gezielt in christliche Kindergärten und Schulen (die haben sogar ziemlichen Zulauf) ohne selbst gläubig zu sein, weil sie die Werte wichtig finden.
warum dann nicht auch Mitglied sein und die Institution mittragen?
Einfach, weil man die Kirche als Verein unterstützen will und und und....
ein Großteil der Mitglieder ist heute nicht mehr im klassischen Sinn und in aller Konsequenz "gläubig" (mal abgesehen davon, dass das ja auch garnicht so leicht zu definieren ist.). Viele sind auch einfach nur noch dabei, weil sie die Kirche als Institution grundsätzlich erhaltenswert finden.
Für manche (vermutlich sehr viele) ist die Kirche auch eine liebgewonnene Tradition- ist ja auch OK.
Für Nichtgläubige gibt es genügend andere Institutionen, in denen man sozial tätig sein kann oder in eine Gemeinschaft erleben kann.
Naja, also mir fallen da ehrlich gesagt nicht so viele ein, die das in dieser Niederschwelligkeit und meist sogar kostenlos anbieten...
Also gerade wenn man wie die TE offenbar gläubig ist, finde ich es sinnvoll, sich das klar zu machen, dass man eben eigentlich von zwei verschiedenen DIngen spricht: Dem Glauben und der Instituion.
Und wenn man die Instituion grundsätzlich wertvoll findet, spricht meiner Meinung nach überhaupt nichts dagegen, Mitglied zu sein auch wenn man nicht alles glaubt oder gut findet. (wenn man glaubt, dann natürlich umso besser
😉
Und mal ehrlich: ich bin mir sicher, der Kirche ist ein Mitglied, das zweifelt, Fragen stellt, aber die Werte teilt und sich einbringt, aber auch offen darüber spricht, was es ablehnt, lieber als ein Mensch der einafach nur vor sich hin frömmelt
😉