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Kann man immer aufstocken, wenn das Geld nicht reicht?

Sandra_86

Mitglied
Hallo,

Jetzt bricht schon der zweite Monat meiner Arbeitslosigkeit an und bisher bin ich immernoch erfolglos auf Jobsuche. Nun habe ich mich doch dazu entschieden, mich beispielsweise bei einer Zeitarbeitsfirma für einen Übergangsjob zu melden. Ich habe absolut kein Problem mit einem Job als Lager- oder Produktionshelferin, da ich das schon mal eine Zeitlang zwischen meinen beiden Ausbildungen gemacht habe. Ich würde auch irgendwo Regale einräumen oder ähnliches. Mit Tätigkeiten, bei denen man fleißig sein muss, komm ich sehr gut zurecht. Ich denke auf dem ersten Arbeitsweg wird das schwieriger sein, etwas zu bekommen. Ich hatte den Gedanken schon vorher, aber gehofft, etwas in meinem Beruf zu finden. Mir geht es darum, etwas zu tun zu haben und nach Möglichkeit mein eigenes Geld zu verdienen, ohne auf zu viel Hilfe von der Agentur für Arbeit angewiesen zu sein. Das Problem ist allerdings, dass ich mit so einem Job weniger verdienen werde als in meinem Beruf, ich aber trotzdem die Miete meiner Wohnung bezahlen muss, die nicht gerade günstig ist und auch weitere laufende Kosten habe. Ich könnte die Wohnung natürlich kündigen, allerdings bringt mir das auch nichts, da die Kündigungsfrist drei Monate beträgt und ich hoffe, dass ich bis dahin wieder einen Job habe. Ist es also möglich, im Notfall aufstocken zu können, schließlich wäre mein Anspruch an die Agentur für Arbeit dann sehr viel geringer, als wenn ich komplett gar nicht arbeiten würde oder sagt die Agentur für Arbeit dann eher, dass es mein Problem ist, wenn ich solche Jobs annehme? Ich hab echt keine Lust mehr, jeden Tag in meiner Wohnung zu sitzen und allein zu sein. Mir fällt die Decke auf den Kopf und ich fühle mich so nutzlos.
 
Natürlich kannst du aufstocken. Das hängt allerdings nicht daran, ob das Geld für dich gefühlt zu wenig ist, sondern ob du die Anforderungen erfüllst, sprich nur bis zu einem Betrag x verdienst. Da musst du fragen, wo da die Grenze liegt. Kommst du für die Aufstockung nicht in Frage, hast du möglicherweise Anspruch auf Wohngeld.

Schau mal, ob es bei dir am Ort einen Hartz IV Hilfeverein gibt (kann dir auch das Jobcenter sagen) und mit denen zusammen kannst du das alles mal durchrechnen, bevor du dir einen Job im Lager suchst.

Was die Wohnung betrifft, so kann niemand von dir verlangen, dass du mit Beginn der Aufstockung eine neue hast. Da gibt es Fristen, die man entsprechend verlängern kann, wenn man nichts passendes findet. Wenn du also denkst, in drei Monaten hast du was Neues, würde ich die Wohnung mal noch nicht kündigen.


Tuesday
 
Es geht mir eben darum, soviel Geld zu verdienen, dass es zum Leben reicht. Mir anderes zu leisten ist erstmal nebensächlich 🙂. Ein bisschen auf dem Konto habe ich auch noch, aber das ist bald aufgebraucht, wenn es so weiter geht. Meine Wohnung alleine Kostet mich im Monat schon mit allem drum und dran an die 700 Euro!!! Mit meinen ganzen Versicherungen, Internet und Telefon komm ich jeden Monat auf an die 1000 Euro und da lässt sich absolut nichts wegkürzen. Gegessen hab ich davon auch noch nichts. Ich könnte höchsten meine Bausparverträge für eine Weile ruhen lassen. Das Ironische an der Wohnung: Bevor ich arbeitslos wurde, wollte mein Freund eine Wohnung kaufen, die er dann günstig an mich weitervermietet hätte. Hatte mich auch schon total auf einen Besichtigungstermin in einer wunderschönen Penthousewohnung gefreut, den wir dann aber absagen mussten, als ich meine Kündigung erhalten habe. Jetzt verdiene ich kein Geld, muss aber trotzdem in der teuren Wohnung bleiben. Es ist halt nicht sinnvoll umzuziehen, wenn man nicht weiß, wo man landet.

Zum Jobcenter muss ich sowieso noch, da ich ja Wohngeld beantragen muss. Noch bekomme ich keine finanzielle Unterstützung. Ich werde das diese Woche noch machen und dann gleich mal nachfragen.

Wenn ich wieder einen Job hätte, würde der Tag auch endlich nicht mehr so lange dauern und ich würde mich besser fühlen. Ich bleib grad jeden Tag immer ewig im Bett, damit der Tag schneller vorbei geht und das ist ja keine Lösung. Meistens steh ich nicht vor 10 Uhr auf. Ich beneide richtig meinen Freund. Er hat einen sicheren Job und verdient so viel, dass er sich finanzell um nichts Sorgen machen muss. Er kann sich alles leisten. Naja, fast alles 😀.
 
Muß man bei Aufstockung bei geringen Verdienst seine gesamten Ersparnisse aufgebraucht haben?
Bei Wohngeld muß man doch auch Sparbuch/Kontenauszug vorlegen, wo man dann, weiß nicht, gar nix mehr haben darf, oder?

Nachtrag: Seh grad ---- und plötzlich sieht man die Welt anders. Ich kann Dirs nachfühlen. An der Stelle stand ich auch ... vor fast 20 Jahren.
Jetzt bin ich 60 und krieg, obwohl krank (wie das eben sein kann im Alter: nicht wirklich arbeitsfähig) keine Rente, weil muß ja bis 65 arbeiten.
Muß weiterhin jede Woche zwei Bewerbungen vorweisen, obwohl ich weiß, daß ich dem Arbeitgeber nur zur Last fallen würde.

Ich liege voll meinem Gatten auf der Tasche, der mich noch zu besseren Zeiten geheiratet hat, als ich noch verdiente.

Wollte jetzt nur mal schildern wie es einem gehen kann so nach ein paar Jahren.
Wo ist die Zeit geblieben?

Ich will Dich nicht von so nem Job abhalten, ist nur ärgerlich: Zeitarbeit/Leiharbeit ist das Letzte, da verdienen noch paar andere an Dir - und Deinen Willen! - : grrrrrrr. Auch das Arbeitsamt, denn Du bist ja vermittelt. Das ist schlimm mit der Geldverschieberei "um Arbeit zu vermitteln".

Ich drücke Dir die Daumen, daß Du richtige Arbeit findest. Man kann in der BRD nicht sein Leben normal planen. Und derzeit sowieso nicht. Schlimm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist ne echt gute Frage, daran hab ich noch gar nicht gedacht. Kann aber schon gut möglich sein. Aber eins verstehe ich dann nicht: Warum bekommt man dann ALG 1 oder ALG 2, wenn man gar nicht arbeitet? Dann könnte die Agentur für Arbeit ja auch sagen, leben Sie erst von Ihren Ersparnissen und dann sehen wir weiter. Ich möchte eigentlich nicht, dass diese vollständig aufgebraucht werden. Dafür hab ich nicht so lange und so hart gespart. Vielleicht habe ich ja Glück und ich bekomme was, mit dem ich einige Zeit einigermaßen rum komme. Es müssen auf jeden Fall wesentlich mehr als 500 Euro im Monat sein ^^.
 
Die Agentur für Arbeit ist nicht der JobCenter, das sind ganz unterschiedliche Träger. Die Agentur für Arbeit ist für die Bewilligung von ALG I zuständig, das Du erhältst, wenn Du lange genug Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, also mindestens ein Jahr, erbracht hast. Die interessiert Dein Vermögen gar nicht.

Ganz anders verhält es sich bei ALG II, von den JobCentern verwaltet und aus Steuergeldern finanziert, da zählt jeder Cent, den Du hast, für die Bewilligung des Satzes.

Du müsstest eigentlich wissen, ob Du Anspruch auf ALG I oder nur auf ALG II hast.
 
Das ist ne echt gute Frage, daran hab ich noch gar nicht gedacht. Kann aber schon gut möglich sein. Aber eins verstehe ich dann nicht: Warum bekommt man dann ALG 1 oder ALG 2, wenn man gar nicht arbeitet? Dann könnte die Agentur für Arbeit ja auch sagen, leben Sie erst von Ihren Ersparnissen und dann sehen wir weiter.
Du bezahlst ja auch Arbeitslosenversicherung, wie Krankenversicherung, Rentenversicherung usw. - als arbeitender Mensch. Und weitere Abgaben, die dir aber noch nicht vom Arbeitgeber abgezogen und abgeführt werden.
Ich möchte eigentlich nicht, dass diese vollständig aufgebraucht werden. Dafür hab ich nicht so lange und so hart gespart. Vielleicht habe ich ja Glück und ich bekomme was, mit dem ich einige Zeit einigermaßen rum komme. Es müssen auf jeden Fall wesentlich mehr als 500 Euro im Monat sein ^^.
Jaaah, so ging es mir auch, wie auch so manchem anderen Arbeitslosen, der keine Arbeit wieder fand.

Das ist es ja, kommt man selber in solch eine Lage, dann weiß man erst was einem blüht.

Nachtrag: wobei ich nicht nachvollziehen kann, wie man Menschen die Jahre und Jahrzehnte gearbeitet haben, dieses Hartz IV als Arbeistlostenhilfe zahlen kann.
Und mir, weil ja mich mein Mann zufällig geheiratet hat, gar nix mehr seit 2000+? oder so, weil
e r ja so "viel verdient". Wobei... ja ganz egel ist, ob verheiratet, kommt ja auf die Bedarfsgemeinschaft an.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Sandra_86

Mit 700€ Wohnung bzw. 1000€ inklusive laufenden Kosten die dich auch nocht nicht satt machen, bist du weit aus dem Bereich raus überhaupt etwas zu bekommen. Da deine Ersparnisse denk ich mal auch den Freibetrag übersteigen, gibts sowieso nix.
 
Ich fände es auch absurd, wenn du bei deinen Mietkosten und großzügigen Versicherungen auch noch Geld geschenkt bekämst...Niemand zwingt dich, als Single eine Bude für 700 Tacken anzumieten.
Die Zeit, die du "im Bett verbringst, damit die Zeit schneller vergeht", könntest du sinnvoller durch einen Putzjob o.ä.gestalten. Sowas geht immer.

"Nicht reichendes Geld" ist ein dehnbarer Begriff.

Da könnte sich ja jeder eine Prachthütte anmieten, ordentlich fürs Alter auf die hohe Kante legen und dann Zuschläge von "weitaus mehr als 500 Euro" einfordern, weil das Geld nicht reicht...

Schon merkwürdig.
 
Jetzt verdiene ich kein Geld, muss aber trotzdem in der teuren Wohnung bleiben. Es ist halt nicht sinnvoll umzuziehen, wenn man nicht weiß, wo man landet.

Zum Jobcenter muss ich sowieso noch, da ich ja Wohngeld beantragen muss. Noch bekomme ich keine finanzielle Unterstützung. Ich werde das diese Woche noch machen und dann gleich mal nachfragen.
.

Wie finanzierst du Miete, Bausparvertrag und Lebensunterhalt denn jetzt😕
Alles von deinen Ersparnissen?
Das mus ein Batzen sein.
 

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