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Kann nicht kündigen, aber krank durch Job

  • Starter*in Starter*in LucyLuwobistdu
  • Datum Start Datum Start
L

LucyLuwobistdu

Gast
Hallo!
Ich bin seit 5 Monaten auf meiner ersten Stelle nach dem Studium mit einem befristeten Vertrag. Meine Probezeit ist leider vorbei, aber je länger ich hier bin, desto unglücklicher bin ich. Der Job als solcher ist nichts für mich, würde gern in eine andere Branche wechseln, ich mache viele Fehler, bin genervt, kann mich nicht mit den Aufgaben identifizieren, werde von meiner Kollegin (wir sind nur zu zweit, sie ist meine direkte Vorgesetzte) ständig gemaßregelt usw. Ich will gar nicht groß jammern, unterm Strich bleibt einfach, dass der Job nichts für mich ist und ich nichts für den Job. Aber befristete Verträge kann man ja nicht vorzeitig kündigen, also müsste ich hier noch 13 Monate bleiben. Ich habe auch den Fehler gemacht nicht schon in der Probezeit zu gehen, aber finanziell war das ohne neue Stelle nicht möglich (die ich jetzt in Aussicht hätte). Mittlerweile geht`s mir körperlich nicht gut und vor allem seelisch nicht. Leider / glücklicherweise ist es nicht so schlimm, dass mich irgendein Arzt krankschreiben würde, aber ich hab Angst, dass es noch so weit kommt. Ich könnte ständig heulen, habe null Motivation auf die Arbeit, mir ist schon schlecht, wenn ich zur Tür reinkomme. Rückenschmerzen, Kopfweh und Ohrensummen kommen auch noch dazu. Zur Zeit fühle ich mich wie ein Gefangener.
 
Also... kündigen kannst du in einem befristetem Arbeitsverhältnis schon, nur musst du entsprechende Kündigungsfristen einhalten. Die findest du im Regelfall in deinem Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag für deine Berufsgruppe (da müsste in deinem Arbeitsvertrag ein Verweis auf den Tarifvertrag stehen, v.a. wegen der Bezahlung auch).

Um aus dem Arbeitsverhältnis raus zu kommen, hast du zwei Möglichkeiten, die du ergreifen kannst:
  • Du kannst eine Kündigung aussprechen
  • Du kannst mit deinem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag besprechen

Hier hab ich dir mal eine Seite rausgesucht, wo du zum Einen Informationen zum Thema "Aufhebungsvertrag" findest und gegen Ende der Seite sogar ein Muster herunterladen kannst.

Strategisch wäre es von Vorteil, wenn du VOR der ganze Sache mit Kündigung oder Aufhebungsvertrag schon eine andere Arbeitsstelle hättest, weil du mit einem Aufhebungsvertrag Gefahr läufst, für Arbeitslosengeld eine Zeit lang (min 12 Wochen glaub ich) gesperrt zu werden. Nicht, dass du neben den Leiden durch denen Job noch zusätzlich auf die Nase fliegst.


Grüße
Sylvain
 
Ich würde in jedem Fall erst dann gehen, wenn Du definitiv etwas Neues hast.

Und ansonsten: man kann sich auch länger krank schreiben lassen oder eben immer mal wieder...

Allgemein und aus meiner persönlichen Warte gesehen würde ich es besser finden, durchzuziehen udn nicht immer gleich einzuknicken. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass heute viel zu schnell das Handtuch geworfen wird.
 
[...]
Und ansonsten: man kann sich auch länger krank schreiben lassen oder eben immer mal wieder...[...]
Problematisch ists halt nur, dass wenn das öfter über längere Zeit ist, dass sowas im Arbeitszeugnis landet und das begleitet einen das gesamte Berufsleben über und schaut nich gut aus, wenn in der Schlussformel so Sachen drinstehen wie "Für die Zukunft wünschen wir ihm weiterhin alles Gute, vor allem Gesundheit", weil das aussagt, dass der "Bewerber" nicht gerade selten krankheitsbedingt gefehlt hat.

[...]
Allgemein und aus meiner persönlichen Warte gesehen würde ich es besser finden, durchzuziehen udn nicht immer gleich einzuknicken. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass heute viel zu schnell das Handtuch geworfen wird.
Naja... bevor ich sowas annehme, würd ich schon gern mehr von der Situation kennen. Das Problem ist einfach, dass heutzutage in nicht gerade wenigen Branchen ein recht ruppiger Umgangston in den Reihen des Personals herrscht, also man nicht auffällt, so lange man Leistung bringt und einer gewissen Norm entspricht. Sobald eines davon angekratzt wird, treten manche nochmal richtig nach.

Insofern würd ich vorschlagen, dass wir erst mal abwarten, ob LucyLuwobistdu uns die Situation etwas näher beschreibt

@ LucyLuwobistdu:
Wenn du das nämlich tust, könnten wir dir evtl. eine Alternative zur Aufgabe zeigen.


Grüße
Sylvain
 
Hallo,
danke für eure Antworten. Ich versuche mal die Situation kurz und knapp zu schildern:
Ich mache nach meinem Studium ein Volontariat im Verlag. Normalerweise bekommt man sowas nur, wenn man vorher schon Praktika in der Branche gemacht hat, ich bekam die Stelle aber auch ohne. Warum? Denke die fanden mich a) sympathisch und ich habe (journalistische) Redaktionserfahrung b) sie brauchten dringend Ersatz für eine Mitarbeiterin, die ausgefallen ist.
Es gibt 2 große Komplexe, die mich stören.
Seitens AG: Ein Volontariat ist ja im Grunde sowas wie eine Ausbildung, aber ich habe null Betreuung hier. Anfangs bin ich öfters 8 Stunden herumgesessen und habe im Internet gesurft, weil ich nichts zu tun hatte. Als ich nach Aufgaben gefragt hab, bekam ich diese zwar, aber ohne Erklärung wie. "Mach mal." Also habe ich versucht mich reinzuarbeiten, aber es war halt vieles falsch. Daraufhin (letzte Woche, also nach 5 Monaten) ist meine Kollegin mal dazu gekommen mir eine genaue Arbeitsanweisung zu geben (verlagsinterne Vorgaben, die man anscheinend so einhalten muss), jetzt kann ich jeden Text nochmal überarbeiten. Ich arbeite gern selbstständig, aber das ist kaum möglich, weil alles genau nach Plan gemacht werden muss. Wusste ich nicht, hat mir keiner vorher gesagt und ich kann nicht alles hinterfragen, wenn ich die Interna nicht mal kenne. Zudem hatte mir die andere Kollegin zu Beginn noch einiges anders erklärt, aber wie heißt es so schön, was geht mich mein Geschwätz von gestern an...
Wir sind wie gesagt nur 2 Leute. Diese Situation ist durch den (geplanten) Wegfall der einen Kollegin entstanden. Als Volontärin macht man halt noch Fehler, aber letztendlich kann ich mir die nicht erlauben, weil ich die Leistung und die Verantwortung einer erfahrenen Mitarbeiterin haben muss. Unsere Projekte sind komplett im Verzug. Der Verlag hat mM gerade nicht die Kompetenz eine Volontärin auszubilden. Meine "Vorgesetzte" hat selbst gerade ihr Volo hinter sich und ist selbst noch am Rotieren, um alles hinzukriegen. Natürlich bin ich an der ganzen Verzögerung "schuld" und daran, dass wir Urlaubssperre haben etc.
Es wird auch viel hintenrum gemauschelt. Meine Kollegin hockt oft mit einer anderen Kollegin zusammen und irgendwann höre ich mal, dass sie über mich und meine Arbeitsleistung gesprochen haben. Hätte sie gleich gesagt, dass ich Fehler gemacht habe, hätte ich diese auch gleich verbessern können und nicht erst nach 5 Monaten. Stattdessen wird dann auch noch mit dem Chef gespochen, wir hätten gerade Probleme, weil die Volontärin ja soviel Betreuungszeit beansprucht...
Ich finde das alles nicht ganz korrekt.
Seitens AN (also mir): Ich bin nicht faul und auch nicht unfähig, aber ich habe auch gemerkt, dass der Beruf nichts für mich ist. Ich habe kein Auge für die kleinen Probleme eines Textes, ein unabdingbares Basic für diesen Beruf. Ich habe auch keine Sprachwissenschaften studiert, sondern komme aus einer anderen Richtung, in die ich auch wieder will. Ich würde das Volo durchziehen, aber ich habe Bedenken nächstes Jahr nicht mehr in meine Wunschbranche zurückzukommen. 2 Jahre nach Studienabschluss ist sowas schwierig, wenn man zwischenzeitlich ganz was anderes gearbeitet hat. Ich dachte, ich wäre für die Verlagsarbeit geeignet, deshalb der Quereinstieg, aber das war ein Irrtum. Das ist nicht das Handtuch werfen, sondern eine klare Reflexion der Situation.

Liebe Grüße

PS: Ich würde weder gehen ohne neue Stelle, noch mich krankschreiben lassen. Ich will eine ordentliche Lösung. Aber ich sehe die mit meinem Vertrag (noch) nicht ganz
 
Übrigens sagt meine Kollegin ständig: Ach, das habe ich wohl vergessen dir zu sagen" oder "Habe ich dir das noch nicht gesagt?" Manchmal kommt es mir wie Schikane vor, obwohl sie dann wieder zuckersüß und lieb ist. Mit meinem Chef redet bringt auch nichts (das würdet ihr mir sicher raten): Er hält sich komplett raus, überträgt jegliche Verantwortung meiner Kollegin und ist so gut wie nie im Haus, sondern auf Geschäftsreisen (kein Witz). Ich fürchte zudem, durch mein langes Schweigen habe ich mich selbst ins Abseits geschossen, während hintenrum, so wie es scheint, von meiner Kollegin über mich geredet wird. Und nein, ich bin nicht paranoid ;o)

Vielleicht versteht ihr die Situation nun etwas besser. Ich denke einfach, für mich und auch für den Verlag wäre es ingesamt besser sich zu trennen.
 
Dann? Ähm, sagte ich schon, oder? Ich werde nicht gehen ohne eine neue Stelle zu haben, die Bewerbungen laufen ja schon. Nur nützt mir eine neue Stelle ja nichts, wenn ich den Vertrag bis zum Ende erfüllen müsste. Leider fühle ich mich nicht tough genug meine Interessen durchzusetzen.
 
Hallo,

ganz kurz: Wenn Du Dir wirklich sicher bist, daß es bei einem anderen Verlag auch nicht besser klappt, dann bitte Deinen AG höflich, eine Änderung der Kündigungsregelung akzeptieren zu wollen. (Schriftlicher Nachtrag mit vereinbarter Kündigungsfrist zum Arbeitsvertrag!) Wenn das so ist, wie Du schreibst, habt ihr beide nichts von einer Fortsetzung.

Wenn Du noch nicht länger als 1/2 Jahr dort beschäftigt bist, solltest Du ein einfaches Arbeitszeugnis verlangen. Da steht nur drin, von wann bis wann Du als was beschäftigt warst; keine Bewertung. Erklären mußt Du das dem neuen AG sowieso. Und der wird auch nachfragen.

Achtung: Wenn Du deinem neuen AG keinen konkreten Termin für die Arbeitsaufnahme sagen kannst, ist das schlecht. Wenn Du pokerst, also einen neuen Vertrag abschließt, ohne den alten rechtswirksam (gemäß Nachtrag) gekündigt zu haben, hast du 2 Arbeitsstellen gleichzeitig und evtl. eine Menge Ärger.

Ich wünsche Dir viel Glück!

Gast

PS: Bitte gehe, bevor Du schwere Depressionen bekommst, zum Arzt.
 

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